Handbuch Medizinstrafrecht
1. Aufl. 2026
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S. 865Teil 10: Arzneimittelfälschungen
1. Allgemeines
1.1. Ursachen
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Der Hauptanreiz für Arzneimittelfälschungen liegt im hohen Gewinnpotenzial. Fälscher sparen sich nicht nur die erheblichen Kosten für Forschung und Qualitätssicherung, sondern entziehen sich auch der Steuerpflicht.
Globalisierte komplexe Herstellungs- und Vertriebswege begünstigen ebenfalls das Phänomen der Arzneimittelfälschung. Besonders der Parallelimport öffnet Fälschungen Tür und Tor in die legale Vertriebskette. Dabei kaufen Parallelimporteure, meist Arzneimittel-Großhändler oder Arzneimittel-Vollgroßhändler, Arzneimittel vom Hersteller oder ursprünglichen Zulassungsinhaber in einem Mitgliedstaat des EWR und vertreiben die Arzneimittel anschließend in einem anderen EWR-Mitgliedstaat, in dem die Arzneimittel ebenfalls zugelassen sind. Ziel der Parallelimporteure ist es, die Preisunterschiede und die unterschiedlichen Verfügbarkeiten von Arzneimitteln in den einzelnen EWR-Mitgliedstaaten auszunützen. Die Arzneimittel durchlaufen dabei oft verschiedene Zwischenhändler und werden mehrfach umverpackt, was das Risiko des Eindringens von Arzneimittelfälschungen erhöht.
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Die Möglichkeiten des Online-Handels begünstigen das Gesch...