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Miss Wirtschaft und die Extrawurst
Eine zeitlose Tragödie über Würde, Ordnung und den Preis des allzu leisen Widerstands
Ein Paket kommt zurück, ein Mantel taucht wieder auf, und wer nicht auf der Gästeliste steht, ist trotzdem da. In der Anmaßung, die darin liegt, das Normalste von der Welt zu wollen, nimmt Miss Wirtschaft sich aus allem aus - und zahlt dafür den Preis. Was im Westen kein Drama ist, wird im Osten zur Tragödie anderer Art: Antigone friert. Und Heidi wird neben Kreon zu Stein. Wann ist Würde Haltung? Ab wann wird Eigensinn, wenn er sich zu tief hinterfragt, zum Selbstverlust? Im Protokoll steht es nicht: Was weg ist, ist nicht weg - es bleibt.
Heidi will kein Fleisch mehr essen. „Nix mehr, was Augen hat.“ Schinkenspeck hat keine Augen. Jedenfalls nicht der in Plastik aus dem Kühlregal. Das Fleisch, das sie eigentlich nicht mehr essen will, zerkleinert Heidi mit speziellem Zubehör. Das schafft Distanz. Ein Messer ist ihr zu nah an der Schlachtbank. Meist greift sie zur Schere, so wie jetzt. Das ist wie Basteln. Mit energischen Handgriffen schneidet sie den Speck in kleine Schnipsel, die wütend aufzischen, sobald sie im heißen Fett landen. Kein Wunder. Das Würstchen, das schon in der Pfanne liegt, ist vegan.
„Würstchen haben keine Augen“, redet Heidi sich ein. Eigentlich passte...