Handbuch Nachhaltigkeitscontrolling und -reporting
1. Aufl. 2025
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S. 47Kapitel 4 Die EU-Taxonomie
Theresa Sophie Grünsteidl/Ingrid Lehner
1. Einleitung
Die EU-Taxonomie ist ein zentraler Bestandteil der europäischen Bemühungen zur Förderung nachhaltiger Investitionen und zur Finanzierung des Übergangs zu einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaft im Einklang mit den Klima- und Umweltzielen der Europäischen Union. Sie wurde als Teil des European Green Deals entwickelt, der unter anderem darauf abzielt, die Europäische Union bis 2050 klimaneutral zu machen. Diese ehrgeizige Zielsetzung erfordert Investitionen in nachhaltige Technologien und Infrastrukturen sowie die Umorientierung von Kapitalflüssen in ökologisch nachhaltige Aktivitäten. Die EU-Taxonomie bildet dazu das zentrale Instrument zur Definition und Klassifikation von ökologisch nachhaltigen Aktivitäten.
2. Grundlagen und Ziele der EU-Taxonomie
Der Ursprung der EU-Taxonomie wurzelt im „Fit-for-55“-Paket der Europäischen Union, in dem sich die EU dazu verpflichtet hat, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 % zu reduzieren und bis 2050 klimaneutral zu werden. Das primäre Ziel dieser Verpflichtungen ist sehr stark von finanzmarktorientierten Überlegungen geprägt und es wird damit vor allem beabsichti...