Einfuhr und innergemeinschaftliche Lieferung
1. Aufl. 2014
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Außenwirtschaft und Union
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EUROPÄISCHE KOMMISSION GENERALDIREKTION FÜR STEUERN UND ZOLLUNION Generaldirektor |
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Zollrechtsexperten,
die Themen, die auf dieser Veranstaltung zur Erörterung anstehen, lassen eine sehr interessante Debatte erahnen. Lassen Sie mich versuchen, dazu einen kleinen Beitrag aus der Brüsseler Sicht zu leisten.
Im Zollbereich bestimmen der Zollkodex der Union und seine Umsetzung, nicht zuletzt in IT-Systeme, die Arbeit. Diese Modernisierung der Zollunion ist insgesamt eingebettet in ein Maßnahmenpaket, mit dessen Hilfe eine leistungsfähigere, aber auch einheitlichere Zollunion erreicht werden soll. Dazu hat die Europäische Kommission Ende 2012 eine Mitteilung an das Europäische Parlament, den Rat und den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss über den Zustand der Zollunion vorgelegt.
Dieser Zollkodex sieht die zentralisierte Zollabwicklung vor, für die die einzige Bewilligung oder SASP als Vorläufer dienen soll. SASP erfordert eine Einigung der beteiligten Mitgliedstaaten über die Verteilung der Erhebungskosten, entweder durch eine bilaterale Vereinbarung oder Anwendung des entsprechenden Übereinkommens. Allerdings bleiben die Mehrwertsteuerförmlichkeiten dezentral und hindern damit eine umfassende Zentralisierung der Zoll- und Mehrwertsteuerabwicklung. Eine Lösung dieses Problems bedarf in jedem Fall einer IT-Umsetzung.
Das so genannte Verfahren 42 erlaubt die Befreiung von der Einfuhrumsatzsteuer, wenn die eingeführten Waren in einen anderen Mitgliedstaat befördert werden, in dem dann der Steuerbetrag entrichtet wird. Aus dieser Möglichkeit erwächst ohne angemessene Kontrollen jedoch das Risiko, dass die Waren ohne Steuerentrichtung im Einfuhrmitgliedstaat verbleiben oder im Bestimmungsmitgliedstaat verbleiben. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Einnahmen der Mitgliedstaaten und der Europäischen Union; es untergräbt auch das Funktionieren des Binnenmarktes, da es zu Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten des ehrlichen Handels führt, der Waren zu höheren Preisen anbieten muss.
Die Europäische Kommission hat daher den Austausch von Informationen zwischen den Verwaltungen über die bewährten Verfahren zur Kontrolle dieses Verfahrens angeregt. Darüber hinaus hat sie Vorschläge zur Verbesserung des Rechtsrahmens durch Änderung des abschnitts 143 der Mehrwertsteuerrichtlinie und der Anhänge 37 und 38 der Durchführungsverordnung zum Zollkodex gemacht. Die Änderungen machen die Mitteilung der Mehrwertsteueridentifikationsnummern erforderlich, die für die Handhabung dieser Ausnahme durch die Zollbehörden von wesentlicher Bedeutung sind. Im Rahmen von Eurofisc, einem Netz für den schnellen Austausch zielgerichteter Informationen zwischen Mitgliedstaaten mit technischer und finanzieller Unterstützung durch die Kommission, ist ein besonderer Arbeitsbereich seit 2010 im Einsatz, der diese Einfuhren überwacht.
Zur Zukunft der Mehrwertsteuer hat die Kommission mit der Annahme des Grünbuchs im Dezember 2010 einen umfangreichen Konsultationsprozess zum Mehrwertsteuersystem der EU gestartet.
Die massive Resonanz dieser Konsultation hat verdeutlicht, dass das derzeitige Mehrwertsteuersystem nicht nur zu komplex, sondern darüber hinaus zu belastend und zu kostenintensiv für Steuerverwaltungen und Unternehmen ist, insbesondere mit Blick auf wirtschaftliche Aktivitäten im Binnenmarkt.
Dem entsprechend veröffentlichte die Kommission Ende 2011 im Rahmen einer Kommunikation ein ehrgeiziges Programm mit dem Ziel einer vollständigen Revision des EU-Mehrwertsteuersystems. Darin werden einige Schwerpunktmaßnahmen definiert, die erforderlich sind, um zu einem einfacheren, effizienteren und robusteren Mehrwertsteuersystem in der EU zu gelangen.
Wirtschaftsbeteiligte sind nunmehr deutlich intensiver in diesen Reformprozess eingebunden. Hierfür wurden in 2012 zwei Expertengruppen ins Leben gerufen. Im EU-Mehrwertsteuerforum arbeiten Unternehmen und Steuerverwaltungen gemeinsam mit dem Ziel, die Handhabbarkeit der Mehrwertsteuer in der Praxis zu verbessern. Darüber hinaus stellt die Mehrwertsteuer-Expertengruppe der Kommission ihr Fachwissen zur Verfügung, um sie bei der Vorbereitung von EU-Gesetzgebung im Bereich der Mehrwertsteuer zu unterstützen
Als eine der ersten Gesetzgebungsmaßnahmen hat die Kommission dem Rat im Juli 2012 einen Richtlinienvorschlag in Bezug auf einen Schnellreaktionsmechanismus übermittelt, mit dem einzelne Mitgliedstaaten schneller in die Lage versetzt werden können, akuten Fällen von Mehrwertsteuerbetrug entgegenzuwirken.
Der nächste wichtige Legislativvorschlag, den die Kommission präsentieren wird, betrifft die einheitliche EU-Mehrwertsteuererklärung, ein wichtiger Vorschlag mit dem Ziel der Reduzierung von Bürokratiekosten für Unternehmen.
Translation
Ladies and Gentlemen, dear customs law experts
The topics for discussion during this event will lead to an interesting debate. Let me try to contribute from a Brussels view.
In the customs area work is focused on the Customs Code and its implementation, in particular by IT systems. This modernisation of the customs union is embedded in a list of measures, which should lead to a more performing but also more uniform customs union. To this end the European Commission has published at the end of 2012 a Communication to the European Parliament, the Council and the European Economic and Social Council on the Stat e of the customs union.
This Code provides for centralised clearance, for which the single authorisation or SASP should serve as a precursor. SASP requires an agreement between the Member States concerned either by a bilateral agreement or the application of the convention on collection costs. However, the VAT formalities remain decentralised and present an obstacle to the centralisation of all customs and tax formalities. A solution of this problem will require an IT implementation.
Customs procedure 42 is the regime that allows an importer to obtain an exemption on payment of VAT upon importation when the imported goods will be transported to another Member State. Subsequently, the VAT is due in the Member State of destination.
In the absence of proper control, goods risk remaining in the Member State of importation without payment of VAT or being consumed in the Member State of destination without VAT being charged there. Consequently, it will affect the financial interests of Member States. It has an impact on the EU budget as it leads to lower VAT-based Own Resources. It also undermines the proper functioning of the EU Internal Market as it leads to distortion of competition with regard to honest traders that have to sell their products at a higher price including VAT.
The Commission has encouraged the exchange of best practices for control of this procedure and proposed to improve the legislative framework by initiating the amendment to Article 143 of the VAT Directive and in Annex 37 and 38 of Customs Code Implementing provisions. These amendments make compulsory the communication of the VAT ID. numbers, which are essential for the management of this VAT exemption by customs authorities. In the framework of Eurofisc, a network for the rapid exchange of targeted information between Member States, a specific working field has been operational since 2010 whereby these imports are closely monitored. The Commission provides technical and financial support to Eurofisc.
With the adoption of the Green Paper on the future of VAT in December 2010, the Commission launched a large consultation process on the EU VAT system.
The massive response to this consultation made clear that the current VAT system is not only too complex but also too burdensome and costly both for tax administrations and business especially in terms of doing business in the single market.
As a result of this, the Commission presented at the end of 2011 a Communication with an ambitious programme for a complete overhaul of the EU VAT system. It identifies a number of priority actions needed to create a simpler, more efficient and more robust VAT system in the EU.
Stakeholders are now much more involved in this reform process. Indeed, two expert groups have been created in 2012. Firstly there is the EU VAT Forum where business and national tax authorities strive to improve the way VAT works in practice. Secondly there is the VAT Expert Group which provides its expertise to the Commission in the process of preparing EU legislation in the field of VAT.
As one of the first legislative measures, the Commission submitted to the Council in July 2012 a proposal for a directive as regards the Quick Reaction Mechanism, by which particular Member States can be enabled to quicker counteract sudden cases of VAT fraud.
The next major legislative initiative that will be presented is a standardised EU VAT declaration; a proposal of major importance within the objective of reducing the administrative burdens for businesses.
Mag. Heinz Zourek
Generaldirektor TAXUD