ESG und Nachhaltigkeit für Versicherungsunternehmen
1. Aufl. 2025
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Wolfgang Pointner
1. Einleitung
Der menschengemachte Klimawandel führt laut IPCC (2022) bereits heute zu extremen Wetterereignissen, die mit erheblichen wirtschaftlichen Schäden einhergehen. Durch den erwartbaren Anstieg der Erderwärmung werden diese Ereignisse in Zukunft deutlich zunehmen. Die Erderwärmung wird ein Ausmaß annehmen, das in der Menschheitsgeschichte noch nie gemessen wurde, und dadurch werden höchstwahrscheinlich auch Kipppunkte überschritten werden, die den Klimawandel noch zusätzlich irreversibel beschleunigen. Der Mangel an empirisch belastbaren Daten und die selbstverstärkenden Feedback-Effekte erhöhen die Unsicherheit über die ökonomischen Auswirkungen des Klimawandels.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen von Naturkatastrophen, wie sie durch den Klimawandel ausgelöst werden, lassen sich in direkte und indirekte Schäden unterteilen. Direkte Schäden sind nach Hallegatte und Przyluski unmittelbare Folgen von natürlichen Ereignissen, die ökonomische Kosten verursachen, also die Zerstörung oder Beschädigung von Häusern, Produktionsanlagen, Verkehrsinfrastruktur oder anderen wirtschaftlich relevanten Einrichtungen, aber auch der Verlust an Menschenleben. Indirekte Schäden ergeben sich aus der Beeinträchtigung von Produktionsfaktoren durch Naturkatastrophen und führen in weiterer Folge zu geringerem Output, geringerem Einkommen, Änderungen in der Bewertung von Grundstücken, Investitionen etc. Während Versicherungen für direkte Schäden oft konkrete Versicherungsschutz anbieten, lassen sich indirekte Schäden eher selten versichern. Aber der Umfang der Versicherungsleistungen für die direkten Schäden kann erhebliche Auswirkungen auf das Ausmaß der indirekten S. 352Schäden haben, da die notwendigen Reparaturen oder Wiederaufbauarbeitennach einer Naturkatastrophe schneller und effektiver finanziert werden können, wenn die direkten Schäden versichert waren.
Die Messung der indirekten Schäden ist schwierig, da die Zuordnung und die Abgrenzung der indirekten Effekte von Naturkatastrophen oft nicht eindeutig sind. Durch die internationale Arbeitsteilung und die daraus resultierenden globalen Wertschöpfungsketten können indirekte Schäden eines lokalen Extremwetterereignisses in anderen Ländern auftreten. Wenn etwa die Produktion bestimmter Güter in einer Region von einer Überschwemmung beeinträchtigt wird, können den Abnehmern dieser Güter in ganz anderen Regionen oder Staaten zusätzliche Kosten entstehen. Wenn eine Naturkatastrophe eingetreten ist, verursacht sie meist umfangreiche Wiederaufbauarbeiten, die positiv zur Wertschöpfung in der betroffenen Region beitragen können. Ein einfacher Vergleich der wirtschaftlichen Aktivitäten vor und nach der Katastrophe misst möglicherweise einen positiven wirtschaftlichen Effekt. Allerdings greift das zu kurz: die Ressourcen, die für die Beseitigung der direkten Schäden aufgewendet werden müssen, hätten ohne Naturkatastrophe eine andere produktive Verwendung erfahren oder wären für den Konsum verwendet worden. Diese Alternativen wurden den Wirtschaftssubjekten aber durch die Naturkatastrophe genommen. Auch wenn die Wiederaufbauarbeiten im Sinn der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung positiv zum BIP-Wachstum beitragen, führen sie letztlich nur dazu, dass das Wohlfahrtsniveau vor der Naturkatastrophe wieder erreicht wird. In einem Vergleich großer Naturkatastrophen, die zwischen 1979 und 2010 stattgefunden haben, finden Felbermayr und Gröschl, dass das Top-Perzentil dieser Katastrophen das BIP pro Kopf in dem Jahr ihres Auftretens um durchschnittlich 6,8 % reduziert hat, während die Top-5-% aller Katastrophen das BIP pro Kopf um 0,5 % verringert haben.
Versicherungen ermöglichen eine raschere Beseitigung der direkten Schäden von Naturkatastrophen, weil sie eine effizientere Risikostreuung erlauben. Eine Voraussetzung dafür ist, dass die Risiken der Versicherungsgemeinschaft nicht zu hoch korreliert sind. Bei Naturkatastrophen, die vom Klimawandel ausgelöst werden, sind oft ganze Regionen betroffen, in besonders drastischen Fällen ganze Länder. Daher ist es wichtig, Versicherungen gegen solche Ereignisse international zu diversifizieren.
Dieser Beitrag ist wie folgt gegliedert: Zunächst werden die ökonomischen Vorteile von Versicherungen gegen Naturkatastrophen ausgeführt (2.). Dann wird erörtert, warum es zu der empirisch feststellbareren Lücke beim Versicherungsschutz kommt, welche Formen des Marktversagens dazu beitragen und welche wirtschaftlichen Konsequenzen sich daraus ergeben (3.). Abschließend (4.) werden die wesentlichen Punkte kurz zusammengefasst.
S. 3532. Der wirtschaftliche Mehrwert von Versicherungen
Der Klimawandel erhöht die Wahrscheinlichkeit von direkten Schäden durch extreme Wetterereignisse wie Stürme, Überschwemmungen, Starkregen, Dürren oder Waldbrände. Eine unmittelbare Auswirkung solcher Ereignisse kann die Verwüstung ganzer Landstriche sein, wodurch Wälder oder Äcker zerstört werden, was hohe Kosten in Form von Ernteausfällen für die Landwirtschaft bedeutet. Direkte Schäden an Produktionsstandorten verursachen auch Kosten für Industrie- und Dienstleistungsbetriebe, da beschädigtes Anlagevermögen ersetzt werden muss und die Produktion eventuell nur eingeschränkt weiterlaufen kann, was zu Umsatzeinbußen führt. Diese Umsatzeinbußen erschweren die Finanzierung der nötigen Reparatur- oder Ersatzinvestitionen. Um solchen Liquiditätsengpässen vorzubeugen, kann gegen bestimmte Risiken eine Versicherung abgeschlossen werden.
2.1. Ökonomische Motive für Versicherungsschutz
Einer der Vorteile der Versicherungslösung liegt in ihrer Vorhersehbarkeit. Ohne Versicherung müssten Unternehmer sich im Schadensfall auf ihre eigenen finanziellen Reserven verlassen oder auf die Bereitschaft von Banken, ihnen rasch Kredite einzuräumen; beides ist aber mit Unsicherheit behaftet. Die finanzielle Hilfsbereitschaft von Freunden oder Angehörigen ist ebenfalls nicht ex ante gut abschätzbar und in den meisten Fällen eher limitiert. Durch eine Versicherung weiß der Versicherungsnehmer üblicherweise, mit welchen Beträgen er im Schadensfall rechnen darf. Damit wird die finanzielle Unsicherheit reduziert, die mit solchen Schadensfällen einhergeht. Diese Unsicherheit kann sonst zu erhöhtem Angstsparen führen, was dämpfend auf Konsum und Investitionen wirkt. Die Vorhersehbarkeit einer Versicherungsleistung im Schadensfall verringert auch das Kreditrisiko. Banken werden tendenziell eher bereit sein, einen Kredit zu gewähren, wenn der Kreditnehmer für den Fall außergewöhnlicher Belastungen vorgesorgt hat. Bei Naturkatastrophen, die eine große Zahl von Kreditnehmern in einer Region betreffen, besteht außerdem das Risiko, dass bei einer großen Deckungslücke viele Kreditrisiken schlagend werden und die Finanzstabilität bedroht wird.
Wer rasch hilft, hilft doppelt; dieser Grundsatz gilt auch im Versicherungsfall. Je schneller eine Versicherung ihre Leistungen auszahlt, desto höher der Nutzen für die Versicherten. Besonders im Fall schwerer Schäden durch ein Extremwetterereignis, aus denen Produktionseinschränkungen resultieren, ist es wichtig, dass Unternehmen auf rasche Auszahlungen von Versicherungsleistungen rechnen dürfen. Diese erlauben ihnen eine schnelle Wiederherstellung ihrer Produktionskapazitäten, um den Betrieb wieder aufnehmen zu können. Je eher nach einem Extremwetterereignis die Produktion wieder anlaufen kann, desto geringer sind die gesamtwirtschaftlichen Einbußen. Diese Stabilisierungswirkung ist auch einer S. 354der Gründe für staatliche Unterstützungen bei Naturkatastrophen, da die große Anzahl der Betroffenen sonst zu makroökonomischen Konsequenzen in Form von Wachstumseinbrüchen führen könnte.
Wenn die Versicherungsprämien fair bepreist sind, spiegeln sie auch die Risikolage wider. Die Prämien sind ein Preis für das Risiko, der dem Versicherungsnehmer signalisiert, dass er an einem bestimmten Standort mit einer höheren Wahrscheinlichkeit den Folgen des Klimawandels ausgesetzt ist. Für den einzelnen Versicherungsnehmer mag es trotzdem ökonomisch sinnvoll sein, sich diesem Risiko auszusetzen und die höhere Versicherungsprämie zu zahlen. In manchen Fällen besteht die Möglichkeit, durch gewisse Maßnahmen ein bestimmtes Risiko zu verringern. Häuser oder Fabriken in der Nähe von Gewässern können hochwassersicher gemacht werden, was ihr Risiko und damit ihre Versicherungsprämie reduzieren sollte.
Je mehr Firmen und Haushalte private Versicherungsverträge abschließen, desto geringer ist die Notwendigkeit für staatliche Unterstützungen im Katastrophenfall. In praktisch allen Fällen von Naturkatastrophen sind finanzielle und andere Hilfsmaßnahmen von staatlicher Seite erforderlich, da die weitreichenden Folgen die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Betroffenen übersteigen und nicht alle Schäden versichert sind; es sind auch nicht alle möglichen Schäden versicherbar. Daher steigen in Ländern, die von Naturkatastrophen heimgesucht werden, oft die Budgetdefizite an. Je mehr von den finanziellen Belastungen nach Naturkatastrophen aus Versicherungsleistungen getragen werden kann, desto weniger wird der Staatshaushalt belastet. Da es durch den Klimawandel voraussichtlich zu einer Zunahme von Naturkatastrophen kommen wird, steigen die damit verbundenen Risiken für die Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen. Gagliardi et al zeigen, dass die Zunahme extremer Wetterereignisse durch den Klimawandel auch die Schuldentragfähigkeit einiger EU-Mitgliedstaaten erheblich belasten kann.
2.2. Effekte von Versicherungen auf Wachstum und Produktivität
Die Abdeckung von Schadensfällen durch Versicherungen bzw ihr Fehlen in Form einer Deckungslücke hat entscheidenden Einfluss auf die ökonomischen Auswirkungen von Naturkatastrophen. In einer Welt mit vollständigen Märkten und vollkommener Voraussicht könnten Firmen und Haushalte ihr Risiko zur Gänze versichern und bekämen im Schadensfall rasch die entsprechenden Beträge ausbezahlt, sodass Naturkatastrophen nur kurzfristige Störungen der wirtschaftlichen Aktivität bedeuten würden, nach denen die Wirtschaft wieder zu ihrem Trendwachstum zurückkehrt.
S. 355Während einer Naturkatastrophe bzw unmittelbar danach werden die wirtschaftlichen Aktivitäten eingeschränkt, die Produktion in den am stärksten betroffenen Betrieben kommt zum Erliegen und der wirtschaftliche Output fällt. Durch zerstörte Straßen ist der Vertrieb von Gütern beeinträchtigt und Arbeitskräfte können nicht an ihre Arbeitsplätze gelangen. Auch die Belieferung mit Rohstoffen und anderen Vorleistungen wird temporär in Mitleidenschaft gezogen. Die Beseitigung der unmittelbaren Schäden, die Wiederaufbauarbeiten und das Ersetzen der zerstörten Produktionsanlagen sind bereits BIP-wirksam, dh sie tragen positiv zum Wirtschaftswachstum bei. Für einige Sektoren stellen die Aufbauarbeiten einen positiven Nachfrageschock dar. Betriebe, die von der Katastrophe verschont geblieben sind, werden sich erhöhter Nachfrage ausgesetzt sehen, um die Produktion der zerstörten Firmen zu ersetzen. Dieser zusätzlichen Nachfrage können sie nur in dem Ausmaß nachkommen, in dem sie über ungenützte Produktionskapazitäten verfügten. Daher ist es für die wirtschaftlichen Effekte von Naturkatastrophen auch relevant, ob diese in Phasen der Hochkonjunktur oder in einer Rezession auftreten. Die Umlenkung der Nachfrage von den zerstörten Firmen zu jenen, die nicht beschädigt sind, kann auch Firmen in anderen Staaten zugutekommen, dh diese indirekten Effekte müssen nicht unbedingt im Inland zum BIP-Wachstum beitragen.
Je nach Art und Intensität der Katastrophe kann der negative BIP-Effekt kürzer oder länger andauern. Wird beispielsweise eine einzigartige Sehenswürdigkeit durch einen Sturm zerstört, kann der Tourismus in der Region irreparablen Schaden erleiden. Wenn ein Waldbrand große Flächen vernichtet, wird die Forstwirtschaft in der Region auf Jahrzehnte davon betroffen sein, in der Landwirtschaft sind Ernteausfälle eher auf ein Jahr befristet. Bei beschädigten Produktionsanlagen in Industrie- und Gewerbebetrieben hängt die Dauer bis zur Wiederinbetriebnahme von der Verfügbarkeit der erforderlichen Maschinen ab. Aber nicht nur die direkten Schäden im Werk können wirtschaftliche Kosten verursachen: Im Sommer und Herbst 2018 kam es in Deutschland infolge einer anhaltenden Trockenheit zu einem Abfall des Wasserstandes im Rhein und viele Industriebetriebe konnten ihre Produkte nicht mehr auf dem Wasserweg zu ihren Kunden transportieren.
Die Erholung nach der Katastrophe kann die gesamtwirtschaftliche Produktion und ihr künftiges Wachstum unterschiedlich beeinflussen. Batten et al und Gagliardi et al sehen im Wesentlichen drei Hypothesen, die den längerfristigen BIP-Effekt von Naturkatastrophen beschreiben. In allen drei Fällen kommt es anfänglich zu einem Einbruch, der das BIP sinken lässt. Danach aber unterscheiden sich die Wachstumspfade wie in Abb 1 skizziert:
Die kreative Zerstörung: In diesem Szenario setzt nach der Katastrophe eine kräftigeErholung ein, die von Ersatz- und Reparaturinvestitionen angetrieben S. 356wird. Versicherungsleistungen, internationale Hilfen und zusätzliche Kredite finanzieren diese Investitionen, die auch einen Beschäftigungsboom auslösen. Da die Unternehmen ihr zerstörtes Betriebskapital durch neue Maschinen ersetzen, die den neuesten Technologien entsprechen, kommt es auch zu einem Produktivitätsschub, der der Volkswirtschaft erlaubt, ihr bisheriges Trendwachstum zu übertreffen. Diese von einer Katastrophe induzierte Verdrängung des alten Kapitalstocks durch neues, produktiveres Kapital erinnert an den Prozess der kreativen Zerstörung nach Schumpeter, bei dem die alten, weniger produktiven Technologien durch einen Innovationsschub verdrängt werden.
Rückkehr zum Trend: Nach der Katastrophe kommt es zu einer Erholung, wodurch kurzfristig die früheren Wachstumsraten übertroffen werden. Nach Abschluss dieser Erholung entwickelt sich die Volkswirtschaft mit dem früheren Trendwachstum weiter. Ob der frühere Wachstumspfad wieder erreicht wird oder ob die Volkswirtschaft zwar mit denselben Wachstumsraten wie zuvor, aber auf einem niedrigeren Niveau weiterwächst (wie in Abb 1 dargestellt), hängt davon ab, wie rasch und kräftig die Erholung ausfällt.
Keine Rückkehr: Wenn durch eine Katastrophe die Produktionskapazitäten und die Infrastruktur so nachhaltig zerstört wurden, dass sie nicht gänzlich wieder hergestellt werden können, wird die Volkswirtschaft ihr früheres Produktionsniveau nicht mehr erreichen. Wenn dabei sehr viele Ressourcen für den Wiederaufbau benötigt werden, dann fehlen diese für wachstumsfördernde Zukunftsinvestitionen (zB in Forschung und Entwicklung) und das neue Trendwachstum fällt schwächer aus.

Abb 1: Unterschiedliche Wachstumspfade infolge einer Naturkatastrophe
S. 357Welchen Wachstumspfad eine Volkswirtschaft nach einer Naturkatastrophe einschlagen kann, hängt auch davon ab, wie gut die betroffenen Haushalte und Firmen versichert waren. In einem Vergleich von versicherten und unversicherten Katastrophen aus 214 Ländern im Zeitraum 1960 bis 2011 finden von Peter et al, dass unversicherte Katastrophen erhebliche Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum in den betroffenen Staaten hatten, während für gut versicherte Katastrophen kaum Wachstumseffekte nachweisbar sind. Sie stellen auch fest, dass die meisten Ersatz- und Reparaturinvestitionen innerhalb eines Jahres nach einer Katastrophe getätigt werden und dass dies auch dem Zeithorizont entspricht, in dem die meisten Versicherungsleistungen ausgezahlt werden. Fache Rousová et al zeigen in einer empirischen Analyse von Naturkatastrophen seit 1996, dass die negativen Wachstumseffekte in den Quartalen, die auf das Extremereignis folgten, sehr stark von der Versicherungsabdeckung in der betroffenen Region abhingen. Wenn mehr als 75 % der betroffenen Einheiten versichert waren, finden sie sogar einen positiven Wachstumsimpuls, der mit den rasch einsetzenden Aufbauarbeiten erklärt werden kann.
Trotz dieser empirischen Ergebnisse sollten keine zu hohen Erwartungen in positive Wachstumseffekte von Naturkatastrophen gesetzt werden. Vor allem der Technologieschub, der den Produktivitätsfortschritt beschleunigt, dürfte - wenn überhaupt - ein eher kurzfristiges Phänomen sein. Wenn Firmen ihre von einem Extremereignis beschädigten Maschinen durch neuere, technologisch leistungsfähigere Maschinen ersetzen, kann sich das kurzfristig in höherem Produktivitätswachstum niederschlagen. Allerdings bekommen die betroffenen Firmen im Schadensfall nur den Zeitwert ihrer alten Maschinen ersetzt, der oft erheblich unter dem Anschaffungspreis der neuesten Technologien liegen wird. Selbst wenn eine Firma bereit wäre, die Differenz selbst zu finanzieren (und in der schwierigen Zeit nach einer Naturkatastrophe immer noch über die dafür nötige Liquidität verfügt), würde sie durch diese Investition nur einen einmaligen Produktivitätssprung machen. In den kommenden Jahren werden Konkurrenzbetriebe sukzessive ihr altes Betriebskapital abschreiben und durch neue Maschinen ersetzen und dadurch auf denselben technologischen Stand gelangen; der katastropheninduzierte Vorsprung in der Produktivität wäre dann aufgebraucht. Ein nachhaltig höheres Produktivitätswachstum über einen längeren Zeitraum ließe sich nur durch verstärkte Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten erreichen, aber diese sind kaum von Naturkatastrophen motiviert.
Je rascher die finanziellen Mittel verfügbar sind, um die Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten zu beginnen, desto schneller kann auch die Produktion wieder anlaufen. Zusätzlich zu dieser direkten Wirkung, die sich aus dem Versicherungsschutz ergibt, verhilft die Versicherung den Betroffenen auch, sich andere Finanzierungsquellen zu erschließen: ein versichertes Unternehmen hat im KatastroS. 358phenfall eine deutlich bessere Chance, einen Bankkredit zu bekommen, als ein unversichertes. Da Banken bei der Kreditvergabe vorausschauend agieren und mögliche Ausfallsrisiken einkalkulieren, sollten versicherte Unternehmen auch vor einer Naturkatastrophe bessere Kreditkonditionen erhalten.
Wenn die Finanzierung im Notfall nicht ausreicht, wird es länger dauern, bis die Schäden beseitigt sind. Je länger sich die Reparaturarbeiten hinziehen, desto höher sind die volkswirtschaftlichen Kosten. Bei einer deutlichen Deckungslücke, wenn also viele Firmen und Haushalte nicht oder nicht ausreichend versichert sind, kann sich ein erheblicher Mangel an verfügbaren Finanzmitteln ergeben, der den Wiederaufbau verzögert, was langfristig dazu führt, dass das frühere Trendwachstum nicht mehr erreicht wird und die Volkswirtschaft nur noch schwächer wächst - was langfristig negative Auswirkungen auf die Einkommen, die Beschäftigungschancen und die Wohlfahrt der betroffenen Region hat.
Neben der unmittelbaren Hilfe im Fall einer Naturkatastrophe bieten Versicherungen auch Anreize, die Risiken des Klimawandels besser in ökonomische Entscheidungen zu integrieren. Da Versicherungsprämien die Risiken widerspiegeln, sollte dieses Preissignal Versicherungsnehmern einen Anreiz bieten, ihr Risiko durch Adaptierung bestehender Strukturen abzumildern. Die Financial Times berichtete über eine Fabrik, die durch eine Überschwemmung in Nashville 2010 schwer beschädigt wurde. Die Werksleitung beschloss in Zusammenarbeit mit ihrer Versicherung, den Betrieb so umzubauen, dass bei einer neuerlichen Überschwemmung des Standortes die Wassermassen durchfließen konnten, ohne kritische Strukturen zu gefährden. Adaptierungsmaßnahmen dieser Art tragen dazu bei, die Versicherungsprämien und die negativen Wachstumseffekte von Naturkatastrophen zu reduzieren.
Ein wesentlicher Mehrwert von Versicherungen liegt in der Diversifizierung von Risiken. Diese setzt voraus, dass die Risiken der einzelnen Versicherungsnehmer unkorreliert sind. Im Fall von Naturkatastrophen sind oft ganze Regionen oder sogar Staaten demselben Risiko ausgesetzt. Daher wäre eine internationale Diversifizierung angebracht. Diese Form des grenzüberschreitenden Risk Sharing wird vor allem von Rückversicherungsunternehmen erbracht. Allerdings zeigt sich, dass auch schwerwiegende Naturkatastrophen oft nur in sehr geringem Ausmaß von solchen Versicherungsformen abgedeckt sind. 2011 wurden Japan und Neuseeland von schweren Erdbeben erschüttert. In Japan betrug die Summe der direkten Schäden ca 4 % des BIP, in Neuseeland 11 % des BIP. In Japan waren nur 16 % der Schäden versichert, in Neuseeland hingegen 70 %. Zusätzlich war nur knapp ein Viertel der versicherten Schadenssumme in Japan durch Rückversicherungen international diversifiziert, weshalb die ökonomischen Kosten zum Großteil in Japan anfielen; in Neuseeland war etwa die Hälfte der Schäden durch Rückversicherungen gedeckt. S. 359Ito und McCauley untersuchten 93 große Naturkatastrophen zwischen 1982 und 2017 und fanden, dass ein Mangel an internationalem Risk Sharing wie im Fall von Japan sehr verbreitet war. Ein Ausbau des Versicherungsschutzes und eine internationale Diversifizierung von Risiken, die durch den Klimawandel zunehmen, wären wünschenswert.
Obwohl Versicherungen gegen Naturkatastrophen sowohl für den einzelnen Versicherungsnehmer als auch für die betroffenen Volkswirtschaften vorteilhaft sind, ergibt sich in vielen Ländern eine erhebliche Deckungslücke im Versicherungsschutz. Abb 2 zeigt, dass die nationalen Unterschiede beim Anteil der versicherten Klima- und Wetterschäden auch innerhalb der EU erheblich sind. Eine umfangreiche Untersuchung der EZB gemeinsam mit EIOPA aus dem Jahr 2021 kommt zu dem Schluss, dass die Deckungslücke sich nicht damit erklären lässt, dass in manchen Ländern mit geringerer Wahrscheinlichkeit eine Naturkatastrophe zu erwarten gewesen wäre. Da die Länder mit den höchsten Anteilen an versicherten Klima- und Wetterschäden auch jene Länder mit sehr hohem Pro Kopf-Einkommen sind, liegt es nahe anzunehmen, dass die Einkommenshöhe einen positiven Effekt auf die Versicherungsabdeckung hat. Faiella und Natoli zeigen in einer Studie zu den finanziellen Effekten von Naturkatastrophen in Italien, dass die Versicherungsabdeckung innerhalb eines Landes unterschiedlich sein kann. Während im Norden knapp die Hälfte aller Unternehmen gegen Überschwemmungen und Erdrutsche versichert ist, liegt im Süden Italiens der Anteil der versicherten Unternehmen unter einem Drittel.

Abb 2: Unterschiede im Versicherungsschutz gegen Klima- und Naturschäden in der EU [Quelle: EEA]
S. 3603. Ursachen der Deckungslücke: Angebot oder Nachfrage?
Einer der Gründe für die Deckungslücke bei Versicherungen gegen Naturkatastrophen sind deren steigende Preise. Die Financial Times berichten von zahlreichen Fällen von Hausbesitzern, die nach einer Naturkatastrophe an ihrem Wohnort keine Versicherung mehr für ihr Haus bekamen bzw nicht mehr zu einem für sie vertretbaren Preis. Wenn diese Hausbesitzer unter Liquiditätsbeschränkungen leiden, können sie nicht einfach ihren Wohnort ändern. Die Änderung der Versicherbarkeit ihres Hauses dürfte sich auch negativ auf den Wiederverkaufswert auswirken, vor allem in Regionen, in denen die Versicherungsprämien wegen einer höheren Exponiertheit gegenüber dem Risiko künftiger Naturkatastrophen erhöht wurden. Tesselaar et al zeigen, dass es durch die steigenden Preise bei Versicherungen durch den Klimawandel zu sozialen Kipppunkten kommen kann, die dazu führen, dass die Nachfrage nach Versicherungen gegen Überschwemmungen in manchen besonders stark betroffenen Regionen nahezu gänzlich einbricht. Für die Versicherungsunternehmen ergibt sich bei erheblich steigenden Preisen auch das Problem der adversen Selektion: Haushalte, deren subjektive Risikoeinschätzung oder deren reale Exponiertheit gegenüber den versicherbaren. Risiken den neuen - höheren - Preis nicht mehr rechtfertigen, werden keine Versicherung mehr abschließen, sodass sich die Versicherungen vermehrt mit Versicherungsnehmern konfrontiert sehen, die ein höheres Risiko tragen. Dadurch wird der Risikoausgleich über die Versicherungsgemeinschaft zunehmend schwieriger und eventuell wird für bestimmte Risiken in bestimmten Regionen keine Versicherung mehr angeboten werden. Die Deckungslücke würde sich also noch weiter vergrößern.
Ein weiteres Problem für Versicherungen ist das sogenannte moral hazard. Dazu kommt es, wenn Versicherungsnehmer ein risikominimierendes Verhalten zeigen könnten, das die Schadenshöhe beim Eintreten einer Naturkatastrophe reduzieren würde, dieses aber unterlassen. Ein Beispiel wären die zuvor geschildeten Umbaumaßnahmen in der Fabrik in Nashville, die bei folgenden Überschwemmungen viel weniger anfällig für Schäden war. Allerdings kann es infolge des Versicherungsschutzes dazu kommen, dass genau solche Maßnahmen unterbleiben, da die Anlage ohnehin versichert ist und die Verluste ersetzt werden. Während es aus betriebswirtschaftlicher Sicht Sinn machen kann, solche Maßnahmen zu unterlassen, da ihr Nutzen in der Zukunft unsicher ist, ihre Kosten des Umbaus hingegen sicher anfallen, ist es aus volkswirtschaftlicher Sicht auf jeden Fall negativ, solche Maßnahmen zu unterlassen. Die Versicherung sorgt nur für eine andere Verteilung der ökonomischen Kosten im Schadensfall, im Aggregat über alle Versicherungsnehmer bleiben die Kosten bestehen. Daher wäre eine risikominimierende Maßnahme aus gesamtwirtschaftlicher Sicht immer vorteilhaft. S. 361Hudson et al finden bei einer empirischen Untersuchung deutscher Versicherungsnehmer an der Elbe und der Donau keine Hinweise für moral hazard; allerdings konnten sie Fälle von adverser Selektion feststellen.
Ein Spezialfall des moral hazard bei Naturkatastrophen ist das sogenannte charity hazard: Wenn eine Überschwemmung, ein Erdbeben oder ein Waldbrand eine Region verwüsten, ist die lokale oder nationale Politik oft bereit, den betroffenen Bürgern finanziell zu helfen. In Erwartung solcher Hilfsmaßnahmen könnte der Anreiz für private Risikovorsorge durch Versicherungsschutz sinken. Die Motivation für politische Entscheidungsträger kann unterschiedlich sein. Zum einen ist auch bei nahezu vollständigem Versicherungsschutz der Schaden sehr wahrscheinlich höher als die Beträge, die von Versicherungen ausbezahlt werden, da es Selbstbehalte geben kann oder die versicherten Häuser und Anlagen zum Zeitwert versichert waren und der Wiederbeschaffungswert bzw die Wiederaufbaukosten höher sind. Da aber davon auszugehen ist, dass nicht alle Betroffenen nahezu vollständig versichert waren, hat die politische Unterstützung auch einen ökonomischen Stabilisierungseffekt. Möglicherweise spielen auch wahltaktische Motive eine Rolle, wenn Politiker sich nach einer Naturkatastrophe in der betroffenen Region zeigen und Finanzhilfen austeilen. Allerdings sei darauf verwiesen, dass Naturkatastrophen keine dauerhafte Einschränkung des fiskalpolitischen Spielraums von Staaten bewirken, wie Kose et al schreiben. Sie führen das auf die nur kurzfristigen Effekte von Naturkatastrophen zurück, die keine nachhaltige Belastung für den Staatshaushalt bedeuten. Die Zunahme von Extremwetterereignissen durch den Klimawandel könnte allerding nach Gagliardi et al künftig auch eine höhere Belastung für nationale Budgets bedeuten.
Die Berechnung von angemessenen Versicherungsprämien beruht auf den verfügbaren Daten über die Häufigkeit von Schadensfällen. Aus diesen wird ein Erwartungswert für das Auftreten bestimmter Extremwetterereignisse in der Zukunft gebildet. Die Studien des IPCC zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit für solche Ereignisse durch den Klimawandel steigt. Allerdings lassen sich diese Risiken nicht gut berechnen, da sie mit hoher Unsicherheit behaftet sind. Wenn die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Ereignisse aber nur schlecht oder gar nicht berechenbar ist, laufen Versicherungsunternehmen Gefahr, systematisch ihre Kosten zu unterschätzen, was ihre Rentabilität langfristig gefährdet, oder durch systematisches Überschätzen der Kosten Kunden zu verlieren, was ebenfalls die Wirtschaftlichkeit bedroht. Abb 3 illustriert, wie der Erwartungswert der Schadensfälle und ihre Varianz infolge des Klimawandels steigen, aber die sich daraus ergebenden neuen Parameter sind unbekannt und lassen sich nicht auf Grundlage vergangener S. 362Beobachtungen schätzen. Jarzabkowsi et al weisen darauf hin, dass durch unerwartet hohe Auszahlungsverpflichtungen sogar die Kapitalreserven von Rückversicherungsunternehmen an ihre Grenzen geraten können. Versicherungsunternehmen sind nicht nur auf der Passivseite, sondern auch auf der Aktivseite betroffen. Wenn der Klimawandel zu einem signifikanten Rückgang des allgemeinen Zinsniveaus führt, wie Mongelli et al ausführen, dann werden die Veranlagungen der Versicherungsunternehmen in Zukunft auch geringere Erträge abwerfen.

Abb 3: Unterschiedliche Effekte auf das BIP infolge einer Naturkatastrophe
Ein weiterer Grund für die unterschiedlichen Ausmaße der Deckungslücken, die sich in Abb 2 abzeichnen, liegt in den regulatorischen Standards der Länder. In einem EZB/EIOPA-Bericht aus 2023 über Maßnahmen zur Reduktion der Deckungslücke bei Klimarisiken wird darauf verwiesen, dass in einigen Ländern eine gesetzliche Vorschrift zum Abschluss einer Versicherung in bestimmten Risikoregionen besteht. In den USA etwa müssen Immobilien in Hochrisikozonen gegen Überschwemmungen versichert sein, Versicherungen sind aber auch verpflichtet, dort eine Versicherung anzubieten. In Europa zeigt sich, dass Public-Private-Partnership-(PPP-)Lösungen dominieren. Dabei unterstützt der Staat die Versicherungswirtschaft bei der Erfüllung ihrer Aufgaben, indem er eine zusätzliche Versicherungsebene einzieht oder einen finanziellen Backstop zur Verfügung stellt, der Versicherungsunternehmen bei außergewöhnlich hohen Belastungen infolge von Naturkatastrophen entschädigt. Beispiele für diese PPP-Arrangements sind die Caisse Centrale de Réassurance in Frankreich oder der Consorcio de Compensación de Seguros in Spanien.
S. 363Eine andere regulatorische Option besteht in verpflichtendem Versicherungsschutz bei der Kreditgewährung. Wenn Banken Kredite für Immobilien, die von einem höheren Risiko einer Naturkatastrophe betroffen sind, nur dann gewähren, wenn sie ausreichend versichert sind, sollte auch die Deckungslücke sinken. Solche Verpflichtungen sind auch im Interesse der Banken. ECB/EIOPA weisen darauf hin, dass 75 % der Kredite von Banken im Euroraum, die ein hohes Risiko von Überschwemmungen tragen, entweder nicht besichert oder mit Vermögenswerten besichert sind, die demselben Überschwemmungsrisiko ausgesetzt sind. Überschwemmungen stellen das häufigste Risiko unter den Naturkatastrophen dar, denen europäische Banken ausgesetzt sind. Ihre Exponiertheit gegenüber den Risiken von Waldbränden, dem steigenden Meeresspiegel oder Orkanen ist deutlich geringer, aber auch nicht besser besichert.
Schließlich spiegelt die Verfügbarkeit von Versicherungen auch die soziale Ungleichheit wider. Islam und Winkel weisen darauf hin, dass in ärmeren Ländern Firmen und Haushalte weniger Ressourcen für Versicherungen aufbringen können und daher auch eher unterversichert sind. Dieser Befund deckt sich auch mit Abb 2, wonach reichere Staaten tendenziell auch einen höheren Anteil an versicherten Klima- und Wetterschäden aufweisen. Durch eine Anpassung der Versicherungsprämien an die gestiegenen Risiken werden ärmere Haushalte und weniger profitable Firmen aus dem Versicherungsmarkt gepreist und müssen künftige Extremwetterereignisse eher ohne Versicherungsschutz gewärtigen. Das führt zu einer Zunahme der sozialen Ungleichheit, da die materiell benachteiligten Wirtschaftssubjekte steigenden Risiken bei sinkendem Schutz ausgesetzt sind. Wenn Banken zusätzlich für Darlehen eine bestimmte Form von Versicherungsschutz einfordern, werden diese Haushalte oder Firmen auch noch zusätzlich von Kreditrestriktionen betroffen sein, was ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten weiter einschränkt.
4. Zusammenfassung
Der Versicherungsschutz ist ein wichtiger Mechanismus, um die Folgen von Naturkatastrophen oder klimawandelinduzierten Extremwetterereignissen besser bewältigen zu können. Solche Katastrophen können nicht nur Menschenleben kosten, sie zerstören oder beschädigen auch das produktive Kapital von Volkswirtschaften. Diese Zerstörungen können das Wachstumspotenzial verringern und stellen damit eine langfriste Bedrohung für Einkommen und Beschäftigung dar. Durch ausreichende Versicherung können die negativen langfristigen Folgen von Naturkatastrophen deutlich verringert, teilweise auch gänzlich kompensiert werden.
Obwohl die Vorteile des Versicherungsschutzes empirisch gut belegt sind, zeigt sich in vielen Ländern eine erhebliche Deckungslücke bei den Versicherungen S. 364gegen Naturkatastrophen. Die Ursachen dafür sind sowohl angebots- als auch nachfrageseitig zu finden. Steigende Versicherungsprämien sind einerseits durch die zunehmenden Risiken gerechtfertigt, andererseits wird Versicherungsschutz dadurch für betroffene Haushalte und Firmen nicht mehr leistbar. Marktversagen wie moral hazard oder Schwierigkeiten bei der Berechnung der zu erwartenden Schadensfälle aufgrund von Kipppunkten und steigender Unsicherheit können ebenfalls zu einer wachsenden Deckungslücke führen. Die effektiven Vorteile des Versicherungsschutzes legen daher wirtschaftspolitische Interventionen nahe, um dieses Marktversagen auszugleichen.
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