SWK-Spezial Ertragsteuern 2026
1. Aufl. 2026
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S. 78Die gespaltene Gewinnverwendung aus steuerlicher Sicht
1. Einleitung
Die Anteilseigner an Kapitalgesellschaften haben, sofern keine anderslautenden gesetzlichen oder gesellschaftsvertraglichen Bestimmungen bestehen, einen Anspruch auf Gewinnbezug. Grundsätzlich bemisst sich die Höhe des auf den jeweiligen Gesellschafter entfallenden Gewinnanteils nach dem Beteiligungsverhältnis. Aufgrund des dispositiven Charakters der jeweiligen Bestimmungen im GmbHG bzw im AktG können davon abweichende Regelungen vereinbart werden.
Von den Beteiligungsverhältnissen abweichende Gewinnausschüttungen werden als alineare, asymmetrische, disquotale oder schiefe Ausschüttungen bezeichnet. Derartige Gewinnabreden können durch eine Vielzahl unterschiedlicher Beweggründe veranlasst sein. Durch alineare Ausschüttungen können beispielsweise ungleiche Erfolgsbeiträge der Gesellschafter entsprechend abgegolten, der ungleichmäßigen Leistung von Gesellschaftereinlagen Rechnung getragen oder ein erhöhter Liquiditätsbedarf einzelner Gesellschafter berücksichtigt werden.
Auch der Ausschluss einzelner oder aller Gesellschafter vom mitgliedschaftlichen Gewinnbeteiligungsanspruch kann, unter Wahrung des Gleichbehandlungsgebots, i...