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bau aktuell 3, Mai 2015, Seite 77
Arnold Tautschnig zum 60. Geburtstag
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Am wurde der 60. Geburtstag von Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Arnold Tautschnig in einer akademischen Feier an der Fakultät für technische Wissenschaften der Universität Innsbruck würdig begangen. Der am in Kärnten geborene Jubilar studierte an der Technischen Universität Graz Bauingenieur- und anschließend Wirtschaftsingenieurwesen und konnte diese Studien 1979 bzw 1982 mit ausgezeichnetem Erfolg abschließen. Mit Prof. Tschemmernegg, der in Graz Assistenten für sein Innsbrucker Stahlbauinstitut suchte, fand Arnold Tautschnig einen idealen Doktorvater. Bereits 1984 hat er in diesem Fach sub auspiciis praesidentis promoviert. Nach erfolgreichem Abschluss seiner wissenschaftlichen Tätigkeit an der Universität Innsbruck wechselte Arnold Tautschnig in die freie Wirtschaft. Seine Karriere begann er im damals mittelgroßen Architekturbüro ATP in Innsbruck – damals noch unter Leitung des Gründers F. Achammer –, dem er 17 Jahre lang treu blieb. Dass er in Innsbruck sesshaft wurde, lag nicht nur an den Karrieremöglichkeiten, die ihm dieses Unternehmen bot, und an den vielfältigen sportlichen Möglichkeiten, die Innsbruck bietet, sondern daran, dass er während der Assistentenzeit seine spätere Gattin Brigitte kennen und lieben lernte. Familiengründung und Aufstieg im Unternehmen verliefen äußerst erfolgreich. Die Mitwirkung an der Entwicklung des Architekturbüros zu einem weltweit tätigen Generalplaner bot ihm üppige Möglichkeiten zur Entfaltung seiner Talente In dieser Zeit wuchsen auch seine beiden Söhne heran, die heute in modernen und interessanten Berufen tätig sind. Arnold Tautschnig wurde Teilhaber und Mitglied der Führungsriege von ATP. Das Wissen und die Berufserfahrung, die Arnold Tautschnig bei ATP gewann, riefen nach Weitergabe an einen größeren Kreis. Die Ausschreibung der Professur für Projektmanagement an der Fakultät für Bauingenieurwesen und Architektur der Universität Innsbruck eröffnete dafür ein geeignetes Feld. Als Erstgereihter machte er souverän das Rennen und nahm am seine Tätigkeit als Universitätsprofessor auf. Bereits in seiner Antrittsvorlesung „Partnerschaftliche Projektabwicklung – eine Utopie?“ sprach er ein brandheißes Thema an, das die Bauwirtschaft bis heute beschäftigt. Die Forschung über neue Abwicklungsmodelle wie global maximum price, alliancing, partnering und andere war eine logische Konsequenz der Beschäftigung mit diesem Thema. Die Entwicklung von Methoden zur Analyse und zum Management von Risiko und Chancen bei Bauprojekten förderte nicht nur interessante Dissertationen, sondern führte auch zur Gründung eines Spin-off-Unternehmens, aus dem Arnold Tautschnig mittlerweile jedoch wieder ausgestiegen ist, um sich anderen Themen zuzuwenden. „Building Information Modeling“ (BIM) lautet das neue Schwerpunktthema des Instituts i3b Baubetrieb, Bauwirtschaft und Baumanagement, das der Jubilar seit vergangenem Jahr wieder als Institutsvorstand leitet. | |
Im Jahr 2001 bedeutete die Eingliederung der neuen Professur – übrigens die erste für Projektmanagement und Projektsteuerung im Bauwesen in Österreich – in das Institut, das damals von Prof. E. Schneider geleitet wurde, eine wesentliche Stärkung der Kompetenzen des Instituts und der Fakultät im Bereich des Hoch- und Industriebaus. In der gemeinsamen Zeit der beiden Professoren entstanden zahlreiche Veröffentlichungen. In kollegialer Partnerschaft wurden zwei Kongresse von internationaler Bedeutung ins Leben gerufen. Der heute „IPDC“ genannte Kongress entstand aus einem Workshop, der sich in den ersten Jahren seines Bestehens hauptsächlich dem internationalen Baugeschehen widmete, wobei naturgemäß Vertrags- und Abwicklungsmodelle eine wesentliche Rolle spielten. Die Veranstaltung 2015 steht ebenso wie die im vergangenen Jahr ganz im Zeichen der BIM-Thematik. Von 2009 bis 2013 war Prof. Tautschnig als Dekan der Fakultät maßgeblich an der inhaltlichen Erweiterung der Baufakultät zu einer Fakultät für technische Wissenschaften beteiligt. Die Implementierung des Studiengangs für Mechatronik, gemeinsam mit der UMIT in Hall, wurde unter seiner Ägide vollendet. Auch die Generalsanierung der beiden Gebäude – Fakultät für technische Wissenschaften und Fakultät für Architektur – fiel in seine Amtsperiode als Dekan. Mit seinem Fachwissen und der langjährigen Erfahrung aus dem Bereich der Generalplanung und des Projektmanagements war es ihm möglich, wichtige Akzente zu setzen, er war Partner und Mitgestalter in gleichem Maße. Die im Ergebnis bereits mehrfach ausgezeichneten Sanierungsprojekte dokumentieren Mut zu Innovationen und Funktion innerhalb enger wirtschaftlicher Schranken. In seine Amtszeit als Dekan fiel auch der Ausbau der Fachrichtung Mechatronik, eine substantielle Erweiterung des Studienangebots der Universität Innsbruck, die von der Wirtschaft Westösterreichs schon seit Langem gefordert wurde. Durch Umorganisation war es möglich, die erforderlichen Flächen für die zusätzlichen Professuren innerhalb der bestehenden Gebäude bereitzustellen. Damit wurde ein Projekt, dessen Vorarbeiten von Dekan Schulz begonnen und unter Dekan Husty intensiv weiterbetrieben wurde, von Arnold Tautschnig erfolgreich zu Ende geführt. Arnold Tautschnig ist nicht nur Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, sondern auch ein wichtiges Bindeglied zwischen der Fakultät für Architektur und der Fakultät für technische Wissenschaften. Eine Projektgruppe bestehend aus Architektur- und Bauingenieurstudenten konnte mit einem im Rahmen einer Lehrveranstaltung entwickelten Projekt den zweiten Platz beim Real Estate Award 2014 des Flughafens München gewinnen. Wir hoffen, dass der Jubilar diese Aktivitäten noch viele Jahre fortführen möge, und wünschen ihm weiterhin gute Gesundheit, Erfolg und viel Freude am Leben! em. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Eckart Schneider | |