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OGH 01.09.1992, 5Ob1050/92

OGH 01.09.1992, 5Ob1050/92

Rechtssätze


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Normen
RS0070016
Bei der Auslegung des Begriffes "zeitgemäßer Standard" eines Baderaumes können die im maßgeblichen Zeitpunkt geltenden Bauvorschriften und Förderungsrichtlinien herangezogen werden, da sie in ihrer jeweiligen Forderung nach der bautechnischen Ausführung und technischen Ausstattung eines Baderaumes auf die Bedürfnisse der Hygiene und des Schallschutzes, Wärmeschutzes, Feuchtigkeitsschutzes, Abgasschutzes und Unfallschutzes, aber auch auf den zur Erzielung größter Wirtschaftlichkeit vertretbaren Baukostenaufwand Bedacht nehmen.
Normen
RS0069993
Ein den baubehördlichen Aufträgen (hier: Feuchtigkeitsisolierung an den Wänden) widersprechender Zustand eines Badezimmers stellt mangels Erfüllung der Mindesterfordernisse keine Badegelegenheit mit zeitgemäßem Standard dar.

Entscheidungstext

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr.Jensik als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Zehetner, Dr.Huber, Dr.Klinger und Dr.Schwarz als weitere Richter in der Mietrechtssache des Antragstellers Dkfm.Werner K*****, Angestellter, ***** vertreten durch Dr.Richard Soyer, Rechtsanwalt in Wien, wider die Antragsgegnerin Lotte S*****, Hauseigentümerin, ***** vertreten durch Dr.Max Villgrattner, Rechtsanwalt in Wien, wegen § 37 Abs 1 Z 8 MRG infolge außerordentlichen Rekurses der Antragsgegnerin gegen den Sachbeschluß des Landesgerichtes für ZRS Wien als Rekursgerichtes vom , GZ 48 R 703/91-45, den

Beschluß

gefaßt:

Spruch

Der außerordentliche Rekurs der Antragsgegnerin wird gemäß § 37 Abs 3 Z 16-18 MRG iVm § 526 Abs 2 Satz 1 ZPO mangels der Voraussetzungen des § 528 Abs 1 ZPO zurückgewiesen (§ 508a Abs 2 und § 510 ZPO).

Text

Begründung:

Rechtliche Beurteilung

Der Antragsgegnerin wurde mit Bescheid der Baubehörde vom (nachträglich) die Bewilligung zum Einbau eines Badezimmers in die vom Antragsteller im Jahre 1984 gemietete, mit Badezimmer versehene Wohnung erteilt. In diesem Bescheid wurde der Antragsgegnerin aufgetragen, daß die Feuchtigkeitsisolierung an den Wänden mindestens 15 cm hochzuziehen ist. Dies war jedoch beim seinerzeitigen Einbau des Badezimmers unterlassen worden. Der bauordnungswidrige Zustand des Badezimmers (Errichtung ohne Baubewilligung) wurde daher durch diesen Bescheid nicht nachträglich (und rückwirkend) saniert, weil festgestelltermaßen die aufgetragene Isolierung nicht bescheidmäßig ausgeführt worden war, und zwar insbesondere auch nicht in dem besonders spritzwassergefährdeten Bereich des Waschbeckens.

Ein den baubehördlichen Aufträgen widersprechender Zustand eines Badezimmers stellt mangels Erfüllung der Mindesterfordernisse keine Badegelegenheit mit zeitgemäßem Standard dar.

Zusatzinformationen


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Rechtsgebiet
Zivilrecht
ECLI
ECLI:AT:OGH0002:1992:0050OB01050.92.0901.000
Datenquelle

Fundstelle(n):
NAAAD-31997