OGH 27.06.1984, 3Ob535/84
OGH 27.06.1984, 3Ob535/84
Rechtssätze
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Normen | |
RS0068227 | Ein dringender Eigenbedarf setzt einen Notstand voraus, nämlich die unabweisliche Notwendigkeit, den vorhandenen Zustand sobald als möglich zu beseitigen. Allerdings muss jede Art der Benötigung des Bestandgegenstandes berücksichtigt werden, die sich für den Vermieter aus einem wichtigen persönlichen oder wirtschaftlichen Bedürfnis ergibt, das nur durch Benützung der gekündigten Wohnung befriedigt werden kann. Dieser strenge Maßstab muss auch dann angewendet werden, wenn eine Ersatzwohnung beigestellt wird. |
Normen | MG §19 Abs2 Z5 D MRG §30 Abs2 Z8 C |
RS0068317 | Berücksichtigung der Obdachlosigkeit des gekündigten Mieters. |
Normen | MG §19 Abs2 Z5 D MRG §30 Abs2 Z8 C |
RS0068340 | Bei Zweifel, welche Interessen überwiegen, muß die Abwägung zugunsten des Mieters ausfallen. |
Normen | MG §19 Abs2 Z5 D MRG §30 Abs2 Z8 C |
RS0068363 | Die Ansicht, bei der Interessenabwägung komme es nur auf die materiellen Interessen an, gesundheitlichen und alterbedingten Umständen könne dagegen keine Bedeutung zuerkannt werden, ist mit dem Wortlaut und Sinn des § 19 Abs 2 Z 5 MG nicht in Einklang zu bringen, wo ganz allgemein von einem Nachteil die Rede ist. Sie steht auch mit der ständigen Rechtsprechung in Widerspruch, in der auch die Beeinträchtigung wichtiger gesundheitlicher Interessen als Nachteil im Sinne der angeführten Gesetzesstelle gewert wurde (vgl MietSlg 8160, 19318 ua). |
Normen | |
RS0069307 | Daß mehrere Wohnungen über keine Wasserabnahmestelle und über kein Klosett im Inneren, sondern nur über eine gemeinsame Wasserabnahmestelle und über ein gemeinsames Klosett vor dem Hauseingang verfügen, schließt sich nicht zu einer Wohneinheit zusammen, sondern begründet lediglich ihre Einordnung in die Ausstattungskategorie D im Sinne des § 16 Abs 2 Z 4 MRG. Daß die Mietgegenstände nur über gemeinsame Flure bzw eine ins Obergeschoß führende Stiege erreichbar sind, macht sie ebenfalls zu keiner Wohneinheit. |
Normen | MRG §1 Abs4 Z2 MRG idFd WRN 2000 §29 Abs1 Z3 MRG idF vor der WRN 2000 §29 Abs1 Z3 lita MRG §30 Abs2 Z8 Halbsatz2 C ZPO §560 Abs1 Z2 litd |
RS0069312 | Unter einem Zweifamilienhaus ist ein Wohnhaus mit zwei selbständigen Wohnungen, unter einem Einfamilienhaus ein Wohnhaus mit nur einer selbständigen Wohnung zu verstehen. |
Normen | MG §19 Abs2 Z5 A1 MRG §30 Abs2 Z8 A1 |
RS0067660 | Der an das Erfordernis des dringenden Eigenbedarfes angelegte strenge Maßstab soll trotz leichter Entspannung auf dem Wohnungmarkt nicht gelockert werden. |
Normen | MG §19 Abs2 Z5 A1 MRG §30 Abs2 Z8 A1 |
RS0067668 | Dringender Eigenbedarf des Vermieters liegt nur dann vor, wenn das Wohnungsbedürfnis des Vermieters oder seiner begünstigten Verwandten entweder gar nicht oder in so unzulänglicher Weise gedeckt ist, daß eine Beseitigung des bestehenden Zustandes im Interesse des Vermieters dringend geboten ist. |
Normen | |
RS0067871 | Aus der Gegenüberstellung der § 19 Abs 2 Z 5 MG, § 30 Abs 2 Z 8 MRG ergibt sich, daß die die Voraussetzungen des Eigenbedarfes umschreibenden ersten Halbsätze der beiden zitierten Gesetzesstellen wortident sind und daß sich die zitierten Paragraphen voneinander nur in den zweiten Halbsätzen unterscheiden, welche die Voraussetzungen, unter denen die Abwägung der beiderseitigen Interessen entfällt, nennen. Der Kündigungsgrund des § 30 Abs 2 Z 8 MRG ist daher mit dem des § 19 Abs 2 Z 5 MG ident. |
Normen | |
RS0042995 | Die Meinung, die Verpflichtung des OGH zur Überprüfung der rechtlichen Beurteilung der Sache nach jeder Richtung gelte nicht nur für erhebliche Rechtsfragen im Sinne des § 503 Abs 2 ZPO, sondern auch für jede andere ("einfache") im konkreten Fall zu lösende Rechtsfrage, steht mit der zitierten Gesetzesstelle im Widerspruch. |
Norm | MG §19 Abs2 Z5 D |
RS0068460 | Die Behauptungslast und Beweislast für die im Rahmen der Interessenabwägung zu berücksichtigende Umstände trifft den Vermieter; es ist seine Sache darzutun, daß etwa dem Mieter eine andere Unterkunft zur Verfügung stehe oder er sich eine solche leicht beschaffen könne (MietSlg 25295). |
Norm | |
RS0070594 | Die Abwägung der beiderseitigen Interessen entfällt nur dann, wenn das Haus schon im Zeitpunkt des Abschlusses des Mietvertrages ein Einfamilienhaus war, nicht aber auch dann, wenn es erst später durch bauliche Veränderungen dazu gemacht wurde. |
Normen | MG §19 Abs2 Z5 D MRG §30 Abs2 Z8 C |
RS0068412 | Die Interessenabwägung erfordert eine genaue Gegenüberstellung der beiderseitigen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse. |
Entscheidungstext
Kein Text vorhanden
Zusatzinformationen
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Rechtsgebiet | Zivilrecht |
ECLI | ECLI:AT:OGH0002:1956:RS0068227 |
Datenquelle |
Fundstelle(n):
WAAAF-73700