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iFamZ 4, August 2025, Seite 223

Bewertung von GmbH-Anteilen im Verlassenschaftsverfahren

Sonderfall: Schenkung von mit einem Aufgriffsrecht behafteten Anteilen vor dem Tod des Erblassers

Patrick Mittlböck und Johannes Domanig

Dieser Beitrag gibt einen Überblick darüber, wie GmbH-Anteile bei Vorhandensein gesellschaftsvertraglicher Aufgriffsrechte in Verlassenschaftsverfahren üblicherweise bewertet werden und welchen gesellschaftsrechtlichen und erbrechtlichen Schranken derartige Aufgriffsregelungen unterliegen. Dabei wird - anhand einer von den Autoren betreuten Causa - auch der Sonderfall besprochen, dass der Erblasser mit einem Aufgriffsrecht behaftete GmbH-Anteile vor seinem Tod verschenkt.

I. Bewertung von GmbH-Anteilen im Verlassenschaftsverfahren

Da die Mitgliedschaft in einer GmbH vererblich ist (§ 76 Abs 1 GmbHG), stellt sich in Verlassenschaftsverfahren regelmäßig die Frage, wie GmbH-Geschäftsanteile zu bewerten sind. In der Regel enthalten Gesellschaftsverträge Bestimmungen, die das Schicksal eines GmbH-Anteils für den Fall des Todes eines Gesellschafters normieren. Zulässig sind in diesem Zusammenhang insb Aufgriffsrechte, wonach den verbleibenden Gesellschaftern oder einzelnen von ihnen das Recht eingeräumt wird, den vererbten Geschäftsanteil binnen einer bestimmten Frist zu erwerben. Kommt es zur Ausübung des Aufgriffsrechts, steht den Erben ein Abfindungsanspruch gegen den bzw die Erwerber des Anteils in Hö...

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