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ÖBA 12, Dezember 2011, Seite 851

Europäische Kommission präsentiert MiFID II-Entwurf

Die Europäische Kommission präsentierte am ihren Entwurf für eine überarbeitete MiFID (Markets in Financial Instruments Directive), besser bekannt als MiFID II. Im Rahmen von MiFID II soll eine Reihe neuer Maßnahmen eingeführt werden, die in Summe zu einem abermals erhöhten Anlegerschutz und zu mehr Transparenz auf den Finanzmärkten führen. Zudem wird die Position der Aufsichtsbehörden gestärkt.

Die Kernelemente der MiFID II im Einzelnen:

Umfang von MiFID II: Der Anwendungsbereich wird erweitert. So ist geplant, dass auch Wertpapierfirmen aus Drittstaaten unter die Regelungen fallen. Zudem sollen auch Finanzinstrumente wie „structured deposits“ und Emissionszertifikate umfasst sein.

Anlegerschutz: Dieser Bereich zählt für die Kommission zu den wesentlichen Elementen und plant, den Anlegerschutz weiter zu verstärken. Die geplanten Neuerungen reichen hier von einem „Comply-or-Explain“-Ansatz bis hin zu einer Sperre bestimmter Geschäfte für Privatanleger.

Robustere und effizientere Strukturen auf den Finanzmärkten: Der Anwendungsbereich der MiFID II soll zukünftig auch Organised Trading Facilities (OTF) umfassen. Nach Aussage der Kommission spielen diese Handelsplätze eine immer wichtigere Rolle und sollten folglich einheitlichen Regeln unterworfen werden.

Neue Regeln für High Frequency Trading: Die Geschwindigkeit, mit der Handelsaktivitäten abgewickelt werden, hat sich durch den technologischen Fortschritt während der letzten Jahre stark erhöht. Sogenanntes High Frequency Trading ist nach Meinung der Kommission eine potentielle Quelle für systemisches Risiko. Elektronische Handelsplätze sollen daher zukünftig stärker reguliert und die Transparenz erhöht werden.

Mehr Befugnisse für Aufseher: Der MiFID II-Entwurf sieht eine Stärkung der europäischen Aufsichtsbehörden vor. In Zukunft sollen die Regulatoren befugt sein, bestimmte Produkte bzw Dienstleistungen vom Handel auszusetzen, wenn diese eine Gefahr für den Anlegerschutz oder die Finanzmarktstabilität darstellen.

Die genannten und zahlreiche weitere Neuerungen führen laut Kommission in Summe zu besserem Anlegerschutz, mehr Transparenz und stabileren Finanzmärkten.

Rubrik betreut von: Sylvia Stock

Frau Mag. Sylvia Stock ist Head of Regulatory Advisory bei der Deloitte Financial Advisory GmbH; e-mail: sstock@deloitte.at

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