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Doppelresidenz und psychologische Begutachtung
Kriterien für die gutachterliche Empfehlung
Richterliche Fragestellungen zur Doppelresidenz haben in den vergangenen Jahren zunehmend Eingang in die psychologische Begutachtung gefunden und befasste Sachverständige vor die Herausforderung gestellt, sich differenziert mit der Thematik auseinanderzusetzen. Der folgende Beitrag setzt sich anhand aktueller psychologischer Erkenntnisse sowie praktischer persönlicher Erfahrungen der Autorin mit der Frage auseinander, wie sich das psychologische Tun im Umgang mit derartigen Fragestellungen konkretisieren lässt.
I. Kriterienkatalog für Kontaktrechtsfragen
Zunächst kann festgehalten werden, dass sich psychologische Sachverständige im Umgang mit Fragestellungen zu einer möglichen Doppelresidenz an jenen Kriterien orientieren werden, die in der gängigen psychologischen Fachliteratur als zentral für die Beantwortung von Kontaktrechtsfragen angesehen werden. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um folgende Kriterien:
elterliche Erziehungsfähigkeit,
elterliche Kooperation und elterliches Konfliktverhalten,
Eltern-Kind-Beziehungen,
Entwicklungsstand und persönliche Voraussetzungen des Kindes,
Wille des Kindes.
Eine mögliche Doppelresidenzregelung wird auch die gesonderte Betrachtung bestimmter l...