Besitzen Sie diesen Inhalt bereits,
melden Sie sich an.
oder schalten Sie Ihr Produkt zur digitalen Nutzung frei.
Instagram und die innere Leere
Narzissmus als spätmoderne Zeitkrankheit - auch im Boardroom und in der Politik
„Früher war alles besser:“ Internet, Fernsehunterhaltung und vor allem Social Media faszinieren und stoßen ab, vor allem aufgrund des gefühlt immer vulgärer dargestellten und ausgelebten Hungers nach Selbstdarstellung, Bestätigung und Größe. Schlauchbootlippen, absurde Tätowierungen, Angeberei mit Luxusessen und Urlauben - damit versucht sich vor allem die (intellektuelle) Unterschicht in den Vordergrund zu drängen. Doch auch in den Führungsetagen der Wirtschaft und in der Politik sind immer wieder Soziopathen und Selbstdarsteller unterschiedlicher Malignität am Werk, deren unersättlicher Narzissmus zunehmend zur gefährlichen Belastung für ihr unmittelbares Umfeld, die Unternehmenskultur und - in jüngster Ausprägung - die Verständigung von Staaten und den Weltfrieden geworden ist.
In ihrem kürzlich erschienenen Buch „Das unersättliche Selbst“ entwerfen die beiden Philosophen Thomas Arnold und Thomas Fuchs eine aktuelle Sicht auf das Phänomen Narzissmus. Sie fassen dabei philosophische, soziologische und psychologische Erkenntnisse zusammen mit dem Ziel, ein umfassenderes Verständnis für die Ausprägungen und den Einfluss des Narzissmus auf Individuen ebenso wie die Gesellschaft als G...