Leasing
3. Aufl. 2019
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S. 1175. Kalkulation im Leasinggeschäft
5.1. Gesamtüberblick
Für die Kalkulation eines Leasinggeschäfts ist das Wissen über bestimmte Grundkenntnisse und Verfahren der Finanzmathematik von essentieller Bedeutung. Aus diesem Aspekt heraus werden in einem ersten Schritt die zum Verständnis der Leasingkalkulation erforderlichen finanzmathematischen Grundlagen eingehend erläutert. Hierunter fallen insbesondere:
Einfache Zinsenrechnung,
Antizipative/dekursive Verzinsungsart,
Nominal-/Effektivzinssatzberechnung,
Zinseszinsrechnung,
Auf-/Abzinsen,
Rentenrechnung,
Vorschüssige/nachschüssige Rentenrechnung,
Aufstellung von Zahlungsströmen,
Berechnung der internen Verzinsung,
Umrechnung von Zinssätzen.
In einem nächsten Schritt werden die in der Praxis wichtigsten Kalkulationshilfen für die Kalkulation von Leasingverträgen, die natürlich auch für andere finanzmathematische Berechnungen herangezogen werden können, behandelt. Es handelt sich einerseits um den häufig verwendeten Rechner 17 B II von Hewlett Packard sowie um das Kalkulationsprogramm Excel von Microsoft. Ziel ist es, diese Kalkulationshilfen anhand von Praxisbeispielen zu erklären und für die Lösung von Kalkulationsfragen heranzuziehen.
In einem dritten Schritt wird auf die Kalkulation der verschiedenen Leasingmodelle, wie sie in Österreich üblich sind, eingegangen. Hierbei wird insbesondere auf allfällige Besonderheiten bei der Kalkulation eingegangen.
S. 118Das Kapitel ist daher wie folgt aufgebaut:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Schritt 1 | Finanzmathematische Grundlagen:
| ||
Schritt 2 | Anwendung finanzmathematischer Grundlagen auf die Leasingkalkulation:
| ||
Schritt 3 | Leasingkalkulation auf Basis unterschiedlicher Leasingmodelle:
| ||
5.2. Finanzmathematische Grundlagen
5.2.1. Grundlagen der Zinsenrechnung
5.2.1.1. Allgemeines
Zinsen stellen eine Vergütung (= Gegenleistung) für die zeitlich begrenzte Überlassung von Geld oder Kapital dar. Die Höhe der zu entrichtenden Zinsen wird in Form eines Zinssatzes angegeben. Dieser Zinssatz ist ein Prozentsatz für einen fix vorgegebenen Zeitraum, zB:
für ein Jahr (pa),
für einen Monat (pm),
für ein Quartal (pq).
So bedeutet etwa 6 % pa, dass pro Jahr 6 % des entliehenen Kapitals an Zinsen zu zahlen sind.
In der Regel wird aber das Kapital nicht genau für ein Jahr (einen Monat, ein Quartal) entliehen. In diesem Fall muss der Jahreszinssatz (Monatszinssatz, Quartalszinssatz) auf die tatsächliche Laufzeit umgerechnet werden.
Die Zinsenrechnung kann daher als Prozentrechnung aufgefasst werden, bei der zusätzlich der Zeitfaktor berücksichtigt werden muss.
5.2.1.2. Vergleich mit der Prozentrechnung
Wird das Kapital für ein Jahr zur Verfügung gestellt, entspricht die Zinsenrechnung der Prozentrechnung.
Wie viel Zinsen muss ein Bankkunde bezahlen, wenn er sich für ein Jahr einen Kredit in Höhe von € 10.000,00 aufnimmt und dieser mit 6 % verzinst wird?
6 % von € 10.000,00 = € 600,00
Wie viel Zinsen würde er in der gleichen Situation bezahlen, wenn er den Betrag nur für ein halbes Jahr aufnimmt?
Tabelle in neuem Fenster öffnen
€ 600,00 für | 12 Monate |
€ 300,00 für | 6 Monate |
Man sieht: Die Zinsenrechnung ist eine um einen Zeitfaktor erweiterte Prozentrechnung.
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Rechengrößen und verwendete Symbole | |
PROZENTRECHNUNG | ZINSENRECHNUNG |
G = Grundwert P = Prozentwert p = Prozentsatz | K = Kapital Z = Zinsen p = Zinssatz (Zinsfuß) |
t =Zeit (Verzinsungszeit oder ‑dauer) J = Jahre M = Monate T = Tage | |
Daraus ergeben sich folgende „Grundformeln“ für die Zinsenrechnung:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Z = | K × p | = | K × p × M | = | K × p × T |
100 | 100 × 12 | 100 × 360 (oder 365) |
Herr Maier nimmt einen Kredit in Höhe von € 100.000,00 auf. Laufzeit 3 Monate; Zinssatz p = 9 % pa, dekursiv.
Die Zinsen werden erst am Ende der Kreditlaufzeit bezahlt. Welcher Betrag ist am Ende der Kreditlaufzeit (nach 3 Monaten) fällig?

S. 1205.2.1.3. Verzinsungsarten: Dekursive vs antizipative Verzinsung
5.2.1.3.1. Dekursive Verzinsung (= Verzinsung im Nachhinein)
Werden die Zinsen am Ende einer Verzinsungsperiode fällig, so spricht man von dekursiver Verzinsung (Verzinsung im Nachhinein). Die Zinsen werden vom Anfangskapital berechnet und im Nachhinein am Ende der Periode dem Kapital zugeschlagen. Dies erfolgt meist bei Rückzahlung des Kapitals.
Ausbezahlt wird das reine Kapital K.
Rückgezahlt wird am Ende der Laufzeit das um die Zinsen vermehrte Kapital K+Z.
Diese Verzinsungsart wird ua im Kreditbereich, bei Spareinlagen, Wertpapieren und Girokonten verwendet, dh hier werden die Zinsen erst im Nachhinein (am Ende des Quartals, am Ende des Jahres, am Ende der vereinbarten Laufzeit) dem Kapital zugerechnet.
5.2.1.3.2. Antizipative Verzinsung (= Verzinsung im Vorhinein)
Sind die Zinsen zu Beginn einer Verzinsungsperiode fällig, so spricht man von antizipativer Verzinsung. Die Zinsen werden vom Kapital am Ende der Periode berechnet und sofort vom Anfangskapital abgezogen.
Ausbezahlt wird daher nur das um die Zinsen verminderte Kapital K–Z.
Rückgezahlt wird am Ende der Laufzeit das reine Kapital K.
Anwendung findet diese Verzinsungsart nur beim Wechseldiskont, dh hier werden die Zinsen im Vorhinein vom Wechselnominale abgezogen und nur der um die Zinsen verringerte Betrag gelangt zur Auszahlung.
5.2.1.3.3. Vergleichendes Beispiel
Herr Müller nimmt einen Kredit in der Höhe von € 100.000,00 auf.
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Vereinbarte Bedingungen: | Laufzeit: ein Jahr, Verzinsung p = 8 % pa; Rückzahlung am Ende der Laufzeit |
Variante 1 (dekursive Verzinsung)
Es werden € 100.000,00 ausbezahlt, die Rückzahlung erfolgt einschließlich der Zinsen, zurückgezahlt werden € 108.000,00
Variante 2 (antizipative Verzinsung)
Es werden € 92.000,00 ausbezahlt (dh die Zinsen werden sofort abgezogen), rückgezahlt werden € 100.000,00.
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Dekursive versus antizipative Verzinsung | ||||||
Beispiel: Kredit € 100.000, Zinsen 8 % pa, dh € 8.000 | ||||||
Dekursive | Antizipative | |||||
ausbezahlt 100.000 (K) | zurückgezahlt 108.000 (K + Z) | ausbezahlt 92.000 (K – Z) | zurückgezahlt 100.000 (K) | |||
S. 121Bei gleichem Kapital und Zinssatz bringt oder verursacht die antizipative Verzinsung eine höhere Effektivverzinsung.
In der Leasingkalkulation findet ausschließlich die dekursive Verzinsung Anwendung. Aus diesem Grund (und weil jeder antizipative Zinssatz in einen dekursiven Zinssatz umgerechnet werden kann) wird in weiterer Folge nur mit dekursiven Zinssätzen gerechnet. Auch finanzmathematische Taschenrechner und Kalkulationsprogramme rechnen ausschließlich mit der dekursiven Verzinsung.
5.2.1.3.4. Umrechnung eines antizipativen Zinssatzes in einen dekursiven Zinssatz
Die Umrechnung eines antizipativen Zinssatzes p(a) in einen dekursiven Zinssatz p(d) kann entweder mittels einfacher Schlussrechnung oder mittels einer Formel erfolgen.
Umrechnung mittels Schlussrechnung
Dabei werden einfach die errechneten Zinsen bzw der Zinssatz ins Verhältnis zum Auszahlungsbetrag (zu Beginn der Periode) gesetzt:
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K – Z | ……… | 100 % | Oder: | 100 – p(a) | ……… | 100 % | |
Z | ……… | x % | p(a) | ……… | x % | ||
x = p(d) = | Z | × 100 | x = p(d) = | p(a) | × 100 | ||
K – Z | 100 – p(a) |
Fortsetzung des Beispiels:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
92.000 | ……… | 100 % | Oder: | 100 – 8 | ……… | 100 % | |
8.000 | ……… | x % | 8 | ……… | x % | ||
x = p(d) = | 8.000 | × 100 | x = p(d) = | 8 | × 100 | ||
92.000 | 92 | ||||||
= | 8,7 % | = | 8,7 % |
Umrechnung mittels Formel
Dies bedeutet im vorliegenden Beispiel, dass ein antizipativer Zinssatz von 8 % gleich einem dekursiven Zinssatz von 8,7 % ist.
Einfach und schnell kann die Umrechnung mittels folgender – aus der Schlussrechnung abgeleiteter – Formel erfolgen:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
p(d) = | p(a) | × 100 |
100 – p(a) |
S. 1225.2.1.4. Nominalzinssatz vs Effektivzinssatz
Unter dem Nominalzinssatz einer Finanzierung oder Veranlagung versteht man den Kalkulationszinssatz, der in den Konditionen angeben ist. Beispielsweise:
8 % pa dekursiv,
0,5 % pm dekursiv oder
9 % pa antizipativ.
Mit diesem Zinssatz wird kalkuliert.
Dieser Zinssatz sagt aber nichts über die effektive Verzinsung – das heißt die „tatsächliche“ Verzinsung – des geliehenen oder veranlagten Kapitals aus. Unter dem Effektivzinssatz versteht man die dekursive Verzinsung des geliehenen oder veranlagten Kapitals, wobei die Verzinsung als Jahreszinssatz angegeben wird.
Dies bedeutet, dass der Effektivzinssatz immer ein dekursiver Jahreszinssatz ist!
Um den Effektivzinssatz einer Finanzierung zu ermitteln, ist es daher erforderlich, sämtliche mit einer Finanzierung verbundenen Kosten wie Zinsen, Bearbeitungsgebühren etc in einem einzigen dekursiven Jahreszinssatz auszudrücken. Wie ein antizipativer Zinssatz in einen dekursiven Jahreszinssatz umgewandelt werden kann, wurde bereits im vorhergehenden Kapitel gezeigt. Im Folgenden findet sich ein Beispiel, wie man zusätzliche Finanzierungskosten (zB Bearbeitungsgebühren etc) in einen dekursiven Jahreszinssatz umwandelt.
Herr Müller nimmt einen Kredit in der Höhe von € 100.000,00 auf.
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Vereinbarte Bedingungen: | Laufzeit: ein Jahr, Verzinsung p = 8 % pa dekursiv; Bearbeitungsgebühr: 1,5 % von der Kredithöhe + € 500,00 zu Laufzeitbeginn; Rückzahlung am Ende der Laufzeit. |
Lösung
1. Schritt: Ermittlung des Auszahlungs- und Rückzahlungsbetrags
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Kreditbetrag | € | 100.000 | Kreditbetrag | € | 100.000 | |
–1,5 % BearbGeb | € | 1.500 | + 8 % Zinsen pa | € | 8.000 | |
– Bearbeitungsgeb | € | 500 | Rückzahlungsbetrag | € | 108.000 | |
Auszahlungsbetrag | € | 98.000 |
2. Schritt: Ermittlung der Gesamtfinanzierungskosten
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Rückzahlungsbetrag | € | 108.000 |
– Auszahlungsbetrag | € | 98.000 |
Gesamtfinanzierungskosten | € | 10.000 |
S. 1233. Schritt: Berechnung des Effektivzinssatzes (dekursiver Jahreszinssatz)
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Auszahlungsbetrag | ……… | 100 % | Oder: | 98.000 | ……… | 100 % | |
Gesamt-Fin Kosten | ……… | x % | 10.000 | ……… | x % | ||
x = p(eff) = | 10.000 | × 100 | |||||
98.000 | |||||||
= | 10,20 % | ||||||
Als Ergebnis konnte errechnet werden, dass sich unter Berücksichtigung der zusätzlichen Finanzierungskosten die Verzinsung von ursprünglich 8 % pa auf effektiv 10,20 % pa erhöht hat.
5.2.2. Grundlagen der Zinseszinsrechnung
5.2.2.1. Einführung
Im Gegensatz zur Zinsenrechnung erfolgt bei der Zinseszinsrechnung die Zinsenberechnung nicht nur vom Anfangskapital, sondern auch von den bis dahin angefallenen Zinsen. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Kreditzinsen nicht zum Fälligkeitstermin bezahlt und somit nicht getilgt werden. Diese Zinsen erhöhen den Schuldenstand und werden in weiterer Folge bei der Zinsenberechnung berücksichtigt (Zinsenberechnung vom ursprünglichen Kreditbetrag und den schuldig gebliebenen Zinsen, sogenannte Zinseszinsen).
Bei der Zinseszinsrechnung wird also der Wert einer Zahlung zu einem beliebigen Zeitpunkt unter Berücksichtigung der Zinseszinsen bestimmt. Dieser beliebige Zeitpunkt kann entweder in der Zukunft liegen – man spricht dann vom sogenannten „Aufzinsen“ – oder er kann in der Vergangenheit liegen – dann spricht man vom sogenannten „Abzinsen“.
Schematische Darstellung der Zinseszinsrechnung
€ 100.000,00 werden nach der Zinseszinsrechnung mit 10 % pa verzinst. Die Laufzeit beträgt drei Jahre.
Aufgabe: Berechnen Sie die Zinsen und das Kapital am Ende der Laufzeit unter Berücksichtigung der Zinseszinsen.

S. 124Obige Lösung entspricht der „kontokorrentmäßigen“ Berücksichtigung von Zinseszinsen:
Bei Fälligkeit der Zinsen (am Ende des Jahres) werden diese zum bisherigen Schuldenstand dazugezählt,
dieser neue Betrag bildet die Grundlage für die Berechnung der Zinsen des Folgejahres.
Es kann mathematisch leicht bewiesen werden, dass im „Normalfall“ (Zinssatz > 0 und Laufzeit > 1) das Endkapital bei der Zinseszinsrechnung stets größer ist als für die einfache Zinsenrechnung. Die Auswirkungen sind bei kurzfristiger Rechnung noch relativ gering, während sie bei längerfristiger Rechnung sehr stark ins Gewicht fallen können.
Dies kann an einem einfachen Beispiel gezeigt werden:
Angenommen, jemand hätte vor 1.000 Jahren (anlässlich der Millenniumsfeierlichkeiten im Jahr 1000) € 1,00 zu 5 % verzinslich angelegt. Auf welchen Betrag wäre der Euro bis zum Jahr 2000 angewachsen, bei einfacher Zinsenrechnung bzw bei Zinseszinsrechnung?
Lösung
Einfache Zinsenrechnung: € 51,00
Zinseszinsrechnung: ca € 1,546 × 1021 = € 1.546.000.000.000.000.000.000,00.
5.2.2.2. Aufzinsen in der Zinseszinsrechnung
Natürlich kann das oben schematisch dargestellte Beispiel viel einfacher und schneller mit Hilfe der Aufzinsungsformel der Zinseszinsrechnung berechnet werden:
Mittels folgender Formel wird ermittelt, welchen Wert ein zum gegenwärtigen Zeitpunkt gegebenes Kapital K0 nach n Perioden (Monate, Quartale, Jahre) hat, wenn zwischendurch keine weiteren Aus- und Einzahlungen (auch keine Zinsauszahlungen) erfolgen.

In der Finanzmathematik bezeichnet man folgenden Bruch auch sehr häufig mit i:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
i = | Zinssatz |
100 |
und (1 + i) sehr häufig mit q:
q = 1 + i
Die Formel heißt daher auch:
Kn = K0 × (1 + i)n = K0 × qn
Das bedeutet, dass das Startkapital K0 mit dem Aufzinsungsfaktor qn multipliziert wird.
Bei Verwendung der Formel ist zu beachten, dass der Zinssatz p und die Laufzeit n immer auf dieselbe Zeiteinheit bezogen sind, das bedeutet:
bei Verwendung eines Monatszinssatzes muss die Laufzeit in Monaten angegeben sein,
bei Verwendung eines Jahreszinssatzes muss die Laufzeit in Jahren angegeben sein etc.
Für den Fall, dass die Zeiteinheit nicht übereinstimmt, muss der Zinssatz entsprechend umgerechnet werden. Dafür gibt es verschiedenste Methoden, die im Kap 5.2.4. näher S. 125erläutert werden. An dieser Stelle sei nur kurz auf eine einfache, in der Praxis sehr häufig verwendete lineare Umrechnungsmethode hingewiesen, wie gegebene Zinssätze linear auf andere Zeiteinheiten umgerechnet werden:
Umrechnung eines Jahreszinssatzes in einen Monatszinssatz:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monatszinssatz = | Jahreszinssatz |
12 |
Umrechnung eines Monatszinssatzes in einen Jahreszinssatz:
Jahreszinssatz = Monatszinssatz × 12
Genauso können natürlich auch Quartalszinssätze in Monats- oder Jahreszinssätze umgerechnet werden und umgekehrt.
Kn = 100.000 × (1 + 0,10)3 = 100.000 × 1,103 = 133.100
Tabelle in neuem Fenster öffnen
i = | 10 | → q = 1,10 |
100 |
Dies ist die einfachste Variante der Zinseszinsrechnung: Aufzinsen einer Einmalzahlung.
Fallen im Betrachtungszeitraum allerdings mehrere Zahlungen an, so kann der Endwert folgendermaßen ermittelt werden:
Aufzinsen jeder einzelnen Zahlung bis zum gewünschten Zeitpunkt n und
Addition der Endwerte der einzelnen aufgezinsten Zahlungen = Gesamtendwert.
Herr Huber nimmt einen Kredit auf. Es wird vereinbart, dass er zum Zeitpunkt 0 € 100.000,00 ausbezahlt bekommt, nach einem Jahr € 50.000,00 und nach zwei Jahren € 30.000,00.
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Vereinbarte Bedingungen: | Laufzeit n = 3 Jahre, Zinssatz p = 8 % pa Während der Laufzeit erfolgen weder Zinszahlungen noch Tilgungen. |
Fragestellung
Wie hoch ist der gesamte Schuldenstand am Ende der Laufzeit?

S. 126Erfolgen während der Laufzeit allerdings nicht nur Kreditaufnahmen, sondern auch Kreditrückzahlungen, so kann genauso vorgegangen werden. Allerdings müssen Rückzahlungen mit unterschiedlichen Vorzeichen versehen werden:
Herr Gruber nimmt einen Kredit in Höhe von € 100.000,00 zum Zeitpunkt 0 auf.
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Vereinbarte Bedingungen: | Laufzeit n = 3 Jahre, Zinssatz p = 8 % pa Kreditrückzahlungen:
|
Fragestellung
Wie hoch ist der am Ende der Laufzeit noch zurückzuzahlende Betrag?

5.2.2.3. Abzinsen in der Zinseszinsrechnung
Das Abzinsen ist die „Umkehrung“ des Aufzinsens.
Man könnte sich natürlich ebenso die Frage stellen, wie hoch denn ein bestimmtes Anfangskapital war, wenn man nach drei Jahres ein bestimmtes Endkapital inklusive Zinsen und Zinseszinsen herausbekommt. Das lässt sich einfach und bequem mit der Abzinsungsformel berechnen (entspricht der umgeformten Aufzinsungsformel!):
Mittels folgender Formel wird ermittelt, welchen Wert K0 ein zum Zeitpunkt n gegebenes Kapital Kn zum gegenwärtigen Zeitpunkt 0 hat, wenn zwischendurch keine weiteren Aus- und Einzahlungen (auch keine Zinsauszahlungen) erfolgen.
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Startkapital K0 = | Endkapital Kn |
(1 + i)Laufzeit n |
Das bedeutet, dass das Endkapital Kn durch den Aufzinsungsfaktor dividiert oder mit dem Abzinsungsfaktor
Tabelle in neuem Fenster öffnen
1 | = | 1 |
(1 + i)n | qn |
multipliziert wird.
Mittels dieser Formel können einmalige Zahlungen mühelos abgezinst werden. Fallen allerdings innerhalb eines Betrachtungszeitraums wiederum mehrere Zahlungen an, so ist folgendermaßen zu verfahren:
Abzinsen jeder einzelnen Zahlung bis zum Zeitpunkt 0,
Addition der abgezinsten Werte (Barwerte) = Gesamtbarwert.
Herr Gruber nimmt einen Kredit in Höhe von € 100.000,00 zum Zeitpunkt 0 auf.
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Vereinbarte Bedingungen: | Laufzeit n = 3 Jahre, Zinssatz p = 8 % pa Kreditrückzahlungen:
|
Fragestellung
Wie hoch ist die Restzahlung bezogen auf den Zeitpunkt 0?

Die Zahlungsreihe ist ident mit der Zahlungsreihe aus dem vorhergehenden Beispiel in Kap 5.2.2.2. Der Endwert der Zahlungsreihe (zu bezahlender aufgezinster Restbetrag zum Zeitpunkt n = 3) beträgt € 35.251,20; der Barwert (zu bezahlender abgezinster Restbetrag zum Zeitpunkt n = 0) beträgt € 27.983,53.
Zwischen diesen beiden Werten bestehen folgende Zusammenhänge:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Barwert = | Endwert | bzw Endwert = Barwert × (1 + i)n |
(1 + i)n |
Man sieht also, dass man den Barwert bequem berechnen kann, sobald man den Endwert gegeben bzw errechnet hat und umgekehrt.
Tabelle in neuem Fenster öffnen
27.983,53 = | 35.251,20 | bzw 35.251,20 = 27.983,53 × (1 + 0,08)3 |
(1 + 0,08)3 |
S. 1285.2.2.4. Verwendete Symbole in der Zinseszinsrechnung
In der Finanzmathematik werden häufig für eine Größe unterschiedliche Namen und Symbole verwendet, zum Beispiel:
für das Startkapital:
K0 = Kapital zum Zeitpunkt 0
B = Barwert
PV = Present Value
für das Endkapital:
Kn = Kapital zum Zeitpunkt n
E = Endwert
FV = Future Value
für (p/100) das Symbol i und
für (1 + i) das Symbol q.
5.2.3. Grundlagen der Rentenrechnung
Unter einer Rente versteht man in der Finanzmathematik Zahlungen, die:
in jeweils gleicher Höhe und
in gleichen Zeitabständen
anfallen.
Typische Beispiele für Renten sind regelmäßige Kreditannuitäten, Versicherungsprämien und eben auch Leasingraten.
5.2.3.1. Vorschüssige versus nachschüssige Rente
Je nachdem, ob eine Rente zu Beginn einer Periode oder am Ende der jeweiligen Periode anfällt, spricht man von:
vorschüssigen Renten (Zahlung zu Beginn der Periode) oder
nachschüssigen Renten (Zahlung am Ende der Periode).
Herr Maier nimmt einen Kredit über 6 Monate auf. Vereinbart ist eine monatliche Rückzahlung.
Variante a: Die Kreditrate ist zu Beginn des Monats fällig (vorschüssige Rente Zv).
Variante b: Die Kreditrate ist am Ende des Monats fällig (nachschüssige Rente Zn).
Der Unterschied zwischen diesen beiden Varianten lässt sich folgendermaßen darstellen:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monate | 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
vorschüssig | Zv | Zv | Zv | Zv | Zv | Zv | |
nachschüssig | Zn | Zn | Zn | Zn | Zn | Zn |
Aus dieser Darstellung kann man sehr gut sehen, dass eine vorschüssige Rente sehr einfach in eine nachschüssige Rente umgewandelt werden kann, indem jede vorschüssige Rente um eine Periode aufgezinst wird:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
S. 129Monate | 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
vorschüssig | Zv | Zv | Zv | Zv | Zv | Zv | |
nachschüssig | Zn = | Zn = | Zn = | Zn = | Zn = | Zn = | |
Zv× q | Zv× q | Zv× q | Zv× q | Zv× q | Zv× q |
Diese Umrechnung ist insofern von großer Bedeutung, als sämtliche Basisformeln zur Rentenrechnung von nachschüssigen Renten ausgehen. Finanzmathematische Taschenrechner und Kalkulationsprogramme können allerdings auf „vor- oder nachschüssig“ eingestellt werden.
In der Leasingkalkulation findet in der Regel die vorschüssige Zahlungsvereinbarung Anwendung, weil Leasing eine Gebrauchsüberlassung darstellt und sich daher an den Zahlungsbedingungen der Miete orientiert.
Auch bei Renten besteht natürlich – wie bei einzelnen Zahlungen – häufig Interesse daran, den Zeitwert einer Zahlungsreihe (Rentenreihe) zu einem bestimmten Zeitpunkt zu kennen. In den nächsten beiden Kapiteln wird daher die Ermittlung des Rentenendwerts (Kap 5.2.3.2.) und der Rentenbarwerts (Kap 5.2.3.3.) behandelt.
5.2.3.2. Berechnung des Rentenendwerts
Die Berechnung des Rentenendwerts stellt im Grunde einen Spezialfall des Aufzinsens bei mehreren Zahlungen dar: Es wird der Endwert von n gleich hohen Zahlungen ermittelt, die entweder zu Beginn oder am Ende einer Periode fällig sind.
Herr Kaufmann überlegt, sich einen Zweitwagen (Cabrio) zuzulegen. Er hat ein
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Angebot einer Leasingfirma vorliegen: | Laufzeit 4 Jahre, monatliche Leasingrate: € 300,00 |
Seine Frau vertritt die Meinung, dass es besser wäre, das Geld anzusparen.
Fragestellung
Auf welchen Betrag (Rentenendwert) wären die Renten am Ende der Leasinglaufzeit bei einem Zinssatz von 0,25 % pm angewachsen,
wenn eine nachschüssige Rente vereinbart worden wäre?
wenn eine vorschüssige Rente vereinbart worden wäre?
S. 130Nachschüssige Rente
Die Lösung kann – da es sich um eine Anwendung der Zinseszinsrechnung handelt – mittels Aufzinsen der einzelnen Beträge erfolgen:

Vorschüssige Rente

Herr Kaufmann würde also am Ende der Leasinglaufzeit über ein Kapital (Rentenendwert) von:
€ 15.279,36 bei nachschüssiger Rente und
€ 15.317,56 bei vorschüssiger Rente verfügen.
Natürlich hätte man dieselbe Lösung einfacher unter Verwendung einer Formel erzielt:
Rentenendwertformel
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Nachschüssige Rente: | Rentenendwert = Zn × | (qn – 1) |
(q – 1) |
S. 131Da die vorschüssige Rente durch einmaliges Aufzinsen in eine nachschüssige Rente umgeformt werden kann (Zn = Zv × q), lautet die Formel:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Vorschüssige Rente: | Rentenendwert = Zv × q × | (qn – 1) |
(q – 1) |
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Den Ausdruck | (qn – 1) | bezeichnet man auch als Rentenendwertfaktor. |
(q – 1) |
Berechnung des Rentenendwerts bei:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
nachschüssiger Rente: Rentenendwert = 300 × | (1,002548 – 1) | = 15.279,36 |
(1,0025 – 1) |
Tabelle in neuem Fenster öffnen
vorschüssiger Rente: Rentenendwert = 300 × 1,0025 × | (1,002548 – 1) | = 15.317,56 |
(1,0025 – 1) |
5.2.3.3. Berechnung des Rentenbarwerts
Die Berechnung des Rentenbarwerts stellt einen Spezialfall des Abzinsens bei mehreren Zahlungen dar: Es wird der Barwert von n gleich hohen Zahlungen ermittelt, die entweder zu Beginn oder am Ende einer Periode fällig sind.
Herr Gruber möchte sich ebenfalls gerne ein Cabrio als Zweitwagen zulegen. Er möchte monatlich maximal € 400,00 für die Leasingrate ausgeben und maximal vier Jahre lang bezahlen.
Fragestellung
Wie hoch kann der zu finanzierende Betrag unter diesen Voraussetzungen maximal bei einem Kalkulationszinssatz von 0,65 % pm sein,
wenn eine nachschüssige Rente vereinbart wird?
wenn eine vorschüssige Rente vereinbart wird?
Nachschüssige Rente
Lösung durch Abzinsen der einzelnen Beträge:

S. 132Vorschüssige Rente

Der zu finanzierende Betrag (Rentenbarwert) für den Zweitwagen des Herrn Gruber könnte also maximal:
€ 16.447,94 bei nachschüssiger Rente und
€ 16.554,86 bei vorschüssiger Rente betragen.
Natürlich hätte man auch hier dieselbe Lösung einfacher unter Verwendung einer Formel erzielt:
Rentenbarwertformel
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Nachschüssige Rente: | Rentenbarwert = Zn × | (qn – 1) |
qn × (q – 1) |
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Den Ausdruck | (qn – 1) | bezeichnet man auch als Rentenbarwertfaktor. |
qn × (q – 1) |
Wenn man die Formel näher betrachtet, so ist zu erkennen, dass der einzige Unterschied der Rentenbarwertformel und der Rentenendwertformel die Division durch qn ist. Zwischen dem Rentenbarwert und dem Rentenendwert bestehen – genauso wie zwischen Endwert und Barwert aus der Zinseszinsrechnung – folgende Zusammenhänge:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Rentenbarwert = | Rentenendwert | bzw Rentenendwert = Rentenbarwert × (1 + i)n |
(1 + i)n |
Man sieht also, dass man auch den Rentenbarwert einfach durch Abzinsen berechnen kann, sobald man den Rentenendwert gegeben bzw errechnet hat und umgekehrt.
Da die vorschüssige Rente durch einmaliges Aufzinsen in eine nachschüssige Rente umgeformt werden kann (Zn = Zv × q), lautet die Formel bei vorschüssiger Rente:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Vorschüssige Rente: | Rentenbarwert = Zv × q × | (qn – 1) |
qn × (q – 1) |
Berechnung des Rentenbarwerts bei:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
nachschüssiger Rente: Rentenbarwert = 400 × | (1,006548 – 1) | = 16.447,94 |
1,006548 × (1,0065 – 1) |
Tabelle in neuem Fenster öffnen
vorschüssiger Rente: Rentenbarwert = 400 × 1,0065 × | (1,006548 – 1) | = 16.554,86 |
1,006548 × (1,0065 – 1) |
5.2.3.4. Berechnung der Ratenhöhe
Vor allem im Finanzierungsbereich ist es von großem Interesse, die Höhe einer Rate (Rente) auszurechnen. Die Berechnung einer vor- bzw nachschüssigen Rate kann entweder auf Basis eines gegebenen Rentenendwerts oder eines gegebenen Rentenbarwerts erfolgen:
Berechnung der Rate bei gegebenem Rentenendwert
Die Berechnung der Rate bei gegebenem Rentenendwert kann ganz einfach aus der Rentenendwertformel errechnet werden, indem man diese umformt und Zn bzw Zv explizit macht:
Sie möchten sich in drei Jahren ein Motorrad kaufen. Sie schätzen, dass Sie dafür ca € 12.000,00 brauchen werden.
Fragestellung
Welchen Betrag müssen Sie bei einem Zinssatz von 0,25 % pm monatlich ansparen, wenn
Sie Ihre Sparrate am Ende des Monats auf das Sparbuch legen bzw
Sie Ihre Sparrate zu Beginn des Monats auf das Sparbuch legen?
Nachschüssige Rente

Tabelle in neuem Fenster öffnen
Rentenendwert = Zn × | (qn – 1) | Umformung nach Zn → |
(q – 1) |
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Nachschüssige Rente Zn = Rentenendwert × | (q – 1) |
(qn – 1) |
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Zn = 12.000 × | (1,0025 – 1) | = 318,98 nachschüssige Rente |
(1,002536 – 1) |
S. 134Vorschüssige Rente

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Rentenendwert = Zv × q × | (qn – 1) | Umformung nach Zv → |
(q – 1) |
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Vorschüssige Rente Zv = Rentenendwert × | (q – 1) |
q × (qn – 1) |
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Zv = 12.000 × | (1,0025 – 1) | = 318,18 vorschüssige Rente |
1,0025 × (1,002536 – 1) |
Sie müssten also für Ihr Motorrad:
bei einer nachschüssigen Rente monatlich € 318,98 und
bei einer vorschüssigen Rente monatlich € 318,18 ansparen.
Berechnung der Rate bei gegebenem Rentenbarwert
Die Berechnung der Rate bei gegebenem Rentenbarwert (das ist die Finanzierungsbasis) – die üblichste Form im Finanzierungsbereich – kann aus der Rentenbarwertformel errechnet werden, indem man diese umformt und Zn bzw Zv explizit macht:
Sie haben ein wundervolles Motorrad gesehen. Es kostet € 15.000,00. Wie hoch wird die monatliche Rate bei einem Zinssatz von 0,65 % pm sein, wenn Sie das Motorrad innerhalb von drei Jahren abbezahlen möchten, wenn
Sie eine nachschüssige Rente vereinbaren bzw
Sie eine vorschüssige Rente vereinbaren?
Nachschüssige Rente

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Rentenbarwert = Zn × | (qn – 1) | Umformung nach Zn → |
qn × (q – 1) |
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Nachschüssige Rente Zn = Rentenbarwert × | qn × (q – 1) |
(qn – 1) |
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Zn = 15.000 × | 1,006536 × (1,0065 – 1) | = 468,66 nachschüssige Rente |
(1,006536 – 1) |
S. 135Vorschüssige Rente

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Rentenbarwert = Zv × q × | (qn – 1) | Umformung nach Zv → |
qn × (q – 1) |
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Vorschüssige Rente Zv = Rentenbarwert × | qn × (q – 1) |
q × (qn – 1) |
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Zv = 15.000 × | 1,006536 × (1,0065 – 1) | = 465,64 vorschüssige Rente |
1,0065 × (1,006536 – 1) |
Sie müssten also für Ihr Motorrad:
bei einer nachschüssigen Rente monatlich € 468,66 und
bei einer vorschüssigen Rente monatlich € 465,64 zurückzahlen.
5.2.3.5. Die „interne“ Verzinsung
In den bisherigen Beispielen wurde immer davon ausgegangen, dass der Zinssatz bekannt ist. Gerade bei der Beurteilung von Leasingverträgen ist dieser jedoch häufig nicht unmittelbar bekannt. Meist ist nur die Höhe des Kaufpreises (= Rentenbarwert), die Laufzeit und die Höhe der Leasingraten bekannt und der zugrunde liegende Zinssatz ist zu errechnen.
Zinsen sind Entgelt – bzw Kosten – für zur Verfügung gestelltes Kapital. Will man die Kosten mehrerer Finanzierungsformen miteinander vergleichen, so ist es erforderlich, diese in Form eines Zinssatzes auszudrücken.
Für die Bestimmung des Zinssatzes gibt es keinen mathematisch exakten Lösungsweg, da zu dessen Ermittlung die Lösung einer Gleichung höheren Grades erforderlich ist.
Generell gilt: Der interne Zinsfuß ist jener Zinssatz, der beim Abzinsen einer Zahlungsreihe einen Barwert von Null ergibt. Er stellt die Rendite des gebundenen Kapitals dar.
Da der interne Zinsfuß – wie bereits angeführt – nicht exakt ermittelt werden kann, wird der Zinssatz näherungsweise bestimmt. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten, von denen folgende hier behandelt werden:
Ermittlung mittels linearer Interpolation,
Ermittlung mittels finanzmathematischem Rechner oder Kalkulationsprogrammen,
Ermittlung des internen Zinssatzes mittels linearer Interpolation.
Wie bereits festgestellt, ist der interne Zinsfuß jener Zinssatz, der beim Abzinsen einer Zahlungsreihe einen Barwert von null ergibt, das bedeutet:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
S. 136Rentenbarwert = 0 = Zn × | (qn – 1) |
qn × (q – 1) |
Die Auflösung der Gleichung nach n bereitet Schwierigkeiten, daher kann eine (näherungsweise) Lösung durch Abzinsen der Zahlungsreihe mit zwei Versuchszinssätzen und anschließender linearer Interpolation ermittelt werden, deren Genauigkeit im Allgemeinen ausreicht (obwohl es sich bei der Funktion der Barwerte um eine nicht lineare Funktion handelt).
Sie haben folgendes Leasingangebot für eine Druckmaschine um € 240.000,00 vorliegen:
Anzahlung: € 50.000,00
Laufzeit n = 3 Jahre
vorschüssige monatliche Leasingrate: € 5.150,00
Restwert (am Ende der Laufzeit): € 30.000,00
Bei der Lösung des Beispiels ist generell Folgendes zu beachten:
Die Zahlungsreihe muss vollständig sein, das bedeutet sie muss alle mit dem Finanzierungsobjekt im Zusammenhang stehenden Zahlungen umfassen. In unserem Beispiel bedeutet das:
Es sind die Zahlungen (finanzmathematisch: Auszahlungen) des Leasingnehmers an die Leasinggesellschaft zu erfassen (Anzahlung, Raten, Restwert) und es sind die Zahlungen (finanzmathematisch: Einzahlungen) des Leasinggebers an den Leasingnehmer zu erfassen (Zahlung des Anschaffungswerts).
Einzahlungen und Auszahlungen sind mit unterschiedlichen Vorzeichen zu erfassen, wobei in der Regel Einzahlungen mit „+“ und Auszahlungen mit „–“ in der Zahlungsreihe berücksichtigt werden.
Der errechnete interne Zinsfuß bezieht sich immer auf jene Zeiteinheit, die der Zahlungsreihe zugrunde liegt. Das bedeutet in unserem Beispiel
Zahlungsreihe mit monatlichen (Ein- und) Auszahlungen: Der errechnete interne Zinsfuß ist ein Monatszinssatz.
Natürlich kann der ermittelte Zinssatz anschließend in einen Jahreszinssatz etc umgerechnet werden.
Werden diese Punkte beachtet, so drückt der interne Zinssatz aus, mit welchem Zinssatz sämtliche Ein- und Auszahlungen pro Periode (Monat, Quartal, Jahr) verzinst wurden.

S. 137Lösung
1. Schritt: Ermittlung des Barwerts der Gesamt-Zahlungsreihe mit zwei unterschiedlichen Versuchszinssätzen (Ziel: Barwert = 0)
Versuchszinssatz 1: p(1) = 0,6 % pm
Barwert 1 = –1.482,81
(Abzinsen sämtlicher Zahlungen mit dem Zinssatz 0,55 % pm zum Zeitpunkt 0)
Versuchszinssatz 2: p(2) = 0,7 % pm
Barwert 2 = +2.136,51
Man sieht, der Barwert ist in beiden Fällen ungleich 0; allerdings ist er im ersten Fall negativ und im zweiten positiv. Das bedeutet, dass der interne Zinssatz irgendwo zwischen diesen beiden Versuchszinssätzen liegen muss.
2. Schritt: Näherungsweise Lösung durch lineare Interpolation
Die Lösung kann man sich graphisch veranschaulichen:

Abb 18: Graphische Ermittlung des internen Zinssatzes
Obwohl es sich bei der Funktion der Barwerte nicht um eine lineare Funktion handelt, kann eine (lineare) Verbindungsgerade zwischen den beiden Barwerten gezeichnet und der interne Zinsfuß näherungsweise ermittelt werden:
Am einfachsten vorstellbar ist die näherungsweise Ermittlung des internen Zinssatzes durch das Aufstellen von Verhältnissen:
Der lange horizontale Pfeil ↔ steht im selben Verhältnis zum langen vertikalen Pfeil ↕, wie der kurze horizontale Pfeil ↔ zum kurzen vertikalen Pfeil ↕. Daher:
(–BW1 + BW2) : (0,7 % – 0,6 %) = (–BW1) : x
(1.482,81 + 2.136,51) : 0,1 % = 1.482,81 : x
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x = | 1.482,81 × 0,1 % | = 0,0409693 % |
1.482,81 + 2.136,51 |
Der näherungsweise ermittelte interne Zinsfuß beträgt daher: 0,6 % + 0,0409693 % = 0,6409693 % pm. Der Fehler der linearen Interpolation nimmt mit dem Interpolationsintervall ab, dh um größere Fehler zu vermeiden, sollte man ein möglichst kleines Interpolationsintervall wählen.
Kontrolle
Natürlich kann die Genauigkeit des ermittelten Zinssatzes kontrolliert werden, indem man den Barwert mit diesem interpolierten Zinssatz (0,6409693 %) berechnet:
Kontroll-Barwert (0,6409693 %) = +11,85
S. 138Man sieht, dass der ermittelte Zinssatz zwar nicht ganz exakt ist, weil der ermittelte Barwert nicht genau 0 ist, aber bereits sehr nahe bei 0 liegt. Eine Möglichkeit, den Zinssatz genauer zu ermittelt, wäre eine neuerliche lineare Interpolation mit dem neu ermittelten Barwert und einem weiteren negativen Versuchsbarwert.
Je mehr Interpolationen durchgeführt werden, desto exakter wird das ermittelte Ergebnis.
Ermittlung des internen Zinssatzes mittels finanzmathematischem Rechner oder Kalkulationsprogrammen
Selbst finanzmathematische Rechner oder Kalkulationsprogramme können den internen Zinssatz nicht exakt ermitteln und „probieren“ aus. Trotzdem sind gerade hier diese Rechenhilfen ideal geeignet.
Als Beispiele für Kalkulationshilfen sind der in der Praxis häufig verwendete finanzmathematische Rechner 17 B II von Hewlett Packard sowie das bekannte Kalkulationsprogramm Excel von Microsoft anzuführen. Diese beiden Rechenhilfen werden im Hinblick auf die Kalkulation von Leasingverträgen im Kap 5.2.5. näher vorgestellt.
5.2.4. Umrechnung von Zinssätzen
Wie bereits oben erwähnt, ist es bei finanzmathematischen Berechnungen (und daher natürlich auch in der Leasingkalkulation) wichtig, dass der Zinssatz und die Laufzeit auf dieselbe Zeiteinheit bezogen sind. Dh ist die Laufzeit in Monaten angegeben, so muss mit einem Monatszinssatz gerechnet werden; ist sie in Jahren angegeben, so ist mit einem Jahreszinssatz zu kalkulieren.
Da die Angabe des Zinssatzes aber nicht immer der Angabe der Laufzeit entspricht, ist es häufig erforderlich, Zinssätze umzurechnen. Bevor auf die Umrechnungsmethoden näher eingegangen wird, ist es vorher aber erforderlich, unterschiedliche Verzinsungsvereinbarungen darzustellen.
S. 139

Zeitraum, für den Zinsen berechnet und zugeschlagen werden, zB 1 % pm, bedeutet, dass jeden Monat 1 % Zinsen auf das offene Kapital aufgeschlagen werden. Im Folgemonat werden dann Zinsen und Zinseszinsen berechnet.
Abb 19: Mögliche Verzinsungsarten
5.2.4.1. Lineare Zinsumrechnung
Bei dieser Methode erfolgt die Zinsumrechnung linear, dh der gewünschte Zinssatz wird linear auf die gewünschte Zeiteinheit umgelegt.
Das bedeutet:
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Monatszinssatz = | Jahreszinssatz | → Jahreszinssatz = Monatszinssatz × 12 |
12 |
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Quartalszinssatz = | Jahreszinssatz | → Jahreszinssatz = Quartalszinssatz × 4 |
4 |
etc.
Leasingvertrag über € 100.000,00; vereinbarter Jahreszinssatz: 6 % pa
Wie hoch sind die Zinsen und Zinseszinsen nach einem Jahr, wenn die Zinsen monatlich kapitalisiert werden? (Annahme: Es erfolgt keinerlei Kapitalrückzahlung während des Jahres)
S. 140Lösung
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Monatszinssatz = | 6 % | = 0,5 % pm |
12 |

K12 = 100.000 × (1,005)12 = € 106.167,78
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Endkapital K12 | € | 106.167,78 |
Startkapital K0 | € | 100.000,00 |
Zinsen und Zinseszinsen | € | 6.167,78 |
Kontrolle: 6 % von € 100.000,00 = € 6.000,00
Wie man sieht, stimmt das Ergebnis, das auf Basis des linear ermittelten Monatszinssatzes errechnet wurde, nicht. Die lineare Umrechnung von Jahres- auf Monatszinssätze (bei monatlicher Kapitalisierung) bewirkt eine höhere Zinsenbelastung als die Berechnung mit dem einfachen Jahreszinssatz. Dh der Effektivzinssatz ist höher als der Nominalzinssatz:
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Effektivzinssatz = | 6.167,78 | × 100 = 6,17 % pa |
100.000 |
In der Leasingpraxis erfolgt die Umrechnung trotz dieser Ungenauigkeit in der Regel linear. Dh, dass der Effektivzinssatz bei der Leasingfinanzierung üblicherweise etwas höher ist als der Nominalzinssatz (Kalkulationszinssatz).
Bei der gemischten Verzinsung (kommt in der Leasingfinanzierung nicht vor), erfolgt während des Jahres (Quartals etc) keine Zinskapitalisierung, dh die lineare Umrechnung liefert ein exaktes Ergebnis, da keine Zinseszinsen berücksichtigt werden müssen.
5.2.4.2. Zinsumrechnung mittels Aufzinsungsfaktor
Bei dieser Methode erfolgt die Umrechnung mittels Aufzinsungsfaktor, dh es werden unterjährige Zinseszinsen (dh die Kapitalisierung während des Jahres) berücksichtigt.
Bei einem Jahreszinssatz = 6 % pa und einem finanzierten Betrag von € 100.000,00 ergeben die berechneten Zinsen nach einem Jahr: € 6.000,00
Fragestellung
Wie hoch muss der monatliche Zinssatz angesetzt werden, damit sich bei monatlicher Kapitalisierung die Jahreszinsen (inkl Zinseszinsen) auf genau € 6.000,00 belaufen?
Lösung



S. 141Kontrolle: K12 = 100.000 × 1,00486812 = 106.000,57
Bei Umrechnung mittels Aufzinsungsfaktor wird also der nominelle Jahreszinssatz derart in einen Monatszinssatz umgerechnet, dass das Aufzinsen eines Betrages über 12 Monate zu demselben Endkapital nach einem Jahr führt wie die einfache Zinsenrechnung unter Verwendung des nominellen Jahreszinssatzes.
Wie man sieht, liefert diese Methode ein exaktes Ergebnis und daher einen Effektivzinssatz, der dem Nominalzinssatz pa entspricht.
Auf Basis derselben Überlegungen können natürlich auch Jahreszinssätze in Quartalszinssätze umgerechnet werden und Quartalszinssätze in Monatszinssätze:


5.2.5. Kalkulationshilfen in der Finanzmathematik
In der Finanzierungspraxis werden zur Berechnung von Raten, Zinssätzen etc natürlich diverse Kalkulationshilfen herangezogen. Hier bieten sich sowohl finanzmathematische Rechner als auch Kalkulationsprogramme an, wobei sich in der Praxis vor allem folgende zwei Kalkulationshilfen bewährt haben:
Kalkulationsprogramm Excel von Microsoft und
finanzmathematischer Rechner 17 B II von Hewlett Packard (HP).
Im nachfolgenden Kapitel werden diese zwei Kalkulationshilfen näher dargestellt und ebenfalls für die Kalkulation der Rechenbeispiele herangezogen. Somit beinhalten sämtliche Kalkulationsbeispiele nicht nur die finanzmathematischen Lösungen mittels Zahlungsreihen und Formeln, sondern immer auch mit dem Kalkulationsprogramm Excel und dem Rechner HP 17 B II.
5.2.5.1. Kalkulationsprogramme (Beispiel Excel)
In diesem Kapitel soll am Beispiel des Excel die Berechnung finanzmathematischer Größen mittels Kalkulationsprogrammen vorgestellt werden.
Ganz generell ist festzuhalten, dass das Tabellenkalkulationsprogramm Excel ausschließlich mit dekursiven Zinssätzen rechnet. Das bedeutet, dass bei Angabe eines antizipativen Zinssatzes, dieser zuerst in einen dekursiven Zinssatz umgerechnet werden muss.
S. 1425.2.5.1.1. Excel-Funktionen der Zinseszinsrechnung
Folgende Fragen können unter Verwendung finanzmathematischer Excel-Funktionen beantwortet werden:
Wie hoch ist der Endwert bei gegebenem Barwert, Zinssatz und Laufzeit?
Wie hoch ist der Barwert bei gegebenem Endwert, Zinssatz und Laufzeit?
Wie lange ist die Ratenlaufzeit bei gegebenem Barwert, Endwert und Zinssatz?
Wie hoch ist der interne Zinssatz bei gegebenem Barwert, Endwert und Laufzeit?
Leider wurde bei den Funktionen und Variablen in Excel nicht die übliche finanzmathematische Terminologie übernommen, was das Arbeiten mit den Funktionen etwas erschwert.
Folgende Funktionen stehen dazu zur Verfügung:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
=ZW(Zins;Zzr;Rmz;Bw;F) | Endwert („Zukunftswert“) Liefert den zukünftigen Wert (Endwert) einer Investition. Die Berechnung basiert auf regelmäßigen, konstanten Zahlungen. |
=BW(Zins;Zzr;Rmz;Zw;F) | Barwert Liefert den Barwert einer Investition. |
=ZZR(Zins;Rmz;Bw;Zw;F) | Periodenanzahl („Zahlungszeitraum“) Liefert die Anzahl der Zahlungsperioden einer Investition, die auf periodischen, gleichbleibenden Zahlungen sowie einem konstanten Zinssatz basiert. |
=ZINS(Zzr;Rmz;Bw;Zw;F;Schätzwert) | Interner Zinssatz („Zinssatz“) Liefert den Zinssatz einer Annuität pro Periode. Zur Berechnung wird ein Iterationsverfahren verwendet, daher kann es auch sein, dass es keine oder mehrere Lösungen gibt. |
Die Variablen, die zur Berechnung der Funktionen eingegeben werden müssen, sind folgende:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Zins | Zinssatz pro Rechenperiode (Zahlungszeitraum) |
ZZr | Zahlungszeitraum bzw Periodenanzahl, für die die Rente bezahlt wird bzw aufgezinst oder abgezinst werden soll |
Rmz | Annuität („regelmäßige Zahlung“), diese bleibt während der Laufzeit konstant und umfasst üblicherweise Kapital und Zinsen. Bei der Zinseszinsrechnung wird die Annuität einfach 0 gesetzt. |
Bw | Barwert |
Zw | Endwert („Zukunftswert“) |
F | vor- oder nachschüssige Rente („Fälligkeit“) |
„0“ bei nachschüssiger Zahlung | |
„1“ bei vorschüssiger Zahlung | |
Schätzwert | geschätzter Zinssatz für die Berechnung des internen Zinssatzes |
S. 143Wichtig ist hier natürlich wiederum, dass:
die Zahlungsreihe mit den richtigen Vorzeichen eingegeben wird und
der Zahlungszeitraum mit der Angabe des Zinssatzes übereinstimmt.
Sie legen heute € 100.000,00 zu einem Zinssatz von 3,75 % pa fix für vier Jahre an. Es erfolgen keine weiteren Zuzahlungen oder Entnahmen. Der erwartete Endwert ist daher nach vier Jahren € 115.865,04.
Berechnung des Endwerts mittels der ZW-Funktion
=ZW(Zins;Zzr;Rmz;Bw;F)
=ZW(0,0375;4;0;–100000;0) = 115.865,04
Berechnung des Barwerts mittels der BW-Funktion
=BW(Zins;Zzr;Rmz;Zw;F)
=BW(0,0375;4;0;115865,04;0) = –100.000,00
Berechnung der Laufzeit mittels der ZZR-Funktion
=ZZR(Zins;Rmz;Bw;Zw;F)
=ZZR(0,0375;0;–100000;115865,04;0) = 4 Jahre
Berechnung des (internen) Zinssatzes mittels der ZINS-Funktion
=ZINS(Zzr;Rmz;Bw;Zw;F;Schätzwert)
=ZINS(4;0;–100000;115865,04;0;4) = 3,75 %
Man kann hier ganz gut erkennen, dass bei der Auf- oder Abzinsung eines Betrages:
der Betrag der regelmäßigen Zahlung (Annuität) immer „0“ zu setzen ist und
der Wert für die Renten-Fälligkeit bedeutungslos ist („0“ oder „1“).
5.2.5.1.2. Excel-Funktionen der Rentenrechnung
Bei in jeder Periode gleich hohen Renten
Grundsätzlich werden die bei der Zinseszinsrechnung vorgestellten EXCEL-Funktionen auch bei der Rentenrechnung (bei gleich hohen Renten) angewendet. Allerdings gibt es einige zusätzliche Funktionen in Excel, die für die Rentenrechnung interessant sind.
Folgende Fragen können unter Verwendung finanzmathematischer Excel-Funktionen daher zusätzlich beantwortet werden:
Wie hoch ist die Rente bzw Annuität bei gegebenem Barwert, Endwert, Zinssatz und Laufzeit?
Wie hoch ist der Tilgungsanteil bzw Zinsanteil einer bestimmten Annuität bei gegebener Annuität, Barwert, Endwert, Zinssatz und Laufzeit?
Wie lange ist die Ratenlaufzeit bei gegebenem Barwert, Endwert und Zinssatz?
Wie hoch ist der interne Zinssatz bei gegebenem Barwert, Endwert und Laufzeit?
S. 144Für obige Fragestellungen stehen folgende Funktionen zusätzlich zur Verfügung:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
=RMZ(Zins;Zzr;Bw;Zw;F) | Rentenbetrag/Annuität („regelmäßige Zahlung“) Liefert die konstante Zahlung einer Annuität pro Periode, wobei konstante Zahlungen und ein konstanter Zinssatz vorausgesetzt werden. |
=KAPZ(Zins;Zr;Zzr;Bw;Zw;F) | Tilgungsanteil einer Annuität („Kapitalzahlung“) Liefert die Kapitalrückzahlung einer Investition für die angegebene Periode Zr. Für diese Rückzahlung werden gleichbleibende Beträge und ein konstanter Zinssatz vorausgesetzt. |
=ZINSZ(Zins;Zr;Zzr;Bw;Zw;F) | Zinsanteil einer Annuität („Zinszahlung“) Liefert die Zinszahlung einer Investition für die angegebene Periode Zr, ausgehend von regelmäßigen konstanten Zahlungen und einem konstanten Zinssatz. |
Zusätzlich erforderliche Variablen, die zur Berechnung der Funktionen eingegeben werden müssen:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Zr | Periode, für die der Tilgungs- bzw Zinsbetrag berechnet werden soll. Natürlich kann Zr nur Werte zwischen 1 und Zzr (Periodenanzahl) annehmen. |
Sie haben einen Leasingvertrag über € 200.000,00 (= Barwert).
Kalkulationszinssatz: 0,6 % pm
Vereinbarter Restwert: € 50.000,00 (= Endwert)
Laufzeit: 24 Monatsraten
Vorschüssige Monatsrate: € 6.987,57 (= Annuität)
Berechnung des Endwerts mittels der ZW-Funktion
=ZW(Zins;Zzr;Rmz;Bw;F)
=ZW(0,006;24;–6987,57;200000;1) = –50.000,00
Berechnung des Barwerts mittels der BW-Funktion
=BW(Zins;Zzr;Rmz;Zw;F)
=BW(0,006;24;–6987,57;–50000;1) = 200.000,00
Berechnung der Laufzeit mittels der ZZR-Funktion
=ZZR(Zins;Rmz;Bw;Zw;F)
=ZZR(0,006;–6987,57;200000;–50000;1) = 24 Monate
Berechnung des (internen) Zinssatzes mittels der ZINS-Funktion
=ZINS(Zzr;Rmz;Bw;Zw;F;Schätzwert)
=ZINS(24;–6987,57;200000;–50000;1;0,5 %) = 0,6 % pm
S. 145Berechnung der Annuität (Rentenzahlung) mittels der RMZ-Funktion
=RMZ(Zins;Zzr;Bw;Zw;F)
=RMZ(0,006;24;200000;–50000;1) = € 6.987,57
Ermittlung des Tilgungsanteils in der 13. Annuität mittels der KAPZ-Funktion
=KAPZ(Zins;Zr;Zzr;Bw;Zw;F)
=KAPZ(0,006;13;24;200000;–50000;1) = € 6.225,99
Ermittlung des Zinsanteils in der 13. Annuität mittels der ZINZ-Funktion
=ZINSZ(Zins;Zr;Zzr;Bw;Zw;F)
=ZINSZ(0,006;13;24;200000;–50000;1) = € 761,58
Addiert man den ermittelten Tilgungsanteil in der 13. Annuität und den ermittelten Zinsanteil in der 13. Annuität, ergibt sich in Summe wieder die Leasingrate in Höhe von € 6.987,57.
Mittels der beiden letzten Funktionen KAPZ und ZINSZ können auch sehr leicht Tilgungspläne aufgestellt werden.
Bei unterschiedlich hohen Renten
Zusätzlich zu den bisher angeführten Funktionen liefert Excel auch Hilfestellungen, wenn nicht gleich hohe Renten bezahlt werden, sondern wenn ungleich hohe Zahlungen geleistet werden.
Folgende Funktionen stehen zusätzlich zur Verfügung:
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=NBW(Zins;Wert1;Wert2; …) | Barwert einer nachschüssigen Zahlungsreihe („Nettobarwert“) Liefert den Kapitalwert (Nettobarwert) einer Investition auf Basis eines Abzinsungsfaktors für eine Reihe periodischer Zahlungen. |
=IKV(Werte;Schätzwert) | Interner Zinssatz („Interne Kapitalverzinsung“) Liefert den internen Zinssatz einer Investition, bei der Zahlungen in regelmäßigen Abständen (jedoch in unterschiedlicher Höhe) auftreten. |
=QIKV(Werte;Investition;Reinvestition) | Modifizierter interner Zinssatz („Qualifizierte interne Kapitalverzinsung“) Liefert einen modifizierten internen Zinsfuß, bei dem positive und negative Zahlungen mit unterschiedlichen Zinssätzen finanziert werden. (Dh es wird berücksichtigt, wenn Einzahlungen mit einem anderen Zinssatz verzinst werden als Auszahlungen.) |
S. 146Zusätzlich erforderliche Variablen, die zur Berechnung der Funktionen eingegeben werden müssen:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Wert 1 etc | Entspricht den Auszahlungen und Einzahlungen je Periode; es sind 1 bis 29 Argumente möglich. Voraussetzung ist, dass die Zahlungen in gleichbleibenden Zeitabständen erfolgen und jeweils am Ende der Periode vorgenommen werden (nachschüssige Zahlweise) |
Werte | Die Eingabe einzelner Werte ist nicht möglich, sondern es ist ein Bezug auf jene Zellen (in der Excel-Tabelle), in denen die Ein- und Auszahlungen stehen, für die der interne Zinsfuß berechnet werden soll, anzugeben. Sie müssen mindestens einen positiven und einen negativen Wert enthalten und müssen in der „richtigen“ Reihenfolge eingegeben werden. |
Investition | Investitions-Zinssatz, mit dem Einzahlungen verzinst werden. |
Reinvestition | Reinvestitions-Zinssatz, mit dem Auszahlungen verzinst werden. |
Für weitere Werte, wie zum Beispiel den Endwert der Zahlungsreihe oder die Annuität des ermittelten Barwerts, stehen keine Funktionen zur Verfügung. Diese Werte können nur durch „normales“ Aufzinsen bzw mittels Rentenbarwertfaktor etc ermittelt werden.
Folgende Zahlungsreihe ist gegeben:
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Einzahlung zum Zeitpunkt 0 | = | 300.000,00 |
Auszahlung zum Zeitpunkt 1 | = | –100.000,00 |
Auszahlung zum Zeitpunkt 2 | = | –150.000,00 |
Auszahlung zum Zeitpunkt 3 | = | –140.000,00 |
Berechnung des Nettobarwerts bei einem Zinssatz von 10 % je Periode mittels der NBW-Funktion
Mittels dieser Funktion kann der Barwert der nachschüssigen Zahlungen – dh der Zahlungen zu den Zeitpunkten 1, 2 und 3 – errechnet werden.
= NBW(Zins;Wert1;Wert2; …)
= NBW(0,1;–100000;–150000;–140000) = –320.060,11
Der Barwert der gesamten Zahlungsreihe beträgt dann:
Einzahlung zum Zeitpunkt 0, nämlich +300.000 –320.060,11, somit –20.060,11.
Berechnung des internen Zinsfußes mittels der IKV-Funktion
= IKV(Werte; Schätzwert)
= IKV(A1:D1;0,12) = 13,56 %
Beachtenswert ist hier, dass bei den Funktionen IKV und QIKV die Angabe eines Schätzwerts für den internen Zinssatz ohne Einfluss auf das Ergebnis ist.
5.2.5.2. Finanzmathematische Rechner (Beispiel HP 17 B II)
Vorweg ist festzustellen, dass sämtliche Berechnungen, wie sie im Excel möglich sind und im vorigen Kapitel beschrieben wurden, auch mit Hilfe des finanzmathematischen Rechners HP 17 B II durchgeführt werden können. Der Unterschied zwischen dem S. 147Kalkulationsprogramm Excel und dem finanzmathematischen Rechner liegt in der unterschiedlichen Art der Eingabe bzw einer teilweise anderen Bezeichnung der einzelnen Stellen.
In weiterer Folge werden das Auffinden und die Auswahl des für die Leasingkalkulation erforderlichen Menüpunktes behandelt.
Bei gleich hohen Renten
Für die Kalkulation von gleich hohen Renten sind folgende Einstellungen beim HP 17 B II erforderlich:
Nach Einschalten des Rechners kommt man in das Hauptmenü:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
POSITION 1 | POSITION 2 | POSITION 3 | POSITION 4 | POSITION 5 |
FINANZ | KAUF | STAT | ZEIT | LÖSE |
Im Hauptmenü wählt man das Menü FINANZ (Position 1):
Tabelle in neuem Fenster öffnen
POSITION 1 | POSITION 2 | POSITION 3 | POSITION 4 | POSITION 5 | POSITION 6 |
ANNU | I→I` | Z-STR | BOND | AFA | STAFF |
Die Leasingkalkulation wird im Menüpunkt „ANNU“ durchgeführt. Nach Drücken des Annuitätenmenüs findet sich folgende Menüzeile:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
POSITION 1 | POSITION 2 | POSITION 3 | POSITION 4 | POSITION 5 | POSITION 6 |
#R | I%J | BARW | RATE | ENDW | WEIT |
Mit Drücken der Position 6 WEIT kann ein Submenü aufgerufen werden.
Tabelle in neuem Fenster öffnen
SUBMENÜ | |||||
POSITION 1 | POSITION 2 | POSITION 3 | POSITION 4 | POSITION 5 | POSITION 6 |
#R/J | BEG | END | T-PL |
Da im vorigen Kapitel zum Excel-Kalkulationsprogramm die einzelnen Variablen zur Kalkulation von Annuitäten (= Leasingraten) bereits erklärt wurden, werden die Positionen im Annuitätenmenü des finanzmathematischen Rechners nur mehr im Vergleich zum Excel-Programm angeführt:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
BESCHREIBUNG | BEZEICHNUNG HP | BEZEICHNUNG EXCEL |
Anzahl der Zahlungen bzw Verzinsungsperioden | #R | ZZr |
Zinssatz pro Zahlungsperiode | I%J | Zins |
Barwert | BARW | Bw |
Annuität (wiederkehrender Betrag) | RATE | Rmz |
Endwert (Zukunftswert) | ENDW | Zw |
S. 148Im Submenü WEIT finden sich folgende Variablen zur Eingabe:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
BESCHREIBUNG | BEZEICHNUNG HP | BEZEICHNUNG EXCEL |
Anzahl der Raten bzw Perioden pro Jahr | #R/J | ZZR |
Vorschüssige Zahlungen | BEG | F = 1 |
Nachschüssige Zahlungen | END | F = 0 |
Wesentlich für die Durchführung bei einer Leasingkalkulation ist, dass bei der Eingabe die richtigen Vorzeichen verwendet werden. Hierbei gilt folgende Systematik:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
ART DER ZAHLUNG | VORZEICHEN |
Zahlung Leasingnehmer (Leasingraten, Vorleistungen), offener Restwert | – |
Zahlung Leasinggeber (Kaufpreis) | + |
Der Vorteil bei der Benutzung des finanzmathematischen Rechners liegt in dem sehr einfachen Eingabemodus. Zur Berechnung eines Werts sind alle anderen Variablen entsprechend einzugeben.
Anhand des bereits im Kap 5.2.5.2. angeführten Beispiels müssen zur Berechnung der vorschüssigen Leasingraten folgende Eingaben getätigt werden:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
ANNU-Menü | |||||
POSITION 1 | POSITION 2 | POSITION 3 | POSITION 4 | POSITION 5 | POSITION 6 |
#R | I%J | BARW | RATE | ENDW | WEIT |
24 | 7,2 | 200000 | ? | –50000 | |
SUBMENÜ | |||||
POSITION 1 | POSITION 2 | POSITION 3 | POSITION 4 | POSITION 5 | POSITION 6 |
#R/J | BEG | END | T-PL | ||
12 | BEG |
Nach Drücken der Position 4 errechnet sich folgende vorschüssige Rate: € 6.987,57.
Bei unterschiedlich hohen Renten
Für unterschiedlich hohe Renten findet sich beim HP 17 B II das Menü Z-STR (Zahlungsstrom). Voraussetzung für die Nutzung die Bearbeitung einer Zahlungsreihe ist, dass die jeweiligen Zahlungen in gleichen Zeitabständen erfolgen. Nach Eingabe der einzelnen Zahlungsbeträge in eine Liste lassen sich folgende Werte berechnen:
die Summe des Zahlungsstroms,
der interne Zinsfuß (IZF%),
der Nettobarwert (NBW), die äquivalente Rate (ÄQ.R),
der Nettoendwert (NEW) für einen spezifizierten Zinssatz (I%).
S. 149Die Vorgangsweise ist ausgehend vom Hauptmenü wie folgt:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
POSITION 1 | POSITION 2 | POSITION 3 | POSITION 4 | POSITION 5 |
FINANZ | KAUF | STAT | ZEIT | LÖSE |
Im Hauptmenü wählt man das Menü FINANZ (Position 1)
Tabelle in neuem Fenster öffnen
POSITION 1 | POSITION 2 | POSITION 3 | POSITION 4 | POSITION 5 | POSITION 6 |
ANNU | I→I` | Z-STR | BOND | AFA | STAFF |
Die Kalkulation wird im Menüpunkt „Z-STR“ durchgeführt. Nach Drücken dieser Position 3 findet sich folgende Menüzeile:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
POSITION 1 | POSITION 2 | POSITION 3 | POSITION 4 | POSITION 5 | POSITION 6 |
RECH | N+ | N– | NAME | LISTE | #N? |
Mit Drücken der Position 1 RECH kann ein Submenü aufgerufen werden.
Tabelle in neuem Fenster öffnen
SUBMENÜ | |||||
POSITION 1 | POSITION 2 | POSITION 3 | POSITION 4 | POSITION 5 | POSITION 6 |
TOTAL | IZF | I% | NBW | ÄQ.R | NEW |
Auch bei der Bearbeitung unterschiedlich hoher Renten sind die beim finanzmathematischen Rechner verwendeten Bezeichnungen wie nachfolgend dargestellt mit dem Excel-Kalkulationsprogramm vergleichbar. Hinzu kommen lediglich Tasten für die Eingabe des Zahlungsstroms.
Tabelle in neuem Fenster öffnen
BESCHREIBUNG | BEZEICHNUNG HP | BEZEICHNUNG EXCEL |
Menü zur Berechnung von Gesamtsumme, internem Zinsfuß, Nettobarwert, Äquivalente Rate und Nettoendwert | RECHN | |
Ermöglicht das Einfügen von Zahlungen in eine Liste | N+ | |
Ermöglicht das Löschen von Zahlungen in einer Liste | N– | |
Ermöglicht die Benennung einer Liste | NAME | |
Erlaubt das Aufrufen einer anderen Liste oder das Erzeugen einer neuen Liste | LISTE | |
Schaltet die Abfrage für N-MAL aus und ein | #N ? | |
SUBMENÜ | ||
Gesamtsumme der Zahlungen | TOTAL | |
S. 150Interner Zinsfuß (periodischer Zinssatz) = Zinssatz, bei dessen Anwendung der Nettobarwert (Kapitalwert) gleich null wird. | IZF % | IKV |
Nettobarwert (Kapitalwert) = Summe des Barwerts einer Zahlungsreihe und der ursprünglichen Investition unter Berücksichtigung eines spezifizierten Kalkulationszinsfußes | NBW | NBW |
Kalkulationszinsfuß in Prozent, mit welchem die Investitionskosten verglichen werden | I % | Zins |
Folgende Zahlungsreihe ist gegeben:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Einzahlung zum Zeitpunkt 0 | = | 300.000,00 |
Auszahlung zum Zeitpunkt 1 | = | –100.000,00 |
Auszahlung zum Zeitpunkt 2 | = | –150.000,00 |
Auszahlung zum Zeitpunkt 3 | = | –140.000,00 |
Die Eingabe des Zahlungsstroms wird wie folgt durchgeführt:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
ANZEIGE IM RECHNER | EINGABE |
ZAHLUNG (0) = ? | 300000 → drücken der INPUT-Taste |
ZAHLUNG (1) = ? | –100000 → drücken der INPUT-Taste |
N-MAL (1) = 1 | 1 → drücken der INPUT-Taste |
ZAHLUNG (2) = ? | –150000 → drücken der INPUT-Taste |
N-MAL (1) = 1 | 1 → drücken der INPUT-Taste |
ZAHLUNG (3) = ? | − 140000 → drücken der INPUT-Taste |
N-MAL (3) = 1 | 1 → drücken der INPUT-Taste Drücken der EXIT-Taste Drücken des Submenüs RECH |
Im Submenü können unter anderem folgende Berechnungen durch Drücken der jeweiligen Menüposition durchgeführt werden:
Gesamtsumme der Zahlungen (Position 1)
Interner Zinsfuß (IZF) (Position 2)
Nettobarwert (NBW) (Position 4)
Tabelle in neuem Fenster öffnen
POSITION 1 | POSITION 2 | POSITION 3 | POSITION 4 | POSITION 5 | POSITION 6 |
? | ? | I % | NBW | ÄQ.R | NEW |
Für die Berechnung des Nettobarwerts muss noch der Kalkulationszinsfuß in Höhe von 10 % pa wie folgt eingegeben werden:
S. 151Beim vorliegenden Beispiel konnten folgende Ergebnisse errechnet werden:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
POSITION 1 | POSITION 2 | POSITION 3 | POSITION 4 | POSITION 5 | POSITION 6 |
TOTAL | IZF | I % 10 | NBW | ÄQ.R | NEW |
Gesamtsumme der Zahlungen: € –90.000,00
Interner Zinsfuß: 13,56 % pa
Nettobarwert: € –20.060,11
5.3. Anwendung finanzmathematischer Grundlagen bei der Leasingkalkulation
5.3.1. Branchenübliche Leasingkalkulation in Österreich
In der Regel wird in Österreich im Leasinggeschäft folgendermaßen kalkuliert:
Es werden gleichbleibende Monatsraten berechnet.
Der Leasingratenberechnung liegt ein Zinssatz zugrunde, der die Refinanzierungskosten und Zuschläge für Verwaltung, Vertrieb und Gewinnaufschlag für den Leasinggeber abdeckt.
Die Verzinsung erfolgt dekursiv.
Die Zahlweise der Leasingraten erfolgt vorschüssig, das bedeutet, dass die Leasingraten für den betreffenden Monat jeweils am Monatsersten zur Zahlung fällig sind.
Die Umrechnung von Jahres-Kalkulationszinssätzen in Monatszinssätze erfolgt linear.
Finanzmathematisch handelt es sich:
bei der Kalkulation der Leasingraten um Zeitrenten, die mit Hilfe der Annuitätenformel berechnet werden können und
bei der Ermittlung des Leasingzinssatzes um einen „internen Zinssatz“, der auf Basis gegebener Monatsraten, Leasinglaufzeit, Restwert und zu finanzierendem Kapital errechnet wird.
Grundsätzlich sind folgende Fragestellungen in der Leasingkalkulation interessant:
Wie hoch ist die Leasingrate auf Basis gegebener Leasinglaufzeit, Zinssatz, zu finanzierendem Kapital und Restwert?
Wie hoch muss eine bestimmte Ausgleichszahlung (Restwert, Anzahlung etc) vereinbart werden auf Basis gegebener Leasinglaufzeit, Zinssatz, Ratenhöhe und zu finanzierendem Kapital?
Wie hoch ist der effektive Leasingzinssatz auf Basis gegebener Monatsraten, Leasinglaufzeit, zu finanzierendem Kapital und Restwert?
5.3.2. Basisdaten einer Leasingkalkulation (Kalkulationsbestandteile)
Folgende Kalkulationsbestandteile sind für alle nachfolgend beschriebenen Leasingmodelle einheitlich:
S. 152Finanzierungsbetrag: Als zu finanzierender Betrag sind die gesamten Ausgaben des Leasinggebers für die Bereitstellung des Leasingobjekts anzusetzen. Im Falle der Erbringung von Eigenleistungen durch den Leasingnehmer verringert sich der Finanzierungsbetrag.
Laufzeit des Leasingvertrags: Unter der Laufzeit des Leasingvertrags ist die zwischen Leasinggeber und Leasingnehmer vertraglich vereinbarte Leasingdauer zu verstehen und bildet damit finanzmathematisch die jeweilige Kalkulationsdauer. Die Laufzeit wird üblicherweise in Monaten bzw durch die Anzahl von Monatsraten angegeben. In seltenen Fällen gibt es auch die Vereinbarung von Quartals- und Jahresraten.
Kalkulatorischer Restwert: Der kalkulatorische Restwert stellt den – während der Laufzeit des Leasingvertrags – nicht amortisierten Teil der Gesamtfinanzierungskosten dar.
Kalkulationszinssatz: Der Kalkulationszinssatz ist jener Zinssatz, mit dem ein Leasingvertrag kalkuliert wird.
Leasingrate: Die Leasingrate ist der vom Leasingnehmer für die Nutzungsüberlassung zu bezahlende Betrag pro Berechnungsperiode.
Weiters sind noch folgende Kalkulationsbestandteile möglich, die die zu finanzierende Leasingbasis – und dadurch auch die Leasingraten – reduzieren:
Leasingsonderzahlung/Mietvorauszahlung:
Wie bereits an anderer Stelle behandelt, besteht die Möglichkeit, dass der Leasingnehmer eine Leasingsonderzahlung/Mietvorauszahlung vor Vertragsbeginn leistet. Hierunter versteht man eine Anzahlung (Einmalbetrag), die üblicherweise mit der ersten Leasingrate fällig ist. Es besteht aber prinzipiell auch die Möglichkeit, dass eine Leasingsonderzahlung während der Vertragslaufzeit geleistet wird. Diese Sonderzahlung kann grundsätzlich sowohl beim Voll- als auch beim Teilamortisationsmodell vom Leasingnehmer eingebracht werden und sollte aus steuerrechtlichen Gründen 30 % der Netto-Anschaffungskosten des Leasingobjekts nicht übersteigen.
Depotzahlung/Kaution (einmalige oder laufende Kautionen):
Darunter versteht man einen üblicherweise mit der ersten Leasingrate fälligen Betrag, der zur Besicherung der Verpflichtungen dient, die der Leasingnehmer im Vertrag übernommen hat. Es besteht aber auch die Möglichkeit, laufende Kautionen zu vereinbaren. Die Depotzahlung ist grundsätzlich nur beim Teilamortisationsleasing anwendbar und sollte aus steuerlichen Gründen maximal 50 % der Netto-Anschaffungskosten des Leasingobjekts betragen. Im Übrigen sollte die einmalige Depotzahlung/Kaution bzw der Gesamtbetrag der laufenden Kautionen in Summe den kalkulatorischen Restwert nicht übersteigen.
Natürlich ist auch eine Kombination von Leasingsonderzahlung und Depotzahlung möglich.
S. 1535.3.3. Generelle Vorgangsweise bei der Leasingkalkulation
In diesem Kapitel wird auf die generelle Vorgangsweise bei der Leasingkalkulation eingegangen. Eine konkrete Anwendung der Leasingkalkulation unter Berücksichtigung steuerlicher Rahmenbedingungen finden Sie im Kap 5.4.
Die Leasingkalkulation stellt eine mögliche Anwendung der Finanzmathematik dar, insbesondere der Zinseszins- und Rentenrechnung. Aufgrund einer Zahlungsreihe können Barwerte, Endwerte, Renten etc berechnet werden.
Daher ist der erste – und elementare – Schritt bei einer Leasingkalkulation das Aufstellen der Zahlungsreihe (auf Basis der gegebenen Größen).
Hier gilt wie bisher, dass:
die Zahlungsreihe vollständig sein muss, somit alle mit dem Finanzierungsobjekt im Zusammenhang stehenden Zahlungen umfassen muss: Somit sind als „Auszahlungen“ des Leasingnehmers die Eigenleistungen (Mietvorauszahlung, Depot), die laufenden Leasingraten sowie der nicht amortisierte Restwert zu erfassen. Weiters sind die „Einzahlungen“ des Leasinggebers an den Leasingnehmer in Form des bezahlten Anschaffungswerts zu berücksichtigen.
Einzahlungen und Auszahlungen mit unterschiedlichen Vorzeichen zu erfassen sind, wobei Einzahlungen mit „+“ und Auszahlungen mit „–“ in der Zahlungsreihe berücksichtigt werden.
In einem zweiten Schritt ist zu überprüfen, ob der Kalkulationszinssatz p und die Laufzeit n auf dieselbe Zeiteinheit bezogen sind, dh bei der Kalkulation von Monatsraten ist ein Monatszinssatz heranzuziehen usw. Falls dies nicht der Fall ist, so ist der Zinssatz entsprechend umzurechnen. Wünscht man ein exaktes Ergebnis, so erfolgt die Umrechnung über den Aufzinsungsfaktor. In der Leasingpraxis erfolgt die Umrechnung allerdings – wie bereits angeführt – meist linear.
S. 154Die weitere Vorgangsweise ist abhängig von der Fragestellung

Abb 20: Fragestellungen in der Leasingkalkulation
Bei den Erläuterungsbeispielen werden daher in weiterer Folge immer vorher die einzelnen Schritte in Form eines so genannten „Lösungsweges“ dargestellt, bevor die finanzmathematische Lösung dargestellt wird.
5.3.3.1. Beispiele zu den einzelnen Fragestellungen
5.3.3.1.1. Fragestellung 1: Höhe der Leasingrate?
Es soll ein Golf Cabrio leasingfinanziert werden:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Anschaffungskosten des Golf Cabrio: | € | 32.000,00 | (inkl USt und NoVA) |
Leasingsonderzahlung (Anzahlung): | € | 8.000,00 | |
Vereinbarter Restwert: | € | 7.000,00 | |
Kalkulationszinssatz: | 8 % pa | ||
Laufzeit: | 48 Monatsraten | ||
Fragestellung
Wie hoch ist die monatliche Leasingrate, wenn eine vorschüssige Monatsrate vereinbart ist?
S. 155Lösung
Lösungsweg
Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe | ||
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung | ||
3. Schritt: Berechnung Barwert & Monatsrate | ||
Lösung | ||
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe

2. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung
Gegeben ist ein Jahreszinssatz, aber es müssen Monatsraten berechnet werden, daher ist es erforderlich, den Jahreszinssatz auf einen Monatszinssatz umzurechnen. Hier soll noch einmal die exakte Umrechnung gezeigt werden, dh über den Aufzinsungsfaktor:

In der Praxis erfolgt die Umrechnung in der Regel allerdings linear.
3. Schritt: Berechnung des Barwerts und der Monatsrate
Berechnung des Barwerts:
Der Barwert wird ermittelt, indem sämtliche Beträge der Zahlungsreihe auf den Zeitpunkt t = 0 abgezinst werden:
Tabelle in neuem Fenster öffnenAnschaffungskosten AK32.000,00–Anzahlung8.000,00–Restwert abgezinst auf t = 05.145,22(= –7.000/1,00643448)=Barwert18.854,78S. 156Berechnung der Monatsrate über die Formel für vorschüssige Renten (abgeleitet aus der Rentenbarwertformel):
Tabelle in neuem Fenster öffnenZv = 18.854,78 ×1,00643448 × (1,006434 – 1)= € 454,91 vorschüssige monatliche Leasingrate1,006434 × (1,00643448 – 1)
Berechnung mittels Excel bzw HP 17 B II:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | ||
#R | 48 | ||
I%J | 7,7208 | =RMZ(0,006434;48;24000;–7000;1) | |
BARW | 24000 | ||
ENDW | –7000 | ||
#R/J | 12 | ||
BEG-Modus | |||
Ergebnis: € 454,91 | |||
5.3.3.1.2. Fragestellung 2: Höhe der Ausgleichszahlung?
Es soll dasselbe Golf Cabrio leasingfinanziert werden:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Anschaffungskosten des Golf Cabrio: | € | 32.000,00 | (inkl USt und NoVA) |
Leasingsonderzahlung (Anzahlung): | € | 8.000,00 | |
Kalkulationszinssatz: | 8 % pa | ||
Laufzeit: | 48 vorschüssige Monatsraten | ||
Höhe der Monatsrate: | € | 350,00 | |
Fragestellung
Wie hoch ist der zu vereinbarende Restwert, der am Ende der Laufzeit noch vom Leasingnehmer zu bezahlen ist?
Lösung
Lösungsweg
Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe | ||
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung | ||
3. Schritt: Berechnung Barwert & Restwert | ||
Lösung | ||
S. 1571. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe

2. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung
Es gilt das beim vorhergehenden Beispiel Gesagte:
Monatszinssatz = 0,6434 % pm
3. Schritt: Berechnung Barwert und Restwert
Berechnung des Barwerts:
Der Barwert wird ermittelt, indem sämtliche Beträge der Zahlungsreihe auf den Zeitpunkt t = 0 abgezinst werden. In diesem Fall sind lediglich die Anschaffungskosten und die Anzahlung, die beide im Zeitpunkt t = 0 erfolgen, zu berücksichtigen.
Tabelle in neuem Fenster öffnenTabelle in neuem Fenster öffnenAnschaffungskosten AK32.000,00–Anzahlung8.000,00–Rentenbarwert *)14.506,66=Barwert9.493,34*) Rentenbarwert = 350 × 1,006434 ×(1,00643448 – 1)1,00643448 × (1,006436 – 1)Berechnung des Restwerts (= Endwert) aus dem Barwert, indem der Barwert bis zum Ende der Laufzeit aufgezinst wird.
Restwert = Endwert = Barwert × qn = 9.493,34 × 1,00643448 = € 12.915,56.
Berechnung mittels Excel bzw HP 17 B II
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | ||
#R | 48 | ||
I%J | 7,7208 | =ZW(0,006434;48;–350;24000;1) | |
BARW | 24000 | ||
RATE | –350 | ||
#R/J | 12 | ||
BEG-Modus | |||
Ergebnis: € 12.915,56 | |||
S. 1585.3.3.1.3. Fragestellung 3: Höhe des Leasingzinssatzes?
Es soll dasselbe Golf Cabrio leasingfinanziert werden:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Anschaffungskosten des Golf Cabrio: | € | 32.000,00 | (inkl USt und NoVA) |
Leasingsonderzahlung (Anzahlung): | € | 8.000,00 | |
Restwert (am Ende der Laufzeit): | € | 9.000,00 | |
Laufzeit: | 48 vorschüssige Monatsraten | ||
Höhe der Monatsrate: | € | 400,00 | |
Fragestellung
Wie hoch ist der Leasingzinssatz, der diesem Leasingvertrag zugrunde liegt?
Lösung
Lösungsweg
Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe | ||
2. Schritt: Berechnung interner Zinssatz (HP 17 B II/Excel) | ||
Lösung | ||
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe

2. Schritt: Berechnung des internen Leasingzinssatzes mittels Excel bzw HP 17 B II
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | ||
#R | 48 | ||
#R/J | 1 | =ZINS(48;–400;24000;–9000;1;0,6 %) | |
BARW | 24000 | ||
ENDW | –9000 | ||
RATE | –400 | ||
BEG-Modus | |||
Ergebnis: 0,528007 % pm | |||
S. 159Natürlich kann der monatliche Kalkulationszinssatz in einen Effektivzinssatz umgerechnet werden. Dh es ist erforderlich, den „exakten“ dekursiven Jahreszinssatz zu ermitteln (Umrechnung mittels Aufzinsungsfaktor):
effektiver Jahreszinssatz = ((1 + 0,005280)12 – 1) × 100 = 6,52 % pa
5.4. Leasingkalkulation auf Basis unterschiedlicher Leasingmodelle (unter Berücksichtigung umsatzsteuerlicher Rahmenbedingungen)
5.4.1. Vorbemerkungen zur Leasingkalkulation
Umsatzsteuer
Die Leasinggesellschaft kann die beim Kauf des Leasingobjekts bezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen. Somit ist diese Umsatzsteuer lediglich ein Durchlaufposten, wodurch als Finanzierungsbasis nur der Nettobetrag des Kaufpreises herangezogen werden kann.
Allerdings unterliegen die laufenden Leasingraten, Leasingsonderzahlungen und ein allfälliger Ankaufspreis am Laufzeitende der Umsatzsteuer von 20 %.
Ist der Leasingnehmer Unternehmer im Sinne des Umsatzsteuergesetzes, so kann er die Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen. (Ausnahmen bestehen natürlich bei Objekten, die auch im Falle des Kaufs einem Verbot des Vorsteuerabzugs unterliegen. Dies betrifft insbesondere einen Großteil der Pkw.)
Zur Vereinfachung der Leasingkalkulation sowie zur Vermeidung von Rechenfehlern bei Kalkulationsbestandteilen, die nicht der Umsatzsteuer unterliegen, wird in einem ersten Schritt bei den nachfolgenden Rechenbeispielen die Kalkulation der Leasingraten auf Nettobasis berechnet. In einem zweiten Schritt wird die Brutto-Leasingrate berechnet.
In weiterer Folge werden daher sämtliche Kalkulationen auf Nettobasis durchgeführt, dh:
der Netto-Anschaffungswert,
eine eventuelle Netto-Leasingsonderzahlung und
ein eventueller Netto-Restwert
zur Kalkulation der Netto-Leasingrate herangezogen.
Gesetzliche Rechtsgeschäftsgebühr
Jeder Leasingvertrag unterliegt der gesetzlichen Rechtsgeschäftsgebühr, die der Leasingnehmer zu tragen hat. Allerdings kann vereinbart werden, dass sie durch die Leasinggesellschaft mitfinanziert wird.
Die Bemessungsgrundlage ist die Summe der Leasingentgelte (inkl Umsatzsteuer) zuzüglich etwaiger vertragsbezogener, schätzbarer Nebenleistungen. Die Leasingsonderzahlung geht im Gegensatz zur Depotzahlung in die Bemessungsgrundlage ein.
S. 160Die Rechtsgeschäftsgebühr beträgt bei unbestimmter Vertragsdauer 1 % der 36-fachen Brutto-Monatsrate. In der Regel werden Leasingverträge auf unbestimmte Zeit abgeschlossen.
Bei bestimmter Vertragsdauer beträgt die Gebühr 1 % sämtlicher für diesen Zeitraum zu entrichtenden Brutto-Raten. Die Vereinbarung einer bestimmten Vertragsdauer kommt aber in der Praxis nur bei Laufzeiten unter 36 Monaten vor.
Bei vertraglicher Vereinbarung einer Haftpflicht- bzw Kaskoversicherung wird seitens des Finanzamtes, wenn die tatsächlichen Versicherungskosten nicht ermittelbar sind, derzeit pauschal ein Zuschlag von 6 % bzw 10 %, somit maximal 16 %, auf die Berechnungsbasis der Rechtsgeschäftsgebühr hinzugerechnet.
Eigenleistungen des Leasingnehmers
Der Leasingnehmer kann Eigenleistungen in Form von einmaligen oder laufenden Zahlungen bei einer Leasingfinanzierung durchführen. Wesentlich für die Kalkulation dabei ist, in welcher Form die Zahlung im Hinblick auf die Umsatzsteuer erfolgt.
Wird eine Leasingsonderzahlung vereinbart, so unterliegt sie der Umsatzsteuer. Der Leasinggeber stellt daher eine Rechnung über die Leasingsonderzahlung inklusive Umsatzsteuer aus und kalkuliert – wie bereits oben erwähnt – nur mit der Netto-Leasingsonderzahlung. Die Leasingsonderzahlung darf maximal 30 % des Netto-Anschaffungswerts betragen.
Wird hingegen eine Kautions- oder Depotzahlung vereinbart, fällt keine Umsatzsteuer an und es kann daher die gesamte geleistete Depotzahlung – ohne Abzug einer Umsatzsteuer – für die Leasingkalkulation herangezogen werden. Eine Depotzahlung kann nur beim Teilamortisationsleasing vereinbart werden und darf maximal 50 % der Netto-Anschaffungskosten betragen.
Selbstverständlich können auch beide Formen der Eigenleistung bis zu einem Maximum von 50 % der Netto-Anschaffungskosten vereinbart werden.
In weiterer Folge wird anhand von Praxisbeispielen die Kalkulation beim Leasing wie folgt dargestellt:

Abb 21: Kalkulationsbeispiele
S. 161Im nächsten Schritt wird die Kalkulation beim Vollamortisationsleasing und beim Teilamortisationsleasing vorgestellt, wobei bei jedem der beiden Modelle folgende Vorgangsweise gewählt wurde:
In einem ersten Schritt wird die Kalkulation (des Voll- oder Teilamortisationsleasing) ohne Eigenleistung des Leasingnehmers dargestellt und erst
in einem zweiten Schritt die Kalkulation mit Eigenleistung des Leasingnehmers.
5.4.2. Kalkulation beim Vollamortisationsleasing
Kurze Wiederholung zum Vollamortisationsleasing:
Beim Vollamortisationsleasing werden die Gesamtinvestitionskosten des Leasinggebers während der Leasingvertragslaufzeit – bis auf eine kleine Restrate – nahezu vollständig vom Leasingnehmer bezahlt.
Die Restrate wird in der österreichischen Leasingpraxis in der Höhe einer Leasingrate vereinbart.
Für den Leasinggeber bedeutet dies, dass er am Leasingvertragsende neben dem größten Teil der Investitionskosten auch die kalkulatorisch im Zinssatz berücksichtigten Refinanzierungs-, Verwaltungs- und Risikokosten inklusive Gewinnmarge erhalten hat.
5.4.2.1. Kalkulation ohne Eigenleistung des Leasingnehmers
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Produktionsmaschine: | Anschaffungskosten AK: | € 400.000,00 (zuzgl 20 % USt) |
Laufzeit LZ: | 48 Monate | |
Restwert RW: | 1 Monatsrate | |
Kalkulationszinssatz p: | 6 % pa |
Fragestellung
Wie hoch ist die monatliche (vorschüssige) Leasingrate unter der Annahme, dass
die Rechtsgeschäftsgebühr vom Leasingnehmer zum Zeitpunkt der Fälligkeit der 1. Rate bezahlt wird bzw
die Rechtsgeschäftsgebühr von der Leasinggesellschaft mitfinanziert wird?
Lösung
Lösungsweg
Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte!) | ||
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung | ||
S. 1623. Schritt: Berechnung Barwert & Netto-Monatsrate | ||
4. Schritt: Berechnung Brutto-Monatsrate & Rechtsgeschäftsgebühr | ||
Lösung | ||
Lösung a)
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe auf Basis der Nettowerte
Anschaffungskosten (exkl USt): € 400.000,00

Wie man aus der Zahlungsreihe sehen kann, stellt der Restwert – in Höhe einer Monatsrate – aus finanzmathematischer Sicht eine 49. vorschüssige Monatsrate dar. Das bedeutet, dass beim Vollamortisationsleasing einfach mit der Rentenbarwertformel gerechnet werden kann (mit einer um eine Rate verlängerten Laufzeit).
2. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung
Gegeben ist ein Jahreszinssatz, aber es müssen Monatsraten berechnet werden, daher ist es erforderlich, den Jahreszinssatz auf einen Monatszinssatz umzurechnen.
Wie bereits erwähnt, wird in der Leasingpraxis in der Regel linear auf einen Monatszinssatz umgerechnet, dh:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monatszinssatz = | Jahreszinssatz 6 % | = 0,5 % pm |
12 |
3. Schritt: Berechnung des Barwerts und der Netto-Monatsrate
Der Barwert entspricht in diesem Beispiel den Netto-Anschaffungskosten in Höhe von € 400.000,00.
Berechnung der Netto-Monatsrate über die Formel für vorschüssige Renten (abgeleitet aus der Rentenbarwertformel):
Tabelle in neuem Fenster öffnenZv = 400.000,00 ×1,00549 × (1,005 – 1)= € 9.178,46 vorschüssige monatliche Netto-Leasingrate1,005 × (1,00549 – 1)
4. Schritt: Berechnung der Brutto-Monatsrate und der Rechtsgeschäftsgebühr
Berechnung der Brutto-Monatsrate:
Tabelle in neuem Fenster öffnenNetto-Monatsrate€9.178,46+20 % Umsatzsteuer€1.835,69=Brutto-Monatsrate€11.014,15S. 163Berechnung der Rechtsgeschäftsgebühr:
Die Rechtsgeschäftsgebühr wird aufgrund der Raten aus a) berechnet:
Tabelle in neuem Fenster öffnen36 Brutto-Monatsraten = 36 × 11.014,15 =€396.509,40davon 1 % Rechtsgeschäftsgebühr RGG€3.965,10Der Leasingnehmer zahlt gleichzeitig mit der ersten Rate zusätzlich zur ersten Monatsrate eine Rechtsgeschäftsgebühr in Höhe von € 3.965,10 an die Leasinggesellschaft. Diese führt gleichzeitig die Rechtsgeschäftsgebühr an das zuständige Finanzamt ab.
Lösung b)
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe

Weitere Vorgehensweise: 3. & 4. Schritt
Der Barwert entspricht in diesem Beispiel den Anschaffungskosten zuzüglich der Rechtsgeschäftsgebühr = € 403.965,10.
Berechnung der Netto-Monatsrate über die Formel für vorschüssige Renten (abgeleitet aus der Rentenbarwertformel):
Tabelle in neuem Fenster öffnenZv = 403.965,10 ×1,00549 × (1,005 – 1)= € 9.269,44 vorschüssige monatliche Netto-Leasingrate1,005 × (1,00549 – 1)Berechnung der neuen Brutto-Monatsrate (unter Berücksichtigung der anfallenden Rechtsgeschäftsgebühr):
Tabelle in neuem Fenster öffnenNetto-Monatsrate€9.269,44+20 % Umsatzsteuer€1.853,89=Brutto-Monatsrate€11.123,33Selbstverständlich ergibt sich aus der neuen Brutto-Leasingrate wieder eine neue Rechtsgeschäftsgebühr wie folgt:
Berechnung der Rechtsgeschäftsgebühr:
Die Rechtsgeschäftsgebühr wird nach der einmaligen Hinzurechnung der Rechtsgeschäftsgebühr wie folgt berechnet:
Tabelle in neuem Fenster öffnen36 Brutto-Monatsraten = 36 × 11.123,33 =€400.439,88davon 1 % Rechtsgeschäftsgebühr RGG€4.004,40Die Rechtsgeschäftsgebühr in Höhe von € 4.004,40 wird von der Leasinggesellschaft an das zuständige Finanzamt abgeführt.
S. 164 Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | ||
#R | 49 | ||
#R/J | 12 | a) =RMZ(6 %/12;49;400000;0;1)×1,2 | |
BARW | 400000 a) | b) =RMZ(6 %/12;49;403965,10;0;1)×1,2 | |
403965,10 b) | |||
ENDW | 0 | ||
I%J | 6 | ||
BEG-Modus | |||
Rate a) | 9.178,46 × 1,2 | ||
Rate b) | 9.269,44 × 1,2 | ||
Ergebnis a =11.014,15 Ergebnis b = 11.123,33 | |||
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Druckmaschine: | Anschaffungskosten AK: | € 800.000,00 (inkl 20 % USt) |
betriebsgewöhnl Nutzungsdauer | 5 Jahre (60 Monate) | |
Restwert RW: | 1 Monatsrate | |
Kalkulationszinssatz p: | 7 % pa |
Fragestellung
Wie hoch ist die monatliche (vorschüssige) Leasingrate für die
kürzest mögliche Laufzeitvereinbarung (40 % der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer) und
längst mögliche Laufzeitvereinbarung (90 % der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer)?
Lösungen a) und b)
Lösungsweg
Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte!) | ||
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung | ||
3. Schritt: Berechnung Barwert & Netto-Monatsrate | ||
4. Schritt: Berechnung Brutto-Monatsrate | ||
Lösung | ||
S. 165 1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe auf Basis der Nettowerte
Anschaffungskosten (exkl USt): € 666.666,67
Laufzeit (a): 54 Monate
Laufzeit (b): 24 Monate
Zahlungsreihe a)

Zahlungsreihe b)

2. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monatszinssatz = | Jahreszinssatz 7 % | = 0,5833 % pm |
12 |
3. Schritt: Berechnung des Barwerts und der Netto-Monatsrate
Der Barwert entspricht in diesem Beispiel den Netto-Anschaffungskosten in Höhe von € 666.666,67.
Berechnung der Netto-Monatsrate über die Formel für vorschüssige Renten (abgeleitet aus der Rentenbarwertformel):
Tabelle in neuem Fenster öffnena)Zv = 666.666,67 ×1,005855 × (1,0058 – 1)€ 14.122,09 vorschüssige monatliche Netto-Leasingrate1,0058 × (1,005855 – 1)b)Zv = 666.666,67 ×1,005825 × (1,0058 – 1)€ 28.569,27 vorschüssige monatliche Netto-Leasingrate1,0058 × (1,005825 – 1)
4. Schritt: Berechnung der Brutto-Monatsrate
Tabelle in neuem Fenster öffnen
a) | b) | |||||
Netto-Monatsrate | € | 14.122,09 | Netto-Monatsrate | € | 28.569,27 | |
+ 20 % USt | € | 2.824,42 | + 20 % USt | € | 5.713,85 | |
Brutto-Monatsrate | € | 16.946,51 | Brutto-Monatsrate | € | 34.283,12 |
S. 166 Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | ||
#R | 55 a) | ||
25 b) | |||
#R/J | 12 | a) =RMZ(7 %/12;55;666666,67;0;1)×1,2 | |
BARW | 666666,67 | b) =RMZ(7 %/12;25;666666,67;0;1)×1,2 | |
ENDW | 0 | ||
I%J | 7 | ||
BEG-Modus | |||
Rate a) | 14.122,09 × 1,2 | ||
Rate b) | 28.569,27 × 1,2 | ||
Ergebnis a: 16.946,51 Ergebnis b: 34.283,12 | |||
Sie haben ein Leasingangebot für einen Kopierer mit einem Anschaffungswert von € 24.000,00 (inkl 20 % USt) zu folgenden Bedingungen vorliegen:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Laufzeit | 36 Monate (3 Jahre) |
Restwert RW: | 1 Monatsrate |
Monatliche vorschüssige Brutto-Rate: | € 724,03 |
Fragestellung
Wie hoch ist der effektive Jahreszinssatz dieses Leasingvertrags?
Lösung
Lösungsweg
Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Berechnung Monats-Kalkulationszinssatz | ||
2. Schritt: Berechnung Effektivzinssatz (exakt) | ||
Lösung | ||
S. 167 1. Schritt: Berechnung der Verzinsung mittels Excel bzw HP 17 B II
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Monatsrate: | € | 603,36 |
Netto-Anschaffungskosten: | € | 20.000,00 |
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | ||
#R | 37 | ||
#R/J | 12 | =ZINS(37;–603,36;20000;0;1;0,6 %) | |
BARW | 20000 | ||
ENDW | 0 | ||
RATE | –603,36 | ||
BEG-Modus | |||
Ergebnis: 0,62500 % pm | |||
2. Schritt: Berechnung des Effektivzinssatzes
Umrechnung des Monatszinssatzes auf den effektiven Jahreszinssatz mittels Aufzinsungsfaktor:
effektiver Jahreszinssatz = ((1 + 0,00625)12 – 1) × 100 = 7,76 % pa
Sie haben ein Leasingangebot für eine Telefonanlage mit Anschaffungskosten von € 32.000,00 (inkl 20 % USt) zu folgenden Bedingungen vorliegen:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Laufzeit | 48 Monate (4 Jahre) |
Restwert RW: | 1 Monatsrate |
Monatliche vorschüssige Brutto-Rate: | € 741,30 |
Sie haben aber beschlossen, die monatliche Rate auf eine Quartalsrate (ebenfalls vorschüssig) umzustellen.
Fragestellung
Welche Rate wird die Leasinggesellschaft von Ihnen verlangen? Sie können davon ausgehen, dass die Leasinggesellschaft bei dieser Zahlweise dieselbe interne Verzinsung erreichen möchte. Als Arbeitshypothese entspricht das letzte (zusätzliche) Entgelt ebenfalls einer Quartalsrate. Die Laufzeit beträgt also (4 Jahre × 4 Quartale) + 1 Restrate =17 Quartale
S. 168Lösung
Lösungsweg
Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Berechnung der Verzinsung (Kalkulationssatz) | ||
2. Schritt: Umrechnung auf Effektivzinssatz | ||
3. Schritt: Umrechnung auf Quartals-Kalkulationszinssatz | ||
4. Schritt: Berechnung der Netto und Brutto-Quartalsrate | ||
Lösung | ||
1. Schritt: Berechnung der Verzinsung (Kalkulationssatz) mittels Excel bzw HP 17 B II
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Monatsrate: | € | 617,75 |
Netto-Anschaffungskosten: | € | 26.666,67 |
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | ||
#R | 49 | ||
#R/J | 12 | =ZINS(49;-617,75;26666,67;0;1;0,6%) | |
BARW | 26666,67 | ||
ENDW | 0 | ||
RATE | –617,75 | ||
BEG-Modus | |||
Ergebnis: 0,541667 % pm | |||
2. Schritt: Umrechnung des Monatszinssatzes auf den effektiven Jahreszinssatz mittels Aufzinsungsfaktor
effektiver Jahreszinssatz = ((1 + 0,00541667)12– 1) × 100 = 6,6971 % pa
3. Schritt: Umrechnung des effektiven Jahreszinssatzes auf einen Quartalszinssatz mittels Aufzinsungsfaktor

S. 169 4. Schritt: Berechnung der Netto- und Brutto-Quartalsrate
Berechnung der neuen Netto-Quartalsleasingraten auf Basis des Kalkulationszinssatzes von 1,6338 % pqu mittels Excel bzw HP 17 B II:
Tabelle in neuem Fenster öffnenBerechnung mittels HP 17 B IIBerechnung mittels Excel#R17#R/J1=RMZ(0,016338;17;26666,67;0;1)BARW26666,67ENDW0I%J1,634BEG-ModusErgebnis: 1.780,15 NettoquartalsrateBerechnung der Brutto-Leasingrate:
Tabelle in neuem Fenster öffnenErgebnis:Netto-Quartalsrate€1.780,15+ 20 % USt€356,03Brutto-Quartalsrate€2.136,18
Vergleich
Die Differenz zwischen einer Quartalsrate (€ 2.136,18) und 3 Monatsraten (€ 2.223,90) kommt durch die raschere Tilgung durch vorschüssige Quartalsraten und die deutlich höhere Restrate (Entgelt für 3 Monate statt für 1 Monat) zustande. Der Ertrag – gemessen an der Effektivverzinsung – ist für die Leasinggesellschaft ident.
Kontrolle mittels Excel bzw HP 17 B II
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | ||
#R | 17 | ||
#R/J | 1 | =ZINS(17;–1780,15;26666,67;0;1;1,6 %) | |
BARW | 26666,67 | ||
ENDW | 0 | ||
RATE | –1780,15 | ||
BEG-Modus | |||
Ergebnis: 1,633802 % pqu | |||
Umrechnung des Quartalszinssatzes auf den effektiven Jahreszinssatz mittels Aufzinsungsfaktor:
effektiver Jahreszinssatz = ((1 + 0,01633802)4 – 1) × 100 = 6,6971 % pa
Sie möchten folgende Maschine zu untenstehenden Konditionen leasen. Die monatliche Brutto-Rate legen Sie mit € 4.000,00 fest.
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Maschine: | Anschaffungskosten AK: | € 180.000,00 (inkl 20 % USt) |
Restwert RW: | 1 Monatsrate | |
Kalkulationszinssatz p: | 7 % pa | |
maximale Rate: | € 4.000,00 |
S. 170Fragestellung
Wie lange wird unter den gegebenen Bedingungen die Leasinglaufzeit sein?
Lösung
Berechnung der Laufzeit mittels Excel bzw HP 17 B II:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Monatsrate: | € | 3.333,33 |
Netto-Anschaffungskosten: | € | 150.000,00 |
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | ||
#R | –3333,33 | ||
#R/J | 12 | =ZZR(7 %/12;–3333,33;150000;0;1) | |
BARW | 150000 | ||
ENDW | 0 | ||
I%J | 7 | ||
BEG-Modus | |||
Ergebnis: 51,9952847 Monate | |||
dh 51 vorschüssige Monatsraten + 1 Restrate
Die Leasinglaufzeit muss unter den gegebenen Bedingungen daher 51 Monate betragen.
5.4.2.2. Kalkulation mit Eigenleistung des Leasingnehmers
Da beim Vollamortisationsleasing als Eigenleistung des Leasingnehmers nur die Leasingsonderzahlung in Frage kommt, werden in weiterer Folge Beispiele unter Berücksichtigung einer Leasingsonderzahlung gezeigt:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
EDV-Anlage: | Anschaffungskosten AK: | € 600.000,00 (inkl 20 % USt) |
Leasingsonderzahlung: | € 120.000,00 (inkl 20 % USt) | |
Laufzeit LZ: | 36 Monate | |
Restwert RW: | 1 Monatsrate | |
Kalkulationszinssatz p: | 7 % pa |
Fragestellung
Wie hoch ist die monatliche (vorschüssige) Brutto-Leasingrate und die Rechtsgeschäftsgebühr (Annahme: Die Rechtsgeschäftsgebühr wird vom Leasingnehmer zum Zeitpunkt der Fälligkeit der 1. Rate bezahlt)?
S. 171Lösung
Lösungsweg
Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte!) | ||
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung | ||
3. Schritt: Berechnung Barwert & Netto-Monatsrate | ||
4. Schritt: Berechnung Brutto-Monatsrate & Rechtsgeschäftsgebühr | ||
Lösung | ||
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe auf Basis der Nettowerte
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Anschaffungskosten (exkl USt): | € | 500.000,00 |
Leasingsonderzahlung (exkl USt): | € | 100.000,00 |

Der Restwert ist aus Sicht der Finanzmathematik (wiederum) wie eine 37. Monatsrate zu behandeln.
2. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung
Gegeben ist ein Jahreszinssatz, aber es müssen Monatsraten berechnet werden, daher ist es erforderlich, den Jahreszinssatz auf einen Monatszinssatz umzurechnen.
Wie bereits erwähnt wird in der Leasingpraxis in der Regel linear auf einen Monatszinssatz umgerechnet, dh:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monatszinssatz = | Jahreszinssatz 7 % | = 0,5833 % pm |
12 |
S. 172 3. Schritt: Berechnung des Barwerts und der Netto-Monatsrate
Der Barwert berechnet sich aus den Netto-Anschaffungskosten abzüglich der Netto-Leasingsonderzahlung:
Tabelle in neuem Fenster öffnenNetto-Anschaffungskosten€500.000–Netto-Leasingsonderzahlung€100.000=Barwert€400.000Berechnung der Netto-Monatsrate über die Formel für vorschüssige Renten (abgeleitet aus der Rentenbarwertformel):
Tabelle in neuem Fenster öffnenZv = 400.000,00 ×1,00583337 × (1,005833 – 1)€ 11.980,84 vorschüssige monatliche Netto-Rate1,005833 × (1,00583337 – 1)
4. Schritt: Berechnung der Brutto-Monatsrate und der Rechtsgeschäftsgebühr
Berechnung der Brutto-Monatsrate:
Tabelle in neuem Fenster öffnenNetto-Monatsrate€11.980,84+ 20 % USt€2.396,17Brutto-Monatsrate€14.377,01Berechnung der Rechtsgeschäftsgebühr:
Die Rechtsgeschäftsgebühr wird auf Basis der Raten berechnet:
36 Brutto-Monatsraten = 36 × 14.377,01
Tabelle in neuem Fenster öffnen
€ | 517.572,36 | ||
+ | Brutto-Leasingsonderzahlung | € | 120.000,00 |
= | Summe | € | 637.572,36 |
davon 1 % Rechtsgeschäftsgebühr RGG | € | 6.375,72 |
Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | ||
#R | 37 | ||
#R/J | 12 | =RMZ(7 %/12;37;400000;0;1)×1,2 | |
BARW | 400000 | ||
ENDW | 0 | ||
I%J | 7 | ||
BEG-Modus | |||
Rate: | 11.980,84 × 1,2 | ||
Ergebnis = 14.377,00 | |||
Sie haben ein Leasingangebot für eine Maschine mit einem Anschaffungswert von € 150.000,00 (inkl 20 % USt) zu folgenden Bedingungen vorliegen.
Tabelle in neuem Fenster öffnen
S. 173Laufzeit | 48 Monate |
Leasingsonderzahlung: | € 45.000,00 (inkl 20 % USt) |
Restwert RW: | 1 Monatsrate |
Monatliche vorschüssige Brutto-Rate: | € 2.500,00 |
Fragestellung
Wie hoch ist der effektive Jahreszinssatz dieses Leasingvertrags?
Lösung
Lösungsweg
Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Berechnung Monats-Kalkulationszinssatz | ||
2. Schritt: Berechnung Effektivzinssatz (exakt) | ||
Lösung | ||
Schritt 1: Berechnung der Verzinsung mittels Excel bzw HP 17 B II
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Monatsrate: | € | 2.083,33 |
Netto-Anschaffungskosten: | € | 125.000,00 |
Netto-Leasingsonderzahlung: | € | 37.500,00 |
Barwert daher: | € | 87.500,00 |
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | ||
#R | 49 | ||
#R/J | 1 | =ZINS(49;–2500/1,2;87500;0;1;0,6 %) | |
BARW | 87500 | ||
ENDW | 0 | ||
Rate: | –2083,33 | ||
BEG-Modus | |||
Ergebnis: 0,6626 % pm | |||
Schritt 2: Berechnung des Effektivzinssatzes
Umrechnung des Monatszinssatzes auf den effektiven Jahreszinssatz mittels des Aufzinsungsfaktors:
effektiver Jahreszinssatz = ((1 + 0,006626)12 – 1) × 100 = 8,25 % pa
Sie möchten folgenden Kopierer zu untenstehenden Konditionen leasen. Die monatliche Brutto-Rate legen Sie mit € 2.000,00 fest.
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Kopierer: | Anschaffungskosten AK: | € 96.000,00 (inkl 20 % USt) |
Leasingsonderzahlung: | € 24.000,00 (inkl 20 % USt) | |
Restwert RW: | 1 Monatsrate | |
Kalkulationszinssatz p: | 7 % pa | |
maximale Rate: | € 2.000,00 |
Fragestellung
Wie lange wird unter den gegebenen Bedingungen die Leasinglaufzeit sein?
Lösung: Berechnung der Laufzeit mittels Excel bzw HP 17 B II:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Monatsrate: | € | 1.666,67 | ||
Netto-Anschaffungskosten: | € | 80.000,00 | ||
Netto-Leasingsonderzahlung: | € | 20.000,00 | → Barwert daher: € 60.000,00 |
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | ||
RATE | –1666,67 | ||
#R/J | 12 | =ZZR(7 %/12;–1666,67;60000;0;1) | |
BARW | 60000 | ||
ENDW | 0 | ||
I%J | 7 | ||
BEG-Modus | |||
Ergebnis: 40,2624 Monate | |||
dh 40 vorschüssige Monatsraten + 1 Restrate
Die Leasinglaufzeit beträgt daher 40 Monate.
Sie möchten eine EDV-Anlage leasen. Vereinbart wird ein Vollamortisationsleasing mit einer monatlichen Rate in Höhe von maximal € 10.000,00. Der Finanzierungsrestbetrag soll durch eine Leasingsonderzahlung am Beginn der Laufzeit ausgeglichen werden.
Tabelle in neuem Fenster öffnen
EDV-Anlage: | Anschaffungskosten AK: | € 300.000,00 (inkl 20 % USt) |
Laufzeit LZ: | 24 Monate | |
Restwert RW: | 1 Monatsrate | |
Kalkulationszinssatz p: | 7 % pa | |
Brutto-Monatsrate: | € 10.000,00 |
S. 175Fragestellung
Wie hoch muss die Leasingsonderzahlung sein?
Lösung
Lösungsweg
Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte!) | ||
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung | ||
3. Schritt: Berechnung Barwert der Netto-Sonderzahlung | ||
4. Schritt: Berechnung Brutto-Sonderzahlung | ||
Lösung | ||
Lösung
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe auf Basis der Nettowerte
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Anschaffungskosten (exkl USt): | € | 250.000,00 |
Netto-Monatsrate: | € | 8.333,33,00 |

Der Restwert ist aus Sicht der Finanzmathematik (wiederum) wie eine 25. Monatsrate zu behandeln.
2. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung
Lineare Umrechnung des Jahreszinssatzes in einen Monatszinssatz, dh:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monatszinssatz = | Jahreszinssatz 7 % | = 0,5833 % pm |
12 |
S. 176 3. Schritt: Berechnung des Barwerts der Netto-Leasingsonderzahlung
Der Barwert berechnet sich aus den Netto-Anschaffungskosten abzüglich des Rentenbarwerts der Netto-Leasingraten:
Tabelle in neuem Fenster öffnenNetto-Anschaffungskosten€250.000,00–Rentenbarwert€194.459,80Barwert = Netto-Sonderzahlung€55.540,20
Nebenrechnung
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Rentenbarwert = 8.333,33 × 1,005833 × | (1,00583325 – 1) | = 194.459,80 |
1,00583325 × (1,005833 – 1) |
4. Schritt: Berechnung der Brutto-Leasingsonderzahlung
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Sonderzahlung ^ | € | 55.540,20 |
+ 20 % USt | € | 11.108,04 |
Brutto-Sonderzahlung | € | 66.648,24 |
Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | ||
RATE | –8333,33 | ||
#R/J | 12 | =(250000 – BW(7 %/12;25; –8333,33;0;1))×1,2 | |
#R | 25 | ||
ENDW | 0 | ||
I%J | 7 | ||
BEG-Modus | |||
Ergebnis: BARW | 194459,80 | ||
Leasing-SZ: | (250000 – 194459,80) × 1,2 | ||
Ergebnis = 66.648,24 | |||
5.4.3. Kalkulation beim Teilamortisationsleasing
Kurz zum Teilamortisationsleasing:
Beim Teilamortisationsvertrag wird nur ein Teil der Gesamtinvestitionskosten über die laufenden Leasingraten zurückgeführt. Das bedeutet, dass am Leasingvertragsende ein Teil der Gesamtinvestitionskosten – der so genannte kalkulatorische Restwert – noch offen ist.
Der Leasinggeber erhält diesen Restwert nur dann, wenn er das Leasingobjekt an den Leasingnehmer oder an einen Dritten verkaufen kann. Ebenso fließt der Restwert S. 177oder ein Teil davon zurück, wenn der Leasingnehmer am Vertragsende den Leasingvertrag weiter fortsetzt.
Selbstverständlich erhält der Leasinggeber auch beim Teilamortisationsvertrag im Rahmen der laufenden Leasingraten neben den Amortisationsteilen auch die Refinanzierungs-, Verwaltungs- und Risikokosten inklusive Gewinnspanne.
5.4.3.1. Kalkulation ohne Eigenleistung des Leasingnehmers
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Pkw: | Anschaffungskosten AK: | € 36.000,00 (inkl 20 % USt und NoVA) |
Laufzeit LZ: | 48 Monate | |
Restwert RW: | € 8.000,00 (inkl 20 % USt) | |
Kalkulationszinssatz p: | 6,5 % pa |
Fragestellung
Wie hoch ist die monatliche (vorschüssige) Leasingrate?
Lösung
Lösungsweg
Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte!) | ||
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung | ||
3. Schritt: Berechnung Barwert & Netto-Monatsrate | ||
4. Schritt: Berechnung Brutto-Monatsrate | ||
Lösung | ||
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe auf Basis der Nettowerte
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Anschaffungskosten (exkl USt): | € | 30.000,00 |
Restwert (exkl USt): | € | 6.666,67 |
S. 178 2. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung
Umrechnung auf einen Monatszinssatz:

3. Schritt: Berechnung des Barwerts und der Netto-Monatsrate
Der Barwert wird ermittelt, indem sämtliche Beträge der Zahlungsreihe auf den Zeitpunkt t = 0 abgezinst werden, hier: der Netto-Anschaffungswert und der Nettorestwert:
Tabelle in neuem Fenster öffnenNetto-Anschaffungswert30.000,00–Netto-Restwert5.143,87(= –6.666,67 / 1,00541748)Barwert24.856,13Berechnung der Netto-Monatsrate über die Formel für vorschüssige Renten (abgeleitet aus der Rentenbarwertformel):
Tabelle in neuem Fenster öffnenZv = 24.856,13 ×1,00541748 × (1,005417 – 1)€ 586,29 vorschüssige monatliche Netto-Rate1,005417 × (1,00541748 – 1)
4. Schritt: Berechnung der Brutto-Monatsrate
Berechnung der Brutto-Monatsrate:
Tabelle in neuem Fenster öffnenNetto-Monatsrate€586,29+ 20 % USt€117,26Brutto-Monatsrate€703,55
Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | ||
#R | 48 | ||
#R/J | 12 | =RMZ(6,5 %/12;48;30000; –6666,67;1)×1,2 | |
BARW | 30000 | ||
ENDW | –6666,67 | ||
I%J | 6,5 | ||
BEG-Modus | |||
Rate: | 586,29 × 1,2 | ||
Ergebnis = 703,54 | |||
Sie haben ein Leasingangebot für einen Lkw mit einem Anschaffungswert von € 105.600,00 (inkl 20 % USt) zu folgenden Bedingungen vorliegen:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Laufzeit | 60 Monate |
Restwert RW: | € 20.400,00 (inkl 20 % USt) |
Monatliche vorschüssige Brutto-Rate: | € 1.778,80 |
Fragestellung
Wie hoch ist der effektive Jahreszinssatz dieses Leasingvertrags?
Lösung
Lösungsweg
Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Berechnung Monats-Kalkulationszinssatz | ||
2. Schritt: Berechnung Effektivzinssatz (exakt) | ||
Lösung | ||
1. Schritt: Berechnung der Verzinsung mittels Excel bzw HP 17 B II
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Monatsrate: | € | 1.482,34 |
Netto-Anschaffungskosten: | € | 88.000,00 |
Nettorestwert: | € | 17.000,00 |
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | ||
#R | 60 | ||
#R/J | 1 | =ZINS(60;–1482,34;88000; –17000;1;0,6 %) | |
BARW | 88000 | ||
ENDW | –17000 | ||
RATE | –1482,34 | ||
BEG-Modus | |||
Ergebnis: 0,55805 % pm | |||
2. Schritt: Berechnung des Effektivzinssatzes
Die Umrechnung des Monatszinssatzes auf den effektiven Jahreszinssatz erfolgt mittels Aufzinsungsfaktor:
effektiver Jahreszinssatz = ((1 + 0,0055805)12 – 1) × 100 = 6,91 % pa
Sie möchten folgenden Pkw-Kombi zu untenstehenden Konditionen leasen. Die monatliche Brutto-Rate legen Sie mit maximal € 850,00 fest.
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Pkw-Kombi: | Anschaffungskosten AK: | € 48.000,00 (inkl 20 % USt und NoVA) |
Laufzeit: | 48 Monatsraten | |
Kalkulationszinssatz p: | 6,5 % pa | |
maximale Brutto-Rate: | € 850,00 |
Fragestellung
Wie hoch wird unter den gegebenen Bedingungen der Restwert sein?
Lösung
Lösungsweg
Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte!) | ||
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung | ||
3. Schritt: Berechnung Bar- & Endwert (Nettorestwert)* | ||
4. Schritt: Berechnung Brutto-Restwert | ||
Lösung | ||
Natürlich könnte auch gleich direkt der Endwert berechnet werden
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe auf Basis der Nettowerte
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Anschaffungskosten (exkl USt): | € | 40.000,00 |
Netto-Monatsrate: | € | 708,33 |

S. 181 2. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung
Umrechnung auf einen Monatszinssatz:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monatszinssatz = | Jahreszinssatz 6,5 % | 0,5417 % pm |
12 |
3. Schritt: Berechnung des Barwerts & Endwerts (= Netto-Restwert)
Abzinsung sämtlicher Beträge auf den Zeitpunkt t = 0:
Tabelle in neuem Fenster öffnenNetto-Anschaffungswert40.000,00–Rentenbarwert30.030,41=Barwert9.969,59Nebenrechnung
Tabelle in neuem Fenster öffnenRentenbarwert = 708,33 × 1,005417 ×(1,00541748 – 1)= 30.030,411,00541748 × (1,005417 – 1)Ermittlung des Rentenendwerts durch Aufzinsen des Rentenbarwerts:
Rentenendwert = 9.969,59 × 1,00541748 = 12.920,99
4. Schritt: Berechnung des Brutto-Restwerts
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Restwert | € | 12.920,99 |
+ 20 % USt | € | 2.584,20 |
Brutto-Restwert | € | 15.505,19 |
Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | ||
RATE | –708,33 | ||
#R/J | 12 | =ZW(6,5 %/12;48;–708,33;40000;1)×1,2 | |
#R | 48 | ||
BARW | 40000 | ||
I%J | 6,5 | ||
BEG-Modus | |||
Ergebnis: ENDW | 12920,99 × 1,2 | ||
Ergebnis = 15.505,19 | |||
S. 1825.4.3.2. Kalkulation mit Eigenleistung des Leasingnehmers
5.4.3.2.1. Leasingsonderzahlung
Sie möchten einen neuen Pkw anschaffen. Gleichzeitig verkaufen Sie Ihr altes Auto und verwenden den Verkaufserlös, um eine Leasingsonderzahlung zu leisten.
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Pkw: | Anschaffungskosten AK: | € 30.000,00 (inkl 20 % USt und NoVA) |
Leasingsonderzahlung: | € 7.500,00 (inkl 20 % USt) | |
Laufzeit LZ: | 36 Monate | |
Restwert RW: | € 8.000,00 (inkl 20 % USt) | |
Kalkulationszinssatz p: | 7 % pa |
Fragestellung
Wie hoch ist die monatliche (vorschüssige) Brutto-Leasingrate und die Rechtsgeschäftsgebühr (Annahme: Die Rechtsgeschäftsgebühr wird vom Leasingnehmer zum Zeitpunkt der Fälligkeit der 1. Rate bezahlt)?
Lösung
Lösungsweg
Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte!) | ||
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung | ||
3. Schritt: Berechnung Barwert & Netto-Monatsrate | ||
4. Schritt: Berechnung Brutto-Monatsrate & Rechtsgeschäftsgebühr | ||
Lösung | ||
Lösung
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe auf Basis der Nettowerte
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Anschaffungskosten (exkl USt): | € | 25.000,00 |
Leasingsonderzahlung (exkl USt): | € | 6.250,00 |
S. 183

2. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung
Lineare Umrechnung des Jahreszinssatzes in einen Monatszinssatz:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monatszinssatz = | Jahreszinssatz 7 % | = 0,5833 % pm |
12 |
3. Schritt: Berechnung des Barwerts und der Netto-Monatsrate
Der Barwert berechnet sich aus den Netto-Anschaffungskosten abzüglich der Netto-Leasingsonderzahlung und dem abgezinsten Nettorestwert:
Tabelle in neuem Fenster öffnenNetto-Anschaffungskosten€25.000,00–Netto-Leasingsonderzahlung€6.250,00–Netto-Restwert€5.407,65(= 6.666,67 / 1,00583336)=Barwert€13.342,74Berechnung der Netto-Monatsrate über die Formel für vorschüssige Renten (abgeleitet aus der Rentenbarwertformel):
Tabelle in neuem Fenster öffnenZv = 13.342,74 ×1,00583336 × (1,005833 – 1)€ 409,60 vorschüssige monatliche Netto-Rate1,005833 × (1,00583336 – 1)
4. Schritt: Berechnung der Brutto-Monatsrate und der Rechtsgeschäftsgebühr
Berechnung der Brutto-Monatsrate:
Tabelle in neuem Fenster öffnenNetto-Monatsrate€409,60+ 20 % USt€81,92Brutto-Monatsrate€491,52Berechnung der Rechtsgeschäftsgebühr:
Die Rechtsgeschäftsgebühr wird auf Basis der Brutto-Monatsraten berechnet:
Tabelle in neuem Fenster öffnen36 Brutto-Monatsraten = 36 × 491,52€17.694,72+ Brutto-Leasingsonderzahlung€7.500,00Summe€25.194,72davon 1 % Rechtsgeschäftsgebühr RGG€251,95
S. 184 Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | ||
#R | 36 | ||
#R/J | 12 | =RMZ(7 %/12;36;(25000–6250); –6666,67;1)×1,2 | |
BARW | 18750 | ||
ENDW | –6666,67 | ||
I%J | 7 | ||
BEG-Modus | |||
Ergebnis: | 409,60 × 1,2 | ||
Ergebnis = 491,52 | |||
Sie haben folgendes Leasingangebot vorliegen:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Anschaffungskosten: | € 92.000,00 (inkl 20 % USt) |
Laufzeit | 20 Quartale (5 Jahre) |
Leasingsonderzahlung: | € 12.000,00 (inkl 20 % USt) |
Restwert RW: | € 20.000,00 (inkl 20 % USt) |
Vorschüssige Brutto-Rate je Quartal: | € 4.000,00 |
Fragestellung
Wie hoch ist der effektive Jahreszinssatz dieses Leasingvertrags?
Lösung
Lösungsweg
Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Berechnung Quartals-Kalkulationszinssatz | ||
2. Schritt: Berechnung Effektivzinssatz (exakt) | ||
Lösung | ||
Schritt 1: Berechnung der Verzinsung mittels Excel bzw HP 17 B II
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Monatsrate: | € | 3.333,33 | |
Netto-Anschaffungskosten: | € | 76.666,67 | |
Netto-Leasingsonderzahlung: | € | 10.000,00 | → Barwert daher: € 66.666,67 |
Nettorestwert: | € | 16.666,67 |
Tabelle in neuem Fenster öffnen
S. 185Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | ||
#R | 20 | ||
#R/J | 1 | =ZINS(20;–3333,33;66666,67; –16666,67;1;1,5 %) | |
BARW | 66666,67 | ||
ENDW | –16666,67 | ||
RATE | –3333,33 | ||
BEG-Modus | |||
Ergebnis: 2,0206 % pqu | |||
Schritt 2: Berechnung des Effektivzinssatzes
Umrechnung des Quartalszinssatzes auf den effektiven Jahreszinssatz mittels Aufzinsungsfaktor:
effektiver Jahreszinssatz = ((1 + 0,020206)4 – 1) × 100 = 8,33 % pa
5.4.3.2.2. Depot- bzw Kautionszahlung
In einem ersten Schritt werden das Wesen der Depot-/Kautionszahlung und die Kalkulation mit einer vereinbarten Depotzahlung an einem sehr stark vereinfachten Beispiel dargestellt. Anschließend erfolgt die Leasingkalkulation mit praxisnahen Kalkulationsbeispielen.
Zur Depotzahlung/Kautionszahlung
Die Depotzahlung ist im Gegensatz zur Leasingsonderzahlung keine Anzahlung, sondern ein Betrag der zur Besicherung der Verpflichtungen dient, die der Leasingnehmer im Leasingvertrag übernommen hat. Die Depotzahlung kann – im Gegensatz zur Leasingsonderzahlung – vom Leasingnehmer grundsätzlich wieder am Ende des Leasingvertrags zurückverlangt werden, wenn sie für die vereinbarten Verpflichtungen nicht benötigt wird. Es können sowohl eine einmalige Kaution als auch laufende Kautionen vereinbart werden.
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Maschine: | Anschaffungskosten AK: | € 30.000,00 (inkl 20 % USt) |
Laufzeit LZ: | 3 Jahre (3 Jahresraten) | |
Restwert RW: | € 8.000,00 (inkl 20 % USt) | |
Kalkulationszinssatz p: | 7 % pa | |
Depotzahlung: | € 6.000,00 |
Die Depotzahlung ist mit der 1. Rate fällig und wird am Ende der Laufzeit wieder an den Leasingnehmer rückerstattet bzw mit dem Restwert gegengerechnet.
S. 186Fragestellung
Wie hoch ist die monatliche (vorschüssige) Brutto-Leasingrate und wie hoch sind die Restzahlung des Leasingnehmers am Ende der Laufzeit und die Gesamtbelastung im Falle des Ankaufs der Maschine?
1. Schritt: Aufstellen der Netto-Zahlungsreihe & Berechnung der Netto-Leasingrate (OHNE Depotzahlung)

Berechnung des Barwerts:
Tabelle in neuem Fenster öffnenNetto-Anschaffungskosten€25.000,00–Netto-Restwert€5.441,99(= 6.666,67 / 1,073)=Barwert€19.558,01Berechnung der Netto-Jahresrate:
Tabelle in neuem Fenster öffnenZv = 19.558,01 ×1,073 × (1,07 – 1)= € 6.965,06 vorschüssige Netto-Rate1,07 × (1,073 – 1)
2. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe für die Depotzahlung & Berechnung der Zinsen für das Depot

Berechnung der vorschüssigen Zinsen für jeweils 1 Periode:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Periodische Zinsen | = Perioden-Endwert (6.000) – Perioden-Barwert | ||
= 6.000 – | 6.000 | = € 392,52 | |
1,07 | |||
3. Schritt: Berechnung der Netto-Leasingrate unter Berücksichtigung des Depots
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Rate (ohne Depotberücksichtigung) | € | 6.965,06 | |
– | Zinsen auf Depot | € | 392,52 |
= | Netto-Rate | € | 6.572,54 |
Die Schritte 1–3 können zusammengefasst werden: Wenn die beiden Zahlungsreihen zusammenfügt werden, kann in einem Schritt die Leasingrate errechnet werden:
S. 187

Berechnung des Barwerts:
Tabelle in neuem Fenster öffnenNetto-Anschaffungskosten€25.000,00–Depotzahlung€6.000,00+Depotzahlung€4.897,79(= 6.000/1,073)–Netto-Restwert€5.441,99(= 6.666,67/1,073)=Barwert€18.455,80Berechnung der Netto-Jahresrate:
Tabelle in neuem Fenster öffnenZv = 18.455,80 ×1,073 × (1,07 – 1)= € 6.572,54 vorschüssige Netto-Rate1,07 × (1,073 – 1)
In den folgenden Beispielen werden die beiden Zahlungsreihen in einer Zahlungsreihe zusammengefasst und die Berechnung in einem Schritt durchgeführt.
4. Schritt: Berechnung der Brutto-Rate
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Rate | € | 6.572,54 |
+ 20 % USt | € | 1.314,51 |
Brutto-Rate | € | 7.887,04 |
5. Schritt: Berechnung der Zahlungsverpflichtung des Leasingnehmers
Tabelle in neuem Fenster öffnen
• | Laufzeitbeginn: | Depotzahlung: | € | 6.000,00 |
• | Jährlich zu Beginn des Jahres: | Jährliche Brutto-Rate (3mal): | ||
= € 7.887,04 × 3 = | € | 23.661,13 | ||
• | Laufzeitende (bei Ankauf): | Brutto-Restwert abzüglich Depot: | ||
= € 8.000,00 – € 6.000,00 = | € | 2.000,00 | ||
Gesamtbelastung | € | 31.661,13 |
Praxisbeispiele
Sie möchten einen neuen Pkw anschaffen. Gleichzeitig verkaufen Sie Ihr altes Auto und verwenden den Verkaufserlös als Depotzahlung beim Leasingvertrag.
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Pkw: | Anschaffungskosten AK: | € 36.000,00 (inkl 20 % USt und NoVA) |
Depotzahlung = Verkaufserlös: | € 5.000,00 | |
Laufzeit LZ: | 36 Monate | |
Restwert RW: | € 9.600,00 (inkl 20 % USt) | |
Kalkulationszinssatz p: | 6,5 % pa |
S. 188Fragestellung
Wie hoch ist die monatliche (vorschüssige) Brutto-Leasingrate und die Gesamtbelastung des Leasingnehmers über die gesamte Laufzeit unter der Annahme des Ankaufs des Leasingobjekts am Vertragsende?
Lösung
Lösungsweg
Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte!) inkl Depotzahlung | ||
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung | ||
3. Schritt: Berechnung Barwert & Netto-Monatsrate | ||
4. Schritt: Berechnung Brutto-Monatsrate & Gesamtbelastung | ||
Lösung | ||
Lösung
1. Schritt: Aufstellen der Netto-Zahlungsreihe inkl Depotzahlung
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Anschaffungskosten (exkl USt): | € | 30.000,00 |
Restwert (exkl USt): | € | 8.000,00 |

2. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung
Lineare Umrechnung des Jahreszinssatzes in einen Monatszinssatz:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monatszinssatz = | Jahreszinssatz 6,5 % | = 0,5417 % pm |
12 |
S. 189 3. Schritt: Berechnung des Barwerts und der Netto-Monatsrate
Barwert:
Tabelle in neuem Fenster öffnenNetto-Anschaffungskosten€30.000,00–Depotzahlung€5.000,00+Depotrückzahlung€4.116,29(= 5.000 / 1,00541736)–Netto-Restwert€6.586,06(= 8.000 / 1,00541736)=Barwert€22.530,23Berechnung der Netto-Monatsrate über die Formel für vorschüssige Renten (abgeleitet aus der Rentenbarwertformel):
Tabelle in neuem Fenster öffnenZv = 22.530,23 ×1,00541736 × (1,005417 – 1)€ 686,81 vorschüssige monatliche Netto-Rate1,005417 × (1,00541736 – 1)
4. Schritt: Berechnung der Brutto-Monatsrate
Berechnung der Brutto-Monatsrate:
Tabelle in neuem Fenster öffnenNetto-Monatsrate€686,81+ 20 % USt€137,36Brutto-Monatsrate€824,17
Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | ||
#R | 36 | ||
#R/J | 12 | =RMZ(6,5 %/12;36;(30000–5000); | |
BARW | 25000 | (5000–8000);1) ×1,2 | |
ENDW | –3000 | ||
I%J | 6,5 | ||
BEG-Modus | |||
Rate: | –686,81 × 1,2 | ||
Ergebnis = 824,17 | |||
Zahlungsverpflichtung des Leasingnehmers:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
• | Laufzeitbeginn: | Depotzahlung: | € | 5.000,00 |
• | Monatlich vorschüssig: | Monatliche Brutto-Rate (36mal): | ||
= € 824,17 × 36 = | € | 29.670,12 | ||
• | Laufzeitende (bei Ankauf): | Brutto-Restwert abzüglich Depot: | ||
= € 9.600,00 – € 5.000,00 | € | 4.600,00 | ||
Gesamtbelastung | € | 39.270,12 |
S. 190Möglichkeit zur Vereinbarung einer „unverzinsten“ oder einer „verzinsten“ Depotzahlung
Bei obigem Beispiel spricht man in der Leasingpraxis auch von einer „unverzinsten“ Depotzahlung. Diese Bezeichnung ist deshalb nicht korrekt, da – wie im vereinfachten Demonstrationsbeispiel gezeigt wurde – das Depot mit dem Kalkulationszinssatz verzinst wird. „Unverzinst“ bedeutet daher nur, dass kein gesonderter Zinssatz für die Verzinsung des Depots vereinbart wird, sondern der Kalkulationszinssatz zur Anwendung kommt. Diese Form der Depotzahlung ist bei Leasingmodellen sehr häufig anzutreffen.
Natürlich ist es auch möglich, dass ein „verzinstes“ Depot vereinbart wird. Bei dieser Vereinbarung wird für die Verzinsung des Depots gesondert ein Zinssatz vereinbart. Nachfolgend wird ein Beispiel für eine Leasingfinanzierung mit einem verzinsten Depot berechnet.
Hinweis: Beispiel 1 und Beispiel 2 sind ident bis auf den Unterschied, dass im Beispiel 2 ein verzinstes Depot vereinbart wird. Es werden in der Lösung daher auch nur jene Schritte dargestellt, die zu Beispiel 1 differieren.
Es soll ein neuer Pkw angeschafft werden. Der Verkaufserlös aus der Rückgabe eines Altautos wird als Depotzahlung verwendet.
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Pkw: | Anschaffungskosten AK: | € 36.000,00 (inkl 20 % USt und NoVA) |
verzinste Depotzahlung: | € 5.000,00 (vereinbarter Zinssatz: 3 % pa) | |
Laufzeit LZ: | 36 Monate | |
Restwert RW: | € 9.600,00 (inkl 20 % USt) | |
Kalkulationszinssatz p: | 6,5 % pa |
Fragestellung
Wie hoch ist die monatliche (vorschüssige) Brutto-Leasingrate und die Gesamtbelastung des Leasingnehmers über die gesamte Laufzeit unter der Annahme des Ankaufs des Leasingobjekts am Vertragsende?
Lösung
Lösungsweg
Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihen (Nettowerte!) inkl Depotzahlung | ||
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung | ||
S. 1913. Schritt: Berechnung Barwert & Netto-Monatsrate | ||
4. Schritt: Berechnung Brutto-Monatsrate & Gesamtbelastung | ||
Lösung | ||
Lösung
1. Schritt: Aufstellen der Nettozahlungsreihen (ohne Depot und gesondert für die Depotzahlung)
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Anschaffungskosten (exkl USt): | € | 30.000,00 |
Restwert (exkl USt): | € | 8.000,00 |
Zahlungsreihe ohne Depotzahlung:

Zahlungsreihe für die Depotzahlung:

2. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung
Lineare Umrechnung des Jahreszinssatzes der Depotzahlung in einen Monatszinssatz:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monatszinssatz = | Jahreszinssatz 3 % | = 0,25 % pm |
12 |
3. Schritt: Berechnung des Barwerts und der Netto-Monatsrate
Barwert:
Tabelle in neuem Fenster öffnenNetto-Anschaffungskosten€30.000,00–Netto-Restwert€6.586,06(= 8.000 / 1,00541736)=Barwert€23.413,94Berechnung der Netto-Monatsrate (vor Depotzinsen) über die Formel für vorschüssige Renten (abgeleitet aus der Rentenbarwertformel):
Tabelle in neuem Fenster öffnenZv = 23.413,94 ×1,00541736 × (1,005417 – 1)€ 713,75 vorschüssige monatliche Netto-Rate*1,005417 × (1,00541736 – 1)*Hinweis: Bei dieser Rate sind die Depotzinsen, die die Rate verringern, noch nicht berücksichtigt.
Berechnung der Zinsen der Depotzahlung: Es müssen die monatlichen vorschüssigen Zinsen des Depots berechnet werden. Diese Zinsen können anschließend von der Leasingrate abgezogen werden.
Tabelle in neuem Fenster öffnenDepotzahlung am Ende der Periode€5.000,00–Depotzahlung abgezinst um eine Periode€4.987,53=vorschüssige Zinsen der Depotzahlung€12,47Berechnung der Netto-Monatsrate:
Tabelle in neuem Fenster öffnenvorläufige Rate€713,75–Zinsen der Depotzahlung€12,47=Nettorate€701,28
4. Schritt: Berechnung der Brutto-Monatsrate
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Monatsrate | € | 701,28 |
+ 20 % USt | € | 140,26 |
Brutto-Monatsrate | € | 841,54 |
Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | |||
~ 1. Schritt | ||||
#R | 36 | |||
#R/J | 12 | =(RMZ(6,5 %/12;36;30000;–8000;1) | ||
BARW | 30000 | +(5000–5000/1,0025))×1,2 | ||
ENDW | –8000 | |||
I%J | 6,5 | |||
BEG-Modus | ||||
Rate: | –713,75 | |||
~ 2. Schritt | ||||
#R | 36 | |||
#R/J | 12 | |||
BARW | 5000 | |||
ENDW | –5000 | |||
I%J | 3 | |||
BEG-Modus | ||||
Rate: | –12,47 | |||
~ 3. Schritt | ||||
Rate: | (713,75–12,47) × 1,2 | |||
Ergebnis = 841,54 | ||||
S. 193Zahlungsverpflichtung des Leasingnehmers:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
– Laufzeitbeginn: | Depotzahlung: | € | 5.000,00 |
– Monatlich vorschüssig: | Monatliche Brutto-Rate (36mal): | ||
= € 841,54 × 36 = | € | 30.295,44 | |
– Laufzeitende (bei Ankauf): | Brutto-Restwert abzüglich Depot: | ||
= € 9.600,00 – € 5.000,00 | € | 4.600,00 | |
Gesamtbelastung | € | 39.895,44 |
Vergleich Beispiele 1 und 2
Vergleich der Raten:
Wie man erkennen kann, ist bei dem Leasingvertrag mit der 3 % pa „verzinsten“ Depotzahlung die monatliche Brutto-Rate um € 17,37 höher als bei dem Leasingvertrag mit der „unverzinsten“ Depotzahlung.
Vergleich der Gesamtbelastung:
Die Gesamtbelastung in Beispiel 2 („verzinstes“ Depot) ist um € 625,36 höher als in Beispiel 1.
Hinweis: Es wird die Effektivverzinsung des Beispiels 2 unter der Annahme berechnet, dass der Leasingnehmer am Vertragsende das Leasingobjekt ankauft.
Folgendes Leasingangebot liegt vor:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Pkw: | Anschaffungskosten AK: | € 36.000,00 (inkl 20 % USt und NoVA) |
Depotzahlung: | € 5.000,00 | |
Laufzeit LZ: | 36 Monate | |
Restwert RW: | € 9.600,00 (inkl 20 % USt) | |
Monatliche Rate: | € 841,54 (vorschüssig inkl 20 % USt) |
Fragestellung
Wie hoch ist der effektive Jahreszinssatz dieses Leasingvertrags?
Lösung
Lösungsweg
Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Berechnung Monats-Kalkulationszinssatz | ||
2. Schritt: Berechnung Effektivzinssatz (exakt) | ||
Lösung | ||
S. 194Schritt 1: Berechnung der Verzinsung mittels Excel bzw HP 17 B II
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Monatsrate: | € | 701,28 |
Netto-Anschaffungskosten: | € | 30.000,00 |
Nettorestwert: | € | 8.000,00 |
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | ||
#R | 36 | ||
#R/J | 1 | =ZINS(36;–701,28;(30000–5000); | |
BARW | 25000 | (5000–8000);1;0,8%) | |
ENDW | –3000 | ||
RATE | –701,28 | ||
BEG-Modus | |||
Ergebnis: 0,6429 % pm | |||
Schritt 2: Berechnung des Effektivzinssatzes
Umrechnung des Monatszinssatzes auf den effektiven Jahreszinssatz mittels Aufzinsungsfaktor:
effektiver Jahreszinssatz = ((1 + 0,006429)12 – 1) × 100 = 7,99 % pa
5.4.3.2.3. Kombination von Leasingsonderzahlung und Depotzahlung
Selbstverständlich können eine Leasingsonderzahlung und eine Depotzahlung bei einem Leasingvertrag kombiniert werden. Zu beachten ist allerdings, dass die Sonderzahlung und das Depot gemeinsam 50 % des Netto-Anschaffungswerts des Leasingobjekts nicht übersteigen dürfen. Weiters ist zu beachten, dass diese Kombination ausschließlich beim Teilamortisationsleasing vereinbart werden kann, da – wie bereits erwähnt – eine Depotzahlung beim Vollamortisationsleasing nicht möglich ist.
Es soll ein Lkw angeschafft werden. Als Eigenleistung werden eine Depotzahlung sowie eine Leasingsonderzahlung vereinbart.
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Pkw: | Anschaffungskosten AK: | € 129.600,00 (inkl 20 % USt und NoVA) |
Leasingsonderzahlung: | € 24.000,00 (inkl 20 % USt) | |
Depotzahlung: | € 10.000,00 („unverzinst“) | |
Laufzeit LZ: | 60 Monate | |
Restwert RW: | € 15.000,00 (inkl 20 % USt) | |
Kalkulationszinssatz p: | 7 % pa |
S. 195Fragestellung
Wie hoch sind die monatliche (vorschüssige) Brutto-Leasingrate und die Gesamtbelastung des Leasingnehmers über die gesamte Laufzeit im Falle des Ankaufs des Leasingobjekts am Laufzeitende?
Lösung
Lösungsweg
Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte!) inkl Depotzahlung | ||
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung | ||
3. Schritt: Berechnung Barwert & Netto-Monatsrate | ||
4. Schritt: Berechnung Brutto-Monatsrate & Gesamtbelastung | ||
Lösung | ||
Lösung
1. Schritt: Aufstellen der Netto-Zahlungsreihe inkl Depotzahlung
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Anschaffungskosten (exkl USt): | € | 108.000,00 |
Leasingsonderzahlung (exkl USt): | € | 20.000,00 |
Depotzahlung: | € | 10.000,00 |
Restwert (exkl USt): | € | 12.500,00 |

2. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung
Lineare Umrechnung des Jahreszinssatzes in einen Monatszinssatz:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monatszinssatz = | Jahreszinssatz 7 % | = 0,5833 % pm |
12 |
S. 196 3. Schritt: Berechnung des Barwerts und der Netto-Monatsrate
Barwert:
Tabelle in neuem Fenster öffnenNetto-Anschaffungskosten€108.000,00–Leasingsonderzahlung€20.000,00–Depotzahlung€10.000,00+Depotrückzahlung€7.054,05(= 10.000 / 1,00583360)–Netto-Restwert€8.817,56(= 12.500 / 1,00583360)=Barwert€76.236,48Berechnung der Netto-Monatsrate über die Formel für vorschüssige Renten (abgeleitet aus der Rentenbarwertformel):
Tabelle in neuem Fenster öffnenZv = 76.236,48 ×1,00583360 × (1,005833 – 1)€ 1.500,82 vorschüssige monatliche Netto-Rate1,005833 × (1,00583360 – 1)
4. Schritt: Berechnung der Brutto-Monatsrate
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Monatsrate | € | 1.500,82 |
+ 20 % USt | € | 300,16 |
Brutto-Monatsrate | € | 1.800,98 |
Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | ||
#R | 60 | ||
#R/J | 12 | =RMZ(7%/12;60;(108000–20000–10000); | |
BARW | 78000 | (10000–12500);1) ×1,2 | |
ENDW | –2500 | ||
I%J | 7 | ||
BEG-Modus | |||
Rate: | –1500,82×1,2 | ||
Ergebnis = 1.800,98 | |||
Berechnung der Gesamtbelastung (Zahlungsverpflichtung des Leasingnehmers):
Tabelle in neuem Fenster öffnen•Laufzeitbeginn:Leasingsonderzahlung€24.000,00Depotzahlung:€10.000,00•Monatlich vorschüssig:Monatliche Brutto-Rate (60mal):= € 1.800,98 × 60€108.058,98•Laufzeitende (bei Ankauf):Brutto-Restwert abzüglich Depot:= € 15.000,00 – 10.000,00€5.000,00Gesamtbelastung€147.058,98
S. 1975.4.4. Kalkulation beim Immobilienleasing
Das Immobilienleasing wird aufgrund der steuerlichen Rahmenbedingungen ausschließlich in der Form des Teilamortisationsleasing abgewickelt. Als Eigenleistung können sämtliche Arten der Eigenleistung (Leasingsonder- bzw Mietvorauszahlung, Kautionszahlung: einmalig oder laufend) durch den Leasingnehmer berücksichtigt werden.
Nachfolgend finden sich folgende Kalkulationsbeispiele zu einem Immobilienleasing:
Teilamortisationsvertrag ohne Eigenleistung,
Teilamortisationsvertrag mit Eigenleistung in Form von laufenden Kautionszahlungen.
Geleast werden soll ein Gebäude mit einem Anschaffungswert von € 10.000.000,00 (exkl USt), davon fallen € 2.000.000,00 auf das Grundstück und € 8.000.000,00 auf das Gebäude.
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Laufzeit: | 180 Monate (15 Jahre) |
Kalkulationszinssatz: | 6 % pa |
Als kalkulatorischer Restwert werden das Grundstück in voller Höhe sowie der Restbuchwert der Immobilie nach 15 Jahren angesetzt. Die jährliche Abschreibung des Gebäudes beträgt 2,5 % pa.
Fragestellung
Wie hoch sind die Brutto-Leasingraten?
Lösung
Lösungsweg
Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Berechnung des kalkulatorischen Restwerts | ||
2. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte!) | ||
3. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung | ||
4. Schritt: Berechnung der Netto- und Brutto-Rate | ||
Lösung | ||
S. 198 1. Schritt: Berechnung des kalkulatorischen Restwerts
Kalkulatorischer Restwert des Grundstücks am Ende der Leasinglaufzeit:
€ 2.000.000,00 (Der Grundanteil wird nicht abgeschrieben und wird daher in voller Höhe berücksichtigt.)
Kalkulatorischer Restwert des Gebäudes am Ende der Leasinglaufzeit:
Tabelle in neuem Fenster öffnenAnschaffungswert€8.000.000,00–Abschreibung für 15 Jahre(15 × 2,5 % pa → 37,5 %)€3.000.000,00=Restwert am Ende der Leasinglaufzeit€5.000.000,00Kalkulatorischer Restwert am Ende der Leasinglaufzeit gesamt daher: € 7.000.000,00 (Grund: € 2.000.000,00 und Gebäude: € 5.000.000,00)
2. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte)

3. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung
Lineare Umrechnung des Jahreszinssatzes in einen Monatszinssatz:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monatszinssatz = | Jahreszinssatz 6 % | = 0,5 % pm |
12 |
4. Schritt: Berechnung der Netto- und Brutto-Monatsrate
Barwert:
Tabelle in neuem Fenster öffnenNetto-Anschaffungskosten€10.000.000,00–Netto-Restwert€2.852.377,00(=7.000.000 / 1,005180)=Barwert€7.147.623,00Berechnung der Netto-Monatsrate über die Formel für vorschüssige Renten (abgeleitet aus der Rentenbarwertformel):
Tabelle in neuem Fenster öffnenZv = 7.147.623,00 ×1,005180 × (1,005 – 1)€ 60.015,63 vorschüssige monatliche Netto-Rate1,005 × (1,005180 – 1)Berechnung der Brutto-Monatsrate:
Tabelle in neuem Fenster öffnenNetto-Monatsrate€60.015,63+ 20 % USt€12.003,13Brutto-Monatsrate€72.018,76
S. 199 Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | ||
#R | 180 | ||
#R/J | 1 | =RMZ(0,005;180;10000000; –7000000;1)×1,2 | |
BARW | 10000000 | ||
ENDW | –7000000 | ||
I%J | 0,5 | ||
BEG-Modus | |||
Ergebnis: | –60015,63 × 1,2 | ||
Ergebnis = € 72.018,76 | |||
Sämtliche Daten für die Kalkulation des Immobilienleasing werden aus Beispiel 1 übernommen. Hinzu kommt als weitere Angabe, dass eine monatliche Kautionszahlung von € 15.000,00 während der gesamten Vertragslaufzeit zusätzlich geleistet wird. Die Zahlung der laufenden Kaution erfolgt jeweils gleichzeitig mit der laufenden vorschüssigen Brutto-Monatsrate 180-mal.
Fragestellung
Wie hoch ist die monatliche Gesamtzahlung des Leasingnehmers?
Hinweis zur Kalkulation: Die Gesamtzahlung setzt sich aus der Brutto-Leasingrate und der umsatzsteuerbefreiten Kautionszahlung zusammen.
Lösung
Lösungsweg
Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Berechnung des kalkulatorischen Restwerts | ||
2. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte!) | ||
3. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung | ||
4. Schritt: Berechnung der Netto- und Brutto-Rate sowie der monatlichen Gesamtzahlung | ||
Lösung | ||
S. 200 1. Schritt: Berechnung des kalkulatorischen Restwerts & der Höhe der gesamten Kaution
Der kalkulatorische Restwert am Ende der Leasinglaufzeit beträgt – wie in Beispiel 1 bereits gezeigt: € 7.000.000,00
Tabelle in neuem Fenster öffnenlaufende monatliche Kaution€15.000,00Laufzeit in Monaten180Gesamte Kaution€2.700.000,00
2. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte)

3. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung
Monatszinssatz = 0,005 %
4. Schritt: Berechnung der Netto- und Brutto-Monatsrate
Barwert:
Tabelle in neuem Fenster öffnenNetto-Anschaffungskosten€10.000.000,00–Barwert laufender Kautionen€1.786.440,50(mittels Rentenbarwertformel)+Barwert Depotrückzahlung€1.100.202,60(= 2.700.000 / 1,005180)–Netto-Restwert€2.852.377,00(=7.000.000 / 1,005180)=Barwert€6.461.385,10
Nebenrechnung
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Rentenbarwert = 15.000 × 1,005 × | (1,005180 – 1) | = € 1.786.440,50 |
1,005180 × (1,005 – 1) |
Berechnung der Netto-Monatsrate über die Formel für vorschüssige Renten (abgeleitet aus der Rentenbarwertformel):
Tabelle in neuem Fenster öffnenZv = 6.461.385,10 ×1,005180 × (1,005 – 1)€ 54.253,57 vorschüssige monatliche Netto-Rate1,005 × (1,005180 – 1)Berechnung der Brutto-Monatsrate:
Tabelle in neuem Fenster öffnenNetto-Monatsrate€54.253,57+ 20 % USt€10,850,71Brutto-Monatsrate€65.104,28
S. 201 Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | ||
#R | 180 | ||
#R/J | 12 | =BW(0,005;180;–15000;0;1) | |
BARW | 10000000 | =RMZ(0,005;180;10000000–1786440,5; | |
ENDW | –4300000 | –7000000+2700000;1)×1,2 | |
I%J | 0,5 | ||
BEG-Modus | |||
Ergebnis: | (–69.253,57 + 15.000,00) × 1,2 | ||
Ergebnis = € 65.104,29 | |||
Berechnung der monatlichen Gesamtbelastung
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Brutto-Monatsrate | € | 65.104,28 |
monatliche Kautionszahlung | € | 15.000,00 |
Gesamtbelastung | € | 80.104,28 |
5.4.5. Kalkulation bei vorzeitiger Beendigung des Leasingvertrags
In der Leasingpraxis kommt es vor, dass der Leasingvertrag vorzeitig (vor Ende der Kalkulationsperiode) beendet wird. Dies kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn der Leasingnehmer um vorzeitige Beendigung des Leasingvertrags ersucht und gleichzeitig das Leasingobjekt ankaufen möchte.
Interessant ist hierbei die Frage, welcher Abrechnungsbetrag dem Leasingnehmer nach einer bestimmten Laufzeit vom Leasinggeber vorgeschrieben wird. Prinzipiell ist die Leasingvertragslaufzeit kalkulatorisch fix definiert, wobei der Leasinggeber häufig für die Finanzierung des Leasingobjekts selber eine Refinanzierung aufgenommen hat.
Der Leasinggeber wird in der Regel mit der vorzeitigen Auflösung einverstanden sein und den Vertrag abrechnen. Hierbei werden finanzmathematisch die zukünftigen Leasingraten inklusive des kalkulatorischen Restwerts auf den jeweiligen Abrechnungszeitpunkt abgezinst. Die Abzinsung erfolgt in der Regel in der Weise, dass nicht der Vertragszinssatz, sondern ein reduzierter Zinssatz von der Leasinggesellschaft herangezogen wird. Der aus der Zinsdifferenz resultierende Ertrag stellt für die Leasinggesellschaft einen Ersatz für die anfallenden Kosten aus der Rückführung der eigenen Refinanzierung sowie den Wegfall der zukünftigen Zinsspanne dar.
Vor 15 Monaten wurde ein Leasingvertrag über eine Maschine abgeschlossen. Der Leasingnehmer möchte den Leasingvertrag vorzeitig beenden und ersucht um Übermittlung des noch zu zahlenden Abrechnungsbetrages.
Tabelle in neuem Fenster öffnen
S. 202Anschaffungswert: | € 240.000,00 (inkl 20 % USt) |
Leasingsonderzahlung: | € 36.000,00 (inkl 20 % USt) |
Laufzeit | 36 Monate (3 Jahre) |
Restwert RW: | 1 Monatsrate |
Monatliche vorschüssige Brutto-Rate: | € 6.110,26 |
Fragestellung
Wie hoch ist der Betrag, den der Leasingnehmer zu bezahlen hat (nach Bezahlung von 15 Monatsraten), sowie die Gesamtbelastung für den Leasingnehmer?
Lösung
Lösungsweg
Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte!) | ||
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung | ||
3. Schritt: Berechnung Zeitwert zum Zeitpunkt t = 16 & Gesamtbelastung | ||
Lösung | ||
Zum Zeitpunkt t = 16 sind noch 21 Monatsraten und 1 Restrate – also insgesamt 22 vorschüssige Monatsraten – offen. Natürlich wird die Leasinggesellschaft nicht 22 × € 6.110,26 = € 134.425,72 verlangen, da ja die Raten nicht alle zum Zeitpunkt t = 16 fällig sind. Sie gewährt dem Leasingnehmer vielmehr eine Zinsgutschrift dafür, dass die Leasinggesellschaft sämtliche noch offenen Restraten inkl vertraglich vereinbartem Restwert früher erhält. Der Zinssatz der Zinsgutschrift beträgt 3 % pa.
Lösung
1. Schritt: Aufstellen der Netto-Zahlungsreihe
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Anschaffungskosten (exkl USt): | € | 200.000,00 |
Leasingsonderzahlung (exkl USt): | € | 30.000,00 |
Monatliche Leasingrate (exkl USt): | € | 5.091,88 |

S. 2032. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung
Zinssatz der Zinsgutschrift: 3 % pa
Lineare Umrechnung des Jahreszinssatzes in einen Monatszinssatz:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monatszinssatz = | Jahreszinssatz 3 % | = 0,25 % pm |
12 |
3. Schritt: Berechnung des Zeitwerts der Raten zum Zeitpunkt t = 16 (nach Bezahlung der 15. Rate) durch Abzinsen sämtlicher Raten
Berechnung mittels Rentenbarwertformel:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Zeitwert 16 = 5.091,88 × 1,0025 × | (1,002522 – 1) | = € 109.136,32 |
1,002522 × (1,0025 – 1) |
Vom Leasingnehmer zu zahlender Betrag (Auflösungsbetrag): € 109.136,32. Die Leasinggesellschaft wird dem Leasingnehmer folgende Rechnung zum Ankauf des Leasingobjekts schicken:
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Abrechnungsbetrag | € | 109.136,32 |
+ 20 % USt | € | 21.827,27 |
Kaufpreis | € | 130.963,59 |
Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II | Berechnung mittels Excel | ||
#R | 22 (37–15) | ||
#R/J | 12 | =BW(0,0025;22;–5091,88;0;1)×1,2 | |
I%J | 3 | ||
ENDW | 0 | ||
RATE | –5091,88 | ||
BEG-Modus | |||
Ergebnis: | –109136,32 × 1,2 | ||
Ergebnis = € 130.963,59 | |||
Berechnung der Gesamtbelastung (Zahlungsverpflichtung des Leasingnehmers)
Tabelle in neuem Fenster öffnen
• | Laufzeitbeginn: | Leasingsonderzahlung | € | 36.000,00 |
• | Monatlich vorschüssig: | Monatliche Brutto-Rate (15mal): | ||
= € 6.110,26 × 15 = | € | 91.653,90 | ||
• | Zeitpunkt t = 16: | Restzahlung: | € | 130.963,59 |
Gesamtbelastung: | € | 258.617,49 |
5.5. Zusammenfassung
Finanzmathematische Grundlagen
Grundlage für die Kalkulation im Leasinggeschäft ist die Zinseszins- und Rentenrechnung. Auf Basis der Zinseszins- und Rentenrechnung können sämtliche Problemstellungen der Leasingkalkulation gelöst werden.
S. 204Anwendung finanzmathematischer Grundlagen bei der Leasingkalkulation
In der Regel wird in der österreichischen Leasingpraxis folgendermaßen kalkuliert:
Es werden gleichbleibende Monatsraten berechnet,
die Verzinsung erfolgt dekursiv,
die Zahlungsweise der Leasingraten erfolgt vorschüssig und
die Umrechnung von Jahreszinssätzen in Monatszinssätze erfolgt linear.
Als Kalkulationsbestandteile können folgende genannt werden:
Finanzierungsbetrag
Laufzeit des Leasingvertrags
kalkulatorischer Restwert
Kalkulationszinssatz
Leasingrate
Leasingsonderzahlung
Depotzahlung
Generelle Vorgangsweise bei der Leasingkalkulation:
Aufstellen einer vollständigen Zahlungsreihe (auf Basis der gegebenen Größen), wobei Ein- und Auszahlungen mit unterschiedlichen Vorzeichen zu berücksichtigen sind.
Überprüfung, ob der Kalkulationszinssatz und die Laufzeit auf dieselbe Zeiteinheit bezogen sind bzw Umrechnung des Kalkulationszinssatzes
Berechnung der gesuchten Größe (Rate, Ausgleichszahlung, Leasingzinssatz etc)
Zusammenfassende Übersicht (aus Kap 5.3.3.)
