Rechnungsstellung bei One-Stop-Shops
1. Aufl. 2026
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S. 91. Einleitung
1.1. Grundlegende Änderungen für den E-Commerce
Mit trat das E-Commerce-Paket der Europäischen Union in Kraft. Das Versprechen war groß: Entlastung bei steuerlichen Registrierungspflichten für Unternehmer innerhalb der EU und aus Drittländern, zugleich eine konsequent am Bestimmungslandprinzip ausgerichtete Besteuerung sowie fairere Wettbewerbsbedingungen im grenzüberschreitenden B2C-Geschäft - insbesondere gegenüber (Online-)Händlern aus Drittländern. Heute, fünf Jahre später, fällt die Bilanz jedoch nüchtern aus.
Aufgrund unzureichender Kontrollmechanismen der Zollbehörden und zu großzügiger Anwendungsbestimmungen wurden die Regelungen zum Einfuhr-Versandhandel bzw der IOSS von Lieferanten aus Drittländern teilweise missbraucht: Sendungen wurden unter Verwendung fremder IOSS-Nummern abgabenfrei in das Gemeinschaftsgebiet eingeführt; die darauf entfallende Umsatzsteuer wurde anschließend nicht gemeldet bzw abgeführt. Zudem war die Anwendung des IOSS-Regimes bislang nicht verpflichtend. Insbesondere Online-Händler aus Drittländern führten Waren ein und übertrugen die Einfuhrabwicklung auf den Erwerber, entzogen sich dadurch ihren steuerlichen Pflichten in de...