Suchen Kontrast Hilfe
Handbuch Antidiskriminierung
Greif/Neuwirth (Hrsg)

Handbuch Antidiskriminierung

Rechtsgrundlagen, Spezialfragen, Rechtsdurchsetzung

1. Aufl. 2026

Print-ISBN: 978-3-7073-5335-8

Besitzen Sie diesen Inhalt bereits, melden Sie sich an.
oder schalten Sie Ihr Produkt zur digitalen Nutzung frei.

Dokumentvorschau
Handbuch Antidiskriminierung (1. Auflage)

S. 1272. Entgeltgleichheit und Entgelttransparenz

2.1. Einleitung

Österreich zählt bekanntermaßen zu den EU-Ländern mit den größten geschlechtsspezifischen Entgeltunterschieden. Während die Bruttostundenverdienste von Frauen im EU-Durchschnitt im Jahr 2023 rund 12 % unter jenen von Männern lagen, betrug der sog Gender-Pay-Gap nach dem Eurostat-Indikator in Österreich sogar 18,3 %. Obgleich das ILO-Übereinkommen Nr 100 über die Gleichheit des Entgeltes männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit in Österreich seit nunmehr 70 Jahren in Kraft ist, ist die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern sohin weiterhin deutlich sichtbar. Innerhalb der letzten zehn Jahre etwa verringerte sich der geschlechtsspezifische Lohnunterschied in Österreich lediglich um 4 %. Von geschlechtsbezogener Entgeltdiskriminierung sind seit jeher hauptsächlich Frauen betroffen, was sich in weiterer Folge in der „Feminisierung“ von Armut, insb von Altersarmut, niederschlägt. So waren auch die monatlichen Alterspensionen der Frauen im Jahr 2023 im Durchschnitt um 40,7 % niedriger als jene der Männer („Gender Pension Gap“).

Die Gründe für die hohen Lohn- und Gehaltsdifferenzen zwischen den Geschlechtern si...

Daten werden geladen...