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Solvency II-Review: Versicherungswirtschaft als Enabler der (politischen) Prioritäten der EU?
Mit der Revision der Solvency II-Richtlinie soll die europäische Versicherungswirtschaft in einem noch stärkeren Ausmaß als bisher zur Finanzierung der Realwirtschaft, des ökologischen und digitalen Wandels sowie anderer Prioritäten der EU beitragen. Hierfür werden die Eigenmittelerfordernisse gelockert. Das freigesetzte Kapital soll für die Ziele der Savings and Investments Union und des European Green Deal eingesetzt werden. Das Reformpaket bringt ab außerdem zahlreiche Neuerungen, die wichtige Implikationen für die Unternehmenssteuerung haben.
1. Zielsetzungen im Zeitverlauf verändert
Mit der Solvency II-Richtlinie wurde am ein neues risikobasiertes Aufsichtsregime für den Versicherungssektor eingeführt. Dieses hat zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen gegenüber einer Vielzahl von Risiken beigetragen. Seine Wirksamkeit wurde bereits im lang andauernden Niedrigzinsumfeld, in der COVID-19-Pandemie sowie bei den jüngsten geopolitischen Eskalationen unter Beweis gestellt.
Die Revision der Solvency II-Richtlinie zielte anfangs darauf ab, die Risikosensitivität des Aufsichtsrahmens für Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen z...