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Die Aufsichtsrätin
Zur Bedeutung weiblicher Repräsentanz in Aufsichtsgremien bei sensiblen Governance-Entscheidungen
„If it had been Lehman Sisters rather than Lehman Brothers,
the world might well look a lot different today.“
(Christine Lagarde)
Die jüngeren öffentlichen Debatten rund um den ORF und SIGNA haben erneut sichtbar gemacht, dass Aufsichtsgremien nicht nur formale Kontrollinstanzen sind. Sie sind Orte unternehmerischer Verantwortung, an denen Rechtmäßigkeit, Integrität, strategische Weitsicht und gesellschaftliche Legitimität zusammengeführt werden müssen. Besonders in sensiblen Fragestellungen, etwa bei Vorwürfen gegen Führungspersonen, Compliance-Risiken, wirtschaftlichen Schieflagen oder Reputationskrisen, spielt der Aufsichtsrat eine entscheidende Rolle. Aus dieser Perspektive spricht vieles für die Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsgremien: als Governance-Instrument zur Erweiterung von Perspektiven, zur Verringerung von Gruppenblindheit sowie zur Stärkung demokratischer und ökonomischer Legitimation.
1. Ausgangssituation
Die Anforderungen an Aufsichtsräte sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Unternehmen agieren heute in einem Umfeld, das von hoher Dynamik, zunehmender Komplexität, regulatorischen Anforderungen, geopolitischen Unsicherheiten, digitaler Transformati...