Handbuch Treasury / Treasurer's Handbook
3. Aufl. 2020
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S. 27Teil I: Der Geldmarkt
Der Geldmarkt ist jener Teil des Finanzmarktes, auf dem kurzfristige Kredite, z.B. Tages- und Monatsgeld, insbesondere zwischen Banken gehandelt werden und Geldmarktpapiere (kurzfristige Schuldtitel) von der Zentralbank zu festgesetzten Geldmarktsätzen an- und verkauft werden. Die Geldmarktsätze richten sich in erster Linie nach der Liquiditätssituation der Marktteilnehmer in Abhängigkeit von der Offenmarktpolitik der Notenbank sowie von der Fristigkeit. Die Marktteilnehmer sind Notenbanken und Kreditinstitute und in begrenztem Maße Kapitalsammelstellen (z.B. Lebensversicherer) sowie die öffentliche Verwaltung. Der Geldmarkt erfüllt in erster Linie eine Liquiditätsausgleichsfunktion zwischen den Banken. Damit wird zugleich ermöglicht, fristgerecht notwendige liquide Mittel zinsgünstig zu beschaffen oder überschüssige Liquidität anzulegen. An den internationalen Märkten kommen als Marktteilnehmer Fonds, Versicherungen, Industrie- und Handelsunternehmen hinzu, die die Liquiditätsausgleichsfunktion des Marktes im verstärkten Maße für ihre Belange nutzen.
Zu den Geldmarktinstrumenten, die an internationalen Geldmärkten gehandelt werden, zählen Interbank-Depotgeschäf...