Handbuch zur Globalen Steuerreform
1. Aufl. 2023
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Am hat die OECD die Pillar II-Musterregelungen vorgestellt. Zwei Tage später veröffentlichte die Europäische Kommission einen Richtlinien-Vorschlag zur Umsetzung dieser Regelungen in der Europäischen Union. Nicht ganz ein Jahr später einigten sich die EU-Mitgliedstaaten am darauf, eine angepasste Version dieses Richtlinienvorschlags zu verabschieden. Daher steht nunmehr fest, dass Konzerne, die einen effektiven Steuersatz (effective tax rate, ETR) von weniger als 15 % aufweisen, für Wirtschaftsjahre, die nach dem beginnen, Gefahr laufen, eine Ergänzungssteuer (top-up tax) entrichten zu müssen. Für betroffene Unternehmen besteht nur wenig Zeit, sich mit diesen neuen Regeln zu beschäftigen und rechtzeitig die praktischen Auswirkungen zu analysieren. In diesem Beitrag wollen wir untersuchen, inwieweit österreichische Unternehmen von diesem neuen Steuerregime erfasst sein könnten und welche Vorbereitungshandlungen solche Unternehmen setzen sollten.
1. Entwicklung und derzeitiger Stand von GloBE/Pillar II
Seit fast zehn Jahren sind zahlreiche wesentliche gesetzliche Änderungen im Konzernsteuerrecht auf das BEPS-Projekt der OECD zurückz...