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Leasing
Kuhnle/Kuhnle-Schadn/Stanzer

Leasing

3. Aufl. 2019

Print-ISBN: 978-3-7073-1960-6

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Leasing (3. Auflage)

S. 1175. Kalkulation im Leasinggeschäft

5.1. Gesamtüberblick

Für die Kalkulation eines Leasinggeschäfts ist das Wissen über bestimmte Grundkenntnisse und Verfahren der Finanzmathematik von essentieller Bedeutung. Aus diesem Aspekt heraus werden in einem ersten Schritt die zum Verständnis der Leasingkalkulation erforderlichen finanzmathematischen Grundlagen eingehend erläutert. Hierunter fallen insbesondere:

  • Einfache Zinsenrechnung,

  • Antizipative/dekursive Verzinsungsart,

  • Nominal-/Effektivzinssatzberechnung,

  • Zinseszinsrechnung,

  • Auf-/Abzinsen,

  • Rentenrechnung,

  • Vorschüssige/nachschüssige Rentenrechnung,

  • Aufstellung von Zahlungsströmen,

  • Berechnung der internen Verzinsung,

  • Umrechnung von Zinssätzen.

In einem nächsten Schritt werden die in der Praxis wichtigsten Kalkulationshilfen für die Kalkulation von Leasingverträgen, die natürlich auch für andere finanzmathematische Berechnungen herangezogen werden können, behandelt. Es handelt sich einerseits um den häufig verwendeten Rechner 17 B II von Hewlett Packard sowie um das Kalkulationsprogramm Excel von Microsoft. Ziel ist es, diese Kalkulationshilfen anhand von Praxisbeispielen zu erklären und für die Lösung von Kalkulationsfragen heranzuziehen.

In einem dritten Schritt wird auf die Kalkulation der verschiedenen Leasingmodelle, wie sie in Österreich üblich sind, eingegangen. Hierbei wird insbesondere auf allfällige Besonderheiten bei der Kalkulation eingegangen.

S. 118Das Kapitel ist daher wie folgt aufgebaut:


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Schritt 1
Finanzmathematische Grundlagen:
  • Grundlagen der Zinsen- und Zinseszinsrechnung
  • Grundlagen der Rentenrechnung
  • Umrechnung von Zinssätzen
  • Kalkulationshilfen in der Finanzmathematik
Schritt 2
Anwendung finanzmathematischer Grundlagen auf die Leasingkalkulation:
  • Branchenübliche Kalkulation in Österreich
  • Kalkulationsbestandteile
  • Generelle Vorgangsweise bei der Kalkulation
Schritt 3
Leasingkalkulation auf Basis unterschiedlicher Leasingmodelle:
  • Kalkulation beim Vollamortisationsleasing
  • Kalkulation beim Teilamortisationsleasing
  • Kalkulation bei vorzeitiger Beendigung des Leasingvertrages
  • Kalkulation beim Immobilienleasing

5.2. Finanzmathematische Grundlagen

5.2.1. Grundlagen der Zinsenrechnung

5.2.1.1. Allgemeines

Zinsen stellen eine Vergütung (= Gegenleistung) für die zeitlich begrenzte Überlassung von Geld oder Kapital dar. Die Höhe der zu entrichtenden Zinsen wird in Form eines Zinssatzes angegeben. Dieser Zinssatz ist ein Prozentsatz für einen fix vorgegebenen Zeitraum, zB:

  • für ein Jahr (pa),

  • für einen Monat (pm),

  • für ein Quartal (pq).

So bedeutet etwa 6 % pa, dass pro Jahr 6 % des entliehenen Kapitals an Zinsen zu zahlen sind.

In der Regel wird aber das Kapital nicht genau für ein Jahr (einen Monat, ein Quartal) entliehen. In diesem Fall muss der Jahreszinssatz (Monatszinssatz, Quartalszinssatz) auf die tatsächliche Laufzeit umgerechnet werden.

Die Zinsenrechnung kann daher als Prozentrechnung aufgefasst werden, bei der zusätzlich der Zeitfaktor berücksichtigt werden muss.

5.2.1.2. Vergleich mit der Prozentrechnung

Wird das Kapital für ein Jahr zur Verfügung gestellt, entspricht die Zinsenrechnung der Prozentrechnung.

S. 119Beispiel

Wie viel Zinsen muss ein Bankkunde bezahlen, wenn er sich für ein Jahr einen Kredit in Höhe von € 10.000,00 aufnimmt und dieser mit 6 % verzinst wird?

6 % von € 10.000,00 = € 600,00

Wie viel Zinsen würde er in der gleichen Situation bezahlen, wenn er den Betrag nur für ein halbes Jahr aufnimmt?


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€ 600,00 für
12 Monate
€ 300,00 für
6 Monate

Man sieht: Die Zinsenrechnung ist eine um einen Zeitfaktor erweiterte Prozentrechnung.


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Rechengrößen und verwendete Symbole
PROZENTRECHNUNG
ZINSENRECHNUNG
G = Grundwert
P = Prozentwert
p = Prozentsatz
K = Kapital
Z = Zinsen
p = Zinssatz (Zinsfuß)
t =Zeit (Verzinsungszeit oder ‑dauer)
J = Jahre
M = Monate
T = Tage

Daraus ergeben sich folgende „Grundformeln“ für die Zinsenrechnung:


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Z =
K × p
=
K × p × M
=
K × p × T
100
100 × 12
100 × 360 (oder 365)

Beispiel

Herr Maier nimmt einen Kredit in Höhe von € 100.000,00 auf. Laufzeit 3 Monate; Zinssatz p = 9 % pa, dekursiv.

Die Zinsen werden erst am Ende der Kreditlaufzeit bezahlt. Welcher Betrag ist am Ende der Kreditlaufzeit (nach 3 Monaten) fällig?

Beispiel

S. 1205.2.1.3. Verzinsungsarten: Dekursive vs antizipative Verzinsung

5.2.1.3.1. Dekursive Verzinsung (= Verzinsung im Nachhinein)

Werden die Zinsen am Ende einer Verzinsungsperiode fällig, so spricht man von dekursiver Verzinsung (Verzinsung im Nachhinein). Die Zinsen werden vom Anfangskapital berechnet und im Nachhinein am Ende der Periode dem Kapital zugeschlagen. Dies erfolgt meist bei Rückzahlung des Kapitals.

Ausbezahlt wird das reine Kapital K.

Rückgezahlt wird am Ende der Laufzeit das um die Zinsen vermehrte Kapital K+Z.

Diese Verzinsungsart wird ua im Kreditbereich, bei Spareinlagen, Wertpapieren und Girokonten verwendet, dh hier werden die Zinsen erst im Nachhinein (am Ende des Quartals, am Ende des Jahres, am Ende der vereinbarten Laufzeit) dem Kapital zugerechnet.

5.2.1.3.2. Antizipative Verzinsung (= Verzinsung im Vorhinein)

Sind die Zinsen zu Beginn einer Verzinsungsperiode fällig, so spricht man von antizipativer Verzinsung. Die Zinsen werden vom Kapital am Ende der Periode berechnet und sofort vom Anfangskapital abgezogen.

Ausbezahlt wird daher nur das um die Zinsen verminderte Kapital K–Z.

Rückgezahlt wird am Ende der Laufzeit das reine Kapital K.

Anwendung findet diese Verzinsungsart nur beim Wechseldiskont, dh hier werden die Zinsen im Vorhinein vom Wechselnominale abgezogen und nur der um die Zinsen verringerte Betrag gelangt zur Auszahlung.

5.2.1.3.3. Vergleichendes Beispiel

Herr Müller nimmt einen Kredit in der Höhe von € 100.000,00 auf.


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Vereinbarte Bedingungen:
Laufzeit: ein Jahr, Verzinsung p = 8 % pa; Rückzahlung am Ende der Laufzeit

Variante 1 (dekursive Verzinsung)

Es werden € 100.000,00 ausbezahlt, die Rückzahlung erfolgt einschließlich der Zinsen, zurückgezahlt werden € 108.000,00

Variante 2 (antizipative Verzinsung)

Es werden € 92.000,00 ausbezahlt (dh die Zinsen werden sofort abgezogen), rückgezahlt werden € 100.000,00.


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Dekursive versus antizipative Verzinsung
Beispiel: Kredit € 100.000, Zinsen 8 % pa, dh € 8.000
Dekursive
Antizipative
ausbezahlt
100.000
(K)
zurückgezahlt
108.000
(K + Z)
ausbezahlt
92.000
(K – Z)
zurückgezahlt
100.000
(K)

S. 121Bei gleichem Kapital und Zinssatz bringt oder verursacht die antizipative Verzinsung eine höhere Effektivverzinsung.

Hinweis

In der Leasingkalkulation findet ausschließlich die dekursive Verzinsung Anwendung. Aus diesem Grund (und weil jeder antizipative Zinssatz in einen dekursiven Zinssatz umgerechnet werden kann) wird in weiterer Folge nur mit dekursiven Zinssätzen gerechnet. Auch finanzmathematische Taschenrechner und Kalkulationsprogramme rechnen ausschließlich mit der dekursiven Verzinsung.

5.2.1.3.4. Umrechnung eines antizipativen Zinssatzes in einen dekursiven Zinssatz

Die Umrechnung eines antizipativen Zinssatzes p(a) in einen dekursiven Zinssatz p(d) kann entweder mittels einfacher Schlussrechnung oder mittels einer Formel erfolgen.

Umrechnung mittels Schlussrechnung

Dabei werden einfach die errechneten Zinsen bzw der Zinssatz ins Verhältnis zum Auszahlungsbetrag (zu Beginn der Periode) gesetzt:


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K – Z
………
100 %
Oder:
100 – p(a)
………
100 %
Z
………
x %
p(a)
………
x %
x = p(d) =
Z
× 100
x = p(d) =
p(a)
× 100
K – Z
100 – p(a)

Fortsetzung des Beispiels:


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92.000
………
100 %
Oder:
100 – 8
………
100 %
8.000
………
x %
8
………
x %
x = p(d) =
8.000
× 100
x = p(d) =
8
× 100
92.000
92
=
8,7 %
=
8,7 %

Umrechnung mittels Formel

Dies bedeutet im vorliegenden Beispiel, dass ein antizipativer Zinssatz von 8 % gleich einem dekursiven Zinssatz von 8,7 % ist.

Einfach und schnell kann die Umrechnung mittels folgender – aus der Schlussrechnung abgeleiteter – Formel erfolgen:


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p(d) =
p(a)
× 100
100 – p(a)

S. 1225.2.1.4. Nominalzinssatz vs Effektivzinssatz

Unter dem Nominalzinssatz einer Finanzierung oder Veranlagung versteht man den Kalkulationszinssatz, der in den Konditionen angeben ist. Beispielsweise:

  • 8 % pa dekursiv,

  • 0,5 % pm dekursiv oder

  • 9 % pa antizipativ.

Mit diesem Zinssatz wird kalkuliert.

Dieser Zinssatz sagt aber nichts über die effektive Verzinsung – das heißt die „tatsächliche“ Verzinsung – des geliehenen oder veranlagten Kapitals aus. Unter dem Effektivzinssatz versteht man die dekursive Verzinsung des geliehenen oder veranlagten Kapitals, wobei die Verzinsung als Jahreszinssatz angegeben wird.

Dies bedeutet, dass der Effektivzinssatz immer ein dekursiver Jahreszinssatz ist!

Um den Effektivzinssatz einer Finanzierung zu ermitteln, ist es daher erforderlich, sämtliche mit einer Finanzierung verbundenen Kosten wie Zinsen, Bearbeitungsgebühren etc in einem einzigen dekursiven Jahreszinssatz auszudrücken. Wie ein antizipativer Zinssatz in einen dekursiven Jahreszinssatz umgewandelt werden kann, wurde bereits im vorhergehenden Kapitel gezeigt. Im Folgenden findet sich ein Beispiel, wie man zusätzliche Finanzierungskosten (zB Bearbeitungsgebühren etc) in einen dekursiven Jahreszinssatz umwandelt.

Beispiel (Fortsetzung)

Herr Müller nimmt einen Kredit in der Höhe von € 100.000,00 auf.


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Vereinbarte Bedingungen:
Laufzeit: ein Jahr, Verzinsung p = 8 % pa dekursiv; Bearbeitungsgebühr: 1,5 % von der Kredithöhe + € 500,00 zu Laufzeitbeginn; Rückzahlung am Ende der Laufzeit.

Lösung

1. Schritt: Ermittlung des Auszahlungs- und Rückzahlungsbetrags


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Kreditbetrag
100.000
Kreditbetrag
100.000
–1,5 % BearbGeb
1.500
+ 8 % Zinsen pa
8.000
– Bearbeitungsgeb
500
Rückzahlungsbetrag
108.000
Auszahlungsbetrag
98.000

2. Schritt: Ermittlung der Gesamtfinanzierungskosten


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Rückzahlungsbetrag
108.000
– Auszahlungsbetrag
98.000
Gesamtfinanzierungskosten
10.000

S. 1233. Schritt: Berechnung des Effektivzinssatzes (dekursiver Jahreszinssatz)


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Auszahlungsbetrag
………
100 %
Oder:
98.000
………
100 %
Gesamt-Fin Kosten
………
x %
10.000
………
x %
x = p(eff) =
10.000
× 100
98.000
=
10,20 %

Als Ergebnis konnte errechnet werden, dass sich unter Berücksichtigung der zusätzlichen Finanzierungskosten die Verzinsung von ursprünglich 8 % pa auf effektiv 10,20 % pa erhöht hat.

5.2.2. Grundlagen der Zinseszinsrechnung

5.2.2.1. Einführung

Im Gegensatz zur Zinsenrechnung erfolgt bei der Zinseszinsrechnung die Zinsenberechnung nicht nur vom Anfangskapital, sondern auch von den bis dahin angefallenen Zinsen. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Kreditzinsen nicht zum Fälligkeitstermin bezahlt und somit nicht getilgt werden. Diese Zinsen erhöhen den Schuldenstand und werden in weiterer Folge bei der Zinsenberechnung berücksichtigt (Zinsenberechnung vom ursprünglichen Kreditbetrag und den schuldig gebliebenen Zinsen, sogenannte Zinseszinsen).

Bei der Zinseszinsrechnung wird also der Wert einer Zahlung zu einem beliebigen Zeitpunkt unter Berücksichtigung der Zinseszinsen bestimmt. Dieser beliebige Zeitpunkt kann entweder in der Zukunft liegen – man spricht dann vom sogenannten „Aufzinsen“ – oder er kann in der Vergangenheit liegen – dann spricht man vom sogenannten „Abzinsen“.

Schematische Darstellung der Zinseszinsrechnung

Beispiel

€ 100.000,00 werden nach der Zinseszinsrechnung mit 10 % pa verzinst. Die Laufzeit beträgt drei Jahre.

Aufgabe: Berechnen Sie die Zinsen und das Kapital am Ende der Laufzeit unter Berücksichtigung der Zinseszinsen.

Beispiel

S. 124Obige Lösung entspricht der „kontokorrentmäßigen“ Berücksichtigung von Zinseszinsen:

  • Bei Fälligkeit der Zinsen (am Ende des Jahres) werden diese zum bisherigen Schuldenstand dazugezählt,

  • dieser neue Betrag bildet die Grundlage für die Berechnung der Zinsen des Folgejahres.

Es kann mathematisch leicht bewiesen werden, dass im „Normalfall“ (Zinssatz > 0 und Laufzeit > 1) das Endkapital bei der Zinseszinsrechnung stets größer ist als für die einfache Zinsenrechnung. Die Auswirkungen sind bei kurzfristiger Rechnung noch relativ gering, während sie bei längerfristiger Rechnung sehr stark ins Gewicht fallen können.

Dies kann an einem einfachen Beispiel gezeigt werden:

Angenommen, jemand hätte vor 1.000 Jahren (anlässlich der Millenniumsfeierlichkeiten im Jahr 1000) € 1,00 zu 5 % verzinslich angelegt. Auf welchen Betrag wäre der Euro bis zum Jahr 2000 angewachsen, bei einfacher Zinsenrechnung bzw bei Zinseszinsrechnung?

Lösung

  • Einfache Zinsenrechnung: € 51,00

  • Zinseszinsrechnung: ca € 1,546 × 1021 = € 1.546.000.000.000.000.000.000,00.

5.2.2.2. Aufzinsen in der Zinseszinsrechnung

Natürlich kann das oben schematisch dargestellte Beispiel viel einfacher und schneller mit Hilfe der Aufzinsungsformel der Zinseszinsrechnung berechnet werden:

Mittels folgender Formel wird ermittelt, welchen Wert ein zum gegenwärtigen Zeitpunkt gegebenes Kapital K0 nach n Perioden (Monate, Quartale, Jahre) hat, wenn zwischendurch keine weiteren Aus- und Einzahlungen (auch keine Zinsauszahlungen) erfolgen.

5.2.2.2. Aufzinsen in der Zinseszinsrechnung

In der Finanzmathematik bezeichnet man folgenden Bruch auch sehr häufig mit i:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
i =
Zinssatz
100

und (1 + i) sehr häufig mit q:

q = 1 + i

Die Formel heißt daher auch:

Kn = K0 × (1 + i)n = K0 × qn

Das bedeutet, dass das Startkapital K0 mit dem Aufzinsungsfaktor qn multipliziert wird.

Bei Verwendung der Formel ist zu beachten, dass der Zinssatz p und die Laufzeit n immer auf dieselbe Zeiteinheit bezogen sind, das bedeutet:

  • bei Verwendung eines Monatszinssatzes muss die Laufzeit in Monaten angegeben sein,

  • bei Verwendung eines Jahreszinssatzes muss die Laufzeit in Jahren angegeben sein etc.

Für den Fall, dass die Zeiteinheit nicht übereinstimmt, muss der Zinssatz entsprechend umgerechnet werden. Dafür gibt es verschiedenste Methoden, die im Kap 5.2.4. näher S. 125erläutert werden. An dieser Stelle sei nur kurz auf eine einfache, in der Praxis sehr häufig verwendete lineare Umrechnungsmethode hingewiesen, wie gegebene Zinssätze linear auf andere Zeiteinheiten umgerechnet werden:

Beispiel

Umrechnung eines Jahreszinssatzes in einen Monatszinssatz:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monatszinssatz =
Jahreszinssatz
12

Umrechnung eines Monatszinssatzes in einen Jahreszinssatz:

Jahreszinssatz = Monatszinssatz × 12

Genauso können natürlich auch Quartalszinssätze in Monats- oder Jahreszinssätze umgerechnet werden und umgekehrt.

Fortsetzung des Beispiels

Kn = 100.000 × (1 + 0,10)3 = 100.000 × 1,103 = 133.100


Tabelle in neuem Fenster öffnen
i =
10
→ q = 1,10
100

Dies ist die einfachste Variante der Zinseszinsrechnung: Aufzinsen einer Einmalzahlung.

Fallen im Betrachtungszeitraum allerdings mehrere Zahlungen an, so kann der Endwert folgendermaßen ermittelt werden:

  • Aufzinsen jeder einzelnen Zahlung bis zum gewünschten Zeitpunkt n und

  • Addition der Endwerte der einzelnen aufgezinsten Zahlungen = Gesamtendwert.

Beispiel

Herr Huber nimmt einen Kredit auf. Es wird vereinbart, dass er zum Zeitpunkt 0 € 100.000,00 ausbezahlt bekommt, nach einem Jahr € 50.000,00 und nach zwei Jahren € 30.000,00.


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Vereinbarte Bedingungen:
Laufzeit n = 3 Jahre, Zinssatz p = 8 % pa
Während der Laufzeit erfolgen weder Zinszahlungen noch Tilgungen.

Fragestellung

Wie hoch ist der gesamte Schuldenstand am Ende der Laufzeit?

Beispiel

S. 126Erfolgen während der Laufzeit allerdings nicht nur Kreditaufnahmen, sondern auch Kreditrückzahlungen, so kann genauso vorgegangen werden. Allerdings müssen Rückzahlungen mit unterschiedlichen Vorzeichen versehen werden:

Beispiel

Herr Gruber nimmt einen Kredit in Höhe von € 100.000,00 zum Zeitpunkt 0 auf.


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Vereinbarte Bedingungen:
Laufzeit n = 3 Jahre, Zinssatz p = 8 % pa Kreditrückzahlungen:
  • nach einem Jahr: € 50.000,00
  • nach zwei Jahren: € 30.000,00
  • nach drei Jahren: Rest

Fragestellung

Wie hoch ist der am Ende der Laufzeit noch zurückzuzahlende Betrag?

Beispiel

5.2.2.3. Abzinsen in der Zinseszinsrechnung

Das Abzinsen ist die „Umkehrung“ des Aufzinsens.

Man könnte sich natürlich ebenso die Frage stellen, wie hoch denn ein bestimmtes Anfangskapital war, wenn man nach drei Jahres ein bestimmtes Endkapital inklusive Zinsen und Zinseszinsen herausbekommt. Das lässt sich einfach und bequem mit der Abzinsungsformel berechnen (entspricht der umgeformten Aufzinsungsformel!):

Mittels folgender Formel wird ermittelt, welchen Wert K0 ein zum Zeitpunkt n gegebenes Kapital Kn zum gegenwärtigen Zeitpunkt 0 hat, wenn zwischendurch keine weiteren Aus- und Einzahlungen (auch keine Zinsauszahlungen) erfolgen.


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Startkapital K0 =
Endkapital Kn
(1 + i)Laufzeit n

Das bedeutet, dass das Endkapital Kn durch den Aufzinsungsfaktor dividiert oder mit dem Abzinsungsfaktor


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1
=
1
(1 + i)n
qn

multipliziert wird.

S. 127Fortsetzung des Beispiels
Tabelle in neuem Fenster öffnen
K0 =
133.100
= 100.000
(1 + 0,10)3

Mittels dieser Formel können einmalige Zahlungen mühelos abgezinst werden. Fallen allerdings innerhalb eines Betrachtungszeitraums wiederum mehrere Zahlungen an, so ist folgendermaßen zu verfahren:

  • Abzinsen jeder einzelnen Zahlung bis zum Zeitpunkt 0,

  • Addition der abgezinsten Werte (Barwerte) = Gesamtbarwert.

Beispiel

Herr Gruber nimmt einen Kredit in Höhe von € 100.000,00 zum Zeitpunkt 0 auf.


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Vereinbarte Bedingungen:
Laufzeit n = 3 Jahre, Zinssatz p = 8 % pa
Kreditrückzahlungen:
  • nach einem Jahr: € 50.000,00
  • nach zwei Jahren: € 30.000,00
nach drei Jahren: Rest

Fragestellung

Wie hoch ist die Restzahlung bezogen auf den Zeitpunkt 0?

Beispiel

Die Zahlungsreihe ist ident mit der Zahlungsreihe aus dem vorhergehenden Beispiel in Kap 5.2.2.2. Der Endwert der Zahlungsreihe (zu bezahlender aufgezinster Restbetrag zum Zeitpunkt n = 3) beträgt € 35.251,20; der Barwert (zu bezahlender abgezinster Restbetrag zum Zeitpunkt n = 0) beträgt € 27.983,53.

Zwischen diesen beiden Werten bestehen folgende Zusammenhänge:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Barwert =
Endwert
bzw Endwert = Barwert × (1 + i)n
(1 + i)n

Man sieht also, dass man den Barwert bequem berechnen kann, sobald man den Endwert gegeben bzw errechnet hat und umgekehrt.

Fortsetzung des Beispiels
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27.983,53 =
35.251,20
bzw 35.251,20 = 27.983,53 × (1 + 0,08)3
(1 + 0,08)3

S. 1285.2.2.4. Verwendete Symbole in der Zinseszinsrechnung

In der Finanzmathematik werden häufig für eine Größe unterschiedliche Namen und Symbole verwendet, zum Beispiel:

  • für das Startkapital:

    K0 = Kapital zum Zeitpunkt 0

    B = Barwert

    PV = Present Value

  • für das Endkapital:

    Kn = Kapital zum Zeitpunkt n

    E = Endwert

    FV = Future Value

  • für (p/100) das Symbol i und

  • für (1 + i) das Symbol q.

5.2.3. Grundlagen der Rentenrechnung

Unter einer Rente versteht man in der Finanzmathematik Zahlungen, die:

  • in jeweils gleicher Höhe und

  • in gleichen Zeitabständen

anfallen.

Typische Beispiele für Renten sind regelmäßige Kreditannuitäten, Versicherungsprämien und eben auch Leasingraten.

5.2.3.1. Vorschüssige versus nachschüssige Rente

Je nachdem, ob eine Rente zu Beginn einer Periode oder am Ende der jeweiligen Periode anfällt, spricht man von:

  • vorschüssigen Renten (Zahlung zu Beginn der Periode) oder

  • nachschüssigen Renten (Zahlung am Ende der Periode).

Beispiel

Herr Maier nimmt einen Kredit über 6 Monate auf. Vereinbart ist eine monatliche Rückzahlung.

Variante a: Die Kreditrate ist zu Beginn des Monats fällig (vorschüssige Rente Zv).

Variante b: Die Kreditrate ist am Ende des Monats fällig (nachschüssige Rente Zn).

Der Unterschied zwischen diesen beiden Varianten lässt sich folgendermaßen darstellen:


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Monate
0
1
2
3
4
5
6
vorschüssig
Zv
Zv
Zv
Zv
Zv
Zv
nachschüssig
Zn
Zn
Zn
Zn
Zn
Zn

Aus dieser Darstellung kann man sehr gut sehen, dass eine vorschüssige Rente sehr einfach in eine nachschüssige Rente umgewandelt werden kann, indem jede vorschüssige Rente um eine Periode aufgezinst wird:


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S. 129Monate
0
1
2
3
4
5
6
vorschüssig
Zv
Zv
Zv
Zv
Zv
Zv
nachschüssig
Zn =
Zn =
Zn =
Zn =
Zn =
Zn =
Zv× q
Zv× q
Zv× q
Zv× q
Zv× q
Zv× q

Diese Umrechnung ist insofern von großer Bedeutung, als sämtliche Basisformeln zur Rentenrechnung von nachschüssigen Renten ausgehen. Finanzmathematische Taschenrechner und Kalkulationsprogramme können allerdings auf „vor- oder nachschüssig“ eingestellt werden.

Hinweis

In der Leasingkalkulation findet in der Regel die vorschüssige Zahlungsvereinbarung Anwendung, weil Leasing eine Gebrauchsüberlassung darstellt und sich daher an den Zahlungsbedingungen der Miete orientiert.

Auch bei Renten besteht natürlich – wie bei einzelnen Zahlungen – häufig Interesse daran, den Zeitwert einer Zahlungsreihe (Rentenreihe) zu einem bestimmten Zeitpunkt zu kennen. In den nächsten beiden Kapiteln wird daher die Ermittlung des Rentenendwerts (Kap 5.2.3.2.) und der Rentenbarwerts (Kap 5.2.3.3.) behandelt.

5.2.3.2. Berechnung des Rentenendwerts

Die Berechnung des Rentenendwerts stellt im Grunde einen Spezialfall des Aufzinsens bei mehreren Zahlungen dar: Es wird der Endwert von n gleich hohen Zahlungen ermittelt, die entweder zu Beginn oder am Ende einer Periode fällig sind.

Beispiel

Herr Kaufmann überlegt, sich einen Zweitwagen (Cabrio) zuzulegen. Er hat ein


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Angebot einer Leasingfirma vorliegen:
Laufzeit 4 Jahre,
monatliche Leasingrate: € 300,00

Seine Frau vertritt die Meinung, dass es besser wäre, das Geld anzusparen.

Fragestellung

Auf welchen Betrag (Rentenendwert) wären die Renten am Ende der Leasinglaufzeit bei einem Zinssatz von 0,25 % pm angewachsen,

  • wenn eine nachschüssige Rente vereinbart worden wäre?

  • wenn eine vorschüssige Rente vereinbart worden wäre?

S. 130Nachschüssige Rente

Die Lösung kann – da es sich um eine Anwendung der Zinseszinsrechnung handelt – mittels Aufzinsen der einzelnen Beträge erfolgen:

Beispiel

Vorschüssige Rente

Beispiel

Herr Kaufmann würde also am Ende der Leasinglaufzeit über ein Kapital (Rentenendwert) von:

  • € 15.279,36 bei nachschüssiger Rente und

  • € 15.317,56 bei vorschüssiger Rente verfügen.

Natürlich hätte man dieselbe Lösung einfacher unter Verwendung einer Formel erzielt:

Rentenendwertformel


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Nachschüssige Rente:
Rentenendwert = Zn ×
(qn – 1)
(q – 1)

S. 131Da die vorschüssige Rente durch einmaliges Aufzinsen in eine nachschüssige Rente umgeformt werden kann (Zn = Zv × q), lautet die Formel:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Vorschüssige Rente:
Rentenendwert = Zv × q ×
(qn – 1)
(q – 1)


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Den Ausdruck
(qn – 1)
bezeichnet man auch als Rentenendwertfaktor.
(q – 1)

Fortsetzung des Beispiels

Berechnung des Rentenendwerts bei:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
nachschüssiger Rente: Rentenendwert = 300 ×
(1,002548 – 1)
= 15.279,36
(1,0025 – 1)


Tabelle in neuem Fenster öffnen
vorschüssiger Rente: Rentenendwert = 300 × 1,0025 ×
(1,002548 – 1)
= 15.317,56
(1,0025 – 1)

5.2.3.3. Berechnung des Rentenbarwerts

Die Berechnung des Rentenbarwerts stellt einen Spezialfall des Abzinsens bei mehreren Zahlungen dar: Es wird der Barwert von n gleich hohen Zahlungen ermittelt, die entweder zu Beginn oder am Ende einer Periode fällig sind.

Beispiel

Herr Gruber möchte sich ebenfalls gerne ein Cabrio als Zweitwagen zulegen. Er möchte monatlich maximal € 400,00 für die Leasingrate ausgeben und maximal vier Jahre lang bezahlen.

Fragestellung

Wie hoch kann der zu finanzierende Betrag unter diesen Voraussetzungen maximal bei einem Kalkulationszinssatz von 0,65 % pm sein,

  • wenn eine nachschüssige Rente vereinbart wird?

  • wenn eine vorschüssige Rente vereinbart wird?

Nachschüssige Rente

Lösung durch Abzinsen der einzelnen Beträge:

Beispiel

S. 132Vorschüssige Rente

Beispiel

Der zu finanzierende Betrag (Rentenbarwert) für den Zweitwagen des Herrn Gruber könnte also maximal:

  • € 16.447,94 bei nachschüssiger Rente und

  • € 16.554,86 bei vorschüssiger Rente betragen.

Natürlich hätte man auch hier dieselbe Lösung einfacher unter Verwendung einer Formel erzielt:

Rentenbarwertformel


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Nachschüssige Rente:
Rentenbarwert = Zn ×
(qn – 1)
qn × (q – 1)


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Den Ausdruck
(qn – 1)
bezeichnet man auch als Rentenbarwertfaktor.
qn × (q – 1)

Wenn man die Formel näher betrachtet, so ist zu erkennen, dass der einzige Unterschied der Rentenbarwertformel und der Rentenendwertformel die Division durch qn ist. Zwischen dem Rentenbarwert und dem Rentenendwert bestehen – genauso wie zwischen Endwert und Barwert aus der Zinseszinsrechnung – folgende Zusammenhänge:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Rentenbarwert =
Rentenendwert
bzw Rentenendwert = Rentenbarwert × (1 + i)n
(1 + i)n

Man sieht also, dass man auch den Rentenbarwert einfach durch Abzinsen berechnen kann, sobald man den Rentenendwert gegeben bzw errechnet hat und umgekehrt.

Da die vorschüssige Rente durch einmaliges Aufzinsen in eine nachschüssige Rente umgeformt werden kann (Zn = Zv × q), lautet die Formel bei vorschüssiger Rente:


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Vorschüssige Rente:
Rentenbarwert = Zv × q ×
(qn – 1)
qn × (q – 1)

S. 133Fortsetzung des Beispiels

Berechnung des Rentenbarwerts bei:


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nachschüssiger Rente: Rentenbarwert = 400 ×
(1,006548 – 1)
= 16.447,94
1,006548 × (1,0065 – 1)


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vorschüssiger Rente: Rentenbarwert = 400 × 1,0065 ×
(1,006548 – 1)
= 16.554,86
1,006548 × (1,0065 – 1)

5.2.3.4. Berechnung der Ratenhöhe

Vor allem im Finanzierungsbereich ist es von großem Interesse, die Höhe einer Rate (Rente) auszurechnen. Die Berechnung einer vor- bzw nachschüssigen Rate kann entweder auf Basis eines gegebenen Rentenendwerts oder eines gegebenen Rentenbarwerts erfolgen:

Berechnung der Rate bei gegebenem Rentenendwert

Die Berechnung der Rate bei gegebenem Rentenendwert kann ganz einfach aus der Rentenendwertformel errechnet werden, indem man diese umformt und Zn bzw Zv explizit macht:

Beispiel

Sie möchten sich in drei Jahren ein Motorrad kaufen. Sie schätzen, dass Sie dafür ca € 12.000,00 brauchen werden.

Fragestellung

Welchen Betrag müssen Sie bei einem Zinssatz von 0,25 % pm monatlich ansparen, wenn

  • Sie Ihre Sparrate am Ende des Monats auf das Sparbuch legen bzw

  • Sie Ihre Sparrate zu Beginn des Monats auf das Sparbuch legen?

Nachschüssige Rente

Beispiel


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Rentenendwert = Zn ×
(qn – 1)
Umformung nach Zn
(q – 1)


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Nachschüssige Rente Zn = Rentenendwert ×
(q – 1)
(qn – 1)


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Zn = 12.000 ×
(1,0025 – 1)
= 318,98 nachschüssige Rente
(1,002536 – 1)

S. 134Vorschüssige Rente

Beispiel


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Rentenendwert = Zv × q ×
(qn – 1)
Umformung nach Zv
(q – 1)


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Vorschüssige Rente Zv = Rentenendwert ×
(q – 1)
q × (qn – 1)


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Zv = 12.000 ×
(1,0025 – 1)
= 318,18 vorschüssige Rente
1,0025 × (1,002536 – 1)

Sie müssten also für Ihr Motorrad:

  • bei einer nachschüssigen Rente monatlich € 318,98 und

  • bei einer vorschüssigen Rente monatlich € 318,18 ansparen.

Berechnung der Rate bei gegebenem Rentenbarwert

Die Berechnung der Rate bei gegebenem Rentenbarwert (das ist die Finanzierungsbasis) – die üblichste Form im Finanzierungsbereich – kann aus der Rentenbarwertformel errechnet werden, indem man diese umformt und Zn bzw Zv explizit macht:

Beispiel

Sie haben ein wundervolles Motorrad gesehen. Es kostet € 15.000,00. Wie hoch wird die monatliche Rate bei einem Zinssatz von 0,65 % pm sein, wenn Sie das Motorrad innerhalb von drei Jahren abbezahlen möchten, wenn

  • Sie eine nachschüssige Rente vereinbaren bzw

  • Sie eine vorschüssige Rente vereinbaren?

Nachschüssige Rente

Beispiel


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Rentenbarwert = Zn ×
(qn – 1)
Umformung nach Zn
qn × (q – 1)


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Nachschüssige Rente Zn = Rentenbarwert ×
qn × (q – 1)
(qn – 1)


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Zn = 15.000 ×
1,006536 × (1,0065 – 1)
= 468,66 nachschüssige Rente
(1,006536 – 1)

S. 135Vorschüssige Rente

Beispiel


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Rentenbarwert = Zv × q ×
(qn – 1)
Umformung nach Zv
qn × (q – 1)


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Vorschüssige Rente Zv = Rentenbarwert ×
qn × (q – 1)
q × (qn – 1)


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Zv = 15.000 ×
1,006536 × (1,0065 – 1)
= 465,64 vorschüssige Rente
1,0065 × (1,006536 – 1)

Sie müssten also für Ihr Motorrad:

  • bei einer nachschüssigen Rente monatlich € 468,66 und

  • bei einer vorschüssigen Rente monatlich € 465,64 zurückzahlen.

5.2.3.5. Die „interne“ Verzinsung

In den bisherigen Beispielen wurde immer davon ausgegangen, dass der Zinssatz bekannt ist. Gerade bei der Beurteilung von Leasingverträgen ist dieser jedoch häufig nicht unmittelbar bekannt. Meist ist nur die Höhe des Kaufpreises (= Rentenbarwert), die Laufzeit und die Höhe der Leasingraten bekannt und der zugrunde liegende Zinssatz ist zu errechnen.

Zinsen sind Entgelt – bzw Kosten – für zur Verfügung gestelltes Kapital. Will man die Kosten mehrerer Finanzierungsformen miteinander vergleichen, so ist es erforderlich, diese in Form eines Zinssatzes auszudrücken.

Für die Bestimmung des Zinssatzes gibt es keinen mathematisch exakten Lösungsweg, da zu dessen Ermittlung die Lösung einer Gleichung höheren Grades erforderlich ist.

Generell gilt: Der interne Zinsfuß ist jener Zinssatz, der beim Abzinsen einer Zahlungsreihe einen Barwert von Null ergibt. Er stellt die Rendite des gebundenen Kapitals dar.

Da der interne Zinsfuß – wie bereits angeführt – nicht exakt ermittelt werden kann, wird der Zinssatz näherungsweise bestimmt. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten, von denen folgende hier behandelt werden:

  • Ermittlung mittels linearer Interpolation,

  • Ermittlung mittels finanzmathematischem Rechner oder Kalkulationsprogrammen,

  • Ermittlung des internen Zinssatzes mittels linearer Interpolation.

Wie bereits festgestellt, ist der interne Zinsfuß jener Zinssatz, der beim Abzinsen einer Zahlungsreihe einen Barwert von null ergibt, das bedeutet:


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S. 136Rentenbarwert = 0 = Zn ×
(qn – 1)
qn × (q – 1)

Die Auflösung der Gleichung nach n bereitet Schwierigkeiten, daher kann eine (näherungsweise) Lösung durch Abzinsen der Zahlungsreihe mit zwei Versuchszinssätzen und anschließender linearer Interpolation ermittelt werden, deren Genauigkeit im Allgemeinen ausreicht (obwohl es sich bei der Funktion der Barwerte um eine nicht lineare Funktion handelt).

Beispiel

Sie haben folgendes Leasingangebot für eine Druckmaschine um € 240.000,00 vorliegen:

  • Anzahlung: € 50.000,00

  • Laufzeit n = 3 Jahre

  • vorschüssige monatliche Leasingrate: € 5.150,00

  • Restwert (am Ende der Laufzeit): € 30.000,00

Bei der Lösung des Beispiels ist generell Folgendes zu beachten:

  • Die Zahlungsreihe muss vollständig sein, das bedeutet sie muss alle mit dem Finanzierungsobjekt im Zusammenhang stehenden Zahlungen umfassen. In unserem Beispiel bedeutet das:

    Es sind die Zahlungen (finanzmathematisch: Auszahlungen) des Leasingnehmers an die Leasinggesellschaft zu erfassen (Anzahlung, Raten, Restwert) und es sind die Zahlungen (finanzmathematisch: Einzahlungen) des Leasinggebers an den Leasingnehmer zu erfassen (Zahlung des Anschaffungswerts).

  • Einzahlungen und Auszahlungen sind mit unterschiedlichen Vorzeichen zu erfassen, wobei in der Regel Einzahlungen mit „+“ und Auszahlungen mit „–“ in der Zahlungsreihe berücksichtigt werden.

  • Der errechnete interne Zinsfuß bezieht sich immer auf jene Zeiteinheit, die der Zahlungsreihe zugrunde liegt. Das bedeutet in unserem Beispiel

    Zahlungsreihe mit monatlichen (Ein- und) Auszahlungen: Der errechnete interne Zinsfuß ist ein Monatszinssatz.

    Natürlich kann der ermittelte Zinssatz anschließend in einen Jahreszinssatz etc umgerechnet werden.

Werden diese Punkte beachtet, so drückt der interne Zinssatz aus, mit welchem Zinssatz sämtliche Ein- und Auszahlungen pro Periode (Monat, Quartal, Jahr) verzinst wurden.

Zahlungsreihe des vorliegenden Beispiels

Zahlungsreihe des vorliegenden Beispiels

S. 137Lösung

1. Schritt: Ermittlung des Barwerts der Gesamt-Zahlungsreihe mit zwei unterschiedlichen Versuchszinssätzen (Ziel: Barwert = 0)

  • Versuchszinssatz 1: p(1) = 0,6 % pm

    Barwert 1 = –1.482,81

    (Abzinsen sämtlicher Zahlungen mit dem Zinssatz 0,55 % pm zum Zeitpunkt 0)

  • Versuchszinssatz 2: p(2) = 0,7 % pm

    Barwert 2 = +2.136,51

Man sieht, der Barwert ist in beiden Fällen ungleich 0; allerdings ist er im ersten Fall negativ und im zweiten positiv. Das bedeutet, dass der interne Zinssatz irgendwo zwischen diesen beiden Versuchszinssätzen liegen muss.

2. Schritt: Näherungsweise Lösung durch lineare Interpolation

Die Lösung kann man sich graphisch veranschaulichen:

Zahlungsreihe des vorliegenden Beispiels

Abb 18: Graphische Ermittlung des internen Zinssatzes

Obwohl es sich bei der Funktion der Barwerte nicht um eine lineare Funktion handelt, kann eine (lineare) Verbindungsgerade zwischen den beiden Barwerten gezeichnet und der interne Zinsfuß näherungsweise ermittelt werden:

Am einfachsten vorstellbar ist die näherungsweise Ermittlung des internen Zinssatzes durch das Aufstellen von Verhältnissen:

Der lange horizontale Pfeil ↔ steht im selben Verhältnis zum langen vertikalen Pfeil ↕, wie der kurze horizontale Pfeil ↔ zum kurzen vertikalen Pfeil ↕. Daher:

(–BW1 + BW2) : (0,7 % – 0,6 %) = (–BW1) : x

(1.482,81 + 2.136,51) : 0,1 % = 1.482,81 : x


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x =
1.482,81 × 0,1 %
= 0,0409693 %
1.482,81 + 2.136,51

Der näherungsweise ermittelte interne Zinsfuß beträgt daher: 0,6 % + 0,0409693 % = 0,6409693 % pm. Der Fehler der linearen Interpolation nimmt mit dem Interpolationsintervall ab, dh um größere Fehler zu vermeiden, sollte man ein möglichst kleines Interpolationsintervall wählen.

Kontrolle

Natürlich kann die Genauigkeit des ermittelten Zinssatzes kontrolliert werden, indem man den Barwert mit diesem interpolierten Zinssatz (0,6409693 %) berechnet:

Kontroll-Barwert (0,6409693 %) = +11,85

S. 138Man sieht, dass der ermittelte Zinssatz zwar nicht ganz exakt ist, weil der ermittelte Barwert nicht genau 0 ist, aber bereits sehr nahe bei 0 liegt. Eine Möglichkeit, den Zinssatz genauer zu ermittelt, wäre eine neuerliche lineare Interpolation mit dem neu ermittelten Barwert und einem weiteren negativen Versuchsbarwert.

Je mehr Interpolationen durchgeführt werden, desto exakter wird das ermittelte Ergebnis.

Ermittlung des internen Zinssatzes mittels finanzmathematischem Rechner oder Kalkulationsprogrammen

Selbst finanzmathematische Rechner oder Kalkulationsprogramme können den internen Zinssatz nicht exakt ermitteln und „probieren“ aus. Trotzdem sind gerade hier diese Rechenhilfen ideal geeignet.

Als Beispiele für Kalkulationshilfen sind der in der Praxis häufig verwendete finanzmathematische Rechner 17 B II von Hewlett Packard sowie das bekannte Kalkulationsprogramm Excel von Microsoft anzuführen. Diese beiden Rechenhilfen werden im Hinblick auf die Kalkulation von Leasingverträgen im Kap 5.2.5. näher vorgestellt.

5.2.4. Umrechnung von Zinssätzen

Wie bereits oben erwähnt, ist es bei finanzmathematischen Berechnungen (und daher natürlich auch in der Leasingkalkulation) wichtig, dass der Zinssatz und die Laufzeit auf dieselbe Zeiteinheit bezogen sind. Dh ist die Laufzeit in Monaten angegeben, so muss mit einem Monatszinssatz gerechnet werden; ist sie in Jahren angegeben, so ist mit einem Jahreszinssatz zu kalkulieren.

Da die Angabe des Zinssatzes aber nicht immer der Angabe der Laufzeit entspricht, ist es häufig erforderlich, Zinssätze umzurechnen. Bevor auf die Umrechnungsmethoden näher eingegangen wird, ist es vorher aber erforderlich, unterschiedliche Verzinsungsvereinbarungen darzustellen.

S. 139

5.2.4. Umrechnung von Zinssätzen

*

Zeitraum, für den Zinsen berechnet und zugeschlagen werden, zB 1 % pm, bedeutet, dass jeden Monat 1 % Zinsen auf das offene Kapital aufgeschlagen werden. Im Folgemonat werden dann Zinsen und Zinseszinsen berechnet.

Abb 19: Mögliche Verzinsungsarten

5.2.4.1. Lineare Zinsumrechnung

Bei dieser Methode erfolgt die Zinsumrechnung linear, dh der gewünschte Zinssatz wird linear auf die gewünschte Zeiteinheit umgelegt.

Das bedeutet:


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Monatszinssatz =
Jahreszinssatz
→ Jahreszinssatz = Monatszinssatz × 12
12


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Quartalszinssatz =
Jahreszinssatz
→ Jahreszinssatz = Quartalszinssatz × 4
4

etc.

Beispiel

Leasingvertrag über € 100.000,00; vereinbarter Jahreszinssatz: 6 % pa

Wie hoch sind die Zinsen und Zinseszinsen nach einem Jahr, wenn die Zinsen monatlich kapitalisiert werden? (Annahme: Es erfolgt keinerlei Kapitalrückzahlung während des Jahres)

S. 140Lösung


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Monatszinssatz =
6 %
= 0,5 % pm
12

Beispiel

K12 = 100.000 × (1,005)12 = € 106.167,78


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Endkapital K12
106.167,78
Startkapital K0
100.000,00
Zinsen und Zinseszinsen
6.167,78

Kontrolle: 6 % von € 100.000,00 = € 6.000,00

Wie man sieht, stimmt das Ergebnis, das auf Basis des linear ermittelten Monatszinssatzes errechnet wurde, nicht. Die lineare Umrechnung von Jahres- auf Monatszinssätze (bei monatlicher Kapitalisierung) bewirkt eine höhere Zinsenbelastung als die Berechnung mit dem einfachen Jahreszinssatz. Dh der Effektivzinssatz ist höher als der Nominalzinssatz:


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Effektivzinssatz =
6.167,78
× 100 = 6,17 % pa
100.000

In der Leasingpraxis erfolgt die Umrechnung trotz dieser Ungenauigkeit in der Regel linear. Dh, dass der Effektivzinssatz bei der Leasingfinanzierung üblicherweise etwas höher ist als der Nominalzinssatz (Kalkulationszinssatz).

Bei der gemischten Verzinsung (kommt in der Leasingfinanzierung nicht vor), erfolgt während des Jahres (Quartals etc) keine Zinskapitalisierung, dh die lineare Umrechnung liefert ein exaktes Ergebnis, da keine Zinseszinsen berücksichtigt werden müssen.

5.2.4.2. Zinsumrechnung mittels Aufzinsungsfaktor

Bei dieser Methode erfolgt die Umrechnung mittels Aufzinsungsfaktor, dh es werden unterjährige Zinseszinsen (dh die Kapitalisierung während des Jahres) berücksichtigt.

Fortsetzung des Beispiels

Bei einem Jahreszinssatz = 6 % pa und einem finanzierten Betrag von € 100.000,00 ergeben die berechneten Zinsen nach einem Jahr: € 6.000,00

Fragestellung

Wie hoch muss der monatliche Zinssatz angesetzt werden, damit sich bei monatlicher Kapitalisierung die Jahreszinsen (inkl Zinseszinsen) auf genau € 6.000,00 belaufen?

Lösung

Fortsetzung des Beispiels

Fortsetzung des Beispiels

Fortsetzung des Beispiels

S. 141Kontrolle: K12 = 100.000 × 1,00486812 = 106.000,57

Bei Umrechnung mittels Aufzinsungsfaktor wird also der nominelle Jahreszinssatz derart in einen Monatszinssatz umgerechnet, dass das Aufzinsen eines Betrages über 12 Monate zu demselben Endkapital nach einem Jahr führt wie die einfache Zinsenrechnung unter Verwendung des nominellen Jahreszinssatzes.

Wie man sieht, liefert diese Methode ein exaktes Ergebnis und daher einen Effektivzinssatz, der dem Nominalzinssatz pa entspricht.

Auf Basis derselben Überlegungen können natürlich auch Jahreszinssätze in Quartalszinssätze umgerechnet werden und Quartalszinssätze in Monatszinssätze:

Fortsetzung des Beispiels

Fortsetzung des Beispiels

5.2.5. Kalkulationshilfen in der Finanzmathematik

In der Finanzierungspraxis werden zur Berechnung von Raten, Zinssätzen etc natürlich diverse Kalkulationshilfen herangezogen. Hier bieten sich sowohl finanzmathematische Rechner als auch Kalkulationsprogramme an, wobei sich in der Praxis vor allem folgende zwei Kalkulationshilfen bewährt haben:

  • Kalkulationsprogramm Excel von Microsoft und

  • finanzmathematischer Rechner 17 B II von Hewlett Packard (HP).

Im nachfolgenden Kapitel werden diese zwei Kalkulationshilfen näher dargestellt und ebenfalls für die Kalkulation der Rechenbeispiele herangezogen. Somit beinhalten sämtliche Kalkulationsbeispiele nicht nur die finanzmathematischen Lösungen mittels Zahlungsreihen und Formeln, sondern immer auch mit dem Kalkulationsprogramm Excel und dem Rechner HP 17 B II.

5.2.5.1. Kalkulationsprogramme (Beispiel Excel)

In diesem Kapitel soll am Beispiel des Excel die Berechnung finanzmathematischer Größen mittels Kalkulationsprogrammen vorgestellt werden.

Ganz generell ist festzuhalten, dass das Tabellenkalkulationsprogramm Excel ausschließlich mit dekursiven Zinssätzen rechnet. Das bedeutet, dass bei Angabe eines antizipativen Zinssatzes, dieser zuerst in einen dekursiven Zinssatz umgerechnet werden muss.

S. 1425.2.5.1.1. Excel-Funktionen der Zinseszinsrechnung

Folgende Fragen können unter Verwendung finanzmathematischer Excel-Funktionen beantwortet werden:

  • Wie hoch ist der Endwert bei gegebenem Barwert, Zinssatz und Laufzeit?

  • Wie hoch ist der Barwert bei gegebenem Endwert, Zinssatz und Laufzeit?

  • Wie lange ist die Ratenlaufzeit bei gegebenem Barwert, Endwert und Zinssatz?

  • Wie hoch ist der interne Zinssatz bei gegebenem Barwert, Endwert und Laufzeit?

Leider wurde bei den Funktionen und Variablen in Excel nicht die übliche finanzmathematische Terminologie übernommen, was das Arbeiten mit den Funktionen etwas erschwert.

Folgende Funktionen stehen dazu zur Verfügung:


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=ZW(Zins;Zzr;Rmz;Bw;F)
Endwert („Zukunftswert“)
Liefert den zukünftigen Wert (Endwert) einer Investition. Die Berechnung basiert auf regelmäßigen, konstanten Zahlungen.
=BW(Zins;Zzr;Rmz;Zw;F)
Barwert
Liefert den Barwert einer Investition.
=ZZR(Zins;Rmz;Bw;Zw;F)
Periodenanzahl („Zahlungszeitraum“)
Liefert die Anzahl der Zahlungsperioden einer Investition, die auf periodischen, gleichbleibenden Zahlungen sowie einem konstanten Zinssatz basiert.
=ZINS(Zzr;Rmz;Bw;Zw;F;Schätzwert)
Interner Zinssatz („Zinssatz“)
Liefert den Zinssatz einer Annuität pro Periode. Zur Berechnung wird ein Iterationsverfahren verwendet, daher kann es auch sein, dass es keine oder mehrere Lösungen gibt.

Die Variablen, die zur Berechnung der Funktionen eingegeben werden müssen, sind folgende:


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Zins
Zinssatz pro Rechenperiode (Zahlungszeitraum)
ZZr
Zahlungszeitraum bzw Periodenanzahl, für die die Rente bezahlt wird bzw aufgezinst oder abgezinst werden soll
Rmz
Annuität („regelmäßige Zahlung“), diese bleibt während der Laufzeit konstant und umfasst üblicherweise Kapital und Zinsen. Bei der Zinseszinsrechnung wird die Annuität einfach 0 gesetzt.
Bw
Barwert
Zw
Endwert („Zukunftswert“)
F
vor- oder nachschüssige Rente („Fälligkeit“)
„0“ bei nachschüssiger Zahlung
„1“ bei vorschüssiger Zahlung
Schätzwert
geschätzter Zinssatz für die Berechnung des internen Zinssatzes

S. 143Wichtig ist hier natürlich wiederum, dass:

  • die Zahlungsreihe mit den richtigen Vorzeichen eingegeben wird und

  • der Zahlungszeitraum mit der Angabe des Zinssatzes übereinstimmt.

Beispiel für die vier Funktionen

Sie legen heute € 100.000,00 zu einem Zinssatz von 3,75 % pa fix für vier Jahre an. Es erfolgen keine weiteren Zuzahlungen oder Entnahmen. Der erwartete Endwert ist daher nach vier Jahren € 115.865,04.

Berechnung des Endwerts mittels der ZW-Funktion

=ZW(Zins;Zzr;Rmz;Bw;F)

=ZW(0,0375;4;0;–100000;0) = 115.865,04

Berechnung des Barwerts mittels der BW-Funktion

=BW(Zins;Zzr;Rmz;Zw;F)

=BW(0,0375;4;0;115865,04;0) = –100.000,00

Berechnung der Laufzeit mittels der ZZR-Funktion

=ZZR(Zins;Rmz;Bw;Zw;F)

=ZZR(0,0375;0;–100000;115865,04;0) = 4 Jahre

Berechnung des (internen) Zinssatzes mittels der ZINS-Funktion

=ZINS(Zzr;Rmz;Bw;Zw;F;Schätzwert)

=ZINS(4;0;–100000;115865,04;0;4) = 3,75 %

Man kann hier ganz gut erkennen, dass bei der Auf- oder Abzinsung eines Betrages:

  • der Betrag der regelmäßigen Zahlung (Annuität) immer „0“ zu setzen ist und

  • der Wert für die Renten-Fälligkeit bedeutungslos ist („0“ oder „1“).

5.2.5.1.2. Excel-Funktionen der Rentenrechnung

Bei in jeder Periode gleich hohen Renten

Grundsätzlich werden die bei der Zinseszinsrechnung vorgestellten EXCEL-Funktionen auch bei der Rentenrechnung (bei gleich hohen Renten) angewendet. Allerdings gibt es einige zusätzliche Funktionen in Excel, die für die Rentenrechnung interessant sind.

Folgende Fragen können unter Verwendung finanzmathematischer Excel-Funktionen daher zusätzlich beantwortet werden:

  • Wie hoch ist die Rente bzw Annuität bei gegebenem Barwert, Endwert, Zinssatz und Laufzeit?

  • Wie hoch ist der Tilgungsanteil bzw Zinsanteil einer bestimmten Annuität bei gegebener Annuität, Barwert, Endwert, Zinssatz und Laufzeit?

  • Wie lange ist die Ratenlaufzeit bei gegebenem Barwert, Endwert und Zinssatz?

  • Wie hoch ist der interne Zinssatz bei gegebenem Barwert, Endwert und Laufzeit?

S. 144Für obige Fragestellungen stehen folgende Funktionen zusätzlich zur Verfügung:


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=RMZ(Zins;Zzr;Bw;Zw;F)
Rentenbetrag/Annuität („regelmäßige Zahlung“)
Liefert die konstante Zahlung einer Annuität pro Periode, wobei konstante Zahlungen und ein konstanter Zinssatz vorausgesetzt werden.
=KAPZ(Zins;Zr;Zzr;Bw;Zw;F)
Tilgungsanteil einer Annuität („Kapitalzahlung“)
Liefert die Kapitalrückzahlung einer Investition für die angegebene Periode Zr. Für diese Rückzahlung werden gleichbleibende Beträge und ein konstanter Zinssatz vorausgesetzt.
=ZINSZ(Zins;Zr;Zzr;Bw;Zw;F)
Zinsanteil einer Annuität („Zinszahlung“)
Liefert die Zinszahlung einer Investition für die angegebene Periode Zr, ausgehend von regelmäßigen konstanten Zahlungen und einem konstanten Zinssatz.

Zusätzlich erforderliche Variablen, die zur Berechnung der Funktionen eingegeben werden müssen:


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Zr
Periode, für die der Tilgungs- bzw Zinsbetrag berechnet werden soll. Natürlich kann Zr nur Werte zwischen 1 und Zzr (Periodenanzahl) annehmen.

Beispiel für die sieben Funktionen

Sie haben einen Leasingvertrag über € 200.000,00 (= Barwert).

Kalkulationszinssatz: 0,6 % pm

Vereinbarter Restwert: € 50.000,00 (= Endwert)

Laufzeit: 24 Monatsraten

Vorschüssige Monatsrate: € 6.987,57 (= Annuität)

Berechnung des Endwerts mittels der ZW-Funktion

=ZW(Zins;Zzr;Rmz;Bw;F)

=ZW(0,006;24;–6987,57;200000;1) = –50.000,00

Berechnung des Barwerts mittels der BW-Funktion

=BW(Zins;Zzr;Rmz;Zw;F)

=BW(0,006;24;–6987,57;–50000;1) = 200.000,00

Berechnung der Laufzeit mittels der ZZR-Funktion

=ZZR(Zins;Rmz;Bw;Zw;F)

=ZZR(0,006;–6987,57;200000;–50000;1) = 24 Monate

Berechnung des (internen) Zinssatzes mittels der ZINS-Funktion

=ZINS(Zzr;Rmz;Bw;Zw;F;Schätzwert)

=ZINS(24;–6987,57;200000;–50000;1;0,5 %) = 0,6 % pm

S. 145Berechnung der Annuität (Rentenzahlung) mittels der RMZ-Funktion

=RMZ(Zins;Zzr;Bw;Zw;F)

=RMZ(0,006;24;200000;–50000;1) = € 6.987,57

Ermittlung des Tilgungsanteils in der 13. Annuität mittels der KAPZ-Funktion

=KAPZ(Zins;Zr;Zzr;Bw;Zw;F)

=KAPZ(0,006;13;24;200000;–50000;1) = € 6.225,99

Ermittlung des Zinsanteils in der 13. Annuität mittels der ZINZ-Funktion

=ZINSZ(Zins;Zr;Zzr;Bw;Zw;F)

=ZINSZ(0,006;13;24;200000;–50000;1) = € 761,58

Addiert man den ermittelten Tilgungsanteil in der 13. Annuität und den ermittelten Zinsanteil in der 13. Annuität, ergibt sich in Summe wieder die Leasingrate in Höhe von € 6.987,57.

Mittels der beiden letzten Funktionen KAPZ und ZINSZ können auch sehr leicht Tilgungspläne aufgestellt werden.

Bei unterschiedlich hohen Renten

Zusätzlich zu den bisher angeführten Funktionen liefert Excel auch Hilfestellungen, wenn nicht gleich hohe Renten bezahlt werden, sondern wenn ungleich hohe Zahlungen geleistet werden.

Folgende Funktionen stehen zusätzlich zur Verfügung:


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=NBW(Zins;Wert1;Wert2; …)
Barwert einer nachschüssigen Zahlungsreihe („Nettobarwert“)
Liefert den Kapitalwert (Nettobarwert) einer Investition auf Basis eines Abzinsungsfaktors für eine Reihe periodischer Zahlungen.
=IKV(Werte;Schätzwert)
Interner Zinssatz („Interne Kapitalverzinsung“)
Liefert den internen Zinssatz einer Investition, bei der Zahlungen in regelmäßigen Abständen (jedoch in unterschiedlicher Höhe) auftreten.
=QIKV(Werte;Investition;Reinvestition)
Modifizierter interner Zinssatz („Qualifizierte interne Kapitalverzinsung“)
Liefert einen modifizierten internen Zinsfuß, bei dem positive und negative Zahlungen mit unterschiedlichen Zinssätzen finanziert werden. (Dh es wird berücksichtigt, wenn Einzahlungen mit einem anderen Zinssatz verzinst werden als Auszahlungen.)

S. 146Zusätzlich erforderliche Variablen, die zur Berechnung der Funktionen eingegeben werden müssen:


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Wert 1 etc
Entspricht den Auszahlungen und Einzahlungen je Periode; es sind 1 bis 29 Argumente möglich. Voraussetzung ist, dass die Zahlungen in gleichbleibenden Zeitabständen erfolgen und jeweils am Ende der Periode vorgenommen werden (nachschüssige Zahlweise)
Werte
Die Eingabe einzelner Werte ist nicht möglich, sondern es ist ein Bezug auf jene Zellen (in der Excel-Tabelle), in denen die Ein- und Auszahlungen stehen, für die der interne Zinsfuß berechnet werden soll, anzugeben. Sie müssen mindestens einen positiven und einen negativen Wert enthalten und müssen in der „richtigen“ Reihenfolge eingegeben werden.
Investition
Investitions-Zinssatz, mit dem Einzahlungen verzinst werden.
Reinvestition
Reinvestitions-Zinssatz, mit dem Auszahlungen verzinst werden.

Für weitere Werte, wie zum Beispiel den Endwert der Zahlungsreihe oder die Annuität des ermittelten Barwerts, stehen keine Funktionen zur Verfügung. Diese Werte können nur durch „normales“ Aufzinsen bzw mittels Rentenbarwertfaktor etc ermittelt werden.

Beispiel für die Funktionen

Folgende Zahlungsreihe ist gegeben:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Einzahlung zum Zeitpunkt 0
=
300.000,00
Auszahlung zum Zeitpunkt 1
=
–100.000,00
Auszahlung zum Zeitpunkt 2
=
–150.000,00
Auszahlung zum Zeitpunkt 3
=
–140.000,00

Berechnung des Nettobarwerts bei einem Zinssatz von 10 % je Periode mittels der NBW-Funktion

Mittels dieser Funktion kann der Barwert der nachschüssigen Zahlungen – dh der Zahlungen zu den Zeitpunkten 1, 2 und 3 – errechnet werden.

= NBW(Zins;Wert1;Wert2; …)

= NBW(0,1;–100000;–150000;–140000) = –320.060,11

Der Barwert der gesamten Zahlungsreihe beträgt dann:

Einzahlung zum Zeitpunkt 0, nämlich +300.000 –320.060,11, somit –20.060,11.

Berechnung des internen Zinsfußes mittels der IKV-Funktion

= IKV(Werte; Schätzwert)

= IKV(A1:D1;0,12) = 13,56 %

Beachtenswert ist hier, dass bei den Funktionen IKV und QIKV die Angabe eines Schätzwerts für den internen Zinssatz ohne Einfluss auf das Ergebnis ist.

5.2.5.2. Finanzmathematische Rechner (Beispiel HP 17 B II)

Vorweg ist festzustellen, dass sämtliche Berechnungen, wie sie im Excel möglich sind und im vorigen Kapitel beschrieben wurden, auch mit Hilfe des finanzmathematischen Rechners HP 17 B II durchgeführt werden können. Der Unterschied zwischen dem S. 147Kalkulationsprogramm Excel und dem finanzmathematischen Rechner liegt in der unterschiedlichen Art der Eingabe bzw einer teilweise anderen Bezeichnung der einzelnen Stellen.

In weiterer Folge werden das Auffinden und die Auswahl des für die Leasingkalkulation erforderlichen Menüpunktes behandelt.

Bei gleich hohen Renten

Für die Kalkulation von gleich hohen Renten sind folgende Einstellungen beim HP 17 B II erforderlich:

Nach Einschalten des Rechners kommt man in das Hauptmenü:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
POSITION 1
POSITION 2
POSITION 3
POSITION 4
POSITION 5
FINANZ
KAUF
STAT
ZEIT
LÖSE

Im Hauptmenü wählt man das Menü FINANZ (Position 1):


Tabelle in neuem Fenster öffnen
POSITION 1
POSITION 2
POSITION 3
POSITION 4
POSITION 5
POSITION 6
ANNU
I→I`
Z-STR
BOND
AFA
STAFF

Die Leasingkalkulation wird im Menüpunkt „ANNU“ durchgeführt. Nach Drücken des Annuitätenmenüs findet sich folgende Menüzeile:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
POSITION 1
POSITION 2
POSITION 3
POSITION 4
POSITION 5
POSITION 6
#R
I%J
BARW
RATE
ENDW
WEIT

Mit Drücken der Position 6 WEIT kann ein Submenü aufgerufen werden.


Tabelle in neuem Fenster öffnen
SUBMENÜ
POSITION 1
POSITION 2
POSITION 3
POSITION 4
POSITION 5
POSITION 6
#R/J
BEG
END
T-PL

Da im vorigen Kapitel zum Excel-Kalkulationsprogramm die einzelnen Variablen zur Kalkulation von Annuitäten (= Leasingraten) bereits erklärt wurden, werden die Positionen im Annuitätenmenü des finanzmathematischen Rechners nur mehr im Vergleich zum Excel-Programm angeführt:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
BESCHREIBUNG
BEZEICHNUNG HP
BEZEICHNUNG EXCEL
Anzahl der Zahlungen bzw Verzinsungsperioden
#R
ZZr
Zinssatz pro Zahlungsperiode
I%J
Zins
Barwert
BARW
Bw
Annuität (wiederkehrender Betrag)
RATE
Rmz
Endwert (Zukunftswert)
ENDW
Zw

S. 148Im Submenü WEIT finden sich folgende Variablen zur Eingabe:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
BESCHREIBUNG
BEZEICHNUNG HP
BEZEICHNUNG EXCEL
Anzahl der Raten bzw Perioden pro Jahr
#R/J
ZZR
Vorschüssige Zahlungen
BEG
F = 1
Nachschüssige Zahlungen
END
F = 0

Wesentlich für die Durchführung bei einer Leasingkalkulation ist, dass bei der Eingabe die richtigen Vorzeichen verwendet werden. Hierbei gilt folgende Systematik:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
ART DER ZAHLUNG
VORZEICHEN
Zahlung Leasingnehmer (Leasingraten, Vorleistungen), offener Restwert
Zahlung Leasinggeber (Kaufpreis)
+

Der Vorteil bei der Benutzung des finanzmathematischen Rechners liegt in dem sehr einfachen Eingabemodus. Zur Berechnung eines Werts sind alle anderen Variablen entsprechend einzugeben.

Anhand des bereits im Kap 5.2.5.2. angeführten Beispiels müssen zur Berechnung der vorschüssigen Leasingraten folgende Eingaben getätigt werden:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
ANNU-Menü
POSITION 1
POSITION 2
POSITION 3
POSITION 4
POSITION 5
POSITION 6
#R
I%J
BARW
RATE
ENDW
WEIT
24
7,2
200000
?
–50000
SUBMENÜ
POSITION 1
POSITION 2
POSITION 3
POSITION 4
POSITION 5
POSITION 6
#R/J
BEG
END
T-PL
12
BEG

Nach Drücken der Position 4 errechnet sich folgende vorschüssige Rate: € 6.987,57.

Bei unterschiedlich hohen Renten

Für unterschiedlich hohe Renten findet sich beim HP 17 B II das Menü Z-STR (Zahlungsstrom). Voraussetzung für die Nutzung die Bearbeitung einer Zahlungsreihe ist, dass die jeweiligen Zahlungen in gleichen Zeitabständen erfolgen. Nach Eingabe der einzelnen Zahlungsbeträge in eine Liste lassen sich folgende Werte berechnen:

  • die Summe des Zahlungsstroms,

  • der interne Zinsfuß (IZF%),

  • der Nettobarwert (NBW), die äquivalente Rate (ÄQ.R),

  • der Nettoendwert (NEW) für einen spezifizierten Zinssatz (I%).

S. 149Die Vorgangsweise ist ausgehend vom Hauptmenü wie folgt:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
POSITION 1
POSITION 2
POSITION 3
POSITION 4
POSITION 5
FINANZ
KAUF
STAT
ZEIT
LÖSE

Im Hauptmenü wählt man das Menü FINANZ (Position 1)


Tabelle in neuem Fenster öffnen
POSITION 1
POSITION 2
POSITION 3
POSITION 4
POSITION 5
POSITION 6
ANNU
I→I`
Z-STR
BOND
AFA
STAFF

Die Kalkulation wird im Menüpunkt „Z-STR“ durchgeführt. Nach Drücken dieser Position 3 findet sich folgende Menüzeile:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
POSITION 1
POSITION 2
POSITION 3
POSITION 4
POSITION 5
POSITION 6
RECH
N+
N–
NAME
LISTE
#N?

Mit Drücken der Position 1 RECH kann ein Submenü aufgerufen werden.


Tabelle in neuem Fenster öffnen
SUBMENÜ
POSITION 1
POSITION 2
POSITION 3
POSITION 4
POSITION 5
POSITION 6
TOTAL
IZF
I%
NBW
ÄQ.R
NEW

Auch bei der Bearbeitung unterschiedlich hoher Renten sind die beim finanzmathematischen Rechner verwendeten Bezeichnungen wie nachfolgend dargestellt mit dem Excel-Kalkulationsprogramm vergleichbar. Hinzu kommen lediglich Tasten für die Eingabe des Zahlungsstroms.


Tabelle in neuem Fenster öffnen
BESCHREIBUNG
BEZEICHNUNG HP
BEZEICHNUNG EXCEL
Menü zur Berechnung von Gesamtsumme, internem Zinsfuß, Nettobarwert, Äquivalente Rate und Nettoendwert
RECHN
Ermöglicht das Einfügen von Zahlungen in eine Liste
N+
Ermöglicht das Löschen von Zahlungen in einer Liste
N–
Ermöglicht die Benennung einer Liste
NAME
Erlaubt das Aufrufen einer anderen Liste oder das Erzeugen einer neuen Liste
LISTE
Schaltet die Abfrage für N-MAL aus und ein
#N ?
SUBMENÜ
Gesamtsumme der Zahlungen
TOTAL
S. 150Interner Zinsfuß (periodischer Zinssatz) = Zinssatz, bei dessen Anwendung der Nettobarwert (Kapitalwert) gleich null wird.
IZF %
IKV
Nettobarwert (Kapitalwert) = Summe des Barwerts einer Zahlungsreihe und der ursprünglichen Investition unter Berücksichtigung eines spezifizierten Kalkulationszinsfußes
NBW
NBW
Kalkulationszinsfuß in Prozent, mit welchem die Investitionskosten verglichen werden
I %
Zins

Beispiel für die Problemstellung (Angaben laut Kap 5.2.5.1.2.)

Folgende Zahlungsreihe ist gegeben:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Einzahlung zum Zeitpunkt 0
=
300.000,00
Auszahlung zum Zeitpunkt 1
=
–100.000,00
Auszahlung zum Zeitpunkt 2
=
–150.000,00
Auszahlung zum Zeitpunkt 3
=
–140.000,00

Die Eingabe des Zahlungsstroms wird wie folgt durchgeführt:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
ANZEIGE IM RECHNER
EINGABE
ZAHLUNG (0) = ?
300000 → drücken der INPUT-Taste
ZAHLUNG (1) = ?
–100000 → drücken der INPUT-Taste
N-MAL (1) = 1
1 → drücken der INPUT-Taste
ZAHLUNG (2) = ?
–150000 → drücken der INPUT-Taste
N-MAL (1) = 1
1 → drücken der INPUT-Taste
ZAHLUNG (3) = ?
− 140000 → drücken der INPUT-Taste
N-MAL (3) = 1
1 → drücken der INPUT-Taste
Drücken der EXIT-Taste
Drücken des Submenüs RECH

Im Submenü können unter anderem folgende Berechnungen durch Drücken der jeweiligen Menüposition durchgeführt werden:

  • Gesamtsumme der Zahlungen (Position 1)

  • Interner Zinsfuß (IZF) (Position 2)

  • Nettobarwert (NBW) (Position 4)


Tabelle in neuem Fenster öffnen
POSITION 1
POSITION 2
POSITION 3
POSITION 4
POSITION 5
POSITION 6
?
?
I %
NBW
ÄQ.R
NEW

Für die Berechnung des Nettobarwerts muss noch der Kalkulationszinsfuß in Höhe von 10 % pa wie folgt eingegeben werden:

S. 151Beim vorliegenden Beispiel konnten folgende Ergebnisse errechnet werden:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
POSITION 1
POSITION 2
POSITION 3
POSITION 4
POSITION 5
POSITION 6
TOTAL
IZF
I %
10
NBW
ÄQ.R
NEW

  • Gesamtsumme der Zahlungen: € –90.000,00

  • Interner Zinsfuß: 13,56 % pa

  • Nettobarwert: € –20.060,11

5.3. Anwendung finanzmathematischer Grundlagen bei der Leasingkalkulation

5.3.1. Branchenübliche Leasingkalkulation in Österreich

In der Regel wird in Österreich im Leasinggeschäft folgendermaßen kalkuliert:

  • Es werden gleichbleibende Monatsraten berechnet.

  • Der Leasingratenberechnung liegt ein Zinssatz zugrunde, der die Refinanzierungskosten und Zuschläge für Verwaltung, Vertrieb und Gewinnaufschlag für den Leasinggeber abdeckt.

  • Die Verzinsung erfolgt dekursiv.

  • Die Zahlweise der Leasingraten erfolgt vorschüssig, das bedeutet, dass die Leasingraten für den betreffenden Monat jeweils am Monatsersten zur Zahlung fällig sind.

  • Die Umrechnung von Jahres-Kalkulationszinssätzen in Monatszinssätze erfolgt linear.

Finanzmathematisch handelt es sich:

  • bei der Kalkulation der Leasingraten um Zeitrenten, die mit Hilfe der Annuitätenformel berechnet werden können und

  • bei der Ermittlung des Leasingzinssatzes um einen „internen Zinssatz“, der auf Basis gegebener Monatsraten, Leasinglaufzeit, Restwert und zu finanzierendem Kapital errechnet wird.

Grundsätzlich sind folgende Fragestellungen in der Leasingkalkulation interessant:

  • Wie hoch ist die Leasingrate auf Basis gegebener Leasinglaufzeit, Zinssatz, zu finanzierendem Kapital und Restwert?

  • Wie hoch muss eine bestimmte Ausgleichszahlung (Restwert, Anzahlung etc) vereinbart werden auf Basis gegebener Leasinglaufzeit, Zinssatz, Ratenhöhe und zu finanzierendem Kapital?

  • Wie hoch ist der effektive Leasingzinssatz auf Basis gegebener Monatsraten, Leasinglaufzeit, zu finanzierendem Kapital und Restwert?

5.3.2. Basisdaten einer Leasingkalkulation (Kalkulationsbestandteile)

Folgende Kalkulationsbestandteile sind für alle nachfolgend beschriebenen Leasingmodelleeinheitlich:

  • S. 152Finanzierungsbetrag: Als zu finanzierender Betrag sind die gesamten Ausgaben des Leasinggebers für die Bereitstellung des Leasingobjekts anzusetzen. Im Falle der Erbringung von Eigenleistungen durch den Leasingnehmer verringert sich der Finanzierungsbetrag.

  • Laufzeit des Leasingvertrags: Unter der Laufzeit des Leasingvertrags ist die zwischen Leasinggeber und Leasingnehmer vertraglich vereinbarte Leasingdauer zu verstehen und bildet damit finanzmathematisch die jeweilige Kalkulationsdauer. Die Laufzeit wird üblicherweise in Monaten bzw durch die Anzahl von Monatsraten angegeben. In seltenen Fällen gibt es auch die Vereinbarung von Quartals- und Jahresraten.

  • Kalkulatorischer Restwert: Der kalkulatorische Restwert stellt den – während der Laufzeit des Leasingvertrags – nicht amortisierten Teil der Gesamtfinanzierungskosten dar.

  • Kalkulationszinssatz: Der Kalkulationszinssatz ist jener Zinssatz, mit dem ein Leasingvertrag kalkuliert wird.

  • Leasingrate: Die Leasingrate ist der vom Leasingnehmer für die Nutzungsüberlassung zu bezahlende Betrag pro Berechnungsperiode.

Weiters sind noch folgende Kalkulationsbestandteile möglich, die die zu finanzierende Leasingbasis – und dadurch auch die Leasingraten – reduzieren:

  • Leasingsonderzahlung/Mietvorauszahlung:

    Wie bereits an anderer Stelle behandelt, besteht die Möglichkeit, dass der Leasingnehmer eine Leasingsonderzahlung/Mietvorauszahlung vor Vertragsbeginn leistet. Hierunter versteht man eine Anzahlung (Einmalbetrag), die üblicherweise mit der ersten Leasingrate fällig ist. Es besteht aber prinzipiell auch die Möglichkeit, dass eine Leasingsonderzahlung während der Vertragslaufzeit geleistet wird. Diese Sonderzahlung kann grundsätzlich sowohl beim Voll- als auch beim Teilamortisationsmodell vom Leasingnehmer eingebracht werden und sollte aus steuerrechtlichen Gründen 30 % der Netto-Anschaffungskosten des Leasingobjekts nicht übersteigen.

  • Depotzahlung/Kaution (einmalige oder laufende Kautionen):

    Darunter versteht man einen üblicherweise mit der ersten Leasingrate fälligen Betrag, der zur Besicherung der Verpflichtungen dient, die der Leasingnehmer im Vertrag übernommen hat. Es besteht aber auch die Möglichkeit, laufende Kautionen zu vereinbaren. Die Depotzahlung ist grundsätzlich nur beim Teilamortisationsleasing anwendbar und sollte aus steuerlichen Gründen maximal 50 % der Netto-Anschaffungskosten des Leasingobjekts betragen. Im Übrigen sollte die einmalige Depotzahlung/Kaution bzw der Gesamtbetrag der laufenden Kautionen in Summe den kalkulatorischen Restwert nicht übersteigen.

Natürlich ist auch eine Kombination von Leasingsonderzahlung und Depotzahlung möglich.

S. 1535.3.3. Generelle Vorgangsweise bei der Leasingkalkulation

In diesem Kapitel wird auf die generelle Vorgangsweise bei der Leasingkalkulation eingegangen. Eine konkrete Anwendung der Leasingkalkulation unter Berücksichtigung steuerlicher Rahmenbedingungen finden Sie im Kap 5.4.

Die Leasingkalkulation stellt eine mögliche Anwendung der Finanzmathematik dar, insbesondere der Zinseszins- und Rentenrechnung. Aufgrund einer Zahlungsreihe können Barwerte, Endwerte, Renten etc berechnet werden.

Daher ist der erste – und elementare – Schritt bei einer Leasingkalkulation das Aufstellen der Zahlungsreihe (auf Basis der gegebenen Größen).

Hier gilt wie bisher, dass:

  • die Zahlungsreihe vollständig sein muss, somit alle mit dem Finanzierungsobjekt im Zusammenhang stehenden Zahlungen umfassen muss: Somit sind als „Auszahlungen“ des Leasingnehmers die Eigenleistungen (Mietvorauszahlung, Depot), die laufenden Leasingraten sowie der nicht amortisierte Restwert zu erfassen. Weiters sind die „Einzahlungen“ des Leasinggebers an den Leasingnehmer in Form des bezahlten Anschaffungswerts zu berücksichtigen.

  • Einzahlungen und Auszahlungen mit unterschiedlichen Vorzeichen zu erfassen sind, wobei Einzahlungen mit „+“ und Auszahlungen mit „–“ in der Zahlungsreihe berücksichtigt werden.

In einem zweiten Schritt ist zu überprüfen, ob der Kalkulationszinssatz p und die Laufzeit n auf dieselbe Zeiteinheit bezogen sind, dh bei der Kalkulation von Monatsraten ist ein Monatszinssatz heranzuziehen usw. Falls dies nicht der Fall ist, so ist der Zinssatz entsprechend umzurechnen. Wünscht man ein exaktes Ergebnis, so erfolgt die Umrechnung über den Aufzinsungsfaktor. In der Leasingpraxis erfolgt die Umrechnung allerdings – wie bereits angeführt – meist linear.

S. 154Die weitere Vorgangsweise ist abhängig von der Fragestellung

5.3.3. Generelle Vorgangsweise bei der Leasingkalkulation

Abb 20: Fragestellungen in der Leasingkalkulation

Bei den Erläuterungsbeispielen werden daher in weiterer Folge immer vorher die einzelnen Schritte in Form eines so genannten „Lösungsweges“ dargestellt, bevor die finanzmathematische Lösung dargestellt wird.

5.3.3.1. Beispiele zu den einzelnen Fragestellungen

5.3.3.1.1. Fragestellung 1: Höhe der Leasingrate?
Beispiel

Es soll ein Golf Cabrio leasingfinanziert werden:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Anschaffungskosten des Golf Cabrio:
32.000,00
(inkl USt und NoVA)
Leasingsonderzahlung (Anzahlung):
8.000,00
Vereinbarter Restwert:
7.000,00
Kalkulationszinssatz:
8 % pa
Laufzeit:
48 Monatsraten

Fragestellung

Wie hoch ist die monatliche Leasingrate, wenn eine vorschüssige Monatsrate vereinbart ist?

S. 155Lösung

Lösungsweg


Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung
3. Schritt: Berechnung Barwert & Monatsrate
Lösung

1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe

Beispiel

2. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung

Gegeben ist ein Jahreszinssatz, aber es müssen Monatsraten berechnet werden, daher ist es erforderlich, den Jahreszinssatz auf einen Monatszinssatz umzurechnen. Hier soll noch einmal die exakte Umrechnung gezeigt werden, dh über den Aufzinsungsfaktor:

Beispiel

Hinweis

In der Praxis erfolgt die Umrechnung in der Regel allerdings linear.

3. Schritt: Berechnung des Barwerts und der Monatsrate

  • Berechnung des Barwerts:

    Der Barwert wird ermittelt, indem sämtliche Beträge der Zahlungsreihe auf den Zeitpunkt t = 0 abgezinst werden:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Anschaffungskosten AK
    32.000,00
    Anzahlung
    8.000,00
    Restwert abgezinst auf t = 0
    5.145,22
    (= –7.000/1,00643448)
    =
    Barwert
    18.854,78
  • S. 156Berechnung der Monatsrate über die Formel für vorschüssige Renten (abgeleitet aus der Rentenbarwertformel):

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Zv = 18.854,78 ×
    1,00643448 × (1,006434 – 1)
    = € 454,91 vorschüssige monatliche Leasingrate
    1,006434 × (1,00643448 – 1)

Berechnung mittels Excel bzw HP 17 B II:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
#R
48
I%J
7,7208
=RMZ(0,006434;48;24000;–7000;1)
BARW
24000
ENDW
–7000
#R/J
12
BEG-Modus
Ergebnis: € 454,91

5.3.3.1.2. Fragestellung 2: Höhe der Ausgleichszahlung?
Beispiel

Es soll dasselbe Golf Cabrio leasingfinanziert werden:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Anschaffungskosten des Golf Cabrio:
32.000,00
(inkl USt und NoVA)
Leasingsonderzahlung (Anzahlung):
8.000,00
Kalkulationszinssatz:
8 % pa
Laufzeit:
48 vorschüssige Monatsraten
Höhe der Monatsrate:
350,00

Fragestellung

Wie hoch ist der zu vereinbarende Restwert, der am Ende der Laufzeit noch vom Leasingnehmer zu bezahlen ist?

Lösung

Lösungsweg


Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung
3. Schritt: Berechnung Barwert & Restwert
Lösung

S. 1571. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe

Beispiel

2. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung

Es gilt das beim vorhergehenden Beispiel Gesagte:

Monatszinssatz = 0,6434 % pm

3. Schritt: Berechnung Barwert und Restwert

  • Berechnung des Barwerts:

    Der Barwert wird ermittelt, indem sämtliche Beträge der Zahlungsreihe auf den Zeitpunkt t = 0 abgezinst werden. In diesem Fall sind lediglich die Anschaffungskosten und die Anzahlung, die beide im Zeitpunkt t = 0 erfolgen, zu berücksichtigen.

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Anschaffungskosten AK
    32.000,00
    Anzahlung
    8.000,00
    Rentenbarwert *)
    14.506,66
    =
    Barwert
    9.493,34
    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    *) Rentenbarwert = 350 × 1,006434 ×
    (1,00643448 – 1)
    1,00643448 × (1,006436 – 1)
  • Berechnung des Restwerts (= Endwert) aus dem Barwert, indem der Barwert bis zum Ende der Laufzeit aufgezinst wird.

    Restwert = Endwert = Barwert × qn = 9.493,34 × 1,00643448 = € 12.915,56.

Berechnung mittels Excel bzw HP 17 B II


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
#R
48
I%J
7,7208
=ZW(0,006434;48;–350;24000;1)
BARW
24000
RATE
–350
#R/J
12
BEG-Modus
Ergebnis: € 12.915,56

S. 1585.3.3.1.3. Fragestellung 3: Höhe des Leasingzinssatzes?
Beispiel

Es soll dasselbe Golf Cabrio leasingfinanziert werden:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Anschaffungskosten des Golf Cabrio:
32.000,00
(inkl USt und NoVA)
Leasingsonderzahlung (Anzahlung):
8.000,00
Restwert (am Ende der Laufzeit):
9.000,00
Laufzeit:
48 vorschüssige Monatsraten
Höhe der Monatsrate:
400,00

Fragestellung

Wie hoch ist der Leasingzinssatz, der diesem Leasingvertrag zugrunde liegt?

Lösung

Lösungsweg


Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe
2. Schritt: Berechnung interner Zinssatz
(HP 17 B II/Excel)
Lösung

1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe

Beispiel

2. Schritt: Berechnung des internen Leasingzinssatzes mittels Excel bzw HP 17 B II


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
#R
48
#R/J
1
=ZINS(48;–400;24000;–9000;1;0,6 %)
BARW
24000
ENDW
–9000
RATE
–400
BEG-Modus
Ergebnis: 0,528007 % pm

S. 159Natürlich kann der monatliche Kalkulationszinssatz in einen Effektivzinssatz umgerechnet werden. Dh es ist erforderlich, den „exakten“ dekursiven Jahreszinssatz zu ermitteln (Umrechnung mittels Aufzinsungsfaktor):

effektiver Jahreszinssatz = ((1 + 0,005280)12 – 1) × 100 = 6,52 % pa

5.4. Leasingkalkulation auf Basis unterschiedlicher Leasingmodelle (unter Berücksichtigung umsatzsteuerlicher Rahmenbedingungen)

5.4.1. Vorbemerkungen zur Leasingkalkulation

Umsatzsteuer

  • Die Leasinggesellschaft kann die beim Kauf des Leasingobjekts bezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen. Somit ist diese Umsatzsteuer lediglich ein Durchlaufposten, wodurch als Finanzierungsbasis nur der Nettobetrag des Kaufpreises herangezogen werden kann.

  • Allerdings unterliegen die laufenden Leasingraten, Leasingsonderzahlungen und ein allfälliger Ankaufspreis am Laufzeitende der Umsatzsteuer von 20 %.

  • Ist der Leasingnehmer Unternehmer im Sinne des Umsatzsteuergesetzes, so kann er die Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen. (Ausnahmen bestehen natürlich bei Objekten, die auch im Falle des Kaufs einem Verbot des Vorsteuerabzugs unterliegen. Dies betrifft insbesondere einen Großteil der Pkw.)

Zur Vereinfachung der Leasingkalkulation sowie zur Vermeidung von Rechenfehlern bei Kalkulationsbestandteilen, die nicht der Umsatzsteuer unterliegen, wird in einem ersten Schritt bei den nachfolgenden Rechenbeispielen die Kalkulation der Leasingraten auf Nettobasis berechnet. In einem zweiten Schritt wird die Brutto-Leasingrate berechnet.

In weiterer Folge werden daher sämtliche Kalkulationen auf Nettobasis durchgeführt, dh:

  • der Netto-Anschaffungswert,

  • eine eventuelle Netto-Leasingsonderzahlung und

  • ein eventueller Netto-Restwert

zur Kalkulation der Netto-Leasingrate herangezogen.

Gesetzliche Rechtsgeschäftsgebühr

  • Jeder Leasingvertrag unterliegt der gesetzlichen Rechtsgeschäftsgebühr, die der Leasingnehmer zu tragen hat. Allerdings kann vereinbart werden, dass sie durch die Leasinggesellschaft mitfinanziert wird.

  • Die Bemessungsgrundlage ist die Summe der Leasingentgelte (inkl Umsatzsteuer) zuzüglich etwaiger vertragsbezogener, schätzbarer Nebenleistungen. Die Leasingsonderzahlung geht im Gegensatz zur Depotzahlung in die Bemessungsgrundlage ein.

  • S. 160Die Rechtsgeschäftsgebühr beträgt bei unbestimmter Vertragsdauer 1 % der 36-fachen Brutto-Monatsrate. In der Regel werden Leasingverträge auf unbestimmte Zeit abgeschlossen.

  • Bei bestimmter Vertragsdauer beträgt die Gebühr 1 % sämtlicher für diesen Zeitraum zu entrichtenden Brutto-Raten. Die Vereinbarung einer bestimmten Vertragsdauer kommt aber in der Praxis nur bei Laufzeiten unter 36 Monaten vor.

  • Bei vertraglicher Vereinbarung einer Haftpflicht- bzw Kaskoversicherung wird seitens des Finanzamtes, wenn die tatsächlichen Versicherungskosten nicht ermittelbar sind, derzeit pauschal ein Zuschlag von 6 % bzw 10 %, somit maximal 16 %, auf die Berechnungsbasis der Rechtsgeschäftsgebühr hinzugerechnet.

Eigenleistungen des Leasingnehmers

  • Der Leasingnehmer kann Eigenleistungen in Form von einmaligen oder laufenden Zahlungen bei einer Leasingfinanzierung durchführen. Wesentlich für die Kalkulation dabei ist, in welcher Form die Zahlung im Hinblick auf die Umsatzsteuer erfolgt.

  • Wird eine Leasingsonderzahlung vereinbart, so unterliegt sie der Umsatzsteuer. Der Leasinggeber stellt daher eine Rechnung über die Leasingsonderzahlung inklusive Umsatzsteuer aus und kalkuliert – wie bereits oben erwähnt – nur mit der Netto-Leasingsonderzahlung. Die Leasingsonderzahlung darf maximal 30 % des Netto-Anschaffungswerts betragen.

  • Wird hingegen eine Kautions- oder Depotzahlung vereinbart, fällt keine Umsatzsteuer an und es kann daher die gesamte geleistete Depotzahlung – ohne Abzug einer Umsatzsteuer – für die Leasingkalkulation herangezogen werden. Eine Depotzahlung kann nur beim Teilamortisationsleasing vereinbart werden und darf maximal 50 % der Netto-Anschaffungskosten betragen.

  • Selbstverständlich können auch beide Formen der Eigenleistung bis zu einem Maximum von 50 % der Netto-Anschaffungskosten vereinbart werden.

In weiterer Folge wird anhand von Praxisbeispielen die Kalkulation beim Leasing wie folgt dargestellt:

5.4.1. Vorbemerkungen zur Leasingkalkulation

Abb 21: Kalkulationsbeispiele

S. 161Im nächsten Schritt wird die Kalkulation beim Vollamortisationsleasing und beim Teilamortisationsleasing vorgestellt, wobei bei jedem der beiden Modelle folgende Vorgangsweise gewählt wurde:

  • In einem ersten Schritt wird die Kalkulation (des Voll- oder Teilamortisationsleasing) ohne Eigenleistung des Leasingnehmers dargestellt und erst

  • in einem zweiten Schritt die Kalkulation mit Eigenleistung des Leasingnehmers.

5.4.2. Kalkulation beim Vollamortisationsleasing

Kurze Wiederholung zum Vollamortisationsleasing:

  • Beim Vollamortisationsleasing werden die Gesamtinvestitionskosten des Leasinggebers während der Leasingvertragslaufzeit – bis auf eine kleine Restrate – nahezu vollständig vom Leasingnehmer bezahlt.

  • Die Restrate wird in der österreichischen Leasingpraxis in der Höhe einer Leasingrate vereinbart.

  • Für den Leasinggeber bedeutet dies, dass er am Leasingvertragsende neben dem größten Teil der Investitionskosten auch die kalkulatorisch im Zinssatz berücksichtigten Refinanzierungs-, Verwaltungs- und Risikokosten inklusive Gewinnmarge erhalten hat.

5.4.2.1. Kalkulation ohne Eigenleistung des Leasingnehmers

Beispiel 1: Berechnung einer Leasingrate
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Produktionsmaschine:
Anschaffungskosten AK:
€ 400.000,00 (zuzgl 20 % USt)
Laufzeit LZ:
48 Monate
Restwert RW:
1 Monatsrate
Kalkulationszinssatz p:
6 % pa

Fragestellung

Wie hoch ist die monatliche (vorschüssige) Leasingrate unter der Annahme, dass

(a)

die Rechtsgeschäftsgebühr vom Leasingnehmer zum Zeitpunkt der Fälligkeit der 1. Rate bezahlt wird bzw

(b)

die Rechtsgeschäftsgebühr von der Leasinggesellschaft mitfinanziert wird?

Lösung

Lösungsweg


Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte!)
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung
S. 1623. Schritt: Berechnung Barwert & Netto-Monatsrate
4. Schritt: Berechnung Brutto-Monatsrate & Rechtsgeschäftsgebühr
Lösung

Lösung a)

1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe auf Basis der Nettowerte

Anschaffungskosten (exkl USt): € 400.000,00

Beispiel 1: Berechnung einer Leasingrate

Wie man aus der Zahlungsreihe sehen kann, stellt der Restwert – in Höhe einer Monatsrate – aus finanzmathematischer Sicht eine 49. vorschüssige Monatsrate dar. Das bedeutet, dass beim Vollamortisationsleasing einfach mit der Rentenbarwertformel gerechnet werden kann (mit einer um eine Rate verlängerten Laufzeit).

2. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung

Gegeben ist ein Jahreszinssatz, aber es müssen Monatsraten berechnet werden, daher ist es erforderlich, den Jahreszinssatz auf einen Monatszinssatz umzurechnen.

Wie bereits erwähnt, wird in der Leasingpraxis in der Regel linear auf einen Monatszinssatz umgerechnet, dh:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monatszinssatz =
Jahreszinssatz 6 %
= 0,5 % pm
12

3. Schritt: Berechnung des Barwerts und der Netto-Monatsrate

  • Der Barwert entspricht in diesem Beispiel den Netto-Anschaffungskosten in Höhe von € 400.000,00.

  • Berechnung der Netto-Monatsrate über die Formel für vorschüssige Renten (abgeleitet aus der Rentenbarwertformel):

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Zv = 400.000,00 ×
    1,00549 × (1,005 – 1)
    = € 9.178,46 vorschüssige monatliche Netto-Leasingrate
    1,005 × (1,00549 – 1)

4. Schritt: Berechnung der Brutto-Monatsrate und der Rechtsgeschäftsgebühr

  • Berechnung der Brutto-Monatsrate:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Netto-Monatsrate
    9.178,46
    +
    20 % Umsatzsteuer
    1.835,69
    =
    Brutto-Monatsrate
    11.014,15
  • S. 163Berechnung der Rechtsgeschäftsgebühr:

    Die Rechtsgeschäftsgebühr wird aufgrund der Raten aus a) berechnet:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    36 Brutto-Monatsraten = 36 × 11.014,15 =
    396.509,40
    davon 1 % Rechtsgeschäftsgebühr RGG
    3.965,10

    Der Leasingnehmer zahlt gleichzeitig mit der ersten Rate zusätzlich zur ersten Monatsrate eine Rechtsgeschäftsgebühr in Höhe von € 3.965,10 an die Leasinggesellschaft. Diese führt gleichzeitig die Rechtsgeschäftsgebühr an das zuständige Finanzamt ab.

Lösung b)

1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe

Beispiel 1: Berechnung einer Leasingrate

Weitere Vorgehensweise: 3. & 4. Schritt

  • Der Barwert entspricht in diesem Beispiel den Anschaffungskosten zuzüglich der Rechtsgeschäftsgebühr = € 403.965,10.

  • Berechnung der Netto-Monatsrate über die Formel für vorschüssige Renten (abgeleitet aus der Rentenbarwertformel):

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Zv = 403.965,10 ×
    1,00549 × (1,005 – 1)
    = € 9.269,44 vorschüssige monatliche Netto-Leasingrate
    1,005 × (1,00549 – 1)
  • Berechnung der neuen Brutto-Monatsrate (unter Berücksichtigung der anfallenden Rechtsgeschäftsgebühr):

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Netto-Monatsrate
    9.269,44
    +
    20 % Umsatzsteuer
    1.853,89
    =
    Brutto-Monatsrate
    11.123,33

    Selbstverständlich ergibt sich aus der neuen Brutto-Leasingrate wieder eine neue Rechtsgeschäftsgebühr wie folgt:

  • Berechnung der Rechtsgeschäftsgebühr:

    Die Rechtsgeschäftsgebühr wird nach der einmaligen Hinzurechnung der Rechtsgeschäftsgebühr wie folgt berechnet:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    36 Brutto-Monatsraten = 36 × 11.123,33 =
    400.439,88
    davon 1 % Rechtsgeschäftsgebühr RGG
    4.004,40

    Die Rechtsgeschäftsgebühr in Höhe von € 4.004,40 wird von der Leasinggesellschaft an das zuständige Finanzamt abgeführt.

S. 164 Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
#R
49
#R/J
12
a) =RMZ(6 %/12;49;400000;0;1)×1,2
BARW
400000 a)
b) =RMZ(6 %/12;49;403965,10;0;1)×1,2
403965,10 b)
ENDW
0
I%J
6
BEG-Modus
Rate a)
9.178,46 × 1,2
Rate b)
9.269,44 × 1,2
Ergebnis a =11.014,15
Ergebnis b = 11.123,33

Beispiel 2: Berechnung der Leasingrate bei Vollamortisationsleasing
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Druckmaschine:
Anschaffungskosten AK:
€ 800.000,00 (inkl 20 % USt)
betriebsgewöhnl Nutzungsdauer
5 Jahre (60 Monate)
Restwert RW:
1 Monatsrate
Kalkulationszinssatz p:
7 % pa

Fragestellung

Wie hoch ist die monatliche (vorschüssige) Leasingrate für die

(a)

kürzest mögliche Laufzeitvereinbarung (40 % der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer) und

(b)

längst mögliche Laufzeitvereinbarung (90 % der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer)?

Lösungen a) und b)

Lösungsweg


Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte!)
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung
3. Schritt: Berechnung Barwert & Netto-Monatsrate
4. Schritt: Berechnung Brutto-Monatsrate
Lösung

S. 165 1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe auf Basis der Nettowerte

Anschaffungskosten (exkl USt): € 666.666,67

Laufzeit (a): 54 Monate

Laufzeit (b): 24 Monate

Zahlungsreihe a)

Beispiel 2: Berechnung der Leasingrate bei Vollamortisationsleasing

Zahlungsreihe b)

Beispiel 2: Berechnung der Leasingrate bei Vollamortisationsleasing

2. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monatszinssatz =
Jahreszinssatz 7 %
= 0,5833 % pm
12

3. Schritt: Berechnung des Barwerts und der Netto-Monatsrate

  • Der Barwert entspricht in diesem Beispiel den Netto-Anschaffungskosten in Höhe von € 666.666,67.

  • Berechnung der Netto-Monatsrate über die Formel für vorschüssige Renten (abgeleitet aus der Rentenbarwertformel):

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    a)
    Zv = 666.666,67 ×
    1,005855 × (1,0058 – 1)
    € 14.122,09 vorschüssige monatliche Netto-Leasingrate
    1,0058 × (1,005855 – 1)
    b)
    Zv = 666.666,67 ×
    1,005825 × (1,0058 – 1)
    € 28.569,27 vorschüssige monatliche Netto-Leasingrate
    1,0058 × (1,005825 – 1)

4. Schritt: Berechnung der Brutto-Monatsrate


Tabelle in neuem Fenster öffnen
a)
b)
Netto-Monatsrate
14.122,09
Netto-Monatsrate
28.569,27
+ 20 % USt
2.824,42
+ 20 % USt
5.713,85
Brutto-Monatsrate
16.946,51
Brutto-Monatsrate
34.283,12

S. 166 Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
#R
55 a)
25 b)
#R/J
12
a) =RMZ(7 %/12;55;666666,67;0;1)×1,2
BARW
666666,67
b) =RMZ(7 %/12;25;666666,67;0;1)×1,2
ENDW
0
I%J
7
BEG-Modus
Rate a)
14.122,09 × 1,2
Rate b)
28.569,27 × 1,2
Ergebnis a: 16.946,51
Ergebnis b: 34.283,12

Beispiel 3: Interne Verzinsung eines Leasingangebotes

Sie haben ein Leasingangebot für einen Kopierer mit einem Anschaffungswert von € 24.000,00 (inkl 20 % USt) zu folgenden Bedingungen vorliegen:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Laufzeit
36 Monate (3 Jahre)
Restwert RW:
1 Monatsrate
Monatliche vorschüssige Brutto-Rate:
€ 724,03

Fragestellung

Wie hoch ist der effektive Jahreszinssatz dieses Leasingvertrags?

Lösung

Lösungsweg


Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Berechnung Monats-Kalkulationszinssatz
2. Schritt: Berechnung Effektivzinssatz (exakt)
Lösung

S. 167 1. Schritt: Berechnung der Verzinsung mittels Excel bzw HP 17 B II


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Monatsrate:
603,36
Netto-Anschaffungskosten:
20.000,00


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
#R
37
#R/J
12
=ZINS(37;–603,36;20000;0;1;0,6 %)
BARW
20000
ENDW
0
RATE
–603,36
BEG-Modus
Ergebnis: 0,62500 % pm

2. Schritt: Berechnung des Effektivzinssatzes

Umrechnung des Monatszinssatzes auf den effektiven Jahreszinssatz mittels Aufzinsungsfaktor:

effektiver Jahreszinssatz = ((1 + 0,00625)12 – 1) × 100 = 7,76 % pa

Beispiel 4: Berechnung neuer Leasingraten aufgrund bestehender Raten (über internen Zinssatz)

Sie haben ein Leasingangebot für eine Telefonanlage mit Anschaffungskosten von € 32.000,00 (inkl 20 % USt) zu folgenden Bedingungen vorliegen:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Laufzeit
48 Monate (4 Jahre)
Restwert RW:
1 Monatsrate
Monatliche vorschüssige Brutto-Rate:
€ 741,30

Sie haben aber beschlossen, die monatliche Rate auf eine Quartalsrate (ebenfalls vorschüssig) umzustellen.

Fragestellung

Welche Rate wird die Leasinggesellschaft von Ihnen verlangen? Sie können davon ausgehen, dass die Leasinggesellschaft bei dieser Zahlweise dieselbe interne Verzinsung erreichen möchte. Als Arbeitshypothese entspricht das letzte (zusätzliche) Entgelt ebenfalls einer Quartalsrate. Die Laufzeit beträgt also (4 Jahre × 4 Quartale) + 1 Restrate =17 Quartale

S. 168Lösung

Lösungsweg


Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Berechnung der Verzinsung (Kalkulationssatz)
2. Schritt: Umrechnung auf Effektivzinssatz
3. Schritt: Umrechnung auf Quartals-Kalkulationszinssatz
4. Schritt: Berechnung der Netto und Brutto-Quartalsrate
Lösung

1. Schritt: Berechnung der Verzinsung (Kalkulationssatz) mittels Excel bzw HP 17 B II


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Monatsrate:
617,75
Netto-Anschaffungskosten:
26.666,67


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
#R
49
#R/J
12
=ZINS(49;-617,75;26666,67;0;1;0,6%)
BARW
26666,67
ENDW
0
RATE
–617,75
BEG-Modus
Ergebnis: 0,541667 % pm

2. Schritt: Umrechnung des Monatszinssatzes auf den effektiven Jahreszinssatz mittels Aufzinsungsfaktor

effektiver Jahreszinssatz = ((1 + 0,00541667)12– 1) × 100 = 6,6971 % pa

3. Schritt: Umrechnung des effektiven Jahreszinssatzes auf einen Quartalszinssatz mittels Aufzinsungsfaktor

Beispiel 4: Berechnung neuer Leasingraten aufgrund bestehender Raten (über internen Zinssatz)

S. 169 4. Schritt: Berechnung der Netto- und Brutto-Quartalsrate

  • Berechnung der neuen Netto-Quartalsleasingraten auf Basis des Kalkulationszinssatzes von 1,6338 % pqu mittels Excel bzw HP 17 B II:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Berechnung mittels HP 17 B II
    Berechnung mittels Excel
    #R
    17
    #R/J
    1
    =RMZ(0,016338;17;26666,67;0;1)
    BARW
    26666,67
    ENDW
    0
    I%J
    1,634
    BEG-Modus
    Ergebnis: 1.780,15 Nettoquartalsrate
  • Berechnung der Brutto-Leasingrate:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Ergebnis:
    Netto-Quartalsrate
    1.780,15
    + 20 % USt
    356,03
    Brutto-Quartalsrate
    2.136,18

Vergleich

Die Differenz zwischen einer Quartalsrate (€ 2.136,18) und 3 Monatsraten (€ 2.223,90) kommt durch die raschere Tilgung durch vorschüssige Quartalsraten und die deutlich höhere Restrate (Entgelt für 3 Monate statt für 1 Monat) zustande. Der Ertrag – gemessen an der Effektivverzinsung – ist für die Leasinggesellschaft ident.

Kontrolle mittels Excel bzw HP 17 B II


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
#R
17
#R/J
1
=ZINS(17;–1780,15;26666,67;0;1;1,6 %)
BARW
26666,67
ENDW
0
RATE
–1780,15
BEG-Modus
Ergebnis: 1,633802 % pqu

Umrechnung des Quartalszinssatzes auf den effektiven Jahreszinssatz mittels Aufzinsungsfaktor:

effektiver Jahreszinssatz = ((1 + 0,01633802)4 – 1) × 100 = 6,6971 % pa

Beispiel 5: Berechnung der Laufzeit eines Leasingvertrags

Sie möchten folgende Maschine zu untenstehenden Konditionen leasen. Die monatliche Brutto-Rate legen Sie mit € 4.000,00 fest.


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Maschine:
Anschaffungskosten AK:
€ 180.000,00 (inkl 20 % USt)
Restwert RW:
1 Monatsrate
Kalkulationszinssatz p:
7 % pa
maximale Rate:
€ 4.000,00

S. 170Fragestellung

Wie lange wird unter den gegebenen Bedingungen die Leasinglaufzeit sein?

Lösung

Berechnung der Laufzeit mittels Excel bzw HP 17 B II:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Monatsrate:
3.333,33
Netto-Anschaffungskosten:
150.000,00


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
#R
–3333,33
#R/J
12
=ZZR(7 %/12;–3333,33;150000;0;1)
BARW
150000
ENDW
0
I%J
7
BEG-Modus
Ergebnis: 51,9952847 Monate

dh 51 vorschüssige Monatsraten + 1 Restrate

Die Leasinglaufzeit muss unter den gegebenen Bedingungen daher 51 Monate betragen.

5.4.2.2. Kalkulation mit Eigenleistung des Leasingnehmers

Da beim Vollamortisationsleasing als Eigenleistung des Leasingnehmers nur die Leasingsonderzahlung in Frage kommt, werden in weiterer Folge Beispiele unter Berücksichtigung einer Leasingsonderzahlung gezeigt:

Beispiel 1: Berechnung einer Leasingrate
Tabelle in neuem Fenster öffnen
EDV-Anlage:
Anschaffungskosten AK:
€ 600.000,00 (inkl 20 % USt)
Leasingsonderzahlung:
€ 120.000,00 (inkl 20 % USt)
Laufzeit LZ:
36 Monate
Restwert RW:
1 Monatsrate
Kalkulationszinssatz p:
7 % pa

Fragestellung

Wie hoch ist die monatliche (vorschüssige) Brutto-Leasingrate und die Rechtsgeschäftsgebühr (Annahme: Die Rechtsgeschäftsgebühr wird vom Leasingnehmer zum Zeitpunkt der Fälligkeit der 1. Rate bezahlt)?

S. 171Lösung

Lösungsweg


Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte!)
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung
3. Schritt: Berechnung Barwert & Netto-Monatsrate
4. Schritt: Berechnung Brutto-Monatsrate & Rechtsgeschäftsgebühr
Lösung

1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe auf Basis der Nettowerte


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Anschaffungskosten (exkl USt):
500.000,00
Leasingsonderzahlung (exkl USt):
100.000,00

Beispiel 1: Berechnung einer Leasingrate

Der Restwert ist aus Sicht der Finanzmathematik (wiederum) wie eine 37. Monatsrate zu behandeln.

2. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung

Gegeben ist ein Jahreszinssatz, aber es müssen Monatsraten berechnet werden, daher ist es erforderlich, den Jahreszinssatz auf einen Monatszinssatz umzurechnen.

Wie bereits erwähnt wird in der Leasingpraxis in der Regel linear auf einen Monatszinssatz umgerechnet, dh:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monatszinssatz =
Jahreszinssatz 7 %
= 0,5833 % pm
12

S. 172 3. Schritt: Berechnung des Barwerts und der Netto-Monatsrate

  • Der Barwert berechnet sich aus den Netto-Anschaffungskosten abzüglich der Netto-Leasingsonderzahlung:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Netto-Anschaffungskosten
    500.000
    Netto-Leasingsonderzahlung
    100.000
    =
    Barwert
    400.000

    Berechnung der Netto-Monatsrate über die Formel für vorschüssige Renten (abgeleitet aus der Rentenbarwertformel):

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Zv = 400.000,00 ×
    1,00583337 × (1,005833 – 1)
    € 11.980,84 vorschüssige monatliche Netto-Rate
    1,005833 × (1,00583337 – 1)

4. Schritt: Berechnung der Brutto-Monatsrate und der Rechtsgeschäftsgebühr

  • Berechnung der Brutto-Monatsrate:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Netto-Monatsrate
    11.980,84
    + 20 % USt
    2.396,17
    Brutto-Monatsrate
    14.377,01
  • Berechnung der Rechtsgeschäftsgebühr:

    Die Rechtsgeschäftsgebühr wird auf Basis der Raten berechnet:

    36 Brutto-Monatsraten = 36 × 14.377,01


Tabelle in neuem Fenster öffnen
517.572,36
+
Brutto-Leasingsonderzahlung
120.000,00
=
Summe
637.572,36
davon 1 % Rechtsgeschäftsgebühr RGG
6.375,72

Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
#R
37
#R/J
12
=RMZ(7 %/12;37;400000;0;1)×1,2
BARW
400000
ENDW
0
I%J
7
BEG-Modus
Rate:
11.980,84 × 1,2
Ergebnis = 14.377,00

Beispiel 2: Interne Verzinsung eines Leasingangebots

Sie haben ein Leasingangebot für eine Maschine mit einem Anschaffungswert von € 150.000,00 (inkl 20 % USt) zu folgenden Bedingungen vorliegen.


Tabelle in neuem Fenster öffnen
S. 173Laufzeit
48 Monate
Leasingsonderzahlung:
€ 45.000,00 (inkl 20 % USt)
Restwert RW:
1 Monatsrate
Monatliche vorschüssige Brutto-Rate:
€ 2.500,00

Fragestellung

Wie hoch ist der effektive Jahreszinssatz dieses Leasingvertrags?

Lösung

Lösungsweg


Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Berechnung Monats-Kalkulationszinssatz
2. Schritt: Berechnung Effektivzinssatz (exakt)
Lösung

Schritt 1: Berechnung der Verzinsung mittels Excel bzw HP 17 B II


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Monatsrate:
2.083,33
Netto-Anschaffungskosten:
125.000,00
Netto-Leasingsonderzahlung:
37.500,00
Barwert daher:
87.500,00


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
#R
49
#R/J
1
=ZINS(49;–2500/1,2;87500;0;1;0,6 %)
BARW
87500
ENDW
0
Rate:
–2083,33
BEG-Modus
Ergebnis: 0,6626 % pm

Schritt 2: Berechnung des Effektivzinssatzes

Umrechnung des Monatszinssatzes auf den effektiven Jahreszinssatz mittels des Aufzinsungsfaktors:

effektiver Jahreszinssatz = ((1 + 0,006626)12 – 1) × 100 = 8,25 % pa

S. 174Beispiel 3: Berechnung der Laufzeit eines Leasingvertrags

Sie möchten folgenden Kopierer zu untenstehenden Konditionen leasen. Die monatliche Brutto-Rate legen Sie mit € 2.000,00 fest.


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Kopierer:
Anschaffungskosten AK:
€ 96.000,00 (inkl 20 % USt)
Leasingsonderzahlung:
€ 24.000,00 (inkl 20 % USt)
Restwert RW:
1 Monatsrate
Kalkulationszinssatz p:
7 % pa
maximale Rate:
€ 2.000,00

Fragestellung

Wie lange wird unter den gegebenen Bedingungen die Leasinglaufzeit sein?

Lösung: Berechnung der Laufzeit mittels Excel bzw HP 17 B II:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Monatsrate:
1.666,67
Netto-Anschaffungskosten:
80.000,00
Netto-Leasingsonderzahlung:
20.000,00
→ Barwert daher: € 60.000,00


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
RATE
–1666,67
#R/J
12
=ZZR(7 %/12;–1666,67;60000;0;1)
BARW
60000
ENDW
0
I%J
7
BEG-Modus
Ergebnis: 40,2624 Monate

dh 40 vorschüssige Monatsraten + 1 Restrate

Die Leasinglaufzeit beträgt daher 40 Monate.

Beispiel 4: Berechnung der Höhe der Leasingsonderzahlung

Sie möchten eine EDV-Anlage leasen. Vereinbart wird ein Vollamortisationsleasing mit einer monatlichen Rate in Höhe von maximal € 10.000,00. Der Finanzierungsrestbetrag soll durch eine Leasingsonderzahlung am Beginn der Laufzeit ausgeglichen werden.


Tabelle in neuem Fenster öffnen
EDV-Anlage:
Anschaffungskosten AK:
€ 300.000,00 (inkl 20 % USt)
Laufzeit LZ:
24 Monate
Restwert RW:
1 Monatsrate
Kalkulationszinssatz p:
7 % pa
Brutto-Monatsrate:
€ 10.000,00

S. 175Fragestellung

Wie hoch muss die Leasingsonderzahlung sein?

Lösung

Lösungsweg


Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte!)
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung
3. Schritt: Berechnung Barwert der Netto-Sonderzahlung
4. Schritt: Berechnung Brutto-Sonderzahlung
Lösung

Lösung

1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe auf Basis der Nettowerte


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Anschaffungskosten (exkl USt):
250.000,00
Netto-Monatsrate:
8.333,33,00

Beispiel 4: Berechnung der Höhe der Leasingsonderzahlung

Der Restwert ist aus Sicht der Finanzmathematik (wiederum) wie eine 25. Monatsrate zu behandeln.

2. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung

Lineare Umrechnung des Jahreszinssatzes in einen Monatszinssatz, dh:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monatszinssatz =
Jahreszinssatz 7 %
= 0,5833 % pm
12

S. 176 3. Schritt: Berechnung des Barwerts der Netto-Leasingsonderzahlung

  • Der Barwert berechnet sich aus den Netto-Anschaffungskosten abzüglich des Rentenbarwerts der Netto-Leasingraten:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Netto-Anschaffungskosten
    250.000,00
    Rentenbarwert
    194.459,80
    Barwert = Netto-Sonderzahlung
    55.540,20

Nebenrechnung


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Rentenbarwert = 8.333,33 × 1,005833 ×
(1,00583325 – 1)
= 194.459,80
1,00583325 × (1,005833 – 1)

4. Schritt: Berechnung der Brutto-Leasingsonderzahlung


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Sonderzahlung ^
55.540,20
+ 20 % USt
11.108,04
Brutto-Sonderzahlung
66.648,24

Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
RATE
–8333,33
#R/J
12
=(250000 – BW(7 %/12;25; –8333,33;0;1))×1,2
#R
25
ENDW
0
I%J
7
BEG-Modus
Ergebnis: BARW
194459,80
Leasing-SZ:
(250000 – 194459,80) × 1,2
Ergebnis = 66.648,24

5.4.3. Kalkulation beim Teilamortisationsleasing

Kurz zum Teilamortisationsleasing:

  • Beim Teilamortisationsvertrag wird nur ein Teil der Gesamtinvestitionskosten über die laufenden Leasingraten zurückgeführt. Das bedeutet, dass am Leasingvertragsende ein Teil der Gesamtinvestitionskosten – der so genannte kalkulatorische Restwert – noch offen ist.

  • Der Leasinggeber erhält diesen Restwert nur dann, wenn er das Leasingobjekt an den Leasingnehmer oder an einen Dritten verkaufen kann. Ebenso fließt der Restwert S. 177oder ein Teil davon zurück, wenn der Leasingnehmer am Vertragsende den Leasingvertrag weiter fortsetzt.

  • Selbstverständlich erhält der Leasinggeber auch beim Teilamortisationsvertrag im Rahmen der laufenden Leasingraten neben den Amortisationsteilen auch die Refinanzierungs-, Verwaltungs- und Risikokosten inklusive Gewinnspanne.

5.4.3.1. Kalkulation ohne Eigenleistung des Leasingnehmers

Beispiel 1: Berechnung einer Leasingrate
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Pkw:
Anschaffungskosten AK:
€ 36.000,00 (inkl 20 % USt und NoVA)
Laufzeit LZ:
48 Monate
Restwert RW:
€ 8.000,00 (inkl 20 % USt)
Kalkulationszinssatz p:
6,5 % pa

Fragestellung

Wie hoch ist die monatliche (vorschüssige) Leasingrate?

Lösung

Lösungsweg


Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte!)
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung
3. Schritt: Berechnung Barwert & Netto-Monatsrate
4. Schritt: Berechnung Brutto-Monatsrate
Lösung

1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe auf Basis der Nettowerte


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Anschaffungskosten (exkl USt):
30.000,00
Restwert (exkl USt):
6.666,67

S. 178 2. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung

Umrechnung auf einen Monatszinssatz:

Beispiel 1: Berechnung einer Leasingrate

3. Schritt: Berechnung des Barwerts und der Netto-Monatsrate

  • Der Barwert wird ermittelt, indem sämtliche Beträge der Zahlungsreihe auf den Zeitpunkt t = 0 abgezinst werden, hier: der Netto-Anschaffungswert und der Nettorestwert:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Netto-Anschaffungswert
    30.000,00
    Netto-Restwert
    5.143,87
    (= –6.666,67 / 1,00541748)
    Barwert
    24.856,13
  • Berechnung der Netto-Monatsrate über die Formel für vorschüssige Renten (abgeleitet aus der Rentenbarwertformel):

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Zv = 24.856,13 ×
    1,00541748 × (1,005417 – 1)
    € 586,29 vorschüssige monatliche Netto-Rate
    1,005417 × (1,00541748 – 1)

4. Schritt: Berechnung der Brutto-Monatsrate

Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel


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Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
#R
48
#R/J
12
=RMZ(6,5 %/12;48;30000; –6666,67;1)×1,2
BARW
30000
ENDW
–6666,67
I%J
6,5
BEG-Modus
Rate:
586,29 × 1,2
Ergebnis = 703,54

S. 179Beispiel 2: Interne Verzinsung eines Leasingangebots

Sie haben ein Leasingangebot für einen Lkw mit einem Anschaffungswert von € 105.600,00 (inkl 20 % USt) zu folgenden Bedingungen vorliegen:


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Laufzeit
60 Monate
Restwert RW:
€ 20.400,00 (inkl 20 % USt)
Monatliche vorschüssige Brutto-Rate:
€ 1.778,80

Fragestellung

Wie hoch ist der effektive Jahreszinssatz dieses Leasingvertrags?

Lösung

Lösungsweg


Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Berechnung Monats-Kalkulationszinssatz
2. Schritt: Berechnung Effektivzinssatz (exakt)
Lösung

1. Schritt: Berechnung der Verzinsung mittels Excel bzw HP 17 B II


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Monatsrate:
1.482,34
Netto-Anschaffungskosten:
88.000,00
Nettorestwert:
17.000,00


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
#R
60
#R/J
1
=ZINS(60;–1482,34;88000; –17000;1;0,6 %)
BARW
88000
ENDW
–17000
RATE
–1482,34
BEG-Modus
Ergebnis: 0,55805 % pm

2. Schritt: Berechnung des Effektivzinssatzes

Die Umrechnung des Monatszinssatzes auf den effektiven Jahreszinssatz erfolgt mittels Aufzinsungsfaktor:

effektiver Jahreszinssatz = ((1 + 0,0055805)12 – 1) × 100 = 6,91 % pa

S. 180Beispiel 3: Berechnung des Restwerts eines Leasingvertrags

Sie möchten folgenden Pkw-Kombi zu untenstehenden Konditionen leasen. Die monatliche Brutto-Rate legen Sie mit maximal € 850,00 fest.


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Pkw-Kombi:
Anschaffungskosten AK:
€ 48.000,00 (inkl 20 % USt und NoVA)
Laufzeit:
48 Monatsraten
Kalkulationszinssatz p:
6,5 % pa
maximale Brutto-Rate:
€ 850,00

Fragestellung

Wie hoch wird unter den gegebenen Bedingungen der Restwert sein?

Lösung

Lösungsweg


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1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte!)
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung
3. Schritt: Berechnung Bar- & Endwert (Nettorestwert)*
4. Schritt: Berechnung Brutto-Restwert
Lösung

*

Natürlich könnte auch gleich direkt der Endwert berechnet werden

1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe auf Basis der Nettowerte


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Anschaffungskosten (exkl USt):
40.000,00
Netto-Monatsrate:
708,33

Beispiel 3: Berechnung des Restwerts eines Leasingvertrags

S. 181 2. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung

Umrechnung auf einen Monatszinssatz:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monatszinssatz =
Jahreszinssatz 6,5 %
0,5417 % pm
12

3. Schritt: Berechnung des Barwerts & Endwerts (= Netto-Restwert)

  • Abzinsung sämtlicher Beträge auf den Zeitpunkt t = 0:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Netto-Anschaffungswert
    40.000,00
    Rentenbarwert
    30.030,41
    =
    Barwert
    9.969,59

    Nebenrechnung

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Rentenbarwert = 708,33 × 1,005417 ×
    (1,00541748 – 1)
    = 30.030,41
    1,00541748 × (1,005417 – 1)
  • Ermittlung des Rentenendwerts durch Aufzinsen des Rentenbarwerts:

    Rentenendwert = 9.969,59 × 1,00541748 = 12.920,99

4. Schritt: Berechnung des Brutto-Restwerts


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Restwert
12.920,99
+ 20 % USt
2.584,20
Brutto-Restwert
15.505,19

Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel


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Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
RATE
–708,33
#R/J
12
=ZW(6,5 %/12;48;–708,33;40000;1)×1,2
#R
48
BARW
40000
I%J
6,5
BEG-Modus
Ergebnis: ENDW
12920,99 × 1,2
Ergebnis = 15.505,19

S. 1825.4.3.2. Kalkulation mit Eigenleistung des Leasingnehmers

5.4.3.2.1. Leasingsonderzahlung
Beispiel 1: Berechnung einer Leasingrate

Sie möchten einen neuen Pkw anschaffen. Gleichzeitig verkaufen Sie Ihr altes Auto und verwenden den Verkaufserlös, um eine Leasingsonderzahlung zu leisten.


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Pkw:
Anschaffungskosten AK:
€ 30.000,00 (inkl 20 % USt und NoVA)
Leasingsonderzahlung:
€ 7.500,00 (inkl 20 % USt)
Laufzeit LZ:
36 Monate
Restwert RW:
€ 8.000,00 (inkl 20 % USt)
Kalkulationszinssatz p:
7 % pa

Fragestellung

Wie hoch ist die monatliche (vorschüssige) Brutto-Leasingrate und die Rechtsgeschäftsgebühr (Annahme: Die Rechtsgeschäftsgebühr wird vom Leasingnehmer zum Zeitpunkt der Fälligkeit der 1. Rate bezahlt)?

Lösung

Lösungsweg


Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte!)
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung
3. Schritt: Berechnung Barwert & Netto-Monatsrate
4. Schritt: Berechnung Brutto-Monatsrate & Rechtsgeschäftsgebühr
Lösung

Lösung

1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe auf Basis der Nettowerte


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Anschaffungskosten (exkl USt):
25.000,00
Leasingsonderzahlung (exkl USt):
6.250,00

S. 183

Beispiel 1: Berechnung einer Leasingrate

2. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung

Lineare Umrechnung des Jahreszinssatzes in einen Monatszinssatz:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monatszinssatz =
Jahreszinssatz 7 %
= 0,5833 % pm
12

3. Schritt: Berechnung des Barwerts und der Netto-Monatsrate

  • Der Barwert berechnet sich aus den Netto-Anschaffungskosten abzüglich der Netto-Leasingsonderzahlung und dem abgezinsten Nettorestwert:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Netto-Anschaffungskosten
    25.000,00
    Netto-Leasingsonderzahlung
    6.250,00
    Netto-Restwert
    5.407,65
    (= 6.666,67 / 1,00583336)
    =
    Barwert
    13.342,74
  • Berechnung der Netto-Monatsrate über die Formel für vorschüssige Renten (abgeleitet aus der Rentenbarwertformel):

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Zv = 13.342,74 ×
    1,00583336 × (1,005833 – 1)
    € 409,60 vorschüssige monatliche Netto-Rate
    1,005833 × (1,00583336 – 1)

4. Schritt: Berechnung der Brutto-Monatsrate und der Rechtsgeschäftsgebühr

  • Berechnung der Brutto-Monatsrate:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Netto-Monatsrate
    409,60
    + 20 % USt
    81,92
    Brutto-Monatsrate
    491,52
  • Berechnung der Rechtsgeschäftsgebühr:

    Die Rechtsgeschäftsgebühr wird auf Basis der Brutto-Monatsraten berechnet:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    36 Brutto-Monatsraten = 36 × 491,52
    17.694,72
    + Brutto-Leasingsonderzahlung
    7.500,00
    Summe
    25.194,72
    davon 1 % Rechtsgeschäftsgebühr RGG
    251,95

S. 184 Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
#R
36
#R/J
12
=RMZ(7 %/12;36;(25000–6250); –6666,67;1)×1,2
BARW
18750
ENDW
–6666,67
I%J
7
BEG-Modus
Ergebnis:
409,60 × 1,2
Ergebnis = 491,52

Beispiel 2: Interne Verzinsung eines Leasingangebots

Sie haben folgendes Leasingangebot vorliegen:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Anschaffungskosten:
€ 92.000,00 (inkl 20 % USt)
Laufzeit
20 Quartale (5 Jahre)
Leasingsonderzahlung:
€ 12.000,00 (inkl 20 % USt)
Restwert RW:
€ 20.000,00 (inkl 20 % USt)
Vorschüssige Brutto-Rate je Quartal:
€ 4.000,00

Fragestellung

Wie hoch ist der effektive Jahreszinssatz dieses Leasingvertrags?

Lösung

Lösungsweg


Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Berechnung Quartals-Kalkulationszinssatz
2. Schritt: Berechnung Effektivzinssatz (exakt)
Lösung

Schritt 1: Berechnung der Verzinsung mittels Excel bzw HP 17 B II


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Monatsrate:
3.333,33
Netto-Anschaffungskosten:
76.666,67
Netto-Leasingsonderzahlung:
10.000,00
→ Barwert daher: € 66.666,67
Nettorestwert:
16.666,67


Tabelle in neuem Fenster öffnen
S. 185Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
#R
20
#R/J
1
=ZINS(20;–3333,33;66666,67; –16666,67;1;1,5 %)
BARW
66666,67
ENDW
–16666,67
RATE
–3333,33
BEG-Modus
Ergebnis: 2,0206 % pqu

Schritt 2: Berechnung des Effektivzinssatzes

Umrechnung des Quartalszinssatzes auf den effektiven Jahreszinssatz mittels Aufzinsungsfaktor:

effektiver Jahreszinssatz = ((1 + 0,020206)4 – 1) × 100 = 8,33 % pa

5.4.3.2.2. Depot- bzw Kautionszahlung

In einem ersten Schritt werden das Wesen der Depot-/Kautionszahlung und die Kalkulation mit einer vereinbarten Depotzahlung an einem sehr stark vereinfachten Beispiel dargestellt. Anschließend erfolgt die Leasingkalkulation mit praxisnahen Kalkulationsbeispielen.

Zur Depotzahlung/Kautionszahlung

Die Depotzahlung ist im Gegensatz zur Leasingsonderzahlung keine Anzahlung, sondern ein Betrag der zur Besicherung der Verpflichtungen dient, die der Leasingnehmer im Leasingvertrag übernommen hat. Die Depotzahlung kann – im Gegensatz zur Leasingsonderzahlung – vom Leasingnehmer grundsätzlich wieder am Ende des Leasingvertrags zurückverlangt werden, wenn sie für die vereinbarten Verpflichtungen nicht benötigt wird. Es können sowohl eine einmalige Kaution als auch laufende Kautionen vereinbart werden.

Vereinfachtes Beispiel
Tabelle in neuem Fenster öffnen
Maschine:
Anschaffungskosten AK:
€ 30.000,00 (inkl 20 % USt)
Laufzeit LZ:
3 Jahre (3 Jahresraten)
Restwert RW:
€ 8.000,00 (inkl 20 % USt)
Kalkulationszinssatz p:
7 % pa
Depotzahlung:
€ 6.000,00

Die Depotzahlung ist mit der 1. Rate fällig und wird am Ende der Laufzeit wieder an den Leasingnehmer rückerstattet bzw mit dem Restwert gegengerechnet.

S. 186Fragestellung

Wie hoch ist die monatliche (vorschüssige) Brutto-Leasingrate und wie hoch sind die Restzahlung des Leasingnehmers am Ende der Laufzeit und die Gesamtbelastung im Falle des Ankaufs der Maschine?

1. Schritt: Aufstellen der Netto-Zahlungsreihe & Berechnung der Netto-Leasingrate (OHNE Depotzahlung)

Vereinfachtes Beispiel

  • Berechnung des Barwerts:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Netto-Anschaffungskosten
    25.000,00
    Netto-Restwert
    5.441,99
    (= 6.666,67 / 1,073)
    =
    Barwert
    19.558,01
  • Berechnung der Netto-Jahresrate:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Zv = 19.558,01 ×
    1,073 × (1,07 – 1)
    = € 6.965,06 vorschüssige Netto-Rate
    1,07 × (1,073 – 1)

2. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe für die Depotzahlung & Berechnung der Zinsen für das Depot

Vereinfachtes Beispiel

Berechnung der vorschüssigen Zinsen für jeweils 1 Periode:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Periodische Zinsen
= Perioden-Endwert (6.000) – Perioden-Barwert
= 6.000 –
6.000
= € 392,52
1,07

3. Schritt: Berechnung der Netto-Leasingrate unter Berücksichtigung des Depots


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Rate (ohne Depotberücksichtigung)
6.965,06
Zinsen auf Depot
392,52
=
Netto-Rate
6.572,54

Die Schritte 1–3 können zusammengefasst werden: Wenn die beiden Zahlungsreihen zusammenfügt werden, kann in einem Schritt die Leasingrate errechnet werden:

S. 187

Vereinfachtes Beispiel

  • Berechnung des Barwerts:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Netto-Anschaffungskosten
    25.000,00
    Depotzahlung
    6.000,00
    +
    Depotzahlung
    4.897,79
    (= 6.000/1,073)
    Netto-Restwert
    5.441,99
    (= 6.666,67/1,073)
    =
    Barwert
    18.455,80
  • Berechnung der Netto-Jahresrate:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Zv = 18.455,80 ×
    1,073 × (1,07 – 1)
    = € 6.572,54 vorschüssige Netto-Rate
    1,07 × (1,073 – 1)
Hinweis

In den folgenden Beispielen werden die beiden Zahlungsreihen in einer Zahlungsreihe zusammengefasst und die Berechnung in einem Schritt durchgeführt.

4. Schritt: Berechnung der Brutto-Rate


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Rate
6.572,54
+ 20 % USt
1.314,51
Brutto-Rate
7.887,04

5. Schritt: Berechnung der Zahlungsverpflichtung des Leasingnehmers


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Laufzeitbeginn:
Depotzahlung:
6.000,00
Jährlich zu Beginn des Jahres:
Jährliche Brutto-Rate (3mal):
= € 7.887,04 × 3 =
23.661,13
Laufzeitende (bei Ankauf):
Brutto-Restwert abzüglich Depot:
= € 8.000,00 – € 6.000,00 =
2.000,00
Gesamtbelastung
31.661,13

Praxisbeispiele

Beispiel 1: Berechnung einer Leasingrate

Sie möchten einen neuen Pkw anschaffen. Gleichzeitig verkaufen Sie Ihr altes Auto und verwenden den Verkaufserlös als Depotzahlung beim Leasingvertrag.


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Pkw:
Anschaffungskosten AK:
€ 36.000,00 (inkl 20 % USt und NoVA)
Depotzahlung = Verkaufserlös:
€ 5.000,00
Laufzeit LZ:
36 Monate
Restwert RW:
€ 9.600,00 (inkl 20 % USt)
Kalkulationszinssatz p:
6,5 % pa

S. 188Fragestellung

Wie hoch ist die monatliche (vorschüssige) Brutto-Leasingrate und die Gesamtbelastung des Leasingnehmers über die gesamte Laufzeit unter der Annahme des Ankaufs des Leasingobjekts am Vertragsende?

Lösung

Lösungsweg


Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte!) inkl Depotzahlung
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung
3. Schritt: Berechnung Barwert & Netto-Monatsrate
4. Schritt: Berechnung Brutto-Monatsrate & Gesamtbelastung
Lösung

Lösung

1. Schritt: Aufstellen der Netto-Zahlungsreihe inkl Depotzahlung


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Anschaffungskosten (exkl USt):
30.000,00
Restwert (exkl USt):
8.000,00

Beispiel 1: Berechnung einer Leasingrate

2. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung

Lineare Umrechnung des Jahreszinssatzes in einen Monatszinssatz:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monatszinssatz =
Jahreszinssatz 6,5 %
= 0,5417 % pm
12

S. 189 3. Schritt: Berechnung des Barwerts und der Netto-Monatsrate

  • Barwert:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Netto-Anschaffungskosten
    30.000,00
    Depotzahlung
    5.000,00
    +
    Depotrückzahlung
    4.116,29
    (= 5.000 / 1,00541736)
    Netto-Restwert
    6.586,06
    (= 8.000 / 1,00541736)
    =
    Barwert
    22.530,23
  • Berechnung der Netto-Monatsrate über die Formel für vorschüssige Renten (abgeleitet aus der Rentenbarwertformel):

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Zv = 22.530,23 ×
    1,00541736 × (1,005417 – 1)
    € 686,81 vorschüssige monatliche Netto-Rate
    1,005417 × (1,00541736 – 1)

4. Schritt: Berechnung der Brutto-Monatsrate

Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
#R
36
#R/J
12
=RMZ(6,5 %/12;36;(30000–5000);
BARW
25000
(5000–8000);1) ×1,2
ENDW
–3000
I%J
6,5
BEG-Modus
Rate:
–686,81 × 1,2
Ergebnis = 824,17

Zahlungsverpflichtung des Leasingnehmers:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Laufzeitbeginn:
Depotzahlung:
5.000,00
Monatlich vorschüssig:
Monatliche Brutto-Rate (36mal):
= € 824,17 × 36 =
29.670,12
Laufzeitende (bei Ankauf):
Brutto-Restwert abzüglich Depot:
= € 9.600,00 – € 5.000,00
4.600,00
Gesamtbelastung
39.270,12

S. 190Möglichkeit zur Vereinbarung einer „unverzinsten“ oder einer „verzinsten“ Depotzahlung

Bei obigem Beispiel spricht man in der Leasingpraxis auch von einer „unverzinsten“ Depotzahlung. Diese Bezeichnung ist deshalb nicht korrekt, da – wie im vereinfachten Demonstrationsbeispiel gezeigt wurde – das Depot mit dem Kalkulationszinssatz verzinst wird. „Unverzinst“ bedeutet daher nur, dass kein gesonderter Zinssatz für die Verzinsung des Depots vereinbart wird, sondern der Kalkulationszinssatz zur Anwendung kommt. Diese Form der Depotzahlung ist bei Leasingmodellen sehr häufig anzutreffen.

Natürlich ist es auch möglich, dass ein „verzinstes“ Depot vereinbart wird. Bei dieser Vereinbarung wird für die Verzinsung des Depots gesondert ein Zinssatz vereinbart. Nachfolgend wird ein Beispiel für eine Leasingfinanzierung mit einem verzinsten Depot berechnet.

Beispiel 2: Berechnung einer Leasingrate („verzinstes Depot“)

Hinweis: Beispiel 1 und Beispiel 2 sind ident bis auf den Unterschied, dass im Beispiel 2 ein verzinstes Depot vereinbart wird. Es werden in der Lösung daher auch nur jene Schritte dargestellt, die zu Beispiel 1 differieren.

Es soll ein neuer Pkw angeschafft werden. Der Verkaufserlös aus der Rückgabe eines Altautos wird als Depotzahlung verwendet.


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Pkw:
Anschaffungskosten AK:
€ 36.000,00 (inkl 20 % USt und NoVA)
verzinste Depotzahlung:
€ 5.000,00 (vereinbarter Zinssatz: 3 % pa)
Laufzeit LZ:
36 Monate
Restwert RW:
€ 9.600,00 (inkl 20 % USt)
Kalkulationszinssatz p:
6,5 % pa

Fragestellung

Wie hoch ist die monatliche (vorschüssige) Brutto-Leasingrate und die Gesamtbelastung des Leasingnehmers über die gesamte Laufzeit unter der Annahme des Ankaufs des Leasingobjekts am Vertragsende?

Lösung

Lösungsweg


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1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihen (Nettowerte!) inkl Depotzahlung
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung
S. 1913. Schritt: Berechnung Barwert & Netto-Monatsrate
4. Schritt: Berechnung Brutto-Monatsrate & Gesamtbelastung
Lösung

Lösung

1. Schritt: Aufstellen der Nettozahlungsreihen (ohne Depot und gesondert für die Depotzahlung)


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Anschaffungskosten (exkl USt):
30.000,00
Restwert (exkl USt):
8.000,00

Zahlungsreihe ohne Depotzahlung:

Beispiel 2: Berechnung einer Leasingrate („verzinstes Depot“)

Zahlungsreihe für die Depotzahlung:

Beispiel 2: Berechnung einer Leasingrate („verzinstes Depot“)

2. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung

Lineare Umrechnung des Jahreszinssatzes der Depotzahlung in einen Monatszinssatz:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monatszinssatz =
Jahreszinssatz 3 %
= 0,25 % pm
12

3. Schritt: Berechnung des Barwerts und der Netto-Monatsrate

  • Barwert:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Netto-Anschaffungskosten
    30.000,00
    Netto-Restwert
    6.586,06
    (= 8.000 / 1,00541736)
    =
    Barwert
    23.413,94
  • Berechnung der Netto-Monatsrate (vor Depotzinsen) über die Formel für vorschüssige Renten (abgeleitet aus der Rentenbarwertformel):

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Zv = 23.413,94 ×
    1,00541736 × (1,005417 – 1)
    € 713,75 vorschüssige monatliche Netto-Rate*
    1,005417 × (1,00541736 – 1)
    *

    Hinweis: Bei dieser Rate sind die Depotzinsen, die die Rate verringern, noch nicht berücksichtigt.

  • Berechnung der Zinsen der Depotzahlung: Es müssen die monatlichen vorschüssigen Zinsen des Depots berechnet werden. Diese Zinsen können anschließend von der Leasingrate abgezogen werden.

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Depotzahlung am Ende der Periode
    5.000,00
    Depotzahlung abgezinst um eine Periode
    4.987,53
    =
    vorschüssige Zinsen der Depotzahlung
    12,47
  • Berechnung der Netto-Monatsrate:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    vorläufige Rate
    713,75
    Zinsen der Depotzahlung
    12,47
    =
    Nettorate
    701,28

4. Schritt: Berechnung der Brutto-Monatsrate


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Monatsrate
701,28
+ 20 % USt
140,26
Brutto-Monatsrate
841,54

Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
~ 1. Schritt
#R
36
#R/J
12
=(RMZ(6,5 %/12;36;30000;–8000;1)
BARW
30000
+(5000–5000/1,0025))×1,2
ENDW
–8000
I%J
6,5
BEG-Modus
Rate:
–713,75
~ 2. Schritt
#R
36
#R/J
12
BARW
5000
ENDW
–5000
I%J
3
BEG-Modus
Rate:
–12,47
~ 3. Schritt
Rate:
(713,75–12,47) × 1,2
Ergebnis = 841,54

S. 193Zahlungsverpflichtung des Leasingnehmers:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
– Laufzeitbeginn:
Depotzahlung:
5.000,00
– Monatlich vorschüssig:
Monatliche Brutto-Rate (36mal):
= € 841,54 × 36 =
30.295,44
– Laufzeitende (bei Ankauf):
Brutto-Restwert abzüglich Depot:
= € 9.600,00 – € 5.000,00
4.600,00
Gesamtbelastung
39.895,44

Vergleich Beispiele 1 und 2

  • Vergleich der Raten:

    Wie man erkennen kann, ist bei dem Leasingvertrag mit der 3 % pa „verzinsten“ Depotzahlung die monatliche Brutto-Rate um € 17,37 höher als bei dem Leasingvertrag mit der „unverzinsten“ Depotzahlung.

  • Vergleich der Gesamtbelastung:

    Die Gesamtbelastung in Beispiel 2 („verzinstes“ Depot) ist um € 625,36 höher als in Beispiel 1.

Beispiel 3: Interne Verzinsung eines Leasingangebots

Hinweis: Es wird die Effektivverzinsung des Beispiels 2 unter der Annahme berechnet, dass der Leasingnehmer am Vertragsende das Leasingobjekt ankauft.

Folgendes Leasingangebot liegt vor:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Pkw:
Anschaffungskosten AK:
€ 36.000,00 (inkl 20 % USt und NoVA)
Depotzahlung:
€ 5.000,00
Laufzeit LZ:
36 Monate
Restwert RW:
€ 9.600,00 (inkl 20 % USt)
Monatliche Rate:
€ 841,54 (vorschüssig inkl 20 % USt)

Fragestellung

Wie hoch ist der effektive Jahreszinssatz dieses Leasingvertrags?

Lösung

Lösungsweg


Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Berechnung Monats-Kalkulationszinssatz
2. Schritt: Berechnung Effektivzinssatz (exakt)
Lösung

S. 194Schritt 1: Berechnung der Verzinsung mittels Excel bzw HP 17 B II


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Netto-Monatsrate:
701,28
Netto-Anschaffungskosten:
30.000,00
Nettorestwert:
8.000,00


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Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
#R
36
#R/J
1
=ZINS(36;–701,28;(30000–5000);
BARW
25000
(5000–8000);1;0,8%)
ENDW
–3000
RATE
–701,28
BEG-Modus
Ergebnis: 0,6429 % pm

Schritt 2: Berechnung des Effektivzinssatzes

Umrechnung des Monatszinssatzes auf den effektiven Jahreszinssatz mittels Aufzinsungsfaktor:

effektiver Jahreszinssatz = ((1 + 0,006429)12 – 1) × 100 = 7,99 % pa

5.4.3.2.3. Kombination von Leasingsonderzahlung und Depotzahlung

Selbstverständlich können eine Leasingsonderzahlung und eine Depotzahlung bei einem Leasingvertrag kombiniert werden. Zu beachten ist allerdings, dass die Sonderzahlung und das Depot gemeinsam 50 % des Netto-Anschaffungswerts des Leasingobjekts nicht übersteigen dürfen. Weiters ist zu beachten, dass diese Kombination ausschließlich beim Teilamortisationsleasing vereinbart werden kann, da – wie bereits erwähnt – eine Depotzahlung beim Vollamortisationsleasing nicht möglich ist.

Beispiel 1: Berechnung einer Leasingrate

Es soll ein Lkw angeschafft werden. Als Eigenleistung werden eine Depotzahlung sowie eine Leasingsonderzahlung vereinbart.


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Pkw:
Anschaffungskosten AK:
€ 129.600,00 (inkl 20 % USt und NoVA)
Leasingsonderzahlung:
€ 24.000,00 (inkl 20 % USt)
Depotzahlung:
€ 10.000,00 („unverzinst“)
Laufzeit LZ:
60 Monate
Restwert RW:
€ 15.000,00 (inkl 20 % USt)
Kalkulationszinssatz p:
7 % pa

S. 195Fragestellung

Wie hoch sind die monatliche (vorschüssige) Brutto-Leasingrate und die Gesamtbelastung des Leasingnehmers über die gesamte Laufzeit im Falle des Ankaufs des Leasingobjekts am Laufzeitende?

Lösung

Lösungsweg


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1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte!) inkl Depotzahlung
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung
3. Schritt: Berechnung Barwert & Netto-Monatsrate
4. Schritt: Berechnung Brutto-Monatsrate & Gesamtbelastung
Lösung

Lösung

1. Schritt: Aufstellen der Netto-Zahlungsreihe inkl Depotzahlung


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Anschaffungskosten (exkl USt):
108.000,00
Leasingsonderzahlung (exkl USt):
20.000,00
Depotzahlung:
10.000,00
Restwert (exkl USt):
12.500,00

Beispiel 1: Berechnung einer Leasingrate

2. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung

Lineare Umrechnung des Jahreszinssatzes in einen Monatszinssatz:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monatszinssatz =
Jahreszinssatz 7 %
= 0,5833 % pm
12

S. 196 3. Schritt: Berechnung des Barwerts und der Netto-Monatsrate

  • Barwert:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Netto-Anschaffungskosten
    108.000,00
    Leasingsonderzahlung
    20.000,00
    Depotzahlung
    10.000,00
    +
    Depotrückzahlung
    7.054,05
    (= 10.000 / 1,00583360)
    Netto-Restwert
    8.817,56
    (= 12.500 / 1,00583360)
    =
    Barwert
    76.236,48
  • Berechnung der Netto-Monatsrate über die Formel für vorschüssige Renten (abgeleitet aus der Rentenbarwertformel):

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Zv = 76.236,48 ×
    1,00583360 × (1,005833 – 1)
    € 1.500,82 vorschüssige monatliche Netto-Rate
    1,005833 × (1,00583360 – 1)

4. Schritt: Berechnung der Brutto-Monatsrate


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Netto-Monatsrate
1.500,82
+ 20 % USt
300,16
Brutto-Monatsrate
1.800,98

Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
#R
60
#R/J
12
=RMZ(7%/12;60;(108000–20000–10000);
BARW
78000
(10000–12500);1) ×1,2
ENDW
–2500
I%J
7
BEG-Modus
Rate:
–1500,82×1,2
Ergebnis = 1.800,98

  • Berechnung der Gesamtbelastung (Zahlungsverpflichtung des Leasingnehmers):

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Laufzeitbeginn:
    Leasingsonderzahlung
    24.000,00
    Depotzahlung:
    10.000,00
    Monatlich vorschüssig:
    Monatliche Brutto-Rate (60mal):
    = € 1.800,98 × 60
    108.058,98
    Laufzeitende (bei Ankauf):
    Brutto-Restwert abzüglich Depot:
    = € 15.000,00 – 10.000,00
    5.000,00
    Gesamtbelastung
    147.058,98

S. 1975.4.4. Kalkulation beim Immobilienleasing

Das Immobilienleasing wird aufgrund der steuerlichen Rahmenbedingungen ausschließlich in der Form des Teilamortisationsleasing abgewickelt. Als Eigenleistung können sämtliche Arten der Eigenleistung (Leasingsonder- bzw Mietvorauszahlung, Kautionszahlung: einmalig oder laufend) durch den Leasingnehmer berücksichtigt werden.

Nachfolgend finden sich folgende Kalkulationsbeispiele zu einem Immobilienleasing:

  • Teilamortisationsvertrag ohne Eigenleistung,

  • Teilamortisationsvertrag mit Eigenleistung in Form von laufenden Kautionszahlungen.

Beispiel 1: Immobilienleasing ohne Eigenleistung

Geleast werden soll ein Gebäude mit einem Anschaffungswert von € 10.000.000,00 (exkl USt), davon fallen € 2.000.000,00 auf das Grundstück und € 8.000.000,00 auf das Gebäude.


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Laufzeit:
180 Monate (15 Jahre)
Kalkulationszinssatz:
6 % pa

Als kalkulatorischer Restwert werden das Grundstück in voller Höhe sowie der Restbuchwert der Immobilie nach 15 Jahren angesetzt. Die jährliche Abschreibung des Gebäudes beträgt 2,5 % pa.

Fragestellung

Wie hoch sind die Brutto-Leasingraten?

Lösung

Lösungsweg


Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Berechnung des kalkulatorischen Restwerts
2. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte!)
3. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung
4. Schritt: Berechnung der Netto- und Brutto-Rate
Lösung

S. 198 1. Schritt: Berechnung des kalkulatorischen Restwerts

  • Kalkulatorischer Restwert des Grundstücks am Ende der Leasinglaufzeit:

    € 2.000.000,00 (Der Grundanteil wird nicht abgeschrieben und wird daher in voller Höhe berücksichtigt.)

  • Kalkulatorischer Restwert des Gebäudes am Ende der Leasinglaufzeit:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Anschaffungswert
    8.000.000,00
    Abschreibung für 15 Jahre
    (15 × 2,5 % pa → 37,5 %)
    3.000.000,00
    =
    Restwert am Ende der Leasinglaufzeit
    5.000.000,00
  • Kalkulatorischer Restwert am Ende der Leasinglaufzeit gesamt daher: € 7.000.000,00 (Grund: € 2.000.000,00 und Gebäude: € 5.000.000,00)

2. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte)

Beispiel 1: Immobilienleasing ohne Eigenleistung

3. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung

Lineare Umrechnung des Jahreszinssatzes in einen Monatszinssatz:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monatszinssatz =
Jahreszinssatz 6 %
= 0,5 % pm
12

4. Schritt: Berechnung der Netto- und Brutto-Monatsrate

  • Barwert:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Netto-Anschaffungskosten
    10.000.000,00
    Netto-Restwert
    2.852.377,00
    (=7.000.000 / 1,005180)
    =
    Barwert
    7.147.623,00
  • Berechnung der Netto-Monatsrate über die Formel für vorschüssige Renten (abgeleitet aus der Rentenbarwertformel):

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Zv = 7.147.623,00 ×
    1,005180 × (1,005 – 1)
    € 60.015,63 vorschüssige monatliche Netto-Rate
    1,005 × (1,005180 – 1)
  • Berechnung der Brutto-Monatsrate:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Netto-Monatsrate
    60.015,63
    + 20 % USt
    12.003,13
    Brutto-Monatsrate
    72.018,76

S. 199 Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
#R
180
#R/J
1
=RMZ(0,005;180;10000000; –7000000;1)×1,2
BARW
10000000
ENDW
–7000000
I%J
0,5
BEG-Modus
Ergebnis:
–60015,63 × 1,2
Ergebnis = € 72.018,76

Beispiel 2: Immobilienleasing mit laufenden Kautionszahlungen (VARIANTE zu Beispiel 1)

Sämtliche Daten für die Kalkulation des Immobilienleasing werden aus Beispiel 1 übernommen. Hinzu kommt als weitere Angabe, dass eine monatliche Kautionszahlung von € 15.000,00 während der gesamten Vertragslaufzeit zusätzlich geleistet wird. Die Zahlung der laufenden Kaution erfolgt jeweils gleichzeitig mit der laufenden vorschüssigen Brutto-Monatsrate 180-mal.

Fragestellung

Wie hoch ist die monatliche Gesamtzahlung des Leasingnehmers?

Hinweis zur Kalkulation: Die Gesamtzahlung setzt sich aus der Brutto-Leasingrate und der umsatzsteuerbefreiten Kautionszahlung zusammen.

Lösung

Lösungsweg


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1. Schritt: Berechnung des kalkulatorischen Restwerts
2. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte!)
3. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung
4. Schritt: Berechnung der Netto- und Brutto-Rate sowie der monatlichen Gesamtzahlung
Lösung

S. 200 1. Schritt: Berechnung des kalkulatorischen Restwerts & der Höhe der gesamten Kaution

  • Der kalkulatorische Restwert am Ende der Leasinglaufzeit beträgt – wie in Beispiel 1 bereits gezeigt: € 7.000.000,00

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    laufende monatliche Kaution
    15.000,00
    Laufzeit in Monaten
    180
    Gesamte Kaution
    2.700.000,00

2. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte)

Beispiel 2: Immobilienleasing mit laufenden Kautionszahlungen (VARIANTE zu Beispiel 1)

3. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung

Monatszinssatz = 0,005 %

4. Schritt: Berechnung der Netto- und Brutto-Monatsrate

  • Barwert:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Netto-Anschaffungskosten
    10.000.000,00
    Barwert laufender Kautionen
    1.786.440,50
    (mittels Rentenbarwertformel)
    +
    Barwert Depotrückzahlung
    1.100.202,60
    (= 2.700.000 / 1,005180)
    Netto-Restwert
    2.852.377,00
    (=7.000.000 / 1,005180)
    =
    Barwert
    6.461.385,10

Nebenrechnung


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Rentenbarwert = 15.000 × 1,005 ×
(1,005180 – 1)
= € 1.786.440,50
1,005180 × (1,005 – 1)

  • Berechnung der Netto-Monatsrate über die Formel für vorschüssige Renten (abgeleitet aus der Rentenbarwertformel):

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Zv = 6.461.385,10 ×
    1,005180 × (1,005 – 1)
    € 54.253,57 vorschüssige monatliche Netto-Rate
    1,005 × (1,005180 – 1)
  • Berechnung der Brutto-Monatsrate:

    Tabelle in neuem Fenster öffnen
    Netto-Monatsrate
    54.253,57
    + 20 % USt
    10,850,71
    Brutto-Monatsrate
    65.104,28

S. 201 Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
#R
180
#R/J
12
=BW(0,005;180;–15000;0;1)
BARW
10000000
=RMZ(0,005;180;10000000–1786440,5;
ENDW
–4300000
–7000000+2700000;1)×1,2
I%J
0,5
BEG-Modus
Ergebnis:
(–69.253,57 + 15.000,00) × 1,2
Ergebnis = € 65.104,29

Berechnung der monatlichen Gesamtbelastung


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Brutto-Monatsrate
65.104,28
monatliche Kautionszahlung
15.000,00
Gesamtbelastung
80.104,28

5.4.5. Kalkulation bei vorzeitiger Beendigung des Leasingvertrags

In der Leasingpraxis kommt es vor, dass der Leasingvertrag vorzeitig (vor Ende der Kalkulationsperiode) beendet wird. Dies kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn der Leasingnehmer um vorzeitige Beendigung des Leasingvertrags ersucht und gleichzeitig das Leasingobjekt ankaufen möchte.

Interessant ist hierbei die Frage, welcher Abrechnungsbetrag dem Leasingnehmer nach einer bestimmten Laufzeit vom Leasinggeber vorgeschrieben wird. Prinzipiell ist die Leasingvertragslaufzeit kalkulatorisch fix definiert, wobei der Leasinggeber häufig für die Finanzierung des Leasingobjekts selber eine Refinanzierung aufgenommen hat.

Der Leasinggeber wird in der Regel mit der vorzeitigen Auflösung einverstanden sein und den Vertrag abrechnen. Hierbei werden finanzmathematisch die zukünftigen Leasingraten inklusive des kalkulatorischen Restwerts auf den jeweiligen Abrechnungszeitpunkt abgezinst. Die Abzinsung erfolgt in der Regel in der Weise, dass nicht der Vertragszinssatz, sondern ein reduzierter Zinssatz von der Leasinggesellschaft herangezogen wird. Der aus der Zinsdifferenz resultierende Ertrag stellt für die Leasinggesellschaft einen Ersatz für die anfallenden Kosten aus der Rückführung der eigenen Refinanzierung sowie den Wegfall der zukünftigen Zinsspanne dar.

Beispiel: Vorzeitige Auflösung eines Leasingvertrags

Vor 15 Monaten wurde ein Leasingvertrag über eine Maschine abgeschlossen. Der Leasingnehmer möchte den Leasingvertrag vorzeitig beenden und ersucht um Übermittlung des noch zu zahlenden Abrechnungsbetrages.


Tabelle in neuem Fenster öffnen
S. 202Anschaffungswert:
€ 240.000,00 (inkl 20 % USt)
Leasingsonderzahlung:
€ 36.000,00 (inkl 20 % USt)
Laufzeit
36 Monate (3 Jahre)
Restwert RW:
1 Monatsrate
Monatliche vorschüssige Brutto-Rate:
€ 6.110,26

Fragestellung

Wie hoch ist der Betrag, den der Leasingnehmer zu bezahlen hat (nach Bezahlung von 15 Monatsraten), sowie die Gesamtbelastung für den Leasingnehmer?

Lösung

Lösungsweg


Tabelle in neuem Fenster öffnen
1. Schritt: Aufstellen der Zahlungsreihe (Nettowerte!)
2. Schritt: Überprüfung Zinssatz & ev Umrechnung
3. Schritt: Berechnung Zeitwert zum Zeitpunkt t = 16 & Gesamtbelastung
Lösung

Zum Zeitpunkt t = 16 sind noch 21 Monatsraten und 1 Restrate – also insgesamt 22 vorschüssige Monatsraten – offen. Natürlich wird die Leasinggesellschaft nicht 22 × € 6.110,26 = € 134.425,72 verlangen, da ja die Raten nicht alle zum Zeitpunkt t = 16 fällig sind. Sie gewährt dem Leasingnehmer vielmehr eine Zinsgutschrift dafür, dass die Leasinggesellschaft sämtliche noch offenen Restraten inkl vertraglich vereinbartem Restwert früher erhält. Der Zinssatz der Zinsgutschrift beträgt 3 % pa.

Lösung

1. Schritt: Aufstellen der Netto-Zahlungsreihe


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Anschaffungskosten (exkl USt):
200.000,00
Leasingsonderzahlung (exkl USt):
30.000,00
Monatliche Leasingrate (exkl USt):
5.091,88

Beispiel: Vorzeitige Auflösung eines Leasingvertrags

S. 2032. Schritt: Überprüfen des Zinssatzes und eventuell Umrechnung

Zinssatz der Zinsgutschrift: 3 % pa

Lineare Umrechnung des Jahreszinssatzes in einen Monatszinssatz:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Monatszinssatz =
Jahreszinssatz 3 %
= 0,25 % pm
12

3. Schritt: Berechnung des Zeitwerts der Raten zum Zeitpunkt t = 16 (nach Bezahlung der 15. Rate) durch Abzinsen sämtlicher Raten

Berechnung mittels Rentenbarwertformel:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Zeitwert 16 = 5.091,88 × 1,0025 ×
(1,002522 – 1)
= € 109.136,32
1,002522 × (1,0025 – 1)

Vom Leasingnehmer zu zahlender Betrag (Auflösungsbetrag): € 109.136,32. Die Leasinggesellschaft wird dem Leasingnehmer folgende Rechnung zum Ankauf des Leasingobjekts schicken:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Abrechnungsbetrag
109.136,32
+ 20 % USt
21.827,27
Kaufpreis
130.963,59

Lösung mittels HP 17 B II bzw Excel


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Berechnung mittels HP 17 B II
Berechnung mittels Excel
#R
22 (37–15)
#R/J
12
=BW(0,0025;22;–5091,88;0;1)×1,2
I%J
3
ENDW
0
RATE
–5091,88
BEG-Modus
Ergebnis:
–109136,32 × 1,2
Ergebnis = € 130.963,59

Berechnung der Gesamtbelastung (Zahlungsverpflichtung des Leasingnehmers)


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Laufzeitbeginn:
Leasingsonderzahlung
36.000,00
Monatlich vorschüssig:
Monatliche Brutto-Rate (15mal):
= € 6.110,26 × 15 =
91.653,90
Zeitpunkt t = 16:
Restzahlung:
130.963,59
Gesamtbelastung:
258.617,49

5.5. Zusammenfassung

Finanzmathematische Grundlagen

Grundlage für die Kalkulation im Leasinggeschäft ist die Zinseszins- und Rentenrechnung. Auf Basis der Zinseszins- und Rentenrechnung können sämtliche Problemstellungen der Leasingkalkulation gelöst werden.

S. 204Anwendung finanzmathematischer Grundlagen bei der Leasingkalkulation

In der Regel wird in der österreichischen Leasingpraxis folgendermaßen kalkuliert:

  • Es werden gleichbleibende Monatsraten berechnet,

  • die Verzinsung erfolgt dekursiv,

  • die Zahlungsweise der Leasingraten erfolgt vorschüssig und

  • die Umrechnung von Jahreszinssätzen in Monatszinssätze erfolgt linear.

Als Kalkulationsbestandteile können folgende genannt werden:

  • Finanzierungsbetrag

  • Laufzeit des Leasingvertrags

  • kalkulatorischer Restwert

  • Kalkulationszinssatz

  • Leasingrate

  • Leasingsonderzahlung

  • Depotzahlung

Generelle Vorgangsweise bei der Leasingkalkulation:

  • Aufstellen einer vollständigen Zahlungsreihe (auf Basis der gegebenen Größen), wobei Ein- und Auszahlungen mit unterschiedlichen Vorzeichen zu berücksichtigen sind.

  • Überprüfung, ob der Kalkulationszinssatz und die Laufzeit auf dieselbe Zeiteinheit bezogen sind bzw Umrechnung des Kalkulationszinssatzes

  • Berechnung der gesuchten Größe (Rate, Ausgleichszahlung, Leasingzinssatz etc)

Zusammenfassende Übersicht (aus Kap 5.3.3.)

5.5. Zusammenfassung

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