Handbuch Kreislaufwirtschaft
1. Aufl. 2026
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2.1. Systemtheoretischer Ansatz, Systemdynamiken und Resilienz
Unsere westlich geprägte Sichtweise folgt oft linear-kausalen Denkmodellen: Ein Ereignis löst das nächste aus - wie Dominoeffekte. Dieses „lineare Denken“ ist analytisch und reduziert komplexe Phänomene auf Einzelteile, verliert dabei jedoch den Blick für das große Ganze. Genau hier setzt die Systemtheorie an: Sie fokussiert auf Beziehungen zwischen Elementen - nicht nur auf die Elemente selbst.,
2.1.1. Systemtheoretische Schulen und zentrale Bestandteile
Theoretische Modelle - Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Um systemisches Denken zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die Ursprünge der Systemtheorie. Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte sie sich als transdisziplinärer Ansatz zur Beschreibung komplexer Zusammenhänge - von der Natur- bis zur Sozialwissenschaft. Im Zentrum steht nicht das Einzelteil, sondern das Verhältnis der Teile zum Ganzen: ihre Interaktionen, Rückkopplungen und zeitliche Dynamik. Verschiedene Schulen prägten das systemische Denken:
Allgemeine Systemtheorie von Ludwig von Bertalanffy: Sie legt den Grundstein für ein universelles Verständnis komplexer Systeme - ob in der Biologie, Soziologie ode...