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GesRZ 2, April 2026, Seite 72

Unternehmensrechtliche Verantwortung für Cybersicherheit

Pflichten von Vorständen im digitalen Zeitalter

Fabian Teichmann

Im digitalen Zeitalter zählen Cyberrisiken zu den zentralen Herausforderungen der Unternehmensführung. Vorstände und Geschäftsführer stehen in Österreich und Europa in der Pflicht, für angemessene IT-Sicherheit im Unternehmen zu sorgen. Diese Verpflichtung ergibt sich sowohl aus allgemeinen gesellschaftsrechtlichen Sorgfalts- und Organisationspflichten als auch aus spezialgesetzlichen Vorgaben (zB der DSGVO oder der NIS-2-Richtlinie). Der folgende Beitrag analysiert die Pflichten der Unternehmensleiter im Bereich Cybersicherheit und beleuchtet Haftungsrisiken bei Vernachlässigung dieser Pflichten. Anhand aktueller Entwicklungen und Rspr wird erörtert, inwieweit Cybersecurity-Compliance Teil der Legalitätspflicht und des organisatorischen Binnenhaftungsmaßstabs ist, welche Rolle die Business Judgment Rule spielt und welche Standards (bspw ISO-Normen oder branchenspezifische Regeln) als Maßstab herangezogen werden. Die Analyse erfolgt in kritisch-reflektierendem Stil und stützt sich auf wissenschaftliche Quellen sowie aktuelle Praxisbeispiele einschließlich relevanter Gerichtsentscheidungen.

I. Einleitung

Cyberangriffe und IT-Sicherheitsvorfälle stellen für Unternehmen aller Größen ein...

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