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Personalverrechnung in Frage und Antwort
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Personalverrechnung in Frage und Antwort

1. Aufl. 2025

Print-ISBN: 978-3-7073-5328-0

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Personalverrechnung in Frage und Antwort (1. Auflage)

S. 11740. Fragen und Antworten zum Urlaub

209. Wie hoch ist der jährliche Urlaubsanspruch eines Dienstnehmers?

Dem Arbeitnehmer gebührt für jedes Arbeitsjahr ein ununterbrochener bezahlter Urlaub. Der Anspruch auf Urlaub entsteht im ersten Arbeitsjahr bis zum sechsten Monat im aliquoten Ausmaß. Nach sechs Monaten entsteht der Anspruch auf den gesamten Urlaub.

Das Urlaubsjahr ist ident mit dem Arbeitsjahr und beginnt mit dem Dienstantritt. Unter gewissen Umständen kann das Arbeitsjahr auf das Kalenderjahr umgestellt werden. Eine Umstellung ist durch Kollektivvertrag, Betriebsvereinbarung oder Einzelvereinbarung zulässig.

Das Urlaubsausmaß wird in Werktagen oder in Arbeitstagen gemessen.

Arbeitnehmern mit einer Dienstzeit bis zu 25 Jahren steht ein Urlaub von 5 Wochen bei einer Fünf-Tage-Woche (5 [Urlaubstage/Woche] × 5 [Wochen] = 25 [Arbeitstage]) zu. Das entspricht 30 Werktagen.

Bei mehr als 25 Jahren Dienstzeit steht ein Urlaub von 6 Wochen bei einer Fünf-Tage-Woche (5 [Urlaubstage/Woche] × 6 [Wochen] = 30 [Arbeitstage]) zu. Das entspricht 36 Werktagen.

Beträgt die Arbeitswoche nicht fünf Tage, sondern weniger, verringert sich auch der Urlaubsanspruch bei den Teilzeitbeschäftigten entsprechend wie folgt:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Arbeitszeit
Urlaubsanspruch
Vier-Tage-Woche
20 Arbeitstage (4 [Urlaubstage/Woche] × 5 [Wochen])
Drei-Tage-Woche
15 Arbeitstage (3 [Urlaubstage/Woche] × 5 [Wochen])
Zwei-Tage-Woche
10 Arbeitstage (2 [Urlaubstage/Woche] × 5 [Wochen])
Ein-Tage-Woche
5 Arbeitstage (1 [Urlaubstage/Woche] × 5 [Wochen])
Tab 20: Urlaubsanspruch bei Teilzeitbeschäftigten

Für das laufende Urlaubsjahr ist der Urlaub vom Beginn des Urlaubsjahres bis zum letzten Tag des Dienstverhältnisses zu berechnen, wobei ein bereits verbrauchter Jahresurlaub auf das aliquote Urlaubsausmaß anzurechnen ist.

Bei der Berechnung des aliquoten Urlaubsanspruches wird nicht gerundet.

S. 118210. Wer bestimmt, wann der Dienstnehmer den Urlaub antreten kann? Der Dienstnehmer oder der Dienstgeber?

Der Urlaubsantritt hat grundsätzlich im Einvernehmen zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer zu erfolgen. Dabei sollte sowohl auf die Erfordernisse des Unternehmens als auch die Erholungsmöglichkeiten des Arbeitnehmers Rücksicht genommen werden. Die Urlaubsvereinbarung ist an keine besonderen Formvorschriften gebunden. Es empfiehlt sich aber, diese schriftlich zu dokumentieren.

211. Wann verjährt welcher Urlaub von einem Angestellten, der am eingetreten ist und in den Jahren 2022, 2023 und 2024 keinen Urlaub verbracht hat?

Nicht konsumierte Urlaubstage aus 2022 sind mit verjährt.

212. Ein Dienstverhältnis beginnt am und endet am . Urlaub wurde 2025 im Umfang von 7 Tagen konsumiert. Aus den Vorjahren ist kein Urlaubsanspruch mehr vorhanden. Der Dienstnehmer hat Anspruch auf 30 Urlaubstage. Wie hoch ist der auszuzahlende anteilige Urlaubsanspruch in Tagen?

Das Urlaubsjahr beginnt am und dauert bis . Die Kalendertage des Urlaubsjahres sind 153 Tage. Der anteilige Urlaubsanspruch = (Jahresurlaub × Kalendertage des Urlaubsjahrs): 365 (bzw 366 im Schaltjahr). Der anteilsmäßige Urlaubsanspruch beträgt bei 30 Werktagen: 30 × 153: 365 = 12,58 Tage, abzüglich bereits konsumierter 7 Tage ergibt einen Urlaubsanspruch im Umfang von 5,58 Tagen.

Der errechnete Urlaubsanspruch in Tagen, der auszuzahlen ist, ist laut OGH weder ab- noch aufzurunden.

213. Ein Angestellter, der am in das Unternehmen eingetreten ist, kündigt sein Dienstverhältnis mit . Für den Mitarbeiter gebührt ein Urlaub von 25 Tagen. Er hat bereits 5 Tage konsumiert. Wie hoch sind die Urlaubstage, die bei der Urlaubsersatzleistung abzurechnen sind?

Von 1.5. bis 31.7. sind 92 Kalendertage in seinem Urlaubsjahr vergangen.

25 Tage: 365 × 92 = 6,3 Arbeitstage

S. 119Für die Verlängerung der Pflichtversicherung werden die 6,3 Tage abzüglich der konsumierten 5 Urlaubstage abgerundet. Für die Berechnung der Urlaubsersatzleistung werden die Tage nicht gerundet.

214. Der Dienstnehmer konsumiert mehr als das aliquote Ausmaß des Jahresurlaubs. Muss der Dienstnehmer den zu viel konsumierten Urlaub rückerstatten?

Ein über das aliquote Ausmaß hinaus verbrauchter Jahresurlaub ist nicht rückzuerstatten, außer bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch

  • unberechtigten vorzeitigen Austritt oder bei

  • verschuldeter Entlassung.

215. Wann verjährt ein nicht konsumierter Urlaub?

Verjährung bedeutet, dass mit Ablauf einer bestimmten Frist das Klagerecht erlischt. Ein verjährter Anspruch kann nicht mehr gerichtlich geltend gemacht werden, bleibt aber als sog Naturalobligation bestehen.

Die allgemeine Verjährungsfrist für Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis, bspw Lohn- und Gehaltsforderungen oder Zulagen, beträgt drei Jahre ab Fälligkeit des Anspruchs.

Der Urlaubsanspruch verjährt nach Ablauf von zwei Jahren ab dem Ende des Urlaubsjahres, in dem er entstanden ist. Diese Frist verlängert sich bei Inanspruchnahme einer Karenz gemäß dem Väterkarenzgesetz oder Mutterschutzgesetz um den Zeitraum der Karenz. Insgesamt stehen damit drei Jahre zum Verbrauch eines jeden Jahresurlaubs zur Verfügung.

Bei jeder Urlaubskonsumation wird zunächst immer der älteste noch offene Urlaub verbraucht.

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