Besitzen Sie diesen Inhalt bereits,
melden Sie sich an.
oder schalten Sie Ihr Produkt zur digitalen Nutzung frei.
Zwischen Tradition und neuer Normalität: Veränderte Muster in Partnerschaft und Elternschaft aus soziologischer Perspektive
Familienformen, individuelle Verhaltensweisen und Einstellungen unterliegen ebenso wie rechtliche Regelungen zu Partnerschaft und Elternschaft einem kontinuierlichen Wandel. Dieser Beitrag beantwortet anhand von vier Bereichen (nicht eheliche Lebensgemeinschaften, Scheidungen, gleichgeschlechtliche Partnerschaften und medizinisch unterstützte Formen der Elternschaft) die Frage, ob soziale und rechtliche Entwicklungen in den vergangenen Jahrzehnten parallel verlaufen sind. Die Analyse verweist auf ein komplexes Zusammenspiel von Verhalten, Einstellungen und rechtlichen Normen. Die Ergebnisse zeigen: Es lassen sich neue Muster gesellschaftlicher Normalität erkennen - zugleich behalten traditionelle Normen ihre Wirksamkeit.
I. Grundlegendes
Familienformen und -dynamiken befinden sich im Wandel: Seit den 1980er-Jahren ist ein deutlicher Anstieg von nicht ehelichen Lebensgemeinschaften, Scheidungen sowie Zweit- und Folgeehen zu verzeichnen. Darüber hinaus hat der medizinische Fortschritt im Bereich der Reproduktionsmedizin neue Modelle von Elternschaft hervorgebracht, die im Fall heterologer Insemination mehr als zwei Elternteile umfassen.
Der Wandel der Familienstrukturen in Österreich in...