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AR aktuell 6, Dezember 2025, Seite 174

Aktivistische Aufsichtsräte und Insiderinfos

Alexander Stücklberger und Lisa-Marie Pigler

Aktivistische Aktionäre sind professionelle Investoren, die zum Erreichen ihrer Ziele Strategien verfolgen, die über das bloße Ausüben von Stimm- und Informationsrechten hinausgehen. Teil dieser Strategien ist es, eigene Kandidaten für den Aufsichtsrat zu nominieren und deren Bestellung durchzusetzen, um schneller und besser an Informationen zu gelangen. Für solcherart „entsendete“ Aufsichtsratsmitglieder entsteht dadurch zwangsläufig ein Spannungsverhältnis zwischen den Erwartungen des aktivistischen Aktionärs und ihren gesetzlichen Verschwiegenheitspflichten. Da es sich regelmäßig um kapitalmarktorientierte Gesellschaften handeln wird, sind neben den gesellschaftsrechtlichen Vorgaben auch börsestrafrechtliche Grenzen zu beachten.

1. Grundlegendes

Das Phänomen des Aktionärsaktivismus („shareholder activism“) war lange Zeit vorwiegend in den USA verbreitet. Mittlerweile ist dieser auch in Kontinentaleuropa etabliert und seit einigen Jahren am österreichischen Kapitalmarkt zu beobachten. Bei aktivistischen Aktionären handelt es sich zumeist um institutionelle Investoren - etwa Fonds - die Minderheitsanteile an börsenotierten Gesellschaften erwerben, um durch unterschiedliche Strategie...

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